{"id":12912,"date":"2008-11-19T00:00:00","date_gmt":"2008-11-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12912"},"modified":"2008-11-19T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-19T00:00:00","slug":"12912","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12912\/","title":{"rendered":"Metalltarifabschluss: Statt &#8222;konsequent f&#252;r acht Prozent&#8220; konsequenter \r\n      Lohnverzicht"},"content":{"rendered":"<p>  In den Betrieben regt sich Widerstand<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Wenn der Kapitalismus auf eine Katastrophe zusteuert und die   Gewerkschaftsf&#252;hrung eine katastrophale Politik betreibt, dann wir die   Lage f&#252;r die arbeitenden Klassen zur totalen Katastrophe. Das wird   deutlich am Abschluss der IGM. Doch zum Gl&#252;ck regt sich in den Betrieben   Widerstand.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck, Stuttga<\/i>rt<\/h4>\n<p>  Die IGM ist mit der h&#246;chsten Forderung seit 16 Jahren in die   Tarifverhandlungen gegangen. In vielen Betrieben und Verwaltungsstellen   wurde sogar weit mehr als acht Prozent gefordert. Viele wollten   Festgelderh&#246;hungen oder Mindestanhebungen von 200 bis 320 Euro. In jedem   Fall sollte deutlich mehr r&#252;berkommen als 2007. Jetzt sind es deutlich   weniger. Es ist ein Abschluss unterhalb der Inflationsrate.<\/p>\n<h4>  Reallohnabbau<\/h4>\n<p>  Zum letzten mal gab es f&#252;r die MetallerInnen und Metaller im Juni 2008   eine tabellenwirksame Erh&#246;hung von 1,7%. Jetzt gibt es durch den neuen   Abschluss im Dezember eine Einmalzahlung von 510 Euro. Die offizielle   Inflationsrate liegt 2008 bei 3,1%. Angesichts der Preisexplosionen f&#252;r   viele Nahrungsmittel und Energie mussten die Arbeitnehmerhaushalte weit   h&#246;here Preissteigerungen wegstecken.<\/p>\n<h4>  Einkommensunsicherheit<\/h4>\n<p>  In das Jahr 2009 gehen sie dann mit dem Tabellenlohn vom Oktober 2008.   Erst im Februar gibt es die erste tabellenwirksame Erh&#246;hung von 2,1%.   Die n&#228;chste Erh&#246;hung von 2,1% gibt es vielleicht im Mai 2009, aber   vielleicht auch erst im Dezember 2009. Der Tarifvertrag l&#228;sst den   Unternehmern die M&#246;glichkeit die Lohnerh&#246;hung um sieben Monate durch   Erpressung per Betriebsvereinbarung zu verschieben. Und der Abschluss   gilt nicht f&#252;r 12 Monate, wie gefordert, sondern f&#252;r 18 Monate &#8211; bis   April 2010. Gesamtmetall gibt an, dass der Tarifabschluss die   Metallindustrie im Jahr 2009 maximal mit 2,85% und bei Durchsetzung der   Verschiebung der zweiten Stufe der Lohnerh&#246;hung nur mit 1,24% belaste.<\/p>\n<p>  &#8220;Es sei gelungen, den verteilungsneutralen Spielraum auszusch&#246;pfen,   Einkommenssicherheit f&#252;r die Besch&#228;ftigten sowie Planungssicherheit f&#252;r   die Unternehmen zu schaffen&#8220;. So hei&#223;t es in einer Pressemitteilung der   IGM vom 12.11. Abgesehen von der Planungssicherheit f&#252;r die Unternehmer   ist alles gelogen. F&#252;r die Besch&#228;ftigten bedeutet die Infragestellung   der zweiten Stufe der Erh&#246;hung Einkommens- Unsicherheit.<\/p>\n<h4>  Verarschung<\/h4>\n<p>  Schockiert sind viele Kolleginnen und Kollegen nicht nur &#252;ber das   materiell schlechte Ergebnis, sondern auch &#252;ber die Unehrlichkeit der   f&#252;hrenden Funktion&#228;re und die Art und Weise wie es zum Abschluss kam.   Kolleginnen und Kollegen f&#252;hlen sich regelrecht durch ihre eigene   Gewerkschaft verarscht.