{"id":12861,"date":"2008-10-17T01:00:00","date_gmt":"2008-10-17T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12861"},"modified":"2008-10-17T01:00:00","modified_gmt":"2008-10-17T01:00:00","slug":"12861","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12861\/","title":{"rendered":"Bundesweite Sch&#252;lerInnenkonferenz: Alle raus zum bundesweiten \r\n      Sch&#252;lerInnenstreik am 12. November!"},"content":{"rendered":"<p>  Die Sch&#252;lerInnenkonferenz am Wochenende in Berlin war mit fast 200   TeilnehmerInnen aus 15 Orten ein super Erfolg. Damit wurde ein   Startschuss f&#252;r eine bundesweite Sch&#252;lerInnenbewegung gesetzt. Alle   waren sich einig: Am 12. November wird es einen bundesweiten   Sch&#252;lerInnenstreik geben, der sich gewaschen hat. Hierf&#252;r wurden viele   Erfahrungen und Anregungen ausgetauscht.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Angelika Teweleit, Berlin<\/i><\/h4>\n<h4>  Der Countdown l&#228;uft<\/h4>\n<p>  Ein wichtiger Punkt ist die Mobilisierung, f&#252;r die nun noch knapp vier   Wochen zur Verf&#252;gung stehen. Es hat sich als wichtig erwiesen, f&#252;r die   konkrete Vorbereitung und Mobilisierung an den Schulen Aktionskomitees   ins Leben zu rufen. Diese bestehen schon an einigen Schulen &#8211; f&#252;r die   n&#228;chsten Wochen gilt es, weitere zu gr&#252;nden. Au&#223;erdem ist es wichtig,   auch stadtweite Ko-ordinierungstreffen zu haben, die f&#252;r alle   Sch&#252;lerInnen offen sind. Schon in der Mobilisierungsphase k&#246;nnen   Aktionen eine wichtige Rolle spielen, das Interesse zu wecken.<\/p>\n<h4>  Aktionen vor Ort<\/h4>\n<p>  Die Kasseler berichteten von ihrer Aktion &#8222;Bildungsleichen&#8220;, mit der sie   den Streik in der Innenstadt bekannt machten: Sie legten sich auf die   Stra&#223;e, malten mit Kreide die Umrisse ihrer K&#246;rper auf, und verteilten   dabei Flugis an die Passanten. Die Berliner berichteten von vielen   Aktionen, darunter auch der &#220;bergabe eines Zeugnisses f&#252;r   Bildungssenator Z&#246;llner. In Stuttgart wird jede Woche in der Schule ein   neues Transparent erstellt und aufgeh&#228;ngt, um die Forderungen und den   Schulstreik bekannt zu machen. Zudem wird ein Stra&#223;entheaterst&#252;ck   geprobt. Die &#8222;Urauff&#252;hrung&#8220; soll es im Gemeinderat geben, als Protest   gegen das Prestige-Objekt &#8222;Stuttgart 21&#8220;, f&#252;r das die Stadt Stuttgart   Milliarden ausgeben will, die in den Schulen dringend gebraucht w&#252;rden.   Das St&#252;ck soll dann aber auch auf Pausenh&#246;fen aufgef&#252;hrt werden. Einer   der workshops auf der Konferenz produzierte eine Streik-Spraywand, was   ebenfalls in den Orten weiter entwickelt wird.<\/p>\n<p>  Eine weitere wichtige Frage war, wie man mit Drohungen durch die   Schulleitung umgehen kann. Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass   das effektivste Mittel dagegen ist, sich nicht einsch&#252;chtern zu lassen.   Nico aus Kassel berichtete vom letzten Streik. An einer Schule versuchte   der Direktor alles, um die Sch&#252;lerInnen vom Streik abzuhalten. Doch Nico   hatte das Megaphon dabei und machte deutlich, dass der Direktor erz&#228;hlen   kann, was er will, die Sch&#252;lerInnen werden sich nicht einschr&#228;nken   lassen. Das machte den Direktor w&#252;tend und er wurde handgreiflich. Das   trug dazu bei, dass auch der letzte Zweifel &#252;ber den Streik in den   K&#246;pfen verschwand.<\/p>\n<h4>  Tous ensemble<\/h4>\n<p>  Auf der Konferenz gab es gro&#223;e Einigkeit &#252;ber die Notwendigkeit des   gemeinsamen Kampfes von Sch&#252;lerInnen und abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten. So   erkl&#228;rte auch die aus Griechenland angereiste Sch&#252;lerin Ourania, dass   Erfolge der Sch&#252;lerInnen aus ihren Erfahrungen heraus immer dann   erreicht wurden, wenn es sie mit KollegInnen gemeinsam k&#228;mpften.   