{"id":12899,"date":"2008-11-27T00:00:00","date_gmt":"2008-11-27T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12899"},"modified":"2008-11-27T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-27T00:00:00","slug":"12899","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12899\/","title":{"rendered":"Bolivien: Revolution und Konterrevolution"},"content":{"rendered":"<p>  Rechte Offensive radikalisiert die Massen und provoziert Landbesetzungen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Tony Saunois (CWI; Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale, dem   die SAV als Sektion in Deutschland angeh&#246;rt) und Roberto Antezana<\/i><\/h4>\n<h4>  (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Bolivien), 19.   September 2008<\/h4>\n<p>  Die Regierung der MAS (Bewegung zum Sozialismus) von Evo Morales fuhr   einen vernichtenden Sieg beim Referendum ein, das am 10. August 2008   stattfand. Er heimste einen erdrutschartigen Sieg von landesweit 67,41   Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 83,33 Prozent ein. Das Referendum   f&#252;hrte nicht &#8211; wie von der Rechten kolportiert &#8211; zu einem &#8222;Patt&#8220;. In den   ausschlaggebenden Regionen Cochabamba und Chuquisaca, die zwischen der   Rechten und der Linken als umstritten gelten, gewann Morales 70,90   Prozent bzw. 53,88 Prozent. Sogar in der von der Rechten kontrollierten   Region des sogenannten Media Luna (spanisch: Halbmond; umfasst die im   Osten Boliviens gelegenen Provinzen Beni, Pando, Santa Cruz und Tarija;   Anm. d. &#220;bers) erzielte Morales 52,50 Prozent in Pando, 49,83 Prozent in   Tarija und 40,75 Prozent in Santa Cruz. Damit lag die Zustimmung f&#252;r   Morales h&#246;her als die f&#252;r Hugo Ch&#225;vez und bei weitem &#252;ber der von   Salvador Allendes Koalition Unidad Popular, welche von 1970-73 in Chile   regierte.<\/p>\n<p>  Der &#252;berw&#228;ltigende Sieg, den Evo Morales verzeichnen konnte,   widerspiegelt die Forderung der bolivianischen Massen nach einer   radikalen Umw&#228;lzung der bolivianischen Gesellschaft und ihre Opposition   gegen den Neoliberalismus und die herrschende Klasse. Dieser Sieg   versetzte daher die herrschende Klasse in Panik, die bef&#252;rchtet, dass   der Druck auf Morales, radikalere Ma&#223;nahmen zu ergreifen, zunehmen wird.<\/p>\n<p>  Nach dem Sieg gingen die rechten, reaktion&#228;ren Kr&#228;fte in den &#246;stlich   gelegenen Provinzen des Media Luna in die Offensive. Der Kampf zwischen   Revolution und Konterrevolution spitzte sich dramatisch zu. Um die   zunehmende Bedrohung der Konterrevolution zur&#252;ckzuschlagen, besteht die   Notwendigkeit f&#252;r klare, revolution&#228;r-sozialistische Ma&#223;nahmen mehr denn   je. Diese Offensive seitens der Rechten radikalisierte wichtige Teile   der Arbeiterklasse und der Bauernschaft und f&#252;hrte zu Landbesetzungen.<\/p>\n<p>  Nach einer Woche heftiger K&#228;mpfe finden zur Zeit Verhandlungen zwischen   Vertretern der &#246;stlich gelegenen Provinzen und der Zentralregierung   statt. W&#228;hrend diese Verhandlungen den Anschein haben, zu einer   zwischenzeitlichen Beruhigung der Situation beizutragen, werden sie den   tiefer liegenden Grund f&#252;r die Krise nicht beheben k&#246;nnen. Es ist nur   eine Frage der Zeit, dass es zu weiteren Zusammenst&#246;&#223;en kommt. Der Druck   von Seiten der Massen ist so enorm, dass die Regierung sich gezwungen   sah, den Gouverneur von Pando, Leopoldo Fernandez, w&#228;hrend der   Verhandlungen zu verhaften. Ihm wird angelastet, Schl&#228;gertrupps   angeheuert zu haben, um 16 B&#228;uerInnen, auf ihrem Weg zu einer Kundgebung   f&#252;r die Regierung, umzubringen. Leider versagten die MAS-F&#252;hrung und Evo   Morales darin, den Sieg beim Referendum als Sprungbrett zu nutzen, um   die Revolution voran zu bringen und den Kapitalismus zu &#252;berwinden, was   es den Kr&#228;ften der Reaktion erlaubte, die Initiative zu ergreifen.