{"id":12904,"date":"2008-11-14T01:20:00","date_gmt":"2008-11-14T01:20:00","guid":{"rendered":".\/?p=12904"},"modified":"2008-11-14T01:20:00","modified_gmt":"2008-11-14T01:20:00","slug":"12904","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12904\/","title":{"rendered":"100.000 Sch&#252;lerInnen bundesweit im Streik &#8211; ein voller Erfolg!"},"content":{"rendered":"<p>  Etwa 100.000 Sch&#252;lerInnen waren gestern bundesweit im Streik und zogen   durch die Stra&#223;en, um ihren Forderungen Geh&#246;r zu verschaffen. &#220;berall in   Deutschland berichtete auch die Presse &#252;ber die Forderungen: kleinere   Klassen von 20 Sch&#252;lerInnen, daf&#252;r 100.000 LehrerInnen mehr bundesweit,   kostenlose Bildung f&#252;r alle, Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems   und ein Ende der sozialen Auslese im Bildungssystem.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  In etwa 40 Orten wurde gestreikt, darunter auch viele kleinere Orte, in   denen fast die gesamte Sch&#252;lerschaft in den Ausstand trat. Besonders wo   sich unabh&#228;ngige Sch&#252;leraktionskomitees gegr&#252;ndet haben, war der Streik   erfolgreich. In Berlin waren von diesen Schulen die gr&#246;&#223;ten Gruppen   gekommen, mit selbst gemalten Transparenten und Handschildern. An vielen   Schulen waren schon seit einigen Wochen solche Aktionskomitees aktiv,   hatten mit Flyern und Transparenten in der Schule auf den Streik   aufmerksam gemacht. In Hamburg kamen 8000 zur Streikdemo &#8211; hier hatten   die letzten stadtweiten Treffen bis zu 60 TeilnehmerInnen und bei   Stra&#223;enaktionen beteiligten sich ebenfalls viele.<\/p>\n<p>  Die Anzahl der Streikenden ist besonders deshalb bemerkenswert, weil in   den meisten Orten und Schulen verschiedenste repressive Ma&#223;nahmen   angewandt wurden, um die Sch&#252;lerInnen vom Streiken abzuhalten. &#220;ber die   Presse wurde durch offizielle Stellen vieler Landesregierungen   verbreitet, ein Sch&#252;lerInnenstreik sei verboten und es m&#252;sse mit Tadeln   und Verweisen gerechnet werden. An einigen Schulen wurde von   einsch&#252;chternden Briefen an die Eltern berichtet. In Rostock und Kassel   wurde berichtet, dass Sch&#252;lerInnen in den Schulen eingeschlossen wurden.   In Rostock gelang es, mithilfe der Demo eine dieser Schulen zu   &#8222;befreien&#8220;. Die Gr&#246;&#223;e der Demo dort lag mit 5000 &#252;ber allen Erwartungen.   In M&#252;nchen hatte es einen Drohbrief des Kultusministeriums am Tag davor   gegeben. Zudem waren viele Klausuren auf den Streiktag gelegt worden.   Die Organisatoren hatten deshalb mit nur 1000 TeilnehmerInnen gerechnet.   Obwohl es zudem auch noch in Str&#246;men regnete, kamen 4000!<\/p>\n<p>  Vielerorts hatte sich die LehrerInnengewerkschaft GEW mit den   Streikenden solidarisch erkl&#228;rt. Leider gelang es in Berlin nicht, die   Demo der Sch&#252;lerlnnen wie vom Sch&#252;lerb&#252;ndnis mehrheitlich beschlossen,   mit der Demo der Streikenden im &#214;ffentlichen Dienst, unter ihnen auch   angestellte LehrerInnen, zusammenzubringen. Ein Zusammenf&#252;hren von   Protesten muss f&#252;r die Zukunft dringend angegangen werden. In Berlin   h&#228;tte ein Zusammengehen mit der Demonstration der LehrerInnen ein Gef&#252;hl   der St&#228;rke und Solidarit&#228;t vermittelt und w&#228;re auch in der   &#214;ffentlichkeit mit viel Sympathie aufgenommen worden. Leider hatten sich   besonders AktivistInnen der Antifa, die auch in kleiner Zahl auf der   Demonstration vertreten waren, massiv gegen ein Zusammengehen mit den   Gewerkschaften gewehrt. Es ist auch sehr schade, dass die an sich gut   gemeinte spontane Besetzungsaktion in einem Geb&#228;ude der Humboldt-Uni   durch das Verhalten einzelner chaotisch verlief. Die Aktionen einzelner   Demo-TeilnehmerInnen, die Ausstellung zur Reichsprogrom-Nacht zu   zerst&#246;ren, hat den Zielen der Demo geschadet. Viele Sch&#252;lerInnen   versuchten die Zerst&#246;rung zu verhindern oder waren zurecht w&#252;tend   dar&#252;ber. Leider wurde in der Berliner Presse dieser Zwischenfall   genutzt, um die gesamte Demonstration zu diskreditieren, anstatt &#252;ber   die Forderungen der Sch&#252;lerInnen zu berichten und auch gegen&#252;ber   anwesenden Studierenden und Uni-Besch&#228;ftigten wurde leider ein   schlechter Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p>  Insgesamt war der bundesweite Streik ein riesiger Fortschritt &#8211; noch nie   hat es einen gemeinsamen Streiktag von Sch&#252;lerInnen in 40 Orten   gleichzeitig gegeben! Auch die Tatsache, dass dies vor dem Hintergrund   der schwersten drohenden Wirtschaftskrise seit den 30iger Jahren   stattfand, ist von Bedeutung. Viele Parolen, richteten sich, dass die   Regierung innerhalb weniger Tage 500 Milliarden f&#252;r die maroden Banken   bereitgestellt hat, aber f&#252;r das marode Bildungssystem nichts   dergleichen unternommen wird. Viele Streikende haben deshalb auch die   Schlussfolgerung gezogen, dass dieses System im Interesse der Reichen   und Konzerne ist. RednerInnen der SAV wiesen daher auf die Notwendigkeit   hin, den Kampf f&#252;r bessere Bildung mit dem Kampf f&#252;r eine grundlegende   Ver&#228;nderung der Gesellschaft und f&#252;r Sozialismus zu verbinden.<\/p>\n<p>  Daf&#252;r ist es notwendig, sich auch jetzt politisch zu organisieren. Die   SAV l&#228;dt alle Interessierten dazu ein, sich uns in diesem Kampf   anzuschlie&#223;en und bietet in den verschiedenen Orten Veranstaltungen an.   Besonders die jetzt stattfindenden regionalen Sozialismustage sind eine   gute Gelegenheit, die Ideen und Arbeit der SAV kennenzulernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Etwa 100.000 Sch&#252;lerInnen waren gestern bundesweit im Streik und zogen<br \/>\n      durch die Stra&#223;en, um ihren Forderungen Geh&#246;r zu verschaffen. &#220;berall in<br \/>\n      Deutschland berichtete auch die Presse &#252;ber die Forderungen: kleinere<br \/>\n      Klassen von 20 Sch&#252;lerInnen, daf&#252;r 100.000 LehrerInnen mehr bundesweit,<br \/>\n      kostenlose Bildung f&#252;r alle, Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems<br \/>\n      und ein Ende der sozialen Auslese im Bildungssystem.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12904"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12904\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}