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend bis zu den letzten Warnstreiks geleugnet wurde, dass die   Finanzmarktkrise auf die Metallindustrie durchschl&#228;gt, rechtfertigt   Berthold Huber den Abschluss als &#8222;ordentliches Ergebnis in historisch   schwieriger Lage&#8220;.<\/p>\n<p>  Bei allen Warnstreikkundgebungen, in allen Interviews wurde betont, dass   man den Unternehmern das Geld wegnehmen m&#252;ssen, bevor sie es weiter auf   den Finanzm&#228;rkten verzocken. Es wurde zu recht immer wieder auf die   Rekordgewinne der Unternehmer und die stark angestiegene Produktivit&#228;t,   das Auseinanderdriften der Gewinne und L&#246;hne betont. Die IGM war   angetreten mit dem Anspruch nicht nur die Reall&#246;hne kr&#228;ftig zu erh&#246;hen,   sondern auch ein St&#252;ck Umverteilung von oben nach unten zu betreiben.<\/p>\n<h4>  Kampfkraft ist da<\/h4>\n<p>  Die Beteiligung von 600.000 Besch&#228;ftigten an Warnstreiks und die   Stimmung bei den Warnstreiks haben die Kampfbereitschaft in den   Betrieben deutlich gemacht. Bei den Warnstreiks wurde auch immer wieder   betont, dass die IGM trotz der Produktionseinbr&#252;che durch Streik   &#246;konomischen Druck aus&#252;ben k&#246;nne. Da war davon die Rede, dass der   Maschinenbau bedeutender w&#228;re als die Autoindustrie und hier immer noch   voll produziert w&#252;rde. Beim letzten Warnstreik im Daimler-Werk   Untert&#252;rkheim spracht IGM-Sekret&#228;r Udo Abelmann davon, dass selbst   Daimler &#8222;trotz Produktionsanpassung&#8220; durch einen Streik getroffen werden   k&#246;nne, denn in den Zeiten, in denen produziert werden soll, m&#252;sse alles   funktionieren und: &#8222;Wenn wir nicht funktionieren, kriegen sie auch nicht   ihre Rendite&#8220;. Jetzt reden Betriebsr&#228;te und IGM-Funktion&#228;re davon, dass   ein Streik in der jetzigen wirtschaftlichen Lage keinen &#246;konomischen   Druck aus&#252;ben k&#246;nne. Huber dr&#252;ckt das so aus: &#8222;Ich sehe aber nicht, wie   wir durch einen Arbeitskampf ein signifikant besseres Ergebnis erzielt   h&#228;tten.&#8220; Ja was denn nun? Ist das das Eingest&#228;ndnis, dass die IGM in   Krisenzeiten nichts mehr erstreiken kann? Soll das die Botschaft dieses   Abschlusses sein? Wenn den Unternehmern &#8211; wie manche Betriebsr&#228;te und   Funktion&#228;re behaupten &#8211; ein Streik aufgrund von mangelnder   Kapazit&#228;tsauslastung willkommen w&#228;re, dann h&#228;tten sie diesen provoziert.   Dann h&#228;tten sie gar nichts angeboten, sondern eine Lohnsenkung verlangt.<\/p>\n<p>  Es muss auch noch mal daran erinnert werden, dass der sechsw&#246;chige   Streik f&#252;r die 35-Stunden-Woche 1984 ein Beispiel daf&#252;r ist, dass die   IGM auch unter vermeintlich widrigen Umst&#228;nden einen offensiven Streik   erfolgreich f&#252;hren kann. Die Rezession 1980\/82 hatte die   Arbeitslosigkeit auf zwei Millionen verdoppelt. In der Autoindustrie gab   es 1984 nach wie vor &#220;berkapazit&#228;ten. Zulieferer hatten Kurzarbeit und   Personalabbau geplant.