<\/p>\n<h4>  &#8220;B&#252;rgerlicher Putsch&#8221; in Santa Cruz<\/h4>\n<p>  Am 8. September ist in Santa Cruz ein &#8222;b&#252;rgerlicher Putsch&#8220; organisiert   worden. Geb&#228;ude der Zentralregierung einschlie&#223;lich des B&#252;ros der   Impuestos Internas (Steuerbeh&#246;rde), des Instituto Nacional de Reforma   Agraria (landwirtschaftliche Reformen) und des   Telekommunikationsunternehmens ENTEL wurden &#252;bernommen und gepl&#252;ndert.   Um die Verbindung in die Stadt zu unterbrechen, wurden der   Regionalflughafen besetzt und Stra&#223;enblockaden aufgestellt. Man gelangte   nur durch, von rechten Gruppen kontrollierte, Checkpoints zum Flughafen.   Rechte Schl&#228;gertrupps der halb-faschistischen Jugendorganisation Uni&#243;n   Juvenil Crucenista (UJC) drangen in das &#228;rmste Elendsviertel &#8222;Plan   3.000&#8220; ein, wo Morales enorme Unterst&#252;tzung genie&#223;t. Sie hatten   Milit&#228;rkleidung an und terrorisierten Kinder und Jugendliche. Auch   drohten sie damit, die Ventile abzudrehen und die Gaslieferungen aus   Brasilien zu unterbrechen.<\/p>\n<p>  Dieser reaktion&#228;re &#8222;b&#252;rgerliche Putsch&#8220; fand im Anschluss an ein blutige   Massaker an den B&#228;uerInnen in Pando statt. An diesem Gemetzel waren   eindeutig die &#246;rtliche Landbesitzer und der Provinzgouverneur beteiligt.   Der Blutzoll bel&#228;uft sich bisher auf 30 Tote &#8211; alle Opfer sind   B&#228;uerInnen und Unterst&#252;tzerInnen von Morales.<\/p>\n<p>  Morales entsandt die Armee in die Region von Santa Cruz und das Land   stand am Rande eines B&#252;rgerkrieges. Morales wies den US-Botschafter   wegen seiner aktiven Unterst&#252;tzung f&#252;r die rechten Organisationen in der   Media Luna des Landes aus. Dem folgte die Ausweisung des US-Botschafters   aus Venezuela durch Hugo Ch&#225;vez in Solidarit&#228;t mit Morales. Die   Regierung in Honduras lehnte es daraufhin ab, das Empfehlungsschreiben   des dortigen US-Botschafters zu akzeptieren. Die USA reagierten mit der   Ausweisung der Botschafter Boliviens und Venezuelas aus Washington.<\/p>\n<p>  Diese Krise in Bolivien hatte regionale R&#252;ckwirkungen und Konsequenzen.   Den herrschenden Klassen Lateinamerikas graut davor, dass der Ausbruch   eines B&#252;rgerkrieges in Bolivien auf den gesamten Kontinent &#252;berschwappen   wird.<\/p>\n<p>  Dar&#252;ber hinaus w&#252;rde ein m&#246;glicher Zerfall Boliviens mit den &#246;stlichen   Provinzen des Media Luna, die nach Unabh&#228;ngigkeit streben und die Gas-   und Energiereserven &#252;bern&#228;hmen, eine Serie von Grenzstreitigkeiten   ausl&#246;sen, welche Chile, Brasilien und Argentinien mit einschl&#246;ssen. Aus   furcht vor diesen Konsequenzen erkl&#228;rten die Regierungen von Brasilien,   Chile, Argentinien und anderen Staaten ihre Unterst&#252;tzung f&#252;r Morales,   und sie &#228;u&#223;erten sich gegen die Rechte in der Media Luna. Sie hoffen,   &#252;ber diese Einflussnahme weiteren Druck auf Morales aufbauen zu k&#246;nnen,   damit er die Massenbewegung in Schach h&#228;lt, und weitere revolution&#228;re   Entwicklungen zu brechen. Dieser internationale Druck und das pl&#246;tzlich   einsetzende Gegengewicht der Klassen-Kr&#228;fte in Bolivien ist vermutlich   der Grund daf&#252;r, weshalb die Rechten Verhandlungen mit der Regierung   zugestimmt haben &#8211; bis jetzt!<\/p>\n<p>  Der US-Imperialismus hat die reaktion&#228;ren Kr&#228;fte der Media Luna ganz   eindeutig unterst&#252;tzt. Bezeichnenderweise hat das Bush-Regime den   j&#252;ngsten &#8222;b&#252;rgerlichen Putsch&#8220; nicht verurteilt oder kritisiert. Binnen   weniger Stunden nach der R&#252;ckkehr von Branco Marinkovic, dem Pr&#228;sidenten   des reaktion&#228;ren, Santa Cruz unterst&#252;tzenden Comit&#233; Civico, aus Miami   brach die Krise in Santa Cruz aus. Er traf dort den ehemaligen   bolivianischen Minister S&#225;nchez Berza&#237;n. Berza&#237;n war als Hardliner der   unterlegenen rechten Regierung Gonzalo Lozadas bekannt, die 2003 von   einem Massen-Aufstand zu Fall gebracht wurde. Berza&#237;n residiert heute im   Exil in Miami und wird in Bolivien aufgrund seiner Rolle bei der   Niederschlagung der Massenproteste vom 17. August 2003 wegen &#8222;Genozids&#8220;   gesucht. Bei den Zusammenst&#246;&#223;en sind 67 Protestierende get&#246;tet und mehr   als 300 verletzt worden.