{"id":12826,"date":"2008-10-03T00:00:00","date_gmt":"2008-10-03T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12826"},"modified":"2008-10-03T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-03T00:00:00","slug":"12826","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/10\/12826\/","title":{"rendered":"SPD: Konkursverwalter M&#252;ntefering"},"content":{"rendered":"<p>  Schlussfolgerungen f&#252;r DIE LINKE aus der Krise der SPD<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>So zerrieben wie die SPD war am Ende auch Kurt Beck. Zwischen   neoliberaler Politik und der Herausforderung durch DIE LINKE rutscht die   SPD immer tiefer in die Krise. Der Pf&#228;lzer warf den Parteivorsitz hin.   Das Duo M&#252;ntefering-Steinmeier wird die SPD jedoch weiter in dieses   Dilemma treiben. Die Linkspartei muss gegen dieses Comeback der   Schr&#246;derianer in die Offensive.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Stephan Kimmerle, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Gesetze zur F&#246;rderung von Leiharbeit, Hartz IV und Rente mit 67,   Geschenke an die Superreichen und Mehrwertsteuererh&#246;hung f&#252;r die Masse   der Bev&#246;lkerung &#8211; die SPD betreibt konsequent Politik im Interesse der   Konzerne und Verm&#246;genden. Besch&#228;ftigte und Erwerbslose wenden sich von   ihr ab. Daraus entsteht die Krise der ehemaligen Arbeiterpartei.<\/p>\n<p>  Mit dem Agenda-Architekt Frank-Walter Steinmeier und dem   Rente-67-Verfechter Franz M&#252;ntefering hat sich der rechte Parteifl&#252;gel   der Sozialdemokratie erst einmal durchgesetzt. Dieser Schr&#246;der-Kurs   machte f&#252;r Millionen sichtbar, wie weit sich die SPD mittlerweile von   den Interessen der arbeitenden Bev&#246;lkerung entfernt hat. Jenseits   kurzfristiger Erfolge bei Umfragen wird sich unter dem neuen SPD-Gespann   diese Erkenntnis weiter verbreiten.<\/p>\n<h4>  Chance f&#252;r DIE LINKE<\/h4>\n<p>  60 UnterzeichnerInnen der SPD-Linken, unter ihnen der   Gewerkschaftsvorsitzende Klaus Wieseh&#252;gel, forderten in einem offenen   Brief Anfang September eine R&#252;cknahme der Rente mit 67 und die   Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;gensteuer. Wenige Tage sp&#228;ter war der   Ex-Rente-mit-67-Minister wieder Parteivorsitzender. Das f&#252;hrte erneut   den Totalausfall der SPD-Linken vor Augen: 2003 scheiterte das   Mitgliederbegehren gegen Gerhard Schr&#246;ders Kurs schon an mangelnden   UnterzeichnerInnen, bevor es &#252;berhaupt zugelassen wurde. Agenda und   Kriegseins&#228;tze &#8211; letztlich wurde alles mitgetragen. Andrea Nahles,   Aush&#228;ngeschild der Linken, wurde stellvertretende Vorsitzende &#8211; sonst   &#228;nderte sich nichts.<\/p>\n<p>  DIE LINKE hat damit alle Chancen, den Kurs der SPD anzugreifen und sich   als Alternative aufzubauen. DIE LINKE sollte mit Antr&#228;gen im Bundestag,   vor allem aber mit Kampagnen auf der Stra&#223;e, Wieseh&#252;gel, Nahles und Co.   auffordern: Wenn es Euch ernst ist, dann k&#228;mpft mit uns f&#252;r einen   Mindestlohn, der den Namen verdient. Dann stimmt mit uns im Bundestag   gegen die Rente mit 67. Dann baut mit uns eine Partei auf, die Menschen   f&#252;r eine Politik gegen Sozialabbau mobilisieren kann. Ein solcher Aufruf   fordert nicht nur Ottmar Schreiner und Co., die Halblinken der SPD,   heraus. Er richtet sich auch an alle in Gewerkschaften, sozialen   Bewegungen und an alle Interessierten, die die Entwicklungen verfolgen.<\/p>\n<h4>  M&#252;nte-Steinmeier-Duo auf Schleudersitz<\/h4>\n<p>  Der erneute SPD-Chef M&#252;ntefering fordert von seiner Partei   Geschlossenheit. Doch selbst in dieser Krise geht die interne Keilerei   weiter. Heiko Maas, SPD-Landeschef und kommender Drittplatzierter bei   der saarl&#228;ndischen Landtagswahl, sieht seine Chancen durch das rechte   Spitzen-Duo weiter schwinden. Klaus Wowereit bringt sich f&#252;r die Zeit   nach der Bundestagswahl als &#8222;linkere&#8220; Alternative in Stellung.<\/p>\n<p>  Vor allem aber wird ein weiteres Wachstum der LINKEN &#8211; bei Umfragen, an   Mitgliedern und an Unterst&#252;tzung in den Gewerkschaften &#8211; die SPD und   damit auch ihre Spitze weiter schw&#228;chen.<\/p>\n<p>  Noch scheint es unwahrscheinlich, dass der designierte Kanzlerkandidat   Steinmeier und der erneute Herr im Willy-Brandt-Haus, M&#252;ntefering,   nochmals und noch vor der Bundestagswahl kippen k&#246;nnten. Doch weitere   Abst&#252;rze bei kommenden Landtagswahlen und in Umfragen k&#246;nnen den Ansto&#223;   f&#252;r neue Pirouetten einer Partei im Niedergang geben.<\/p>\n<p>  Auch M&#252;ntefering und Steinmeier k&#246;nnen dann versucht sein, auf eine   Ypsilanti-artige Wahlkampagne zu setzen. Mit sozialer Demagogie und   einer Scheinpolarisierung zwischen ihr und Koch (&#8222;Er oder Sie&#8220;)   profilierte sich die hessische SPD-Vorsitzende als &#8222;links&#8220;. M&#252;ntefering   sprach im Bundestagswahlkampf 2005 schon von &#8222;Heuschrecken&#8220;, um   scheinradikal und folgenlos gegen Teile des Kapitals zu wettern.<\/p>\n<p>  Doch der neue, alte SPD-Vorsitzende steht als Person letztlich daf&#252;r,   den Schr&#246;der-Kurs bis zum Ende zu verteidigen. Er trat als   Arbeitsminister zur&#252;ck, nachdem nur leichte Korrekturen an der Agenda &#8211;   die Verl&#228;ngerung der Bezugsdauer f&#252;r &#228;ltere ALG-I-Empf&#228;ngerInnen &#8211;   vorgenommen werden mussten.<\/p>\n<h4>  Keine guten Karten f&#252;r die SPD. Alle Tr&#252;mpfe bei der LINKEN. Sie muss   sie nur auch ausspielen. n<\/h4>\n<h4>  Stephan Kimmerle ist Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Schlussfolgerungen f&#252;r DIE LINKE aus der Krise der SPD\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[208],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12826"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12826"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12826\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}