{"id":12798,"date":"2008-09-15T00:00:00","date_gmt":"2008-09-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12798"},"modified":"2012-12-27T17:38:52","modified_gmt":"2012-12-27T16:38:52","slug":"12798","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/09\/12798\/","title":{"rendered":"F\u00fcr ein sozialistisches Bildungsprogramm"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_23384\" aria-describedby=\"caption-attachment-23384\" style=\"width: 258px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3636897516_13eb0d1a32_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-23384\" title=\"Bildungspolitik\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3636897516_13eb0d1a32_b-258x173.jpg\" alt=\"\" width=\"258\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3636897516_13eb0d1a32_b-258x173.jpg 258w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3636897516_13eb0d1a32_b-518x347.jpg 518w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/3636897516_13eb0d1a32_b.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23384\" class=\"wp-caption-text\">Foto: flickr.com\/photos\/FerN@ndo CC<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bildung im Kapitalismus ist immer Bildung f\u00fcr die Kapitalisten, nicht f\u00fcr uns. Wir wollen aber nicht wie Maschinen lernen, um sp\u00e4ter wie Maschinen zu funktionieren. Wir wollen lernen, weil wir neugierig sind. Wir wollen Wissen erlangen, weil es unser Leben reicher macht. Wir wollen Verst\u00e4ndnis von der Welt erwerben, um sie umzugestalten und die Gesellschaft und unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4><em>von Nora Sander, K\u00f6ln<\/em><\/h4>\n<p>Wir brauchen einen Schulunterricht, der wirklich auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse, F\u00e4higkeiten und Schw\u00e4chen jedes und jeder Einzelnen eingeht. Wir brauchen ausreichend hochqualifiziertes Lehrpersonal, aber auch Sozialp\u00e4dagogInnen, PsychologInnen und Verwaltungskr\u00e4fte, um \u00fcberhaupt erst die Voraussetzungen f\u00fcr ein entspanntes Lernklima f\u00fcr alle zu schaffen.<\/p>\n<p>&#8211; Verkleinerung der Klassen auf maximal 15 Sch\u00fclerInnen. Dementsprechend Neueinstellung von ausreichend LehrerInnen<\/p>\n<p>&#8211; Gleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit: F\u00fcr qualifizierte, tariflich bezahlte Lehrerjobs statt billige L\u00fcckenf\u00fcller!<\/p>\n<p>Mit der Verk\u00fcrzung der Schulzeit bis zum Abitur auf 12 Jahre (G8) wird Lernen f\u00fcr viele zum stressigen Vollzeitjob \u2013 um am Ende nur ein Jahr fr\u00fcher keinen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen.<\/p>\n<p>Zentrale, also einheitliche Pr\u00fcfungen bei uneinheitlichen Voraussetzungen erh\u00f6hen nur den Druck auf die Sch\u00fclerInnen. An der einen Schule war vielleicht die Mathe-Lehrerin lange krank, an der anderen ist Englisch oft ausgefallen. An beiden Schulen dieselben, zentralen Abiturklausuren zu stellen, ist nicht gerecht, sondern Bl\u00f6dsinn.<\/p>\n<p>Noten dienen nur der Selektion, nicht aber der Entwicklung von F\u00e4higkeiten und Talenten.<\/p>\n<p>&#8211; Schluss mit dem Superstress: Weg mit G8 und zentralen Pr\u00fcfungen<\/p>\n<p>&#8211; Abschaffung der Noten. Kostenlose Nachhilfe durch qualifizierte LehrerInnen<\/p>\n<p>Heute wird nach der Grundschule nicht nur der weitere Bildungs-, sondern der Lebensweg der Menschen ma\u00dfgeblich festgelegt. Das dreigliedrige Schulsystem stempelt Massen von Jugendlichen von vornherein zu Loosern, es l\u00e4sst viele Talente verk\u00fcmmern statt sie zu f\u00f6rdern, deshalb geh\u00f6rt es abgeschafft. Wir stehen f\u00fcr gemeinsames Lernen bis zum Abschluss in ganzt\u00e4gigen Gemeinschaftsschulen, in der die Sch\u00fclerInnen nicht in Klassen, sondern in Kurse und Stufen gem\u00e4\u00df ihren F\u00e4higkeiten und Vorlieben aufgeteilt sind. Wir brauchen ausreichend Freizeitangebote und kostenloses Mittagessen.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4ten m\u00fcssen allen offen stehen, ohne Aufnahmepr\u00fcfungen, NC oder anderen H\u00fcrden.