<\/p>\n<h4>  Geplante Konterrevolution<\/h4>\n<p>  Die j&#252;ngste konterrevolution&#228;re Offensive war offensichtlich geplant und   vorbereitet, nachdem Evo Morales seinen erdrutschartigen Sieg beim   Referendum erzielt hatte. Nach diesem Abstimmungs-Durchmarsch k&#252;ndigte   Morales Pl&#228;ne f&#252;r ein weiteres Referendum &#252;ber eine neue Verfassung im   Dezember 2008 an. Die Reformen, die dieser Verfassungsentwurf   beinhaltet, w&#252;rden die Einflussm&#246;glichkeiten der indigenen Bev&#246;lkerung,   die die &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit der Bev&#246;lkerung ausmachen, ausweiten und   dar&#252;ber hinaus wichtige Reformen hinsichtlich eines Mindestlohnes, der   Renten und des Gesundheitssystems beinhalten. Entscheidend dabei ist,   dass dar&#252;ber hinaus auch der Landbesitz (auf 5.000 oder 10.000 Hektar)   begrenzt w&#252;rde, der von den gro&#223;en Latifundistas gehalten wird. Heute   besitzen die gro&#223;en Landbesitzer hunderte oder gar tausende von Hektar   Land. Ein umfangreiches Programm zur Landreform, das unweigerlich zu   erbitterten K&#228;mpfen f&#252;hren w&#252;rde, w&#228;re n&#246;tig, um diese Klausel auch in   der neuen Verfassung einm&#252;nden zu lassen. Dies war zweifellos eines der   Vorhaben, das auf der Rechten am meisten zu Angst und Entr&#252;stung gef&#252;hrt   hat.<\/p>\n<p>  Unmittelbar nach dem Referendum begann die Rechte in Santa Cruz damit,   in die Offensive zu gehen. Nach seiner Best&#228;tigung im Amt des Pr&#228;fekten   beschuldigte Ruben Costas Morales ein &#8222;Diktator&#8220; zu sein und nannte   Morales in eindeutig rassistisch-beleidigender Weise einen &#8222;Affen&#8220;.   Costas urteilte die regierende Partei MAS als &#8222;Staatsterroristen&#8220; ab.   Wie eine Voraussage der innerhalb weniger Wochen losbrechenden   Ereignisse k&#252;ndigte Costas auch Pl&#228;ne zur Wahl einer neuen Autonomen   Gesetzgebenden Versammlung und zum Aufbau einer parallel existierenden   Polizeieinheit sowie einer Provinzial-Steuerbeh&#246;rde an. Am 15. August   f&#252;hrte Costas eine Demonstration an, die damit endete, dass seine   Sympathisanten den &#246;rtlichen Polizeichef und dessen Stellvertreter   zusammenschlugen. Die halb-faschistische UJC marschierte zum Treffen der   Lokalregierung ebenfalls auf. Berichten zufolge hatten sie vor, das   einzige Ratsmitglied, das Mitglied der MAS ist, zu lynchen.<\/p>\n<p>  Diese Offensive der Rechten beschr&#228;nkt sich bisher auf die Provinzen der   Media Luna. Zur Zeit sind diese Entwicklungen ein Omen f&#252;r die   Bedrohung, die seitens der Konterrevolution besteht. Das k&#246;nnte sich zu   einem Putschversuch durch die abtr&#252;nnigen Teile der bewaffneten Kr&#228;fte   im Zusammenhang mit den von der Rechten gef&#252;hrten Provinzen der Media   Luna entwickeln.<\/p>\n<p>  Die von der Rechten in Santa Cruz ergriffene Initiative wurde von der   rechten Opposition im Nationalkongress, PODEMOS, unterst&#252;tzt. Ihr F&#252;hrer   Jorge Quiroga erkl&#228;rte &#246;ffentlich, dass es sich bei den Vorf&#228;llen in   Santa Cruz um einen &#8222;demokratischen Putsch, einem Aufruf zum B&#252;rgerkrieg   handele. Morales handelt nun wie ein Diktator und nicht wie ein der   Verfassung verantwortlicher Pr&#228;sident.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Alarmglocken m&#252;ssten nach der Erkl&#228;rung des Armeeoberst a.D.,   Joaqu&#237;n Rejas Ledesma, l&#228;uten, der folgenden offenen Aufruf machte:   &#8222;Meine Kameraden bei den bewaffneten Einheiten, die Rolle und   Verantwortung der bewaffneten Kr&#228;fte ist es, die politische Verfassung   des Staates in Respekt vor dem privaten Eigentum zu gew&#228;hrleisten [&#8230;]   mittels scharfer Opposition gegen&#252;ber den anarchistischen K&#228;mpfen der   sozialen Klassen, die versucht, die verfassungsm&#228;&#223;ige Ordnung zu   destabilisieren [&#8230;].f&#252;r uns kann kein Zweifel daran bestehen, dass es   der Wille dieser Regierung ist, das demokratische soziale System und die   Rechte des Privateigentums zu zerst&#246;ren [&#8230;].