{"id":12865,"date":"2008-10-24T01:00:00","date_gmt":"2008-10-24T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12865"},"modified":"2008-10-24T01:00:00","modified_gmt":"2008-10-24T01:00:00","slug":"12865","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12865\/","title":{"rendered":"Nullnummer Bildungsgipfel"},"content":{"rendered":"<p>  &#8222;Aufstieg durch Bildung&#8220; und &quot;Bildung f&#252;r alle&quot; propagiert die   Bundesregierung mit ihrer neusten Imagekampagne. Doch au&#223;er   unverbindlichen Versprechungen ist bei Sch&#252;lerInnen, Studierenden und   LehrerInnen von dieser sogenannten Bildungsoffensive nichts ankommen.<\/p>\n<p align=\"center\">  <small>[<a href=\"http:\/\/www.schulaction.org\">Weitere Infos zum   Schulstreik am 12.11. bei schulaction.org<\/a>]<\/small><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Jakob Treptow und Sebastian Foerster, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Mit einem gro&#223;en Medienspektakel lud die Regierung am 22.10. zum   Bildungsgipfel in einer Dresdner Computerchip-Fabrik. Knapp drei Stunden   gen&#252;gten der Bundeskanzlerin und den Ministerpr&#228;sidenten der L&#228;nder, um   die &quot;Bildungsrepublik&quot; Deutschland auszurufen. Eingeladen waren zu   diesem Gipfel nicht die Betroffenen, Sch&#252;lerInnen, Studierende, Eltern   und Lehrende, sondern VertreterInnen des Unternehmerverb&#228;nde. Zu einem   wirklichen Ergebnis ist der so genannte Bildungsgipfel nicht gekommen.   Stattdessen gab es jede Menge leere Versprechungen, die verteilt wurden.<\/p>\n<h4>  Mehr Geld?<\/h4>\n<p>  So wurde beschlossen, erst fr&#252;hestens 2015 (!) ein Prozent des   Bruttoinlandsproduktes mehr in die Bildung zu investieren. Ein Prozent   mehr entspricht momentan etwa einem Plus von 25 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>  Wo das Geld her kommen soll und wo das Geld hin soll, steht noch lange   nicht fest. Unklar ist auch, was ein Prozent des Brutto-Inlandsprodukt   im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2015 &#252;berhaupt noch ausmacht. Fest   steht: Bund und L&#228;nder haben die Entscheidung &#252;ber die Finanzierung   ihrer Bildungspl&#228;ne auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben &#8211;   bis in das Jahr 2015. &#220;ber diesen &#8222;Riesenschritt&#8220;, wie Angela Merkel   ihre Versprechungen bezeichnete, wurde bisher in den b&#252;rgerlichen Medien   nur Hohn und Spott versch&#252;ttet.<\/p>\n<p>  Auch die Gewerkschaften wie die GEW kritisieren die Ergebnisse des   Bildungsgipfels als &quot;absolutes Armutszeugnis&quot;.<\/p>\n<p>  Angenommen, es g&#228;be 2015 ein Prozent mehr, w&#228;re selbst das absolut   unzureichend um ein vern&#252;nftiges Bildungssystem aufzubauen. So rechnete   der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB aus, dass man alleine 30 Milliarden   br&#228;uchte um das derzeitige &#8220;Niveau&#8220; zu halten, ohne dass dabei   Lehrmittelfreiheit, mehr Lehrer oder eine bessere Ausstattung der   Schulen inbegriffen ist.<\/p>\n<h4>  Eine bessere Zukunft?<\/h4>\n<p>  Versprochen wurde au&#223;erdem, dass die Quote der Schulabg&#228;ngerInnen ohne   Abschluss halbiert werden und es im naturwissenschaftlichen Bereich eine   bessere F&#246;rderung geben solle. Beides Ziele, die schon im   &quot;Bildungsbericht&quot; der L&#228;nder formuliert wurden. Bundeskanzlerin Angela   Merkel und die Bildungsminister konnten f&#252;r beide Vorhaben jedoch keine   schl&#252;ssigen Konzepte entwickeln und auch keine Einigung erzielen.<\/p>\n<p>  Besonders die F&#246;rderung des naturwissenschaftlichen Bereichs liegt den   Regierungen und im speziellen auch den Unternehmerverb&#228;nden aber   weiterhin am Herzen. Fehlen der Wirtschaft laut dem &quot;Bildungsbericht&quot;   doch &#252;ber eine halbe Millionen Studienabg&#228;nger in diesem Bereich.<\/p>\n<p>  Ein Vorschlag, dem abzuhelfen, schaffte es auf die Titelseite   verschiedener Zeitungen. Die Bundesministerin f&#252;r Bildung und Forschung,   Annette Schavan, empfiehlt m&#246;glichst bald naturwissenschaftliche F&#228;cher   und Sprachen geschlechtlich getrennt zu unterrichten, da dadurch   angeblich die F&#246;rderung der Sch&#252;lerInnen in den genannten F&#228;chern   verbessert werden k&#246;nne. Eine Geschlechtertrennung in der Schule   vorzuschlagen, verdeutlicht noch einmal die Inkompetenz der Regierenden,   mit der Bildungsmisere umzugehen.<\/p>\n<h4>  Der alternative Bildungsgipfel<\/h4>\n<p>  Auch Sch&#252;lerInnen und Studierende haben diesem &#8222;Gipfel der   Unglaubw&#252;rdigkeit&#8220; von Bund und L&#228;ndern etwas entgegen gesetzt und   organisierten f&#252;r diesen Tag auf dem Theaterplatz in der Innenstadt   Dresdens einen sogenannten alternativen Bildungsgipfel mit   anschlie&#223;ender Demonstration durch Dresden.Trotz schlechten Wetters   waren &#252;ber 200 Sch&#252;lerInnen, StudentenInnen und GewerkschaftlerInnen vor   Ort um ein Zeichen gegen die Politik der Regierenden zu setzen.<\/p>\n<p>  Unter anderem fanden Workshops zu Themen wie Schulstreik oder Notendruck   sowie verschiedene Kundgebungen statt. Au&#223;erdem wurde eine   Solidarit&#228;tserkl&#228;rung der Sch&#252;lerInnenkonferenz vom 10.\/11.\/12. Oktober   verlesen, welche die anwesenden VertreterInnen von Sch&#252;lerInnen-,   Studierenden- und Gewerkschaftsverb&#228;nden zu einer Beteiligung am   Schulstreik am 12. November aufforderte.<\/p>\n<p>  Klar ist, dass es in der Hand der Sch&#252;lerInnen, Studierenden und   LehrerInnen liegt, etwas zu ver&#228;ndern, da Bund und L&#228;nder nicht bereit   sind, im Interesse der Betroffenen zu handeln.<\/p>\n<p>  Im Kapitalismus z&#228;hlen nicht unsere Interessen, sondern vorrangig die   der Konzerne und Banken. Um die Banken zu retten sind auf einmal 480   Milliarden Euro bereit gestellt und bei der Bildung ist seit Jahren nur   Sparen angesagt.<\/p>\n<h5>  In diesem Sinne: Sorgen wir f&#252;r einen m&#228;chtigen Schulstreik am 12.   November, gemeinsam mit LehrerInnen, Studierenden und Gewerkschaften!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#8222;Aufstieg durch Bildung&#8220; und &quot;Bildung f&#252;r alle&quot; propagiert die<br \/>\n      Bundesregierung mit ihrer neusten Imagekampagne. 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