{"id":12817,"date":"2008-09-13T01:00:00","date_gmt":"2008-09-12T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12817"},"modified":"2012-06-13T17:20:27","modified_gmt":"2012-06-13T15:20:27","slug":"12817","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/09\/12817\/","title":{"rendered":"Lucy Redler tritt in LINKE ein: &#187;Wir wollen als Marxisten unseren       Beitrag leisten&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  dokumentiert: Interview der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/09-12\/055.php\">jungen   Welt vom 12.9.<\/a> mit Lucy Redler<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b><i>&quot;Feindliche &#220;bernahme: Die SAV tritt jetzt auch in Berlin und   Ostdeutschland in Die Linke ein. Ein Gespr&#228;ch mit Lucy Redler<\/i><\/b><\/p>\n<h4>  Ralf Wurzbacher<\/h4>\n<p>  Lucy Redler ist Bundesleitungsmitglied der trotzkistischen   Sozialistischen Alternative (SAV). Sie war bei den   Abgeordnetenhauswahlen in Berlin im Herbst 2006 Spitzenkandidatin der   damals in Konkurrenz zur Linkspartei angetretenen Berliner WASG<\/p>\n<p>  Sie sind am Mittwoch in die Partei Die Linke eingetreten und rufen Ihre   SAV-Mitstreiter dazu auf, es Ihnen gleichzutun. Was hat ausgerechnet Sie   zu diesem Schritt bewogen?<\/p>\n<p>  Mein Aufruf richtet sich auch an die Mitstreiter der ehemaligen Berliner   WASG ebenso wie an Gewerkschafter und Aktivisten der   au&#223;erparlamentarischen Bewegung. Die Linke ist heute ein Bezugspunkt f&#252;r   Millionen Menschen in Deutschland. Sie wird als bundesweit einzige   Partei wahrgenommen, die Hartz IV, Rente mit 67 und den deutschen   Kriegseinsatz in Afghanistan ablehnt. Ich trete in Die Linke ein, um   eine starke antikapitalistische Partei aufzubauen, die ihren Schwerpunkt   auf au&#223;erparlamentarische Bewegungen legt und f&#252;r die der Kampf f&#252;r   Sozialismus keine Utopie, sondern Ma&#223;stab ihrer t&#228;glichen politischen   Arbeit ist.<\/p>\n<h4>  Vor zwei Jahren haben Sie die Berliner Linkspartei im Wahlkampf noch mit   harten Bandagen bek&#228;mpft. Warum dieser Sinneswandel?<\/h4>\n<p>  An meiner inhaltlichen Kritik an der Berliner Linkspartei und deren   Regierungspolitik halte ich nach wie vor fest. Diese Politik steht im   Widerspruch zu den von der Bundespartei vertretenen Positionen. W&#228;hrend   Die Linke im Bund f&#252;r h&#246;here L&#246;hne eintritt, verweigert die Berliner   Linke den Landesbediensteten seit Jahren substantielle Lohnerh&#246;hungen.   W&#228;hrend im Juni Tausende Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler gegen die   Bildungspolitik des rot-roten Senats gestreikt haben, macht auch die   Bundespartei Front gegen Bildungsabbau und setzt sich f&#252;r mehr   Bildungsinvestitionen ein. Mit derlei Widerspr&#252;chen zwischen Anspruch   und Wirklichkeit besch&#228;digt die Berliner Linke die Glaubw&#252;rdigkeit der   Linken insgesamt.<\/p>\n<h4>  Nun sind Sie aber dem Berliner Landesverband beigetreten, dessen Politik   Ihnen so zuwider ist wie eh und je. Tut so ein Spagat nicht weh?<\/h4>\n<p>  Es geht nicht nur um Berlin. Mit den programmatischen Eckpunkten der   Bundespartei kann ich mich identifizieren: mit dem klaren Nein zu   Sozialabbau, Hartz IV und Privatisierungen und mit der Forderung nach   &#220;berf&#252;hrung der Schl&#252;sselindustrien in Gemeineigentum. Die Berliner   Linke macht nur leider keine Anstalten, diesen Weg einzuschlagen. Auch   anderswo klaffen sozialistischer Anspruch und Praxis auseinander. In   Berlin und bundesweit stellt sich die Frage: Wird Die Linke eine   k&#228;mpferische Kraft im Interesse von Millionen oder wird sie auch in   anderen Bundesl&#228;ndern oder sogar auf Bundesebene Regierungskoalitionen   mit der SPD eingehen?<\/p>\n<h4>  Etwa in Hessen, wo eine Regierungszusammenarbeit mit SPD und Gr&#252;nen   immer wahrscheinlicher wird?<\/h4>\n<p>  Es ist richtig, in Hessen den verha&#223;ten Roland Koch abzuw&#228;hlen und   deshalb f&#252;r Ypsilanti zu stimmen. Danach sollte Die Linke aber im   Landtag von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Ma&#223;nahme im Interesse oder   zuungunsten der arbeitenden und erwerbslosen Bev&#246;lkerung ist. Deshalb   darf Die Linke keinen Tolerierungsvertrag mit der SPD unterschreiben.   Sonst w&#252;rde sie sich in die Verantwortung f&#252;r Sozialabbau einbinden   lassen. Auch die hessische SPD wird keine Politik im Interesse der   Mehrheit der Bev&#246;lkerung betreiben. Um Verbesserungen zu erk&#228;mpfen,   sollte sich Die Linke auf den Aufbau des au&#223;erparlamentarischen   Widerstands konzentrieren, wie sie es im Kampf gegen die Studiengeb&#252;hren   getan hat.<\/p>\n<h4>  In Westdeutschland ist die SAV bereits in Die Linke eingetreten.   Signalisiert Ihr Vorgehen das Ende der Sozialistischen Alternative?<\/h4>\n<p>  Nein. Die SAV steht auch weiterhin f&#252;r alle offen, die sich einer   marxistischen internationalen Organisa&#173;tion anschlie&#223;en wollen. Wir   haben mit gro&#223;er Mehrheit entschieden, auch in Ostdeutschland und Berlin   in Die Linke einzutreten. Wir wollen als Marxisten mit anderen unseren   Beitrag dazu leisten, einen starken sozialistischen Fl&#252;gel in der Linken   aufzubauen, der Regierungsbeteiligungen wie in Berlin ablehnt.<\/p>\n<h4>  F&#252;r die Berliner Linkspartei d&#252;rfte das wie der Versuch einer   feindlichen &#220;bernahme wirken.<\/h4>\n<p>  Diejenigen, die wie ich f&#252;r eine k&#228;mpferische Linke eintreten, freuen   sich gewi&#223; &#252;ber unseren Schritt. Da&#223; sich die Freude bei Harald Wolf und   Klaus Lederer in Grenzen h&#228;lt, davon gehe ich aus.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      dokumentiert: Interview der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/09-12\/055.php\">jungen<br \/>\n      Welt vom 12.9.<\/a> mit Lucy Redler\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[27],"tags":[270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12817"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12817"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12817\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}