&#8220; (La Opini&#243;n, 30. August,   2008)<\/p>\n<p>  Die Konterrevolution k&#246;nnte auch dergestalt weitergehen, dass die   Provinzen der Media Luna sich tats&#228;chlich von Bolivien abspalten und   dabei die Gas- und Energiereserven sowie das &#252;ppige Grundeigentum im   Besitz der Latifundistas mitnehmen. Die Rechte in der Media Luna hat die   Forderung nach gr&#246;&#223;erer &#8222;Autonomie&#8220; einschlie&#223;lich eines h&#246;heren Anteils   an den Einnahmen aus den Gas- und Energiereserven benutzt, um ihrem   konterrevolution&#228;ren Programm eine Form zu geben.<\/p>\n<h4>  MarxistInnen und das Recht auf Selbstbestimmung<\/h4>\n<p>  MarxistInnen verteidigen das Recht auf Selbstbestimmung bishin zum Recht   auf Abspaltung von einem Land, wenn dabei die Unterst&#252;tzung der Mehrheit   der Menschen eingeschlossen ist. Dieses demokratische Recht macht einen   Teil des revolution&#228;ren Programms der Arbeiterklasse aus. Dennoch gen&#252;gt   MarxistInnen oder der Arbeiterklasse nicht das blo&#223; allgemeine Ansinnen,   das Recht auf Selbstbestimmung zu verteidigen. Es ist n&#246;tig, auch die   konkrete Situation mit in Betracht zu ziehen, die abh&#228;ngig ist von jeder   einzelnen Sachlage. Unterst&#252;tzung des Rechtes auf Selbstbestimmung hei&#223;t   nicht, dass diese demokratische Forderung &#252;ber den allgemeineren   Interessen der Arbeiterklasse und dem Kampf f&#252;r Sozialismus steht. F&#252;r   die Rechte und Interessen der Arbeiterklasse als ganzes ist dies von   nachrangiger Bedeutung. Es gibt wichtige Beispiele von historischen   K&#228;mpfen der internationalen Arbeiterklasse, die MarxistInnen Lehren im   Umgang mit diesem Thema sind.<\/p>\n<p>  Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saarland (eine Region in Deutschland   an der Westgrenze zu Frankreich) unter franz&#246;sische Herrschaft gestellt.   1935 hatte eine Volksbefragung &#252;ber die R&#252;ckkehr ins Deutsche Reich   stattgefunden. Obwohl es eine klare nationale Positionierung gab, sprach   sich Trotzki (zu diesem Zeitpunkt) gegen die R&#252;ckkehr des Saarlandes ins   Deutsche Reich aus, da dies die Menschen im Saarland unter die eiserne   Knute des Faschismus stellen und Hitlers Naziregime st&#228;rken w&#252;rde. Die   nationalen Aspirationen wurden den allgemeinen Interessen der   Arbeiterklasse mit anderen Worten untergeordnet.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend des russischen B&#252;rgerkrieges nach der Oktoberrevolution von 1917   schwenkten die konterrevolution&#228;ren Kr&#228;fte in der Ukraine in den &#8222;Wei&#223;en   Truppen&#8220; das Banner der &#8222;Ukrainischen Unabh&#228;ngigkeit&#8220;. Sie benutzten   diese Forderung auf konterrevolution&#228;re Art und Weise im Sinne ihres   Kampfes gegen die sozialistische Revolution. Von den politisch   bewusstesten ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen, die das Eingreifen der Roten   Armee von Russland aus zur Unterst&#252;tzung der Arbeiter- und   Bauernrevolution in der Ukraine begr&#252;&#223;ten, wurde dies zur&#252;ckgewiesen.   Nach dem Sieg der Revolution unterst&#252;tzten Lenin und Trotzki &#8211; vor   Auftreten des stalinistischen Regimes &#8211; die demokratischen und   nationalen Rechte der Menschen in der Ukraine als Teil einer   Sozialistischen F&#246;deration.<\/p>\n<p>  In der konkreten Situation, die in Santa Cruz und der Media Luna   besteht, bringt die herrschende Elite die Forderung nach &#8222;Autonomie&#8220;   vor, um ihre eigenen Privilegien und ihre Hoheit &#252;ber die Gesellschaft   zu verteidigen. In diesen Provinzen versucht die Elite mit &#8222;eiserner   Hand&#8220; zu regieren und die indigene Bev&#246;lkerung zu unterdr&#252;cken. Sie   begr&#252;nden eine bolivianische &#8222;soziale Apartheid&#8220;. Im Zentrum von Santa   Cruz h&#228;ngen Schilder in Bars und Restaurants, die es den Indigenas   verbieten einzutreten! Die Verteidigung der &#8222;Autonomie&#8220; durch die   reaktion&#228;re Rechte in der Media Luna hat mit den demokratischen   Aspirationen der unterdr&#252;ckten Menschen nicht zu tun, die von der   Arbeiterklasse verteidigt werden. Die herrschende Elite will   &#8222;Autonomie&#8220;, um mit ihrer Ausbeutung fortfahren sowie weiterhin &#252;ber die   indigene Bev&#246;lkerung bestimmen zu k&#246;nnen und die Kontrolle &#252;ber die Gas-   und Energiereserven zu behalten.