{"id":12911,"date":"2008-11-14T00:00:00","date_gmt":"2008-11-14T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12911"},"modified":"2008-11-14T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-14T00:00:00","slug":"12911","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12911\/","title":{"rendered":"Sch&#252;lerstreik in M&#252;nchen &#8211; 4.000 trotz &#8222;Streikverbot&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Auch in M&#252;nchen fand am 12. November 08 der bundesweite Schulstreik   &#8222;Bildungsblockaden einrei&#223;en&#8220; statt. Der Schulstreik war auf ganzer   Linie ein Erfolg. Es nahmen um die 4000 Sch&#252;lerInnen, StudentInnen,   Eltern und LehrerInnen teil.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Max H&#228;berlein und Jia-Chii Chen<\/i><\/h4>\n<p>  Die Erwartungen der Sch&#252;lerinitiative M&#252;nchen wurden weit &#252;bertroffen,   denn wir gingen von rund 1000 Teilnehmern aus, zumal das   Kultusministerium allen Direktoren mitteilen lie&#223;, dass die Teilnahme   von Sch&#252;lerInnen an der Demonstration verboten sei, und am Vortag an   fast allen M&#252;nchner Schulen mit Repressionen gedroht wurde. Das Ziel der   Streikaktion, n&#228;mlich erstens, eine breite &#246;ffentliche Diskussion   auszul&#246;sen und zweitens, den Sch&#252;lerInnen zu zeigen, dass es sich lohnt,   betreffs den Missst&#228;nden im Bildungssektor selbst aktiv zu werden,   wurden erreicht.<\/p>\n<p>  Die Demonstration in M&#252;nchen verlief friedlich. Nach einigen   anf&#228;nglichen Schwierigkeiten mit dem Lautsprecherwagen, startete die   Demonstration um ca. 9.30 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt skandierten etwa   1500 Sch&#252;lerInnen Slogans wie &#8222;Bildung f&#252;r alle &#8211; und zwar umsonst&#8220; oder   &#8222;Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Bildung klaut&#8220; und   sorgten damit f&#252;r eine gut Stimmung. Die Reden bei der darauffolgenden   Auftaktkundgebung &#8211; gehalten von Sch&#252;lern, Eltern und Lehrern &#8211; wurden   von den Sch&#252;lerInnen lautstark unterst&#252;tzt. Es wurden unter Anderem   folgende Forderungen aufgestellt:<\/p>\n<h4>  G8 abschaffen und den daraus folgenden Leistungsdruck abbauen<\/h4>\n<h4>  Kleinere Klassen (max. 20) und folglich die Einstellung von mind. 20000   neuen Lehrern in Bayern<\/h4>\n<p>  Abschaffung des 3-gliedrigen Schulsystems, stattdessen individuellere   F&#246;rderung der Sch&#252;lerInnen unter Ber&#252;cksichtigung individueller St&#228;rken   und Schw&#228;chen<\/p>\n<h4>  Stop der sozialen Selektion und Abh&#228;ngigkeit der Bildung vom Geldbeutel   der Eltern<\/h4>\n<h4>  Demokratisierung der Schulen &#8211; Mitspracherecht f&#252;r Sch&#252;lerInnen, Eltern   und LehrerInnen<\/h4>\n<h4>  Kostenlose Bildung f&#252;r alle &#8211; Abschaffung der Schul- und Studiengeb&#252;hren<\/h4>\n<h4>  Ersetzen des Frontalunterrichts durch modernere und effektivere   Unterrichtsformen<\/h4>\n<p>  Als der Demonstrationszug sich gegen 10.30 Uhr formierte, waren wir   bereits auf ca. 3000 Demonstranten angewachsen. Der bunte Zug bewegte   sich im Folgenden durch Nord-Schwabing, vorbei am Giselagymnasium. Dort   hatte der Schulleiter die Sch&#252;lerInnen eingesperrt, um zu verhindern,   dass diese sich der Demonstration anschlie&#223;en konnten. Weiter ging es   Richtung S&#252;den entlang der Arcisstra&#223;e. Vor der TU stoppte der   Demonstrationszug noch einmal und verk&#252;ndete lautstark seine   Forderungen. Im Folgenden passierten wir den K&#246;nigsplatz und erhielten   vor der BOS Sozialwesen, unter lautem Jubel der Demonstranten weitere   Verst&#228;rkung. Das darauf folgende Luisengymnasium war wiederum versperrt.   Nachdem einige Sch&#252;ler in das Gymnasium eindrangen, gab es kleinere   Tumulte, die darin gipfelten, dass nach Augenzeugenberichten ein Sch&#252;ler   vom Hausmeister in den Schwitzkasten genommen wurde, woraufhin der   Feueralarm ausgel&#246;st wurde. Auch verhinderten an dieser Stelle   Polizisten, dass Sch&#252;ler aus der Schule &#8222;entkommen&#8220; konnten. Kurz darauf   musste die Demonstration den Feuerwehreinsatzkr&#228;ften, welche kurz nach   dem Ausl&#246;sen des Feueralarms eintrafen, Platz machen. Bis zum   Wittelsbacherplatz, an dem weitere 100 Sch&#252;ler anscheinen gerade mit   Kultusminister Spaenle diskutiert hatten, gab es keine weiteren   Vorf&#228;lle. Auf der Abschlusskundgebung, bei der schon mehrere Sch&#252;ler den   Heimweg antraten, redeten unter anderem noch ein Student, ein Vertreter   der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und eine Sch&#252;lerin.   Herr Spaenle war sich hier leider zu Schade auf die Vorw&#252;rfe zu   reagieren.<\/p>\n<p>  Die Sch&#252;ler erlebten die Demonstration durchwegs positiv, manche waren   regelrecht begeistert. Die Zweifel, die es im Vorfeld bei einigen   Sch&#252;lern gab, wurden ausger&#228;umt. Wir sind also sehr zuversichtlich, dass   wir k&#252;nftig bei &#228;hnlichen Aktionen mit einem noch gr&#246;&#223;eren Zulauf   rechnen k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Auch in M&#252;nchen fand am 12. November 08 der bundesweite Schulstreik<br \/>\n      &#8222;Bildungsblockaden einrei&#223;en&#8220; statt. Der Schulstreik war auf ganzer<br \/>\n      Linie ein Erfolg. 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