{"id":12843,"date":"2008-10-20T00:00:00","date_gmt":"2008-10-20T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12843"},"modified":"2008-10-20T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-20T00:00:00","slug":"12843","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12843\/","title":{"rendered":"Hessen: DIE LINKE darf sich nicht knebeln lassen!"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r Einzelfallenscheidungen statt Tolerierungsabkommen mit Rot-Gr&#252;n in   Hessen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <b>In Hessen verlangt die SPD von der LINKEN, sie solle vor der Wahl der   Ministerpr&#228;sidentin verbindlich zusagen, die Haushalte bis 2013   abzusegnen, das Landesbudget bis dahin auszugleichen und gro&#223;e   Gesetzesvorhaben zu unterst&#252;tzen. Sowohl SPD als auch Gr&#252;ne wollen DIE   LINKE durch einen Tolerierungsvertrag oder vergleichbare feste   Absprachen so weit wie m&#246;glich einbinden und f&#252;r ihre Politik   mitverantwortlich machen.<\/b><\/h4>\n<h4>  <i>von C. Fl&#246;ter, Kassel <\/i><\/h4>\n<p>  SPD und Gr&#252;ne wissen, dass sie in einer zuk&#252;nftigen Regierung diverse   Schweinereien umsetzen werden. Wenn DIE LINKE dagegen stimmt und   Widerstand mobilisiert, dann wird sichtbar, wer f&#252;r welche Politik   steht. Dann kann sich die Linkspartei als starke, sozialistische Partei   aufbauen. Ein Tolerierungsvertrag &#8211; oder jede &#228;hnliche Absprache &#8211; dient   dazu, der LINKEN diese M&#246;glichkeiten zu nehmen und sie in die Pflicht   der Sachzw&#228;nge im Kapitalismus einzubinden.<\/p>\n<p>  Das darf DIE LINKE nicht mit machen. F&#252;r sie muss gelten, dass sie zwar   die Ministerpr&#228;sidentin mitw&#228;hlt, danach ihre Entscheidungen aber von   Fall zu Fall trifft: Verbesserungen f&#252;r ArbeitnehmerInnen, Erwerbslose   und Jugendliche stimmt DIE LINKE zu, Verschlechterungen (wie   Sozialabbau, Privatisierung, Finanzierung von Prestigeobjekten,   Flughafenausbau) lehnt sie ab.<\/p>\n<h4>  Koch abw&#228;hlen<\/h4>\n<p>  Koch abzuw&#228;hlen ist richtig, denn es wird alle ermutigen, die jahrelang   gegen diese CDU-Regierung Widerstand organisiert haben. Aber gerade wenn   DIE LINKE daher Andrea Ypsilanti und ihr Kabinett mitw&#228;hlt, muss sie   deutlich machen, dass auch SPD und Gr&#252;ne Parteien des Sozialabbaus sind.   Rot-Gr&#252;n hat Hartz IV und die Agenda 2010 umgesetzt. In Hessen weigert   sich die SPD, die Tarifflucht von Koch komplett zur&#252;ck zu nehmen. Sie   besteht stattdessen auf einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden.<\/p>\n<p>  Da Rot-Gr&#252;n nicht bereit ist, mit der Politik im Interesse der Konzerne   zu brechen, wird sie die Haushaltslage zwingen, weitere Angriffe zu   starten: Durch die Steuerreformen vor allem zugunsten der Unternehmen   fehlt allein dem hessischen Haushalt fast eine Milliarde Euro j&#228;hrlich.   Angesichts der Bankenkrise nimmt Hessen bereits 2008 gegen&#252;ber dem   Vorjahr 150 Millionen weniger ein.<\/p>\n<h4>  Linke im Parlament: das noch kleinere &#220;bel?