<\/p>\n<p>  Bei einer Schicht der Unterdr&#252;ckten in Santa Cruz hat die herrschende   Elite es geschafft, f&#252;r Verwirrung und Konfusion &#252;ber diesen Aspekt zu   sorgen, und sie war in der Lage, einige Schichten als Unterst&#252;tzer f&#252;r   sich zu gewinnen. Das liegt in erster Linie an der Schw&#228;che des   Programmes der MAS und der Zentralregierung bez&#252;glich dieses Themas und   dass es den Menschen keine Alternative anbietet &#8211; weder hinsichtlich des   nationalen demokratischen Verlangens noch des wirtschaftlichen Anliegens   der Menschen. Das Versagen der Regierung, mit dem Kapitalismus und dem   Gro&#223;grundbesitz zu brechen best&#228;rkte dies, weil die MAS-Regierung darin   verhaftet war sich zu fragen, was innerhalb des kapitalistischen Systems   &#8222;m&#246;glich&#8220; ist. Das wurde vom rechten Regime in Santa Cruz ausgenutzt.   Sie versprachen zum Beispiel, den Mindestlohn nahezu zu verdoppeln, wenn   die &#8222;Provinz-Autonomie&#8220; gesichert w&#228;re.<\/p>\n<p>  Zur gleichen Zeit zeigte sich die wahre Haltung der herrschenden Elite   im Zuge des &#8222;b&#252;rgerlichen Putsches&#8220; als diese die Aussperrung etlicher   ArbeiterInnen durch die Konzernchefs verh&#228;ngte. Das Massaker an den   B&#228;uerInnen in Pando ist eine Warnung daf&#252;r, was &#8222;Autonomie&#8220; in der   Realit&#228;t in der Media Luna bedeuten w&#252;rde. Die Tatsache, dass mehr als   40 Prozent beim Referendum in Santa Cruz f&#252;r Morales gestimmt haben,   veranschaulicht, dass weite Teile der indigenen Bev&#246;lkerung und der   Armen dies verstehen. Mit einem bestimmenderen und klareren Aufruf an   die Massen in Santa Cruz k&#246;nnte die Basis der Rechten weiter ausgeholt   werden.<\/p>\n<p>  Zu diesem Zeitpunkt fordern die indigenen Bev&#246;lkerungsteile in Bolivien   nicht die Abspaltung, sondern Recht auf Kultur, Sprache und Besitz.   MarxistInnen verteidigen die Rechte der Guaranies, Weenhayek, Tapiet&#233;,   Ayoreode und Chaquenos zur Verteidigung ihrer Kultur, Sprache und   weiterer indigener Rechte, die Gew&#228;hrung autonomer Rechte f&#252;r diese   Communities eingeschlossen, so dies gew&#252;nscht wird. Bisher bietet die   herrschende Elite diesen Menschen ein solches Programm nicht an.   Stattdessen will die herrschende Klasse &#8222;Autonomie&#8220; f&#252;r Santa Cruz und   den Media Luna, allerdings mit einer Elite, die freie Hand zur   Herrschaft und Ausbeutung dieser und anderer Menschen und &#8211; nat&#252;rlich &#8211;   auch die volle Kontrolle &#252;ber die Gas- und weitere Energiereserven,   welche sich in dieser Region konzentrieren, hat. Ausgesprochen   demokratische und kulturelle Rechte der indigenen Bev&#246;lkerung in diesen   Gebieten k&#246;nnen nur von einer Arbeiter- und Bauernregierung in Bolivien   und nach der &#220;berwindung des Gro&#223;grundbesitzes und des Kapitalismus   sichergestellt werden.<\/p>\n<h4>  Verhandlungen und zuk&#252;nftige K&#228;mpfe<\/h4>\n<p>  Die momentan stattfindenden Verhandlungen zwischen den rechten F&#252;hrern   der Media Luna und der Regierung m&#246;gen zu einer zeitweiligen   Pattsituation f&#252;hren, doch diese wird nicht lange anhalten. Neue   Konflikte und Zusammenst&#246;&#223;e sind unausweichlich, da der allem zugrunde   liegende Konflikt der Interessen zwischen der Masse der Bev&#246;lkerung und   der reaktion&#228;ren, privilegierten Elite ungel&#246;st bleibt.<\/p>\n<p>  Die &#252;berw&#228;ltigende Unterst&#252;tzung f&#252;r Morales beim Referendum spiegelt   das Verlangen nach einer radikalen Umw&#228;lzung der bolivianischen   Gesellschaft wider. Um diesen Aspirationen nachzukommen und auch um die   Bedrohung durch die Reaktion entscheidend zur&#252;ckzuweisen, ist es   dringend von N&#246;ten, dass der Kampf durch eine sozialistische Umw&#228;lzung   Boliviens vorangebracht wird.