LehrerInnen und andere Besch&#228;ftigte an den Schulen werden von den   Sch&#252;lerInnen der Konferenz daher als B&#252;ndnispartnerInnen angesehen. Eine   Solidarit&#228;tserkl&#228;rung f&#252;r die angestellten LehrerInnen in Berlin, die   sich diese Woche im Streik befinden, wurde ausf&#252;hrlich diskutiert und   einstimmig verabschiedet. Es wurde auch die M&#246;glichkeit angesprochen,   bei den m&#246;glichen Streiks der IG Metall im November f&#252;r h&#246;here L&#246;hne, zu   Streikposten zu gehen und auch m&#246;gliche gemeinsame Proteste   vorzuschlagen.<\/p>\n<h4>  Finanzkrise und Sch&#252;lerInnenbewegung<\/h4>\n<p>  Die Konferenz fand statt unter dem Eindruck der sich &#252;berschlagenden   Ereignisse in der Folge der Bankenkrise. W&#228;hrend immer wieder   argumentiert wird, es sei kein Geld f&#252;r Verbesserungen im Bildungswesen   da, werden schnell mal zig Milliarden Euro f&#252;r die Banken locker   gemacht. Es ist abzusehen, dass dies wieder auf die Sch&#252;lerInnen   zur&#252;ckfallen wird. Auch wenn die Bildungsministerin momentan von 6   Milliarden Euro f&#252;r die Bildung redet, ist das viel zu wenig und im   Vergleich zum Rettungspaket f&#252;r die Banken ein Klacks. Der DGB hat &#252;ber   eine Studie errechnet, dass nur zur Beseitigung der allerschlimmsten   Missst&#228;nde im Bildungswesen allein 30 Milliarden Euro notwendig seien.   Wie viel Geld k&#246;nnte f&#252;r Bildung und andere sinnvolle Dinge verwendet   werden, wenn die Banken allesamt in Gemeineigentum &#252;berf&#252;hrt w&#252;rden.   Unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende   Bev&#246;lkerung und Jugend (unter anderem auch VertreterInnen von Sch&#252;lern,   Eltern und Lehrern) k&#246;nnte so ein Plan erstellt werden, wie die Gelder   der Banken f&#252;r die gesellschaftlich notwendigen Aufgaben verwendet   werden k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  F&#252;r eine unabh&#228;ngige Organisation der Sch&#252;lerInnen<\/h4>\n<p>  Ein wichtiger Diskussionspunkt auf der Konferenz war die Frage der   unabh&#228;ngigen Organisierung der Sch&#252;lerInnen, um die Bewegung aufzubauen.   SAV Mitglieder und viele andere Sch&#252;lerInnen schlagen eine unabh&#228;ngige   Sch&#252;lerInnenorganisation vor, die sich auch ihre eigenen demokratischen   Strukturen schafft. Die Rolle von politischen Organisationen sollte   sein, die Bewegung nach ihren Kr&#228;ften zu unterst&#252;tzen und beratend zur   Verf&#252;gung zu stehen. Doch Entscheidungen &#252;ber die n&#228;chsten Schritte und   ihre Durchf&#252;hrung m&#252;ssen in der Bewegung klar bei den Sch&#252;lerInnen   selbst liegen. In einem Vorschlag f&#252;r eine Abschlusserkl&#228;rung der   Sch&#252;lerInnen aus Stuttgart wurde daher auch vorgeschlagen, einen   bundesweiten Sprecher- und Ko-ordinationsrat zu w&#228;hlen, um so eine   demokratisch gew&#228;hlte Vertretung der Sch&#252;lerInnenbewegung zu haben.   Leider konnte diese Erkl&#228;rung, obwohl sich die Mehrheit auf der   Konferenz daf&#252;r aussprach, diese Erkl&#228;rung als Grundlage zu nehmen,   nicht abschlie&#223;end beraten werden.<\/p>\n<p>  Allerdings wurde mit gro&#223;er Mehrheit beschlossen, dass die Kasseler   Sch&#252;lerInnen das n&#228;chste bundesweite Treffen am 6.12.08 ausrichten   sollen. Hier sollen die Erfahrungen des Streiks am 12.11.   zusammengetragen werden und die n&#228;chsten Schritte diskutiert und dar&#252;ber   entschieden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Sch&#252;lerInnenkonferenz am Wochenende in Berlin war mit fast 200<br \/>\n      TeilnehmerInnen aus 15 Orten ein super Erfolg. Damit wurde ein<br \/>\n      Startschuss f&#252;r eine bundesweite Sch&#252;lerInnenbewegung gesetzt. Alle<br \/>\n      waren sich einig: Am 12. November wird es einen bundesweiten<br \/>\n      Sch&#252;lerInnenstreik geben, der sich gewaschen hat. 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