{"id":12845,"date":"2008-10-22T00:00:00","date_gmt":"2008-10-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12845"},"modified":"2008-10-22T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-22T00:00:00","slug":"12845","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12845\/","title":{"rendered":"Der Kapitalismus hat der &#8222;Dritten Welt&#8220; nichts zu bieten"},"content":{"rendered":"<p>  In einer sozialistischen Wirtschaft k&#246;nnen Hunger, Elend und Armut   &#252;berwunden werden<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>Wenn sich die Vertreter der Gro&#223;m&#228;chte irgendwo treffen, wird viel   vom Kampf gegen den Welthunger gesprochen. Bis zum Jahr 2015 soll die   Zahl der Hungernden halbiert werden. Gelder werden zugesagt und   &#8222;Fortschritte&#8220; breit getreten. Angeblich hat sich schon einiges getan.   Laut der Weltbank ist die Zahl der Menschen, die mit weniger als einem   Dollar pro Tag auskommen m&#252;ssen, auf unter eine Milliarde gesunken. 1990   seien es noch 1,24 Milliarden Menschen gewesen. Im selben Zeitraum ist   die Zahl der Menschen auf der Erde von 5,3 auf 6,7 Milliarden   angestiegen. Der &#8222;Erfolg&#8220; dieser Zahlen verblasst aber, wenn man   ber&#252;cksichtigt, dass der US-Dollar einem markanten Wertverfall   unterliegt.<\/b><\/h4>\n<h4>  <i><b>von Nima Sorouri, Aachen<\/b><\/i><\/h4>\n<p>  Knapp zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und nach der   Propaganda-Offensive des Westens, der eine &#196;ra des Wohlstands und des   Friedens f&#252;r alle Menschen versprach, sind wir heute Zeuge vom genauen   Gegenteil. Gerade in den unterentwickelten L&#228;ndern, die sich   gr&#246;&#223;tenteils in Asien, Afrika und Lateinamerika befinden, springen   Verarmung und Instabilit&#228;t ins Auge.<\/p>\n<p>  Doch die neokolonialen L&#228;nder sind auch wieder mehr ins strategische   Kalk&#252;l der Herrschenden geraten. Die Ressourcen werden knapper. Die   m&#228;chtigen Bl&#246;cke geraten aneinander. Deshalb steht die Frage, wer seinen   Einfluss auf Kosten der unterentwickelten L&#228;nder ausdehnen kann, auf der   Tagesordnung.<\/p>\n<h4>  <b>Entwicklung der Entwicklungsl&#228;nder?<\/b><\/h4>\n<p>  In L&#228;ndern wie England und Frankreich, Deutschland und den USA,   entwickelte sich der Kapitalismus historisch fr&#252;her als in anderen   Teilen der Erde. Dies wurde ausgenutzt, um &#246;konomisch und milit&#228;risch   den Rest der Welt zu unterdr&#252;cken und auszubeuten. Dadurch konnten die   Gro&#223;m&#228;chte ihre Vormachtstellung ausbauen.<\/p>\n<p>  An die Stelle der direkten Unterjochung, der Kolonialherrschaft, trat in   den vergangenen Jahrzehnten eine indirekte. Die imperialistischen Kr&#228;fte   sehen in dem afrikanischen Kontinent zum Beispiel immer noch einen   Rohstofflieferanten, ein Reservoir von billigen Arbeitskr&#228;ften und einen   Absatzmarkt.<\/p>\n<p>  Eine Politik, die diese L&#228;nder tats&#228;chlich entwickeln, also   wirtschaftlich auf das Niveau der USA, Europa und Japan heben w&#252;rde, ist   mit den Prinzipien des Kapitalismus unvereinbar. Das kapitalistische   System basiert auf Konkurrenzkampf, also auf einem Kampf untereinander,   gegeneinander.<\/p>\n<p>  Vor diesem Hintergrund erscheint es mehr als zynisch, wenn Politiker von   &#8222;Entwicklungshilfe&#8220; sprechen oder U2-Frontmann Bono wieder mal f&#252;r   Afrika singt. Auch die im Jahre 2005 als Erfolg gefeierte   Schuldenstreichung f&#252;r die 18 &#228;rmsten L&#228;nder der Welt ist eine Farce.   Die 40 Milliarden Dollar Schuldenerlass &#252;ber einen Zeitraum von zehn   Jahren nehmen sich angesichts der Auslandsschulden der L&#228;nder s&#252;dlich   der Sahara in H&#246;he von 230 Milliarden Dollar l&#228;cherlich aus. Die   sogenannten &#8222;Entwicklungs&#8220;-L&#228;nder m&#252;ssen insgesamt 2,4 Billionen Dollar   Schulden schultern.