<\/p>\n<h4>  Angst vor Radikalisierung<\/h4>\n<p>  Die Metallbosse wissen ganz genau, dass ein Streik an ihre Rendite gehen   w&#252;rde. Und vor allem wissen sie, dass ein Streik in einer Zeit wo sie   ideologisch in der Defensive sind und die Wut in den Betrieben gro&#223; ist,   zu einer v&#246;llig unkalkulierbare Bewegung und Politisierung f&#252;hren kann   und dabei ihre Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber die Produktionsmittel grunds&#228;tzlich   in Frage gestellt werden k&#246;nnte. Sie wollen in der jetzigen Situation   keine weitere wirtschaftliche und politische Destabilisierung. Deshalb   wollen sie trotz Absatzkrise und trotz der zu ihren gunsten ger&#228;nderten   Aussperrungsregelung keinen Streik. Und offensichtlich f&#252;rchten Huber,   Hofmann und Co. eine solche Bewegung ebenso. Sie w&#252;rde n&#228;mlich ihre   sozialpartnerschaftliche Politik und ihre Kontrolle &#252;ber die Basis nicht   festigen, sondern schw&#228;chen. Das erkl&#228;rt die Kapitulation der   Verhandlungsf&#252;hrer und die Aussage von J&#246;rg Hofmann: &#8222;Es ist uns   gelungen, einen Arbeitskampf in letzter Sekunde abzuwehren&#8220;.<\/p>\n<h4>  Verlogene Propaganda<\/h4>\n<p>  Die IGM-Funktion&#228;re bem&#252;hten auch immer wieder das Argument der St&#228;rkung   der Binnenkaufkraft f&#252;r Lohnerh&#246;hungen. Der Abschluss der IGM zeigt dass   sie ihre eigene Propaganda nicht ernst nehmen. In ihrer praktischen   Tarifpolitik &#252;bernehmen sie die Position der Unternehmer, dass die Krise   durch Lohnverzicht bezahlt werden muss.<\/p>\n<h4>  Niederlage f&#252;r Mitgliedschaft<\/h4>\n<p>  Die Gewerkschaftsb&#252;rokratie stellt sich mit ihrer Politik des   fortgesetzten Lohnverzichts und mit ihrer Zustimmung zu dem   500-Milliarden-Rettungspaket f&#252;r die Banken als verl&#228;sslicher Retter des   Profitsystems der Radikalisierung und Kampfbereitschaft der Basis in den   Weg. Den Preis daf&#252;r bezahlen die Lohnabh&#228;ngigen. Nicht nur in Form von   materiellen Verlusten, sondern auch in Form der zunehmenden   Selbstzerst&#246;rung der Gewerkschaften. Der j&#252;ngste Abschluss in der   Metallindustrie wird die IGM Mitglieder kosten. Viele Vertrauensleute,   Betriebsr&#228;te, Jugendvertreter und aktive MetallerInnen werden   demoralisiert. Das alles schw&#228;cht die Gewerkschaften in einer Situation   in der gewerkschaftliche St&#228;rke dringender denn je n&#246;tig ist. Es macht   einen gewaltigen Unterschied, ob Belegschaften, die mit massivem   Arbeitsplatzabbau und sogar mit Betriebsschlie&#223;ungen konfrontiert sind   sich im Rahmen eines offensiven IGM-Streiks oder nach einem   erfolgreichen Streik zur Wehr setzen, oder nach einer Niederlage an der   Tariffront. Belegschaften, die jetzt schon von Kurzarbeit betroffen   sind, LeiharbeiterInnen, die ihre Jobs verloren haben, k&#246;nnten auch in   den Streik miteinbezogen werden, wenn sie selbst nicht streiken k&#246;nnen.   Sie k&#246;nnten Streikposten in bestreikten Betrieben unterst&#252;tzen, an   Streikversammlungen und Demonstrationen teilnehmen. Die Frage des   Arbeitsplatzabbaus und des Kampfes dagegen k&#246;nnte im Streik in der   gesamten IGM diskutiert und mit zum Thema gemacht werden.<\/p>\n<h4>  Kampf gegen Krise f&#252;hren<\/h4>\n<p>  Lohnverzicht rettet keine Arbeitspl&#228;tze, sondern bedient nur die   Profite. Das galt im Aufschwung und das gilt erst recht in der   Rezession. Wenn die IGM auf Lohn verzichtet, bevor die Rezession richtig   greift, ist es die Aufforderung an die Unternehmer die Kosten der   Rezession erst recht auf die Belegschaften abzuw&#228;lzen. Dass die   Unternehmer den Abschluss als solches Signal interpretieren, zeigt sich   bereits daran, dass Daimler ein paar Tage nach dem Abschluss den Abbau   von weiteren 5.800 Arbeitspl&#228;tzen ank&#252;ndigte.