<\/p>\n<p>  Evo Morales genie&#223;t breite Unterst&#252;tzung und es bestehen hohe   Erwartungen daran, was seine Regierung im Stande ist zu tun, um Armut   und Elend zu beenden, welche das Leben der Masse der Bev&#246;lkerung in   Lateinamerikas &#228;rmstem Land vernichtet. Sozialprogramme wie die   finanzielle Unterst&#252;tzung f&#252;r alle Sch&#252;lerInnen durch das Juancito   Pinto-Projekt und die Renta Dignidad, mit der sichergestellt werden   soll, dass jedem Kind, jedem &#228;lteren und jedem armen Menschen ein   Minimum an Lebensqualit&#228;t zuteil wird, sind &#228;u&#223;erst beliebt. Sie haben   weitergehende Erwartungen unter den Massen geweckt. Die teilweise   Verstaatlichung von PETROBRAS und anderer multinationaler &#214;llobbyisten   erhielt breite Unterst&#252;tzung unter den Massen, die jetzt fordern, dass   zu radikaleren Ma&#223;nahmen gegriffen wird.<\/p>\n<p>  Diese beliebten, wenn auch beschr&#228;nkten, Reformen haben die erb&#228;rmliche   Armut dennoch nicht beendet, von der die Masse der Bev&#246;lkerung weiterhin   betroffen ist. Sie haben allerdings zu erbittertem Hass gegen&#252;ber der   herrschenden Elite gef&#252;hrt &#8211; insbesondere die Vorschl&#228;ge Morales&#180; zu den   Ressourcen der Kohlenwasserstoffreserven, welche sich in den Provinzen   der Media Luna konzentrieren. Die Emp&#246;rung der herrschenden Elite &#252;ber   diese Reformen erreichte ein neues Ausma&#223; als die Vorschl&#228;ge zur   Begrenzung des Grundbesitzes auf 5.000 oder 10.000 Hektar angek&#252;ndigt   wurden.<\/p>\n<p>  Alle diese Minimalforderungen der Massen sind auf die Interessen der   herrschenden Klasse geprallt; vor allem jene Teile davon, die die Media   Luna kontrollieren. Der Zusammenprall der sozialen und der   Klasseninteressen sind &#8211; wie die j&#252;ngsten Ereignisse gezeigt haben &#8211;   unvermeidbar. Das Fortbestehen des Kapitalismus und des   Gro&#223;grundbesitzes wird es nicht erlauben, dass die Reformen, die   umgesetzt wurden, Bestand haben und sie werden unter fortw&#228;hrendem   Beschuss stehen. Die Armut und die mangelnde Entwicklung der   bolivianischen Wirtschaft k&#246;nnen bei weiterem Bestehen von Kapitalismus   und Gro&#223;grundbesitz nicht angegangen werden; vor dem Hintergrund der   ernsten Rezession der Weltwirtschaft, die sich gerade abzeichnet, ist   dies noch viel weniger m&#246;glich. Die Korruption der herrschenden Klasse,   deren Dominanz durch den Imperialismus und die Weltwirtschaft bedeuten,   dass nicht m&#246;glich sein wird, den Kapitalismus weiterzuentwickeln. Um   die Programme der Sozialreformen, die Entwicklung der bolivianischen   Gesellschaft und eine Verbesserung der Lebensstandards sowie   Lebensqualit&#228;t der Massen sicherzustellen, ist ein endg&#252;ltiger Bruch mit   dem Kapitalismus und dem Gro&#223;grundbesitz von N&#246;ten. Die Bedrohung   seitens der Reaktion bedeutet, dass dies jetzt eine dringende und   notwendige Aufgabe f&#252;r die Arbeiterklasse, die armen B&#228;uerInnen und die   anderen, vom Kapitalismus Ausgebeuteten, ist.<\/p>\n<h4>  &#8220;Humaner Kapitalismus&#8221; oder wirklich sozialistisches Programm<\/h4>\n<p>  Leider ist dies nicht das Programm von Evo Morales oder der MAS. Sie   versuchen vor der sozialistischen Revolution eine &#8222;humanere&#8220; Form des   Kapitalismus aufzubauen. Das, was der Vizepr&#228;sident Alvaro Garc&#237;a Linera   den &#8222;Anden-Kapitalismus&#8220; nennt &#8211; es kann eine &#8222;notwendige Etappe&#8220; vor   der sozialistischen Revolution eingef&#252;hrt werden. Noch immer sind   zentrale Aspekte in Bolivien die Entwicklung der Industrie, ein   radikales Programm f&#252;r landwirtschaftliche Reformen, die Erlangung   demokratischer und nationaler Rechte und eine Unabh&#228;ngigkeit vom   Imperialismus.<\/p>\n<p>  Die Regierung versucht, eine Reihe schrittweiser Ver&#228;nderungen und   Reformen, die die meisten dieser Aspekte ber&#252;hren. Diese Ma&#223;nahmen   lassen die wirtschaftliche Macht jedoch weiterhin konzentriert in den   H&#228;nden der herrschenden Klasse. Diese Reformen sind frontal auf die   Interessen der herrschenden Elite geprallt, die verbittert gegen sie   k&#228;mpft, weil sie sp&#252;ren, dass ihre Interessen bedroht sind.