{"id":12844,"date":"2008-10-21T00:00:00","date_gmt":"2008-10-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12844"},"modified":"2012-05-15T15:22:31","modified_gmt":"2012-05-15T13:22:31","slug":"12844","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12844\/","title":{"rendered":"Gewerkschaften m&#252;ssen mit der SPD brechen"},"content":{"rendered":"<p>  &#220;ber das Verh&#228;ltnis von Gewerkschaften, SPD und Linkspartei<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nach Jahren des Neoliberalismus, in denen hohe Profite auf Grundlage   versch&#228;rfter Angriffe gegen die abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten eingefahren   wurden, bereiten sich die Unternehmer jetzt darauf vor, die   Arbeiterklasse f&#252;r die wirtschaftliche Krise zahlen zu lassen. In dieser   Situation kann DIE LINKE als politische Kraft, die den   gewerkschaftlichen Kampf unterst&#252;tzt und weiterbringt, eine wichtige   Rolle spielen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Angelika Teweleit, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Seit Jahren betreiben die Gewerkschaftsoberen eine Politik von   Co-Management und faulen Kompromissen. Die Probleme, die KollegInnen   t&#228;glich zu sp&#252;ren bekommen &#8211; sei es die Gasrechnung oder die Kosten f&#252;r   Klassenfahrt &#8211; sind aufgrund ihrer hohen Einkommen nicht die Probleme   eines Michael Sommer oder eines Frank Bsirske. Deshalb muss in den   Gewerkschaften f&#252;r eine programmatische und personelle Alternative   gestritten werden. Es stellt sich aber auch die Aufgabe, f&#252;r den Aufbau   einer politischen Alternative einzutreten.<\/p>\n<p>  Obwohl die SPD heute eine durch und durch kapitalistische Partei ist,   sind trotzdem noch immer Spitzenfunktion&#228;re der Gewerkschaften im Besitz   eines SPD-Parteibuches. Selbst in den letzten Jahren durften   SPD-Regierungsvertreter immer wieder auf DGB-Mai-Kundgebungen reden. Bis   zuletzt sorgte die Gewerkschaftsspitze bei Bundestagswahlen f&#252;r eine mal   offenere, mal verdecktere Wahlunterst&#252;tzung f&#252;r die Sozialdemokratie.   Damit muss Schluss sein. Die Gewerkschaften m&#252;ssen vollst&#228;ndig mit der   SPD brechen.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaften &#8211; politisch neutral?<\/h4>\n<p>  IG-Metall-Chef Berthold Huber, selber SPD-Mitglied, warnt vor einer   &#8222;Vereinnahmung der Gewerkschaften durch DIE LINKE&#8220;. Gewerkschaften sind   nat&#252;rlich keine Parteien, ihr Ziel ist es, ArbeiterInnen   partei&#252;bergreifend (mit Ausnahme von Nazis) zu organisieren. Aber alle   Fragen, die abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte betreffen, sind auch politische Fragen   &#8211; ob Agenda 2010, Mindestlohn, Privatisierungen, Steuergesetze und so   weiter.<\/p>\n<p>  Darum kann es KollegInnen nicht egal sein, wie Wahlen ausgehen, was sich   politisch tut. Deshalb ist es n&#246;tig, dass Gewerkschaften, im Hinblick   auf die Bundestagswahl, zum einen dazu aufrufen, w&#228;hlen zu gehen. Und   zum anderen daf&#252;r eintreten, keiner Agenda-2010-Partei die Stimme zu   geben (nat&#252;rlich auch nicht den Rechtsextremen).<\/p>\n<h4>  Wof&#252;r ist DIE LINKE n&#246;tig?<\/h4>\n<p>  Was bringt denn die Wahl der LINKEN, werden manche KollegInnen fragen.   Eine Partei, die im Bundestag gegen arbeiterfeindliche Politik Position   bezieht, liefert Besch&#228;ftigten und Erwerbslosen Argumente und &#252;bt Druck   auf die etablierten Parteien aus.<\/p>\n<p>  Entscheidend sind Massenbewegungen. Trotzdem ist eine politische Kraft   wichtig, die Arbeiterinteressen vertritt (daf&#252;r m&#252;ssen ArbeiterInnen   sich in der Partei auch einbringen), Forderungen programmatisch   zusammenfasst und Kampagnen organisiert. Die Linkspartei kann ein   Bezugspunkt f&#252;r Proteste sein, &#252;ber sie lassen sich gewerkschaftliche   Anliegen bekannt machen und Gesetzesinitiativen starten.<\/p>\n<p>  In Anbetracht der Krise im Gesundheitswesen k&#246;nnten LINKE und ver.di zum   Beispiel gemeinsam eine Kampagne f&#252;r die Schaffung von 100.000 Stellen   in den Kliniken f&#252;hren. Mit dem Ziel, eine Protestbewegung aufzubauen.   DIE LINKE k&#246;nnte dann einen entsprechenden Antrag im Bundestag   einbringen, f&#252;r diesen Tag k&#246;nnten LINKE und Gewerkschaften gemeinsam zu   einen bundesweiten Streik- und Protesttag mobilisieren.<\/p>\n<h4>  F&#252;r eine konsequente LINKE<\/h4>\n<p>  Doch damit DIE LINKE sich nicht auf Parlamente fixiert, sondern   Mitinitiator und Katalysator f&#252;r gewerkschaftliche und soziale Gegenwehr   ist, muss ein Kampf in der Partei gef&#252;hrt werden. Dazu geh&#246;rt zum   Beispiel die eindeutige Ablehnung von Regierungsbeteiligungen, egal ob   im Land oder im Bund. In Berlin wird deutlich, wie sich auch DIE LINKE   als Senatspartei zum Handlanger f&#252;r Lohndr&#252;ckerei machen l&#228;sst. Eine   Kernforderung von GewerkschafterInnen in der LINKEN muss daher der   sofortige Austritt der Partei aus dem &#8222;rot-roten&#8220; Senat sein.<\/p>\n<p>  Wer die Rahmenbedingungen des Kapitalismus akzeptiert, landet immer bei   der Politik der sogenannten Sachzw&#228;nge. Die unmittelbare Aufgabe muss   darin bestehen, KollegInnen mit einem Programm zu bewaffnen, auf dessen   Grundlage die Abwehrk&#228;mpfe erfolgreich gef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Diese   K&#228;mpfe k&#246;nnen &#8211; erst Recht im kapitalistischen Niedergang &#8211; letztendlich   aber nur erfolgreich sein, wenn sie mit dem Kampf f&#252;r eine grundlegende   Ver&#228;nderung der Gesellschaft verbunden werden.<\/p>\n<p>  Es ist unumg&#228;nglich, dass sich gewerkschaftliche AktivistInnen auch in   der LINKEN engagieren und sich in die Debatten um die Ausrichtung der   Partei einmischen. Der Arbeitskreis Betrieb und Gewerkschaften in der   LINKEN kann daf&#252;r ein Ausgangspunkt sein.<\/p>\n<h4>  Angelika Teweleit ist Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#220;ber das Verh&#228;ltnis von Gewerkschaften, SPD und Linkspartei\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,25],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12844"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12844"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12844\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12844"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12844"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12844"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}