{"id":12874,"date":"2008-11-07T00:33:55","date_gmt":"2008-11-07T00:33:55","guid":{"rendered":".\/?p=12874"},"modified":"2008-11-07T00:33:55","modified_gmt":"2008-11-07T00:33:55","slug":"12874","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/11\/12874\/","title":{"rendered":"&#8222;Seid froh, dass ihr &#252;berhaupt hier sitzen d&#252;rft!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Sexismus in der Schule &#8211; wir wehren uns!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Laut einer Statistik des Robert-Koch-Instituts von 2006 leidet ein   Drittel aller jungen Frauen zwischen 14 und 17 Jahren an Essst&#246;rungen.   Zum Leistungsdruck und Stress in der Schule kommt noch dazu, dass man   gut aussehen soll.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Anne Engelhardt, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Sexismus bedeutet die systematische Unterdr&#252;ckung eines Geschlechts in   der Gesellschaft. Wer daran Interesse hat, liegt auf der Hand: Die   Unterdr&#252;ckung der Frau wird von den Herrschenden genutzt, um alle   Beherrschten zu spalten. Zudem wird Arbeit, die eigentlich   gesellschaftlich verrichtet werden m&#252;sste, der Frau aufgedr&#228;ngt:   Kindererziehung, Haushalt, Altenpflege.<\/p>\n<p>  Frauen haben zuallererst sch&#246;n zu sein. Klug m&#252;ssen sie gar nicht sein,   das wird von Frauen selten erwartet. Aktuell wird diese Vorstellung   unter anderem in der TV-Serie &#8222;Germany&#8217;s next Topmodel&#8220; transportiert.<\/p>\n<p>  <b>Einsch&#252;chterungen und Repressalien<\/b><\/p>\n<p>  Bei dem Workshop &#8222;Sexismus in der Schule&#8220; auf der bundesweiten   Sch&#252;lerkonferenz im Oktober stellten vor allem Jungen fest, dass M&#228;dchen   sich im Unterricht oft nicht beteiligen, in den Arbeiten aber gute Noten   schreiben. Anwesende Sch&#252;lerinnen wehrten sich gegen diesen Eindruck.   Allerdings berichteten sie von Erlebnissen mit einzelnen Lehrern, die   ihnen nach einer Auseinandersetzung nahebrachten, froh sein zu k&#246;nnen,   als M&#228;dchen mittlerweile &#252;berhaupt das Recht zu haben, in die Schule zu   gehen.<\/p>\n<p>  Auch wurde von einem Vorfall berichtet, dass zwei M&#228;dchen, die sich   &#246;ffentlich auf dem Schulhof gek&#252;sst hatten, im Anschluss daran der   Schule verwiesen werden sollten. Sch&#252;lerInnen organisierten daraufhin   Proteste, zogen mit Sketchen durch die Klassenr&#228;ume und forderten   &#8222;Kussverbot f&#252;r alle&#8220;. Die beiden Sch&#252;lerinnen durften bleiben.<\/p>\n<p>  <b>&#8222;Nenn mich nicht Hure!&#8220;<\/b><\/p>\n<p>  Ein weiteres Beispiel aus Schweden zeigt, wie man sich gegen Sexismus an   der Schule zur Wehr setzen kann. Lina Thornblom vom schwedischen   Sch&#252;lerb&#252;ndnis Elevkampagnen sagt &#252;ber die Kampagne &#8222;Nenn mich nicht   Hure&#8220;: &#8222;Als wir diese Kampagne ins Leben gerufen haben, war vor allem   die Unterfinanzierung von Schulen ein gro&#223;es Problem. Wir fanden heraus,   dass es besonders an den Schulen viele sexuelle &#220;bergriffe gab, wo zu   wenig Erzieher- und P&#228;dagogenstellen vorhanden waren. Wir haben bei der   Kampagne besonders auf diesen Punkt aufmerksam gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>  Zwischen 1999 und 2002 wurden vier Prozent aller Lehrer- und   Erzieherstellen gestrichen. Gleichzeitig nahmen psychische St&#246;rungen bei   jungen Frauen weiter zu. Die Kampagne konnte dann zum Beispiel   erreichen, dass ein Striptease-Club geschlossen werden musste und dass   sich ganze Schulen gegen sexuelle Gewalt positionierten. In Hunderten   von Schulstunden durften Kampagne-VertreterInnen &#252;ber Sexismus und   sexuelle Gewalt aufkl&#228;ren. Dazu Lina Thornblum: &#8222;Wir haben vielen   Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern die Augen ge&#246;ffnet, was Sexismus wirklich ist   und wie man sich dagegen organisieren kann.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Sexismus in der Schule &#8211; wir wehren uns!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50,32],"tags":[209],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12874"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12874"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12874\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}