<\/p>\n<p>  Die Rezession darf kein Grund sein, den Kampf um die Durchsetzung der 8%   abzubrechen. Sie muss vielmehr Grund daf&#252;r sein, die Forderungen um den   Punkt Sicherung der Arbeitspl&#228;tze durch Einf&#252;hrung der 30-Stunden-Woche   bei vollem Lohn- und Personalausgleich auszuweiten. Anstatt Betriebe zu   schlie&#223;en oder die Profitproduktion mit unseren Steuergeldern zu   subventionieren, m&#252;ssen Banken und Konzerne in Gemeineigentum &#252;berf&#252;hrt   und demokratisch von den Besch&#228;ftigten verwaltet und kontrolliert   werden. Diese Forderung steht nicht umsonst in der IGM-Satzung.<\/p>\n<h4>  Unmut in den Betrieben<\/h4>\n<p>  Der Protest innerhalb der IGM gegen die Kapitulation von Huber, Hofmann   und Klemm zeigt aber auch, dass die Bereitschaft sich auf dem Altar des   Profitsystems opfern zu lassen und die IGM den Ausverk&#228;ufern an der   Spitze zu &#252;berlassen an ihre Grenze st&#246;&#223;t. In vielen Betrieben sind   Unterschriften gegen den Abschluss im Umlauf. Es wird gefordert, dass   die Gro&#223;e Tarifkommission den Abschluss ablehnt und die Urabstimmung   einleitet. Manche fordern sogar den R&#252;cktritt von Berthold Huber und   J&#246;rg Hofmann. Es ist wichtig, den Unmut in eine Opposition zu   kanalisieren. Nur so k&#246;nnen Austritte und Demoralisierung in Grenzen   gehalten werden.<\/p>\n<h4>  Repressive Versammlungsgesetze stoppen<\/h4>\n<p>  W&#252;rde die IGM in den n&#228;chsten Wochen streiken k&#246;nnte sie damit auch das   geplante repressive Versammlungsgesetz in Baden W&#252;rttemberg stoppen und   das bereits verabschiedete in Bayern zu Fall bringen. Den Mitgliedern   k&#246;nnte anhand des t&#228;glichen Kampfes deutlich gemacht werden, wie sich   dieses Gesetz gegen sie und die Gewerkschaften richtet. Es macht einen   Unterschied ob mehrere 10.000 MetallerInnen in Stuttgart oder M&#252;nchen   streiken und mitten in der Woche vor dem Landtag stehen, oder ein paar   Tausend am Samstag in ihrer Freizeit demonstrieren. Wenn aber die   Gewerkschaften ihre Kampfmittel gar nicht einsetzen, werden sich die   meisten Gewerkschaftsmitglieder fragen, warum sie auf eine Demo gehen   sollen gegen die Einschr&#228;nkung von Rechten, die von den Gewerkschaften   gar nicht genutzt werden.<\/p>\n<h4>  Protestaktion vor Sitzung der Tarifkommission<\/h4>\n<p>  Der Protest in den Betrieben gegen den Abschluss zeigt, dass die Bremsen   auf denen die Spitzenfunktion&#228;re stehen, abgenutzt sind. Es droht ihnen   der Kontrollverlust &#252;ber einen k&#228;mpferischen Teil der Mitgliedschaft. Es   kommt in dieser Situation darauf an, dass die Gewerkschaftslinke alles   tut, um die Wut gegen Huber, Hofmann und Co. in den Aufbau einer   organisierten Opposition zu kanalisieren, bevor viele Kolleginnen und   Kollegen aus der Gewerkschaft austreten oder demoralisiert und inaktiv   werden.<\/p>\n<p>  Kolleginnen und Kollegen des Metallertreffs Stuttgart haben in den   Betrieben Initiative ergriffen f&#252;r Unterschriftensammlungen und   Protestresolutionen. Bei der Sitzung der Gro&#223;en Tarifkommission am   20.11.08 in der Stadthalle Leonberg (Beginn der Sitzung ist 10.00Uhr)   werden die gesammelten Unterschriften und Protestresolutionen &#252;bergeben.   Dieser Protest ist ein richtiger Schritt im Aufbau einer   innergewerkschaftlicher Opposition und wird von der SAV unterst&#252;tzt.