{"id":12823,"date":"2008-09-29T00:00:00","date_gmt":"2008-09-29T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12823"},"modified":"2008-09-29T00:00:00","modified_gmt":"2008-09-29T00:00:00","slug":"12823","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/09\/12823\/","title":{"rendered":"Schule macht krank"},"content":{"rendered":"<p>  Durchschnittlich jeder vierte Berliner Sch&#252;ler leidet unter   schulischbedingten Stresssymptomen (z.B. Aggressivit&#228;t, Bauchschmerzen,   Schlafst&#246;rungen). Einer von 12 leidet sogar unter schweren psychischen   Problemen wie Depressionen. Dieses Bild ergibt sich aus Zahlen der   Weltgesundheitsorganisation (WHO).<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Verena Saalmann, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Verwunderlich ist es nicht, dass Sch&#252;ler sich unter Druck f&#252;hlen. Schon   als Realsch&#252;ler ist es heute schwer eine Lehrstelle zu bekommen &#8211;   Hauptsch&#252;ler k&#246;nnen sich als die Hartz IV-Empf&#228;nger von Morgen f&#252;hlen &#8211;   und werden h&#228;ufig auch so in der Schule behandelt. Und priviligiert   brauchen auch die Gymnasiasten sich schon lange nicht mehr zu f&#252;hlen.   Durch das 12 Jahre Abitur sind die Lehrpl&#228;ne so voll geworden, dass   viele mit einer weit &#252;ber vierzig Stundenwoche darum k&#228;mpfen m&#252;ssen,   ihre Noten zu halten.<\/p>\n<p>  Das Schulklima leidet unter solchen Bedingungen: Rund die H&#228;lfte der   Berliner Sch&#252;ler findet das Klima nur mittelm&#228;&#223;ig, jeder f&#252;nfte findet   es sogar schlecht. Dazu passt, dass gestresste Sch&#252;ler h&#228;ufig gar nicht   mehr in die Schule wollen.<\/p>\n<h4>  M&#228;dchen besonders betroffen<\/h4>\n<p>  Besonders M&#228;dchen sind betroffen. Nicht nur, dass sie h&#228;ufiger unter   Stress leiden (jede dritte Sch&#252;lerin, statt jedem vierten Sch&#252;ler   gesamt), sie leiden auch deutlich mehr unter Selbstzweifeln und   Essst&#246;rungen &#8211; fast jedes zweite M&#228;dchen f&#252;hlt sich heutzutage zu dick.   Was bei einer Kombination aus Pr&#252;fungsdruck, Mc Donalds und   Fernsehserien wie &#8222;Germanys next Topmodel&#8220; auch nicht verwundern kann.   Die WHO verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Magersucht und   &#220;bergewicht an den Berliner Schulen.<\/p>\n<p>  Solche Studien sind allerdings nichts wirklich neues. 2003 ergab eine   WHO Studie schon &#196;hnliches, die Uni Bielefeld hat im gleichen Jahr eine   Studie ver&#246;ffentlicht die ergab, dass die Sch&#252;ler immer mehr unter   psychischen Problemen leiden; 2006 ver&#246;ffentlichte der Focus eine   bundesweite Umfrage in der fast 60 Prozent der Eltern ihre Kinder   gesundheitssch&#228;digendem Stress durch die Schule ausgesetzt sahen &#8211; schon   damals finanzierten weit &#252;ber 30 Prozent ihren Kindern Nachhilfe und 3   von 4 Eltern halfen bei den Hausaufgaben. Doch verbessert hat sich   seither nichts. Im Gegenteil: Turbo-Abi, Zentralpr&#252;fungen,   Unterrichtsausfall &#8211; die Misere geht weiter.<\/p>\n<h4>  Es geht auch anders<\/h4>\n<p>  Wir finden: Schule muss nicht so sein. Es bedarf eines   Investitionsprogrammes, mit dem neue Lehrer finanziert werden k&#246;nnen,   neue B&#252;cher angeschafft werden und eine finanzielle Beteiligung durch   die Sch&#252;ler an den Lehrmaterialen ausgeschlossen wird. Bildung muss   kostenlos und f&#252;r alle gleicherma&#223;en zug&#228;nglich sein. Die Klassenst&#228;rke   muss auf 15 Sch&#252;ler reduziert werden, so dass auf<\/p>\n<p>  schw&#228;chere und leistungsst&#228;rkere Sch&#252;ler individuell eingegangen werden   kann. Am besten in einer integrierten Gesamtschule, in der alle   gemeinsam ohne Druck lernen k&#246;nnen. Wo das Abitur jetzt auf 12 Jahre   reduziert wurde, muss das zur&#252;ckgenommen werden &#8211; eine Auflockerung der   Lehrpl&#228;ne, um individuell auf die Interessen und Fragen der Sch&#252;ler und   das Lerntempo der Klasse eingehen zu k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Durchschnittlich jeder vierte Berliner Sch&#252;ler leidet unter<br \/>\n      schulischbedingten Stresssymptomen (z.B. Aggressivit&#228;t, Bauchschmerzen,<br \/>\n      Schlafst&#246;rungen). Einer von 12 leidet sogar unter schweren psychischen<br \/>\n      Problemen wie Depressionen. 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