<\/h4>\n<p>  DIE LINKE darf nicht der Illusion des &#8222;noch kleineren &#220;bels&#8220; aufsitzen:   die Vorstellung, dass DIE LINKE nur durch Absprachen mit   Regierungsparteien Verbesserungen erreichen k&#246;nne, ist falsch. In dieser   &#220;berbetonung des Parlamentarismus zeigt sich die eingeschr&#228;nkte   Vorstellung, auf welchem Weg gesellschaftliche Ver&#228;nderungen erreicht   werden. Inhalte der LINKEN werden nicht vornehmlich im Parlament   erstritten, sondern durch Massenbewegungen in Schulen, Universit&#228;ten und   Betrieben. Das hat sich in Hessen gerade bei der Abschaffung der   Studiengeb&#252;hren gezeigt. Nur eine starke Studierendenbewegung hat SPD   und Gr&#252;ne soweit unter Druck gesetzt, dass sie die R&#252;cknahme der   Studiengeb&#252;hren tats&#228;chlich umgesetzt haben.<\/p>\n<p>  Aufgabe von Linken im Parlament ist, die Arbeiterklasse aufzukl&#228;ren &#252;ber   die Politik der Herrschenden und die gesellschaftlichen Missst&#228;nde.   Dabei kann sie durchaus die b&#252;rgerlichen Mehrheiten im Parlament zu   Zugest&#228;ndnissen bringen, indem sie die anderen Parteien mit ihren   weitergehenden Forderungen vor sich her treibt. Durch das   Stimmenwachstum der LINKEN sehen sich die anderen Parteien gezwungen,   Teile der linken Forderungen aufzunehmen und kleine Korrekturen   umzusetzen. Die Aufmerksamkeit, die die Linkspartei durch die Parlamente   bekommt, muss sie auch nutzen, um sich selber als k&#228;mpferische Partei   aufzubauen.<\/p>\n<p>  Die Parteien des Sozialabbaus zu kritisieren und eine Alternative dazu   aufzuzeigen, ist die wichtigste Aufgabe der LINKEN &#8211; au&#223;erhalb UND   innerhalb des Parlaments. Feste Tolerierungsabkommen sollen genau das   verhindern. Solche Abmachungen dienen dazu, DIE LINKE zu verpflichten,   Verschlechterungen zuzustimmen. Dann verliert sie aber zu Recht ihre   Glaubw&#252;rdigkeit. Deshalb darf sich DIE LINKE nicht auf   Tolerierungsabkommen einlassen. Gemeinsam mit sozialen Bewegungen und   Gewerkschaften muss sie den Widerstand gegen Angriffe und f&#252;r   Verbesserungen organisieren. Nicht fade Ergebnisse von   Koalitionsgespr&#228;chen zwischen SPD und Gr&#252;nen werden die   Bildungssituation in Hessen ernsthaft verbessern, sondern der lautstarke   Protest der Sch&#252;lerInnen, LehrerInnen und Eltern.<\/p>\n<h5>  Rosa Luxemburg, &#8222;Die Krise in Frankreich&#8220;, 1901:<\/h5>\n<p>  <i>&#8222;Ohne die M&#246;glichkeit, der eigenen Politik die direkte Sanktion der   parlamentarischen Mehrheit zu geben [das hei&#223;t ohne eigene Mehrheit],   sind die Sozialisten darauf angewiesen, der b&#252;rgerlichen Mehrheit in   stetem Kampfe Konzessionen zu entrei&#223;en. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Dies erreichen sie aber durch ihre oppositionelle Kritik auf   dreierlei Wegen: indem sie mit ihren am weitesten gehenden Forderungen   den b&#252;rgerlichen Parteien eine gef&#228;hrliche Konkurrenz bereiten und sie   durch den Druck der W&#228;hlermassen vorw&#228;rtsdr&#228;ngen; dann, indem sie die   Regierung vor dem Lande blo&#223;stellen und sie durch die &#246;ffentliche   Meinung beeinflussen; endlich, indem sie durch ihre Kritik in und   au&#223;erhalb der Kammer immer mehr die Volksmassen um sich gruppieren und   so zu einer achtunggebietenden Macht anwachsen, mit der Regierung und   Bourgeoisie [Kapitalistenklasse] rechnen m&#252;ssen.&#8220; <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r Einzelfallenscheidungen statt Tolerierungsabkommen mit Rot-Gr&#252;n in<br \/>\n      Hessen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12843"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12843"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12843\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}