{"id":12867,"date":"2008-10-26T00:00:00","date_gmt":"2008-10-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12867"},"modified":"2008-10-26T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-26T00:00:00","slug":"12867","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12867\/","title":{"rendered":"Italien: Massenbewegung gegen K&#252;rzungen im Bildungsbereich"},"content":{"rendered":"<p>  Generalstreik n&#246;tig, um K&#228;mpfe gegen Berlusconi zu vereinen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Linda Sch&#252;tz, Lotta per il socialismo (Schwesterorganisation der   SAV und Sektion des CWI in Italien), 21. Oktober 2008<\/i><\/h4>\n<p>  Vergangenen Freitag, 17. Oktober, brachte ein von den   &#8222;Basisgewerkschaften&#8220; ausgerufener Streik &#8211; ohne Zutun der gr&#246;&#223;ten   Gewerkschaftsb&#252;nde &#8211; nicht weniger als zwei Millionen Arbeiter auf die   Stra&#223;e. 300.000 DemonstrantInnen marschierten durch die Stra&#223;en Roms,   darunter zehntausende Studierende.<\/p>\n<p>  Kinderg&#228;rten, Grund- und weiterf&#252;hrende Schulen sowie Universit&#228;ten   proben den Aufstand gegen das drastische K&#252;rzungsprogramm, die   Gelmini-Reformen. Zehntausende Kinder, Jugendliche und Eltern besetzten   ihre Schulen und Universit&#228;ten, protestierten und demonstrierten in   allen Landesteilen. Fakult&#228;ten in den Universit&#228;ten von Bologna,   Mailand, Turin, Genua und Neapel, Rom und andernorts sind besetzt, da   allein in diesen Bereichen K&#252;rzungen im Umfang von bis zu 445 Millionen   Euro vorgesehen sind.<\/p>\n<h4>  Bildung unter Beschuss<\/h4>\n<p>  Sollte es nicht verhindert werden, so w&#252;rde das Gelmini-Programm   bedeuten, dass 80.000 LehrerInnen und 43.000 Besch&#228;ftigte beim   nicht-lehrenden Personal wie zum Beispiel Sekret&#228;rInnen und   TechnikerInnen entlassen werden. Das k&#228;me dann unter der   Berlusconi-Regierung zu den bereits unter der vorherigen Mitte-Regierung   Romano Prodis bereits 47.000 gestrichenen Stellen im Bildungsbereich   noch einmal zus&#228;tzlich hinzu. All dies geschieht zu einem Zeitpunkt, da   die Sch&#252;lerzahlen in staatlichen Schulen ansteigen &#8211; Klassenr&#228;ume sind   oftmals chronisch &#252;berf&#252;llt.<\/p>\n<p>  Grund- und Mittelschulen, die in Italien zur Zeit als Ganztagsschulen   laufen, sollen zu 24-Stunden-Schulen bezogen auf eine Woche werden. Das   w&#252;rde viele Eltern dazu zwingen, eine geschmacklose Wahl treffen zu   m&#252;ssen: den Vollzeitjob aufgeben (in erster Linie dann sicherlich die   M&#252;tter), Personal zur Kinderbetreuung anstellen oder &#8211; wenn die Familie   sich dies leisten kann &#8211; das Kind auf eine private, oftmals katholische   Schule schicken.<\/p>\n<p>  Die Schlie&#223;ung kleinerer Schulen ist vor allem im S&#252;den Italiens und auf   den Inseln geplant. Dies w&#252;rde bedeuten, dass Sch&#252;lerInnen &#252;ber 50   Kilometer zur&#252;cklegen m&#252;ssten, um zur Schule zu kommen. Reichlich   Emp&#246;rung l&#246;st die geplante Einf&#252;hrung des &#8222;maestro unico&#8220; aus. Damit ist   ein Lehrer f&#252;r alle F&#228;cher in der Grundschule gemeint. Da Lehrer in   Italien nicht daf&#252;r ausgebildet sind alles zu unterrichten, kann die   Qualit&#228;t der Bildung dadurch drastisch zur&#252;ckgehen.<\/p>\n<p>  Andere Ma&#223;nahmen beinhalten die Einf&#252;hrung von Kopfnoten: Die Note 5   k&#246;nnte bedeuten, dass Sch&#252;lerInnen ein Jahr wiederholen m&#252;ssen. Den   Sch&#252;lerInnen, die momentan ihre Schulen besetzen, wird damit gedroht,   dass sie diese 5 bekommen. Das Mitspracherecht der Sch&#252;lerInnen und   LehrerInnen steht ebenfalls unter Beschuss. Schulen und Universit&#228;ten   stehen davor, in &#8222;Stiftungen&#8220; umgewandelt zu werden. Die Schulleitung   kann somit aus Vertretern der Arbeitgeberorganisationen (CONFINDUSTRIA   und CONFARTIGIANATO), Banken und andere Finanzorganisationen   zusammengesetzt werden! Die Bank UNICREDIT zum Beispiel ist bereits   Mitglied in der Leitung der Universit&#228;t von Bologna. Das ist ganz   eindeutig ein Schritt in Richtung Privatisierung und einer Bildung, die   im Interesse der Konzerne strukturiert ist.<\/p>\n<h4>  K&#252;rzungen, K&#252;rzungen und noch mehr K&#252;rzungen<\/h4>\n<p>  Die Regierung Berlusconi will insgesamt 15 Milliarden Euro im   &#246;ffentlichen Sektor streichen (davon acht Milliarden bei der Bildung)   und versucht, die Besch&#228;ftigten im &#246;ffentlichen Dienst als &#8222;fannuloni&#8220;,   eine Horde von Dr&#252;ckebergern, darzustellen. Gleichzeitig versucht die   CONFINDUSTRIA das System der Staatsvertr&#228;ge in verschiedenen Branchen   loszuwerden. Dies wird die Einheit im Kampf untergraben, die in einem   Land, in dem die gro&#223;e Mehrheit der ArbeiterInnen in kleinen Firmen   arbeitet, von enormer Wichtigkeit ist.<\/p>\n<p>  Und jetzt bereitet die Regierung vor, es f&#252;r ArbeiterInnen wesentlich   h&#228;rter zu machen, um in den Streik zu treten, vor allem im &#246;ffentlichen   Sektor. In der schon schlimmen Situation, die mit empor schnellenden   Preisen f&#252;r Lebensmittel und Energie, sehr niedrigen L&#246;hnen und   unsicheren Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen in Italien jetzt schon besteht,   werden die Auswirkungen schrecklich sein, wenn die Finanzkrise die   Realwirtschaft trifft.<\/p>\n<p>  Lotta, die Sektion des CWI in Italien, ruft dazu auf, einen   Generalstreik durchzuf&#252;hren, um die Sch&#252;lerInnen, LehrerInnen und Eltern   mit den Besch&#228;ftigten des &#246;ffentlichen Dienstes und jene in der   Privatwirtschaft zu vereinigen. Berlusconi selbst wurde 1994 nach einer   Massenbewegung, an der drei Millionen ArbeiterInnen teilnahmen, aus der   Regierung geworfen. Der jetzige Kampf bietet ebenfalls die M&#246;glichkeit   zur Einheit und zum Aufbau antikapitalistischer Kr&#228;fte in Italien, und   sie schaffen die Basis f&#252;r den Aufbau einer Massenpartei f&#252;r   ArbeiterInnen und Jugendliche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Generalstreik n&#246;tig, um K&#228;mpfe gegen Berlusconi zu vereinen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50,44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12867"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12867"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12867\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}