{"id":12847,"date":"2008-10-24T00:00:00","date_gmt":"2008-10-24T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12847"},"modified":"2008-10-24T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-24T00:00:00","slug":"12847","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12847\/","title":{"rendered":"Kapitalismus in der Krise &#8211; kein Grund f&#252;r Lohnzur&#252;ckhaltung"},"content":{"rendered":"<p>  Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der Vorstand der IG Metall hat f&#252;r die anstehende Tarifrunde in der   Metall- und Elektroindustrie eine Lohnforderung zwischen sieben und acht   Prozent empfohlen. Dieser Korridor bleibt deutlich hinter den   Forderungen zur&#252;ck, die bei Diskussionen in den Belegschaften erhoben   wurden.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Wie IG-Metall-Chef Berthold Huber selbst zugegeben hat, sind die   gewerkschaftlichen Vertrauensleute in &#8222;mehr als der H&#228;lfte der Betriebe&#8220;   f&#252;r weit h&#246;here &#8211; zum Teil zweistellige &#8211; Forderungen eingetreten. Viele   wollten dabei nicht nur eine prozentuale Erh&#246;hung der L&#246;hne und   Geh&#228;lter, sondern zumindest auch einen Sockelbetrag durchsetzen.   Beispielsweise haben die Vertrauensleute in der Daimler-Zentrale eine   soziale Komponente von 200 bis 300 Euro ins Gespr&#228;ch gebracht. Und das   zu recht! Schlie&#223;lich schl&#228;gt die Preissteigerung bei Energie und   Lebensmitteln insbesondere bei Arbeitnehmerhaushalten und Niedrigl&#246;hnern   zu Buche.<\/p>\n<p>  Die Konzerne hingegen haben w&#228;hrend des Booms reichlich abgesahnt: Die   Nettogewinne der Metall- und Elektrokonzerne stiegen allein zwischen   2004 und 2007 um 220 Prozent. Die Einkommen der Besch&#228;ftigen in der   Branche wuchsen im gleichen Zeitraum lediglich um zehn und real gar nur   um zwei Prozent.<\/p>\n<p>  Dennoch jammern die Bosse noch bevor die IG Metall ihre Forderung   &#252;berhaupt aufgestellt hat. So warnte Gesamtmetall-Pr&#228;sident Martin   Kannegiesser angesichts der wirtschaftlichen Abschw&#228;chung k&#252;rzlich vor   &#8222;ausufernden Personalkostensch&#252;ben&#8220;. Mit maximal drei Prozent will er   die Besch&#228;ftigen abspeisen.<\/p>\n<p>  Es ist zwar richtig, dass die kapitalistische Wirtschaft auf eine   wom&#246;glich tiefe Krise zusteuert, aber warum sollen die Besch&#228;ftigten   diese ausbaden? Dass die Krise kommt, hat nichts mit zu hohen L&#246;hnen,   sehr viel aber mit der Gier der Kapitalisten und der Unf&#228;higkeit ihres   Systems zu tun, eine harmonische Entwicklung der Wirtschaft im Interesse   aller zu gew&#228;hrleisten. F&#252;r Lohnzur&#252;ckhaltung besteht also kein Anlass.<\/p>\n<p>  Allerdings muss die IG Metall aus der Konjunkturflaute   Schlussfolgerungen f&#252;r ihre Streiktaktik ziehen. Denn schon jetzt   reduzieren beispielsweise die gro&#223;en Autokonzerne ihre Produktion.   Kurze, partielle Arbeitsniederlegungen werden ihnen also nicht weh tun.   Die Konsequenz: Die Gewerkschaft sollte m&#246;glichst schnell zu   fl&#228;chendeckenden und unbefristeten Streiks aufrufen, die die Unternehmer   &#246;konomisch treffen und sie zwingen, den Forderungen der Besch&#228;ftigten   nachzugeben.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  Kein Meilenstein<\/h5>\n<p>  <i>Der im Pilotbezirk Baden-W&#252;rttemberg vereinbarte Tarifvertrag zur   Neuregelung der Altersteilzeit ist alles andere als ein   &#8222;arbeitspolitischer Meilenstein&#8220;, wie IG-Metall-Chef Berthold Huber   behauptet. Zum einen m&#252;ssen die Besch&#228;ftigten die H&#228;lfte der hierf&#252;r   anfallenden Kosten mit 0,4 Prozent Abzug bei einer der kommenden   Lohnrunden selbst finanzieren. Zum anderen ist die Regelung f&#252;r die   meisten Besch&#228;ftigten deutlich schlechter als bisher. Die   Gewerkschaftsspitze wird jetzt sicher ihren &#8211; ohnehin nur noch verbal   geleisteten &#8211; Widerstand gegen die Rente mit 67 einstellen. Das muss die   gewerkschaftliche Linke zu verhindern suchen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12847"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12847"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12847\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}