<\/p>\n<h5>  <i>Ursel Beck ist gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV<\/i><\/h5>\n<\/p>\n<h5>  Resolutionen und Unterschriftenlisten von Kolleginnen und Kollegen, die   nicht an der Aktion teilnehmen k&#246;nnen, k&#246;nnen ihre Listen zur &#220;bergabe   mailen: an <a href=\"mailto:metallertreff@yahoo.de\">metallertreff@yahoo.de   <\/a><\/h5>\n<h5>  <\/h5>\n<h4>  Zitate aus Resolutionen und Unterschriftenlisten gegen den Abschluss:<\/h4>\n<p>  &#8222;Wir lehnen das Ergebnis von Sindelfingen entschieden ab! 2 mal 2,1% f&#252;r   insgesamt 18 Monate bedeuten eine tabellenwirksame Erh&#246;hung von knapp   2,8% und deckt noch nicht mal die Inflationsrate ab! Das sind gerade mal   35% der aufgestellten Forderung! Dass die zweite Stufe betrieblich   verschoben werden kann, h&#246;hlt den Fl&#228;chentarifvertrag weiter aus und   leistet betrieblichen Erpressungsversuchen Vorschub. Wir fordern die   gro&#223;e Tarifkommission auf, dieses erb&#228;rmliche Ergebnis abzulehnen und   umgehen die Urabstimmung einzuleiten.<\/p>\n<p>  Konsequent f&#252;r 8 Prozent &#8211; das war und ist unser Auftrag an die   Verhandlungskommission und dabei muss es bleiben!&#8220;<\/p>\n<h4>  Unterschriftenliste von Kolleginnen und Kollegen vom Daimler Werk   Untert&#252;rkheim<\/h4>\n<p>  &#8222;Mit diesem Ergebnis sind wir meilenweit davon entfernt, den sei 10   Jahren andauernden Reallohnverlust zu stoppen. &#8230;Da wir nicht gewillt   sind, diesen Abschluss sch&#246;n zu reden, fordern wir die gro&#223;e   Tarifkommission Baden W&#252;rttemberg auf, diesen Abschluss abzulehnen,   sofort die Urabstimmung einzuleiten und die volle Kampfkraft, konsequent   f&#252;r 8% einzusetzen.&#8220;<\/p>\n<h4>  &#214;rtliche VKL G&#246;ppingen-Geislingen<\/h4>\n<p>  &#8222;Wir lehnen den faulen Kompromiss von Sindelfingen am 12.11. ab! 2 mal   2,1% &#252;ber 18 Monate rechnen die Unternehmer real mit 2,8%. Das ist viel   zu wenig um Reallohn zu sichern. &#8222;Konsequent f&#252;r 8 Prozent!&#8220; Dabei muss   es bleiben. Die grosse Tarifkommission soll den Verhandlungsstand   ablehnen und eine Urabstimmung einleiten. Als Gewerkschaftsmitglieder   wollen wir selbst &#252;ber Ergebnis und den Einsatz der vollen   gewerkschaftlichen Kampfkraft bestimmen. Berthold Huber und J&#246;rg Hofmann   sollen nach dem Kniefall vor den Unternehmern zur&#252;cktreten!&#8220;<\/p>\n<h4>  Unterschriftenliste von Kolleginnen und Kollegen der Verwaltungsstelle   G&#246;ppingen.<\/h4>\n<p>  &#8222;Das ist doch wohl die Oberverarsche des Jahres!!!! 4,2% von   KONSEQUENTEN 8%- das ist doch wohl l&#228;cherlich! Da fragen wir uns   wirklich, warum wir nach Sindelfingen und Karlsruhe gefahren sind! Um   uns L&#252;gen und M&#228;rchen anzuh&#246;ren? &#8230;Soviel zu den gro&#223;en Spr&#252;chen   unserer Gewerkschaft! Das traurige ist nur, wir als Mitglieder h&#228;tten   unserem Wort gestanden und waren selten so motiviert und bereit f&#252;r   unsere 8% zu k&#228;mpfen!!!!!!!! Andererseits, wenn man genau &#252;berlegt &#8211;   sind wir es von dieser Gewerkschaft anders gew&#246;hnt? Immer ganz gro&#223; die   Klappe aufrei&#223;en und raus kommt grad mal lauwarme Luft! Sich dann   wundern , dass der Mitgliederschwung so hoch ist!