<\/p>\n<p>  Angesichts des heutigen Energiebedarfs bei der gleichzeitigen   Verknappung der Ressourcen wird sich die Lage in den neokolonialen   L&#228;ndern unter kapitalistischen Bedingungen weiter zuspitzen. Die jetzt   einsetzende weltweite Rezession wird diesen Prozess beschleunigen.   Sollte das kapitalistische System in den n&#228;chsten Jahren weiter   bestehen, dann werden die Menschen in den &#228;rmsten L&#228;ndern ein noch nie   da gewesenes Elend erleben.<\/p>\n<p>  Eine sozialistische Demokratie, in der die Wirtschaft demokratisch vor   Ort und im Weltma&#223;stab geplant wird, kann die Probleme, die der   Kapitalismus verursacht und t&#228;glich versch&#228;rft, l&#246;sen. Denn Sozialismus   beruht auf dem Gemeineigentum an Fabriken, Land und Bodensch&#228;tzen. Im   Sozialismus geht es nicht um Konkurrenz und Profit, sondern um die   Bed&#252;rfnisse von Mensch und Umwelt.<\/p>\n<p>  Beispiel Ern&#228;hrung<\/p>\n<p>  In den b&#252;rgerlichen Medien wird der Eindruck vermittelt, dass die   industrialisierten L&#228;nder den sogenannten Dritte-Welt-L&#228;ndern helfen   m&#252;ssen, damit die Masse der Bev&#246;lkerung dort weniger Hunger leidet.   Verzicht auf einen Teil des eigenen Lebensstandards soll also eine   M&#246;glichkeit zur Milderung des Welthungerproblems sein. Doch das ist   Unsinn. Es gibt bereits jetzt Nahrungs&#252;bersch&#252;sse. Au&#223;erdem liegen   Produktionskapazit&#228;ten brach, die genutzt werden k&#246;nnten. Die Zahl der   chronisch Unterern&#228;hrten Ende des letzten Jahres betrug 854 Millionen   und das, obwohl auf dem Planeten genug Nahrungsmittel produziert werden,   um alle Menschen satt zu machen. In den Industriel&#228;ndern m&#252;sste nicht   einmal auf eine Kalorie verzichtet werden. Aber der Kapitalismus zielt   auf Profite ab. Lebensmittel bekommt nur, wer daf&#252;r bezahlen kann. Die   gro&#223;en Konzerne profitieren, wenn Nahrungs&#252;bersch&#252;sse vernichtet werden   oder wenn aus Mais Benzin gemacht wird.<\/p>\n<p>  Die regionale Nahrungsmittelproduktion k&#246;nnte unter den Bedingungen   demokratischer Planung effektiviert werden. Unsinnige Transportwege &#252;ber   den halben Globus k&#246;nnten stark reduziert und die Produktion auf   regionale Besonderheiten ausgerichtet werden, wie zum Beispiel auf die   jeweiligen klimatischen Bedingungen. Die Wertsch&#246;pfung je Besch&#228;ftigten   in der Landwirtschaft betr&#228;gt heute in den afrikanischen Staaten etwa   ein Prozent der Wertsch&#246;pfung in den Industriel&#228;ndern. Durch den Zugang   der unterentwickelten L&#228;nder zu hochentwickelten Technologien w&#228;re eine   massive Effizienzsteigerung der Produktion m&#246;glich.<\/p>\n<h4>  <b>Beispiel Gesundheit<\/b><\/h4>\n<p>  Von den weltweit 2,1 Millionen HIV-infizierten Kindern leben 90 Prozent   im s&#252;dlichen Afrika. Die grausamen Auswirkungen des st&#228;ndigen   Profitzwangs haben sich auch hier gezeigt. Nachdem mehrere   &#8222;Entwicklungsl&#228;nder&#8220; teure AIDS-Medikamente kopiert haben, um sie billig   an HIV-Infizierte verteilen zu k&#246;nnen, zogen die Pharmakonzerne vor   Gericht. Die Motivation der Pharmakonzerne war und ist Profitmaximierung   und nicht die Eind&#228;mmung und Bek&#228;mpfung der Krankheit. Von Menschen, die   diese Medikamente nicht bezahlen k&#246;nnen, profitieren sie nicht. In den   &#228;rmsten L&#228;ndern breiten sich nicht nur Krankheiten wie AIDS, Tuberkolose   und Malaria furchterregend aus. Im letzten Jahr sind daran sechs   Millionen Menschen gestorben. Es sterben auch Kinder an Durchfall und   anderen sehr einfach behandelbaren Krankheiten.<\/p>\n<p>  Medizin bekommt jeder, der Geld daf&#252;r hat. Mehr noch: Die Konzerne   halten ihre Forschungsergebnisse geheim, um im Konkurrenzkampf gegen die   anderen Konzerne einen Vorteil zu haben, statt gemeinsam an   Probleml&#246;sungen zu arbeiten.