<\/p>\n<p>  Das von der Regierung durchgef&#252;hrte beschr&#228;nkte Programm zur Landreform   zeigt die bestehenden Widerspr&#252;che auf. Seit Morales an die Macht   gekommen ist, wurden den Gro&#223;grundbesitzern 500.000 Hektar Land   weggenommen und den armen B&#228;uerInnen bzw. Bauernkooperativen &#252;bereignet.   Der Gro&#223;teil davon ist ungenutztes Brachland minderer Qualit&#228;t. F&#252;nf   Millionen Hektar Land ist im Besitz von zwei Millionen armen B&#228;uerInnen.   Immer noch besitzen 100 Familien atemberaubende 25 Millionen Hektar!   Diese 100 Familien werden die vorgeschlagenen Reformen in der neuen   Verfassung zur Begrenzung des Landbesitzes auf 5.000 bis 10.000 Hektar   niemals hinnehmen.<\/p>\n<p>  Indem die MAS sich selbst innerhalb der Grenzen des Kapitalismus   verhaftet, ist sie bereits in Konflikt mit den Forderungen der   Massenbewegung geraten. Forderungen der Gewerkschaften nach einer   garantierten staatlich finanzierten Rente und einem Rentenalter von 55   Jahren (die Lebenserwartung in Bolivien liegt bei 62 Jahren) sind von   der Regierung als &#8222;nicht durchf&#252;hrbar&#8220; kritisiert worden. Im Zuge des   Referendums, als einige ArbeiterInnen zu Streiks und Massenprotesten   aufriefen, um diese Reformen einzufordern, wurden sie von der Regierung   als &#8222;Agenten der Rechten&#8220; angegriffen.<\/p>\n<p>  Ungl&#252;cklicherweise &#252;bernehmen Evo Morales und die MAS eine Politik, die   vorhat, Appelle an die herrschende Elite herauszugeben und einen   &#8222;Kompromiss&#8220; zu erreichen anstelle einer Politik und einem Programm zur   &#220;berwindung der Eliten. Sie wiederholen dieselben Fehler Salvador   Allendes in Chile in den fr&#252;hen 1970er Jahren. In seinem Eingreifen in   die Interessen des Kapitalismus war Allende wesentlich weiter gegangen   als Morales es bisher getan hat. Obwohl eine Reihe von nationalen und   multinationalen Konzernen in Chile verstaatlicht wurden, wurde der   Kapitalismus in Chile nicht beseitigt. Allende versuchte Vereinbarungen   mit der herrschenden Elite und dem Milit&#228;r sicherzustellen. Er bezog   sogar Augusto Pinochet in seine Regierung mit ein &#8211; denselben Pinochet,   der danach die Milit&#228;rputsch am 11. September 1973 anf&#252;hrte. Diese   Politik gab den Kapitalisten und dem Milit&#228;r nur Zeit, um den Boden f&#252;r   den Umsturz Allendes zu bereiten und um die Arbeiterklasse unter der   eisernen Knute der Milit&#228;rdiktatur zu zerquetschen.<\/p>\n<p>  In Szenen, die auf tragische Art und Weise an Santiago 1973 erinnerten   (als 500.000 ArbeiterInnen zu Allende marschierten, um Waffen f&#252;r den   Kampf gegen die Putschisten zu verlangen), marschierten Hunderttausende   nach Morales&#180; Sieg im Referendum durch La Paz. Sie skandierten: &#8222;Evo &#8211;   mano duro, mano duro&#8220; (w&#246;rtlich: &#8222;Evo &#8211; harte Hand, harte Hand&#8220;). Evo   Morales antwortete ihnen und erkl&#228;rte: &#8222;Ich m&#246;chte die Gelegenheit   nutzen, um euch zu begr&#252;&#223;en und den gew&#228;hlten Pr&#228;fekten (in der Media   Luna) meinen Respekt zollen. Wir respektieren die Rechtm&#228;&#223;igkeit, die   sie haben und ich rufe sie auf, in einigender Art und Weise zu arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>  Der Respekt, den sie umgekehrt Morales und den Massen der ArbeiterInnen   und B&#228;uerInnen nur einige Wochen sp&#228;ter zollten, zeigte sich im Massaker   an den B&#228;uerInnen in Pando und im &#8222;b&#252;rgerlichen Putsch&#8220; in Santa Cruz.<\/p>\n<p>  Statt diese reaktion&#228;re Bewegung zu konfrontieren, indem man alle   n&#246;tigen Schritte unternimmt, um die Revolution mittels   Massenmobilisierung voranzutreiben, k&#252;ndigte die Regierung an, dass sie   die Reaktion mit &#8222;allen notwendigen legalen Mitteln&#8220; herausfordern wolle.<\/p>\n<p>  Es ist nichts falsches daran, jede legale oder parlamentarische   M&#246;glichkeit f&#252;r sich auszunutzen, die vorhanden ist. Dennoch muss dies   von den notwendigen Schritten zur Mobilisierung und Organisierung der   Masse der Bev&#246;lkerung gegen die Bedrohung durch die Reaktion begleitet   werden. Wer in einer solch konfrontativen Situation blo&#223; auf das   parlamentarische und juristische Prozedere vertraut, liefert das Rezept   f&#252;r eine Wiederholung der chilenischen Trag&#246;die von 1973.