&#8220;<\/p>\n<h4>  Brief von 12 Kolleginnen und Kollegen von WMF Geislingen<\/h4>\n<p>  Weitere Protestschreiben gibt es unter<\/p>\n<h4>  <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/gewerkschaft\/tarif08\/igm_protest.html\">http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/gewerkschaft\/tarif08\/igm_protest.html<\/a><\/h4>\n<h5>  <\/h5>\n<h5>  Im Kontrast zu dem Abschluss stehen die Aussagen von IGM-Funktion&#228;ren in   den letzten Wochen. Zur Erinnerung einige Zitate:<\/h5>\n<p>  &#8222;Wir erwarten f&#252;rs n&#228;chste Jahr einen Preisanstieg von 2,5 %. Die   Zielinflationsrate der EZB von knapp zwei Prozent ist unrealistisch und   politisch festgesetzt. Und bedenken Sie, dass wir in Deutschland zurzeit   bei 3,3 Prozent liegen.&#8220; Berthold Huber in Interview mit Eva Roth, FR   online, 22.08.08<\/p>\n<p>  &#8220;Die Metall- und Elektroindustrie machte voriges Jahre Gewinne von 47,7   Milliarden Euro. Das ist eine Verdreifachung seit 2003. Deswegen   erwarten die Leute einen h&#246;heren Lohnabschluss als im vorigen Jahr. Und   das wollen wir auch durchsetzen. Ein deutlicher Zuschlag ist dank der   guten Lage der Branche finanzierbar und keine &#220;berforderung f&#252;r die   Unternehmern und auch keine Gefahr f&#252;r die Preisstabilit&#228;t.&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber in Interview mit FR online, 22.08.08.<\/p>\n<p>  &#8220;Sie werden wahrscheinlich hohe Einmalbeitr&#228;ge biegen, damit wollen sie   die langfristige Lohnerh&#246;hung nach unten dr&#252;cken. So kann das aber nicht   laufen. Die IG Metall wird auf Strukturerh&#246;hungen bestehen. Hohe   Einmalzahlungen sehen erst mal sch&#246;n aus, sind aber ziemlich schnell   verfr&#252;hst&#252;ckt.&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber in Interview mit FR online, 22.08.08<\/p>\n<p>  &#8222;Schauen wir auf die Fakten: Die Gewinne der Metallunternehmen sind von   2004 bis 2007 um 220 Prozent gestiegen. Ihre Nettoumsatzrendite von 4,2%   ist die h&#246;chste seit Mitte der 60er Jahre. Die Tarifl&#246;hne und &#8211;geh&#228;lter   sind zwischen 2004 und 2007 zwar brutto um 10% gestiegen. Das ist eine   gro&#223;e Ungerechtigkeit und diese Gerechtigkeitsl&#252;cke wollen wir   wenigstens ein St&#252;ck weit schlie&#223;en&#8220;. Berthold Huber auf der   VL-Konferenz am 9.- 11. 10.08 in Sprockh&#246;vel.<\/p>\n<p>  &#8222;Unsere Forderung ist wirtschaftlich verkraftbar und wohlbegr&#252;ndet. Die   Unternehmen der hiesigen Metall- und Elektroindustrie haben 2007 und &#8211;   nach Aussagen der Arbeitgeber &#8211; auch 2008 die h&#246;chste Umsatzrendite seit   1970 erwirtschaftet. Unsere Leute in den Betrieben haben gro&#223;teils f&#252;r   eine h&#246;here Forderung pl&#228;diert. So gesehen ist acht Prozent sogar   ma&#223;voll&#8220; Berthold Huber am 13.10.08 in Spiegel-Interview.<\/p>\n<p>  &#8222;Auch hierzulande ist die Situation f&#252;r die Autobranche schwieriger   geworden, okay. Aber wenn Daimler beispielsweise kein Betriebsergebnis   mehr von 8,7 Milliarden Euro macht, sondern nur noch von 7 Milliarden   oder 4 Milliarden, wo ist das Problem? Sollen mir da die Tr&#228;nen kommen.&#8220;   Berthold Huber am 13.10.08 in Spiegel-Interview<\/p>\n<p>  &#8222;Unsere Forderung steht und bleibt. Wir kommen nicht auf den Knien   gerutscht, um f&#252;r ein paar Euro zu betteln.&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber am 28.10.08 vor 5.000 Metallerinnen und Metallern in   Karlsruhe. Quelle:<\/p>\n<p>  stern 6.11.08<\/p>\n<p>  &#8222;Wir werden streiken. 8% sind nicht zu viel, sie sind eher zu wenig.&#8220;   Uwe H&#252;ck beim Warnstreik vor 3.000 Porsche-Kolleginnen und Kollegen in   Zuffenhausen. Quelle: stern 6.11.08.<\/p>\n<p>  &#8222;Ich finde es zum Kotzen, dass nicht nur die Steuerzahler, sondern auch   noch die Besch&#228;ftigten &#252;ber Lohnverzicht f&#252;r den Casinokapitalismus   gerade stehen sollen.