<\/p>\n<p>&#8211; Nein zu sozialer Ausgrenzung und Selektion: Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem<\/p>\n<p>&#8211; Einf\u00fchrung der Gemeinschaftsschule als Regelschule<\/p>\n<p>&#8211; Studien- und Ausbildungspl\u00e4tze f\u00fcr alle<\/p>\n<p>\u00dcber Sponsoring, Firmenpartnerschaften und Werbung nimmt der Einfluss der Konzerne auch auf staatliche Schulen und Unis immer mehr zu. \u201eSelbstst\u00e4ndige Schulen\u201c sollen \u201elernen\u201c, wie kleine Firmen zu funktionieren. In vielen Bundesl\u00e4ndern sorgen in den Hochschulr\u00e4ten der Unis zum Gro\u00dfteil externe Wirtschaftsvertreter f\u00fcr eine Lehre in ihrem Sinne, Drittmittel flie\u00dfen nur in wirtschaftlich interessante Fakult\u00e4ten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden Bildungsangebote zur k\u00e4uflichen Ware, f\u00fcr die wir bezahlen sollen, damit Unternehmen wie Bertelsmann ihren Profit steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8211; Schluss mit dem Einfluss der Konzerne auf Forschung und Lehre durch Drittmittelvergabe. Schluss mit Budgetierung<\/p>\n<p>&#8211; Nein zu Sponsoring und kommerzieller Werbung an Schulen und Hochschulen<\/p>\n<p>&#8211; Stopp der Privatisierung des Bildungssystems<\/p>\n<p>Bildung muss ein Recht f\u00fcr alle sein, kein Privileg f\u00fcr wenige. Der Zugang zur Bildung darf nicht vom Einkommen der Eltern abh\u00e4ngen. Gute Bildung braucht gute Bedingungen.<\/p>\n<p>&#8211; Kostenlose Bildung f\u00fcr alle! Nein zu allen Geb\u00fchren f\u00fcr Kitas, Schulen, Unis oder Volkshochschulen<\/p>\n<p>&#8211; F\u00fcr ein \u00f6ffentliches Investitionsprogramm f\u00fcr Bildung. Massives Sanierungsprogramm f\u00fcr Schulen und Unis inklusive Neubauten<\/p>\n<p>&#8211; F\u00fcr eine bedarfsgerechte Ausstattung von Schulen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen. Alle Zuzahlungen f\u00fcr Lernmittel, Ausfl\u00fcge oder Exkursionen geh\u00f6ren abgeschafft<\/p>\n<p>Immer mehr Eltern k\u00f6nnen ihren Kindern kein Studium mehr finanzieren. StudentInnen und Sch\u00fclerInnen m\u00fcssen neben ihrer Ausbildung arbeiten und haben dadurch weniger Zeit zum Lernen und leben. Die Erh\u00f6hung des BAf\u00f6G-Satzes um zehn Prozent (maximal 643 Euro im Monat) ab 1. Oktober 2008 und der Elternfreibetr\u00e4ge um acht Prozent auf 1.555 Euro wurden von der Inflation schon jetzt aufgefressen. Viele Sch\u00fclerInnen m\u00fcssen auf ein Studium verzichten, weil ihnen das Geld fehlt.<\/p>\n<p>&#8211; Elternunabh\u00e4ngige Grundsicherung f\u00fcr Sch\u00fclerInnen und Studierende ab 16 Jahre von 500 Euro plus Warmmiete<\/p>\n<p>Was ist das f\u00fcr eine Demokratie, in der die Sch\u00fclerInnen und Studierenden lernen sollen, aber bei Lerninhalten und Lehrmethoden nichts zu sagen haben?<\/p>\n<p>Statt der undemokratischen Strukturen an den Schulen und Unis brauchen wir funktionierende Interessensvertretungen sowohl f\u00fcr Sch\u00fclerInnen beziehungsweise Studierende als auch f\u00fcr LehrerInnen oder DozentInnen, mit politischem Mandat und Streikrecht.<\/p>\n<p>&#8211; Verwaltung von Schulen und Hochschulen sowie Gestaltung der Lehr- inhalte durch demokratisch gew\u00e4hlte Komitees von Eltern und Sch\u00fc- lerInnen, Studierenden, Lehrenden und GewerkschaftsvertreterInnen<\/p>\n<p>Sind die Forderungen realistisch? Es ist klar, dass diese Forderungen letztendlich mit den Profitinteressen von Banken und Konzernen unvereinbar sind. Sie sind aber prinzipiell erf\u00fcllbar, wenn man \u00fcber den Rahmen des Kapitalismus hinausgeht. Millionen sind arbeitslos \u2013 es fehlt also nicht an Menschen, die als LehrerInnen unterrichten oder als BauarbeiterInnen marode Schulen und Hochschulen sanieren k\u00f6nnten. Es fehlt auch nicht an Geld. Man br\u00e4uchte nur die Steuergeschenke an die Unternehmen zur\u00fccknehmen. Man k\u00f6nnte in die Bildung statt in die R\u00fcstung investieren.<\/p>\n<p>Diese Forderungen sind ein Angebot zur Diskussion \u00fcber eine grundlegend andere Bildungspolitik. Ihre Durchsetzung erfordert einen harten Kampf und eine grundlegende Ver\u00e4nderung der Gesellschaft. Auch dar\u00fcber wollen wir diskutieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung im Kapitalismus ist immer Bildung f\u00fcr die Kapitalisten, nicht f\u00fcr uns. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":23384,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[49],"tags":[270,207],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12798"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12798"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12798\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}