<\/p>\n<p>  In einer sozialistischen Demokratie w&#228;re die Gesundheitsindustrie und   die Forschung transparent und unter der Kontrolle der arbeitenden   Bev&#246;lkerung. Wenn der Profitzwang aufgehoben ist, k&#246;nnen Forscher,   Ingenieure und Mitarbeiter ihr gesamtes Wissen zusammentun. Modernste   Labore w&#228;ren eine Hilfe dabei, schnell sinnvolle Konzepte zu entwickeln   und die n&#246;tigen Medikamente und Behandlungsm&#246;glichkeiten zu verbreiten.   Es k&#246;nnten &#196;rzte aus den industrialisierten L&#228;ndern in die Gebiete   geschickt werden, in denen Bedarf besteht. Unmittelbar w&#252;rden   Armutsbek&#228;mpfung, die Versorgung mit sauberem Wasser und eine   Alphabetisierung die Lebenserwartung enorm erh&#246;hen.<\/p>\n<h4>  Beispiel Ressourcen<\/h4>\n<p>  Hartn&#228;ckig h&#228;lt sich die Meinung, dass die neokolonialen L&#228;nder ohne   &#8222;unsere&#8220; Hilfe keine Chance h&#228;tten. Ohne &#8222;Entwicklungshilfe&#8220; und   &#8222;humanit&#228;res Engagement&#8220; w&#252;rde es den Menschen in diesen L&#228;ndern   angeblich noch viel schlechter gehen. Die Beispiele vom Libanon,   Afghanistan und Irak zeigen in aller Deutlichkeit, was passiert, wenn   diese L&#228;nder sich nicht so &#8222;entwickeln&#8220;, wie die Gro&#223;m&#228;chte sich das   vorgestellt haben. Diese L&#228;nder wurden um Jahrzehnte zur&#252;ckgebombt.<\/p>\n<p>  Auch auf dem schwarzen Kontinent gibt es einiges zu holen. Konzerne wie   Shell pumpen &#214;l und Gas ab. Auch deutsche Konzerne und Unternehmen   anderer Staaten Westeuropas pl&#252;ndern Gasreserven, Erze, Edelmetalle und   Edelsteine. Um ihren Einfluss zu erhalten oder auszudehnen, werden   Terror-Regime oder Terror-Milizen unterst&#252;tzt, die im Interesse der   gro&#223;en Bl&#246;cke &#8222;Ruhe und Ordnung&#8220; herstellen sollen. Die   &#8222;Entwicklungshilfe&#8221; der westlichen Regierungen soll dazu dienen, den   imperialistischen Ambitionen die aggressive Fratze zu nehmen. Die   multinationalen Konzerne saugen Milliarden aus dem Boden und den   Menschen. Die V&#246;lker in den unterentwickelten L&#228;ndern haben nichts davon.<\/p>\n<p>  Eine sozialistisch geplante Wirtschaft w&#252;rde die Auspl&#252;nderung beenden.   Moderne Produktionsanlagen w&#252;rden gebaut, die die Arbeitsbedingungen   deutlich erleichtern w&#252;rden. In Kooperation mit industrialisierteren   L&#228;ndern k&#246;nnten Technik, Wissen und G&#252;ter ausgetauscht werden. Es   k&#246;nnten LehrerInnen und Ingenieure entsandt werden. Innerhalb von kurzer   Zeit k&#246;nnten die Bev&#246;lkerungen der heute &#8222;armen&#8220; L&#228;nder in die Lage   versetzt werden, Techniken zur Verbesserung ihrer Lebensverh&#228;ltnisse zu   entwickeln.<\/p>\n<p>  Dies sind nur ein paar Beispiele daf&#252;r, die Unf&#228;higkeit des Systems zu   demonstrieren, die &#8222;Entwicklungsl&#228;nder&#8220; zu entwickeln. Ein Ende der   Macht der Banken und Konzerne, ein Ende der imperialistischen   Auspl&#252;nderung durch die Schaffung einer sozialistischen Demokratie   weltweit w&#252;rde Schluss machen mit Profitzwang und Barbarei &#252;berall auf   dieser &#8211; einen &#8211; Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In einer sozialistischen Wirtschaft k&#246;nnen Hunger, Elend und Armut<br \/>\n      &#252;berwunden werden\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[96],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12845"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12845"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12845\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12845"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12845"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12845"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}