&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber in Interview mit Stuttgarter Zeitung am 30.10.08<\/p>\n<p>  &#8222;Auf jeden Fall ist ein guter Abschluss finanzierbar. Gesamtmetall hat   errechnet, dass eine achtprozentige Lohnerh&#246;hung ein Volumen von rund   14,4 Milliarden Euro hat. Allein 2007 haben die Unternehmen in unserer   Branche 47,7 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern gemacht&#8220;. Berthold   Huber in Interview mit der Stuttgarter Zeitung vom 30.10.08 auf die   Frage ob der Abschluss h&#246;her sein m&#252;sse als beim letzten mal.<\/p>\n<p>  &#8222;Man kann eine Krise nicht durch Lohnsenkung und Verzicht bek&#228;mpfen. Im   Gegenteil: man muss doch den Leuten Mut machen, ordentliche L&#246;hne und   Sicherheit geben&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber in Interview mit Stuttgarter Zeitung 30.10.08<\/p>\n<p>  &#8222; Entschuldigung, wir haben ja nicht nur die h&#246;chste Forderung seit 16   Jahren, wir haben die h&#246;chste Nettoumsatzrendite seit 40 Jahren. Das   hei&#223;t das Geld ist da. Unsere Forderung w&#252;rde die Unternehmen mit   maximal 1,2 % belasten.&#8220;<\/p>\n<p>  Berthold Huber in Interview mit STZ 30.10.08<\/p>\n<p>  &#8220;F&#252;r 2009 haben die Arbeitgeber magere Entgeltsteigerungen von 2,1%   angeboten. Das w&#228;ren gerade mal 27,90 Euro f&#252;r einen durchschnittlichen   Besch&#228;ftigten in der Entgeltgruppe 7. Durch den Wegfall der   Einmalzahlung w&#252;rden sich daher die Entgelte 2009 um nur 1% erh&#246;hen&#8220;.   Metallnachrichten Nr. 12 vom 3.11.08 mit der &#220;berschrift &#8222;Angebot? Nein,   Skandal&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Der Tanz um das goldene Kalb des Profits kennt keine Gerechtigkeit.   Daf&#252;r m&#252;ssen wir selber sorgen: Durch massive Verweigerung unserer   Arbeitsleistung. Warnstreiks im ganzen Land, in allen Betrieben sind   angesagt. Sollte jemand glauben, die IG Metall sei nicht   mobilisierungsf&#228;hig, so wird er &#8211; da bin ich mir sicher &#8211; in den   kommenden Tagen vom Gegenteil &#252;berzeugt.&#8220; J&#246;rg Hofmann in   Metallnachrichten Nr. 12. vom 3.11.08<\/p>\n<p>  &#8222;Wenn es soweit kommt, werden wir eine andere Strategie als beim letzten   Streik 2002 fahren. Bestimmte Branchen werden eine gr&#246;&#223;ere Rolle   spielen: So ist etwa der Anlagenbau oft bis 2012\/13 ausgelastet, auch   dem Maschinenbau geht es gro&#223;teils ausgezeichnet. Wir w&#252;rden einzelne   Betriebe nicht nur einen Tag bestreiken, sondern durchaus l&#228;nger. Und   wir w&#252;rden neue Formen des Arbeitskampfs w&#228;hlen, um das filigrane   Netzwerk in der Autoindustrie zu st&#246;ren. Mehr verrate ich nicht.   Jedenfalls k&#246;nnen wir trotz der misslichen Umst&#228;nde mit Streiks   erheblichen Druck aus&#252;ben&#8230;&#8220; J&#246;rg Hofmann in Interview mit FR am 11.11. 08<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In den Betrieben regt sich Widerstand\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12912"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12912"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12912\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12912"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12912"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12912"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}