{"id":12882,"date":"2008-11-30T00:44:19","date_gmt":"2008-11-30T00:44:19","guid":{"rendered":".\/?p=12882"},"modified":"2008-11-30T00:44:19","modified_gmt":"2008-11-30T00:44:19","slug":"12882","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12882\/","title":{"rendered":"Am Beginn eines neuen 1929?"},"content":{"rendered":"<p>  Erinnerungen an die gr&#246;&#223;te Weltwirtschaftskrise in der Geschichte werden   wach<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Wir erleben die gr&#246;&#223;te Krise seit 1929&#8220;, so der   wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend.   Die gleichen Worte &#228;u&#223;erte Otmar Issing, Ex-Chefvolkswirt des   Frankfurter Eu-ro-Tower. 1929 ist in aller Munde.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/p>\n<p>  Mit dem &#8222;schwarzen Freitag&#8220; am 25. Oktober begann 1929 die bisher   schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte. Der B&#246;rsencrash an jenem   Tag war der Beginn einer nie da gewesenen &#246;konomischen und sozialen   Zerst&#246;rung.<\/p>\n<p>  <b>Ursachen der Krise<\/b><\/p>\n<p>  Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Niederschlagung von   revolution&#228;ren, sozialistischen Massenbewegungen entwickelte sich eine   kurze Phase von Stabilit&#228;t und Aufschwung. Die sogenannten &#8222;goldenen   Zwanziger&#8220; waren zwar in erster Linie f&#252;r die Kapitalisten golden. Aber   auch die Masse der Bev&#246;lkerung sp&#252;rte gewisse Verbesserungen.<\/p>\n<p>  Die Vereinigten Staaten hatten sich in Folge des Krieges zur   dominierenden Wirtschaftsmacht gemausert. Dank US-Kapitalspritzen konnte   das zerr&#252;ttete Europa wieder Kraft entwickeln. In den USA begann in   dieser Zeit die &#196;ra der Massenproduktion von Autos und anderen   Konsumg&#252;tern. Ein neues Ph&#228;nomen war auch der Kauf dieser neuen G&#252;ter   auf Kredit durch weite Teile der Gesellschaft. Dies wiederum kurbelte   die Investitionen der Unternehmen an und f&#252;hrte dazu, dass immer mehr   G&#252;ter hergestellt wurden. An der B&#246;rse hatte sich in Folge des Booms   eine aberwitzige Blase gebildet. Ein nichtiger Anlass gen&#252;gte, um diese   zum Platzen zu bringen.<\/p>\n<p>  <b>Die gro&#223;e Depression<\/b><\/p>\n<p>  Da der Markt ungeplant funktioniert, entwickeln sich im Lauf eines   wirtschaftlichen Booms immer wieder &#220;berkapazit&#228;ten. Das bedeutet, dass   die Kapitalisten zu viele Waren herstellen &#8211; gemessen an der   kaufkr&#228;ftigen Nachfrage. Im Klartext: Millionen Autos, K&#252;hlschr&#228;nke und   so weiter wurden auf Halde produziert und fanden keine K&#228;ufer. Die Folge   waren einst&#252;rzende Profite. In den USA betrugen sie 1932 nur noch sieben   Prozent des Standes von 1928.<\/p>\n<p>  Die Kapitalisten reagierten mit Entlassungen und Fabrikschlie&#223;ungen. Die   Industrieproduktion ging in den kapitalistischen L&#228;ndern zwischen   1929-33 um 40 Prozent zur&#252;ck. Die Kurse an den wichtigsten B&#246;rsen   brachen um 40 bis 70 Prozent ein.<\/p>\n<p>  Die Arbeitslosigkeit explodierte in den USA von einer Million im Herbst   1929 auf 14 Millionen 1933. In Deutschland schwoll die Zahl der   Erwerbslosen auf &#252;ber sechs Millionen an. Die Reall&#246;hne sanken in   Deutschland um 25 Prozent, in den USA f&#252;r Fabrikarbeiter um 40 Prozent.   Suppenk&#252;chen wurden zum Massenph&#228;nomen.<\/p>\n<p>  Auch wenn die Krise in der &#8222;Realwirtschaft&#8220; heute nicht so verheerend   wie vor 80 Jahren werden sollte, handelt es sich damals wie heute um   viel mehr als eine blo&#223;e Finanzkrise.<\/p>\n<p>  <b>Politik des Kapitals<\/b><\/p>\n<p>  Die Phase vor dem gro&#223;en Krach war gepr&#228;gt von einer Politik des freien   Marktes. Die Sprechblasen der Politiker damals wie heute sind fast   identisch. Auch damals war vom &#8222;schlanken Staat&#8220; die Rede, der sich aus   der Wirtschaft raushalten solle, Steuers&#228;tze f&#252;r die Unternehmer wurden   gesenkt und und und.<\/p>\n<p>  Zun&#228;chst hielten die Herrschenden an ihrem wirtschaftsliberalen Kurs   fest. In den USA gingen bis 1933 5.000 Banken pleite, 15 Prozent aller   Einlagen wurden vernichtet.<\/p>\n<p>  Auch damals wurde dann &#8211; sp&#228;ter als heute &#8211; in etlichen L&#228;ndern die   Politik aufgrund der Krise massiv ge&#228;ndert. Der Staat griff ins   Geschehen ein. Bereiche der Wirtschaft (zum Beispiel Banken) wurden   subventioniert beziehungsweise verstaatlicht. Die Regierung bewahrte das   Kreditsystem vor dem GAU, in dem sie staatliche Garantien f&#252;r Einlagen   gab.<\/p>\n<p>  Bis 1933 war der Welthandel auf ein Drittel seines Volumens von 1928   geschrumpft. Protektionismus hatte Hochkonjunktur.<\/p>\n<p>  Staatliches Eingreifen, darunter der &#8222;New Deal&#8220; in den USA, l&#246;ste die   Probleme nicht. Es kam seinerzeit nur zu einem kurzen, labilen   internationalen Aufschwung (in Deutschland ging die staatliche   Regulierung im Faschismus mit einer Versklavung der Arbeiterklasse   einher). Ende der drei&#223;iger Jahre zeichnete sich die n&#228;chste Krise ab.   Die Kapitalisten reagierten damals mit einer R&#252;stungsspirale und einem   Krieg zur Neuaufteilung der Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Erinnerungen an die gr&#246;&#223;te Weltwirtschaftskrise in der Geschichte werden<br \/>\n      wach\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90,127],"tags":[209],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12882"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12882\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}