{"id":12841,"date":"2008-10-18T00:00:00","date_gmt":"2008-10-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12841"},"modified":"2008-10-18T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-18T00:00:00","slug":"12841","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12841\/","title":{"rendered":"Banken: Das gro&#223;e Fressen"},"content":{"rendered":"<p>  &#220;bernahmen im deutschen Bankensektor vernichten zehntausende   Arbeitspl&#228;tze<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der Bankenmarkt in Deutschland kommt in Bewegung. Eine &#220;ber-nahme   jagt die N&#228;chste. Leidtragende sind wieder einmal die betroffenen   ArbeitnehmerInnen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Den Anfang machte die Commerzbank. Sie schluckte die Dresdner Bank,   finanziell angeschlagene Tochter des Allianz-Konzerns. Nach Sch&#228;tzungen   von ver.di stehen mindestens 9.000 Arbeitspl&#228;tze auf dem Spiel. Nach   diesem Man&#246;ver stand der deutsche Branchenprimus, die Deutsche Bank,   unter Druck. Diese stieg anschlie&#223;end bei der Postbank ein.<\/p>\n<h4>  Fusionswelle &#8211; warum?<\/h4>\n<p>  Hintergrund der neuen Fusionitis ist zum einen die internationale   Finanzkrise. Diese hat etliche Kreditinstitute in Bedr&#228;ngnis gebracht.   Zum anderen sind die deutschen Gro&#223;banken im Verh&#228;ltnis zu den gro&#223;en   Banken aus &#220;bersee zu klein, um auf Dauer mithalten zu k&#246;nnen. Schon   seit langem fordern daher Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine   &#8222;Konsolidierung&#8220; der deutschen Bankenwelt, das hei&#223;t eine gr&#246;&#223;ere   Konzentration auf einige &#8222;Big Player&#8220;.<\/p>\n<p>  Im Zuge des Spekulationsdesasters in den USA waren die Landesbanken wie   WestLB, Bayrische Landesbank und andere die Hauptleidtragenden. Diese   mussten laut FAZ vom 16. September etwa 21 Milliarden Euro abschreiben.   Weitere Verluste drohen. B&#252;rgerliche Politiker und Medien nutzen dies   als Vorwand, um diese Institutionen generell in Frage zu stellen.<\/p>\n<h4>  Sparkassen vor dem Aus?<\/h4>\n<p>  Noch vor kurzem war f&#252;r die gro&#223;en Finanzh&#228;user wie die Deutsche Bank   das Gesch&#228;ft mit den Kleinkunden Nebensache. Ihre Gewinne machten sie   auf andere Weise. Das &#228;ndert sich in der gegenw&#228;rtigen Krise ganz akut.   Jetzt versuchen die Gro&#223;banken, ihre Verluste mit den Geb&#252;hren, Zinsen   und so weiter auszugleichen, die sie bei den Kleinkunden abkassieren.   Jetzt st&#246;rt es die Ackerm&#228;nner gewaltig, dass der Gro&#223;teil der   Privatkunden bei den Sparkassen beziehungsweise Genossenschaftsbanken   beheimatet ist.<\/p>\n<p>  Daher dr&#228;ngen sie auf eine &#196;nderung der entsprechenden Gesetze. In   Nordrhein-Westfalen hat CDU-Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers einen   neuen Anlauf in diese Richtung unternommen. W&#228;re dieser Vorsto&#223; von   Erfolg gekr&#246;nt, st&#252;nde das komplette Sparkassensystem auf dem Spiel. Die   Gro&#223;banken h&#228;tten einen Riesenhappen zum Verschlingen, zehntausende   Arbeitspl&#228;tze st&#228;nden zur Disposition. Zudem g&#228;be es eine noch gr&#246;&#223;ere   Zentralisation von Macht und Einfluss seitens der Gro&#223;banken.<\/p>\n<h4>  Gro&#223;banken enteignen!<\/h4>\n<p>  Wenn den Reichen das Wasser bis zum Halse steht, sind sie sogar dazu   bereit, Unternehmen zu verstaatlichen. So wie in den USA heute wurden im   krisengesch&#252;ttelten Japan der neunziger Jahre auch schon Banken in   Staatshand &#252;bergeben. Allerdings nur vor&#252;bergehend, um sie sp&#228;ter   saniert wieder zu privatisieren. Das l&#228;uft nach dem Motto: Gewinne   privatisieren, Verluste sozialisieren.<\/p>\n<p>  Das hat nichts mit dem zu tun, was SozialistInnen fordern. Es geht nicht   darum, den Kapitalisten rettend unter die Arme zu greifen. Es geht nicht   darum, ihr m&#246;rderisches System besser managen zu wollen. Vielmehr muss   die &#220;berf&#252;hrung von Banken in &#246;ffentliches Eigentum dauerhaft sein und   als erster Schritt dazu dienen, eine Wirtschaftsordnung zu &#252;berwinden,   die selbst im Aufschwung Lohnabh&#228;ngige auspresst wie Zitronen und immer   wieder Krisen hervorruft, die zu Massenentlassungen und Verarmung f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Die Beispiele der Landesbanken zeigen, dass es nicht reicht, wenn die   Banken das Label &#8222;staatlich&#8220; tragen, sondern dass sie einer &#246;ffentlichen   Kontrolle unterstellt werden m&#252;ssen. Die Partei DIE LINKE und der DGB   sollten gerade jetzt eine Kampagne starten, die nicht nur die Enteignung   von Deutscher Bank und Co. fordert, sondern auch daf&#252;r eintritt, dass   die Banken durch die arbeitende Bev&#246;lkerung demokratisch kontrolliert   und verwaltet werden m&#252;ssen. Dies sollte mit den gerade laufenden   K&#228;mpfen gegen die Vernichtung der Arbeitspl&#228;tze bei Dresdner Bank und   anderen Finanzh&#228;usern verbunden werden. Es muss deutlich gemacht werden,   dass Profitstreben zur massenhaften Zerst&#246;rung von Arbeitspl&#228;tzen f&#252;hrt.   Darum gilt es, solche Schritte mit dem ziel zu verfolgen, das   Konkurrenzsystem durch eine demokratisch geplante Wirtschaft zu ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#220;bernahmen im deutschen Bankensektor vernichten zehntausende<br \/>\n      Arbeitspl&#228;tze\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12841"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12841\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}