<\/p>\n<h4>  Ein Kampfprogramm<\/h4>\n<p>  Das Einberufen von Massendemonstrationen in ganz Bolivien gegen den   Putsch in Santa Cruz h&#228;tte sicher geholfen, um sich zu wappnen und das   Selbstvertrauen der ArbeiterInnen, armen B&#228;uerInnen und der sozialen   Bewegungen zu steigern. Besonders in Santa Cruz h&#228;tte dies die Moral der   Massen gest&#228;rkt, um die Rechte von Angesicht zu Angesicht zu   konfrontieren. Massenmobilisierungen h&#228;tten die Ausgangsbasis f&#252;r einen   Aufruf an die Massen sein k&#246;nnen, um s&#228;mtliche soziale Bewegungen und   die Arbeiter- und Bauernorganisationen in Verteidigungs- und   Kampfkomitees in allen Orten miteinander zu verkn&#252;pfen. Solche   Kampfkomitees sollten auf der Basis gew&#228;hlter und von ihrer W&#228;hlerschaft   jederzeit wieder abw&#228;hlbarer Delegierter bestimmt werden. Ebenso k&#246;nnten   Ortkomitees VertreterInnen f&#252;r Stadt-, Provinz-, Regional- und   Landesorgane w&#228;hlen, um den Kampf zu koordinieren.<\/p>\n<p>  In Santa Cruz und auf Landesebene sind demokratische   Verteidigungsmilizen zum Schutz der Communities gegen Angriffe rechter   paramilit&#228;rische Truppen &#8211; wie etwa der UJC &#8211; jetzt ein dringender   Schritt f&#252;r die Bewegung.<\/p>\n<p>  F&#252;r die Bewegung ist es gleichfalls ebenso dringend n&#246;tig, die untere   Ebene des Milit&#228;rs zu erreichen, die sich zum weitaus gr&#246;&#223;ten Teil aus   der Arbeiterklasse und den auf dem Land lebenden Armen rekrutiert und   die mit den sozialen K&#228;mpfen der Bev&#246;lkerung sympathisiert. Die Wahl von   Soldaten-Komitees und das Herausdr&#228;ngen von potenziellen Putschisten und   Unterst&#252;tzern der Rechten ist essential, um einen Sieg der   Konterrevolution zu verhindern.<\/p>\n<p>  Diese Aufgaben m&#252;ssen auch mit der Notwendigkeit der Gr&#252;ndung einer   Arbeiter- und Bauern-Regierung mit einem revolution&#228;r-sozialistischen   Programm verbunden werden, das die Beschlagnahmung von Land beinhaltet,   welches von den einhundert reichsten Familien besessen wird und dessen   Neuverteilung an arme B&#228;uerInnen und Bauernkooperativen; die   Verstaatlichung der multinationalen Banken und Konzerne und der gro&#223;en   Unternehmen, die die Wirtschaft dominieren. Diese Schritte, zusammen mit   der Einf&#252;hrung eines demokratischen Systems aus Arbeiterkontrolle und   Arbeitermanagement &#252;ber die Wirtschaft, sind der Weg, um   sicherzustellen, dass die Reaktion entscheidend zur&#252;ckgeschlagen wird   und der Weg frei ist zur Einf&#252;hrung eines demokratischen sozialistischen   Planes der Wirtschaft.<\/p>\n<p>  Wichtige Elemente dieses Programms wurden in der Vergangenheit von den   gr&#246;&#223;ten Gewerkschaften wie z.B. der COB und den Bauern-Gewerkschaften   formal &#252;bernommen. Nach der j&#252;ngsten rechten Offensive haben COB und die   Bauerngewerkschaft zur Gr&#252;ndung von Verteidigungsmilizen und zur   Besetzung des, von am &#8222;b&#252;rgerlichen Putsch&#8220; beteiligten   Gro&#223;grundbesitzern geh&#246;rendem, Grundbesitz aufgerufen. Diese Erkl&#228;rung   muss neben weiteren Schritten zur &#220;berwindung von Kapitalismus und   Gro&#223;grundbesitz dringend umgesetzt werden.<\/p>\n<p>  Verbunden mit einem Appell an die ArbeiterInnen in Venezuela, Kuba und   des restlichen Lateinamerikas, um zusammenzukommen und die jeweiligen   eigenen herrschenden Klassen zu Fall zu bringen und eine demokratische,   sozialistische F&#246;deration der lateinamerikanischen Staaten zu gr&#252;nden,   sind dies die n&#246;tigen Schritte, um die Reaktion zur&#252;ckzuschlagen und die   sozialistische Revolution in Bolivien voranzubringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Rechte Offensive radikalisiert die Massen und provoziert Landbesetzungen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12899"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}