{"id":12785,"date":"2008-09-23T00:00:00","date_gmt":"2008-09-23T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12785"},"modified":"2008-09-23T00:00:00","modified_gmt":"2008-09-23T00:00:00","slug":"12785","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/09\/12785\/","title":{"rendered":"Globale Krise erfasst Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>  Massenentlassungen und Verelendung drohen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Drei Thesen sollen hier aufgestellt werden. Erstens: Beim weltweiten   wirtschaftlichen Abschwung erleben wir nicht den Anfang vom Ende,   sondern gerade erst das Ende vom Anfang der tiefsten Krise seit   Jahrzehnten. Zweitens: Auch in der Bundesrepublik greift inzwischen die   Rezession. Drittens: In einem der reichsten L&#228;nder auf dem Globus droht   die schlimmste Verarmung seit den drei&#223;iger Jahren.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  In einem Gastbeitrag in der Financial Times schrieb der Ex-Chef der   US-Notenbank, Alan Greenspan, Anfang August: &#8222;Diese Krise ist anders &#8211;   ein Ereignis, wie es ein oder zwei Mal pro Jahrhundert vorkommt.&#8220;<\/p>\n<h4>  These Nr. 1: Weltwirtschaftskrise<\/h4>\n<p>  Nachdem die Dotcom-Blase platzte, bauten viele Kapitalbesitzer auf   Hypotheken-Gesch&#228;fte. K&#246;nnte sich f&#252;r sie nach dem Platzen der   Immobilienblase nun nicht einfach wieder ein neues Feld auftun? Davon   ist nicht auszugehen. Schlie&#223;lich ist mittlerweile ein Punkt erreicht,   an dem der globale Kapitalismus an die Grenzen der kreditfinanzierten   Expansion ger&#228;t. Laut IWF entsprach die Summe der Finanzanlagen wie   Aktien, Anleihen oder Schuldverschreibungen 1980 dem Volumen einer   Jahresproduktion. 2005 hatte die Summe das Volumen von 3,7   Jahresproduktionen erreicht! Die Krise hat seine Wurzeln allerdings   nicht in einem spekulativen Wahn, sondern in den beschr&#228;nkten   profitablen Anlagem&#246;glichkeiten in der Produktion. So haben sich zum   Beispiel die Kapitalinvestitionen seit den siebziger Jahren halbiert.<\/p>\n<p>  In den letzten zw&#246;lf Monaten verbuchten die Banken Verluste von 400   Milliarden Dollar. Gesch&#228;tzt wird aber, dass die Gesamtverluste zwischen   einer und drei Billionen Dollar betragen werden. K&#252;rzlich zeichnete der   IWF-Chef&#246;konom Kenneth Rogoff ein d&#252;steres Bild: &#8222;Das Schlimmste kommt   noch.&#8220; F&#252;r die kommenden Monate erwartet er nicht nur die Pleite einiger   mittelgro&#223;er Banken: &#8222;Es wird ein echter Klopper kommen, eine der gro&#223;en   Investmentbanken oder Gro&#223;banken.&#8220;<\/p>\n<h4>  These Nr. 2: Rezession in der BRD<\/h4>\n<p>  Jetzt ist es amtlich: Im zweiten Quartal schrumpfte die deutsche   Wirtschaft um 0,5 Prozent. Wenn es im dritten Quartal ebenfalls ein   Minus geben sollte, w&#228;re die Bundesrepublik nach Definition b&#252;rgerlicher   &#214;konomen in der Rezession. Der Auftragseingang ist schon seit einem   halben Jahr r&#252;ckl&#228;ufig. Abgearbeitet wird nur noch das fr&#252;here   Auftragspolster.<\/p>\n<p>  Dass die deutsche &#214;konomie von der internationalen Talfahrt nicht   verschont bleibt, zeigten bereits die Dax-30-Wertverluste (minus 200   Milliarden Euro seit Juli 2007) und die Ersch&#252;tterungen im Bankensektor.   Dass es noch kn&#252;ppeldick kommen wird, macht ein Umstand klar: Der   Exportanteil hat sich in den letzten 15 Jahren von 24 auf 47 Prozent   erh&#246;ht.<\/p>\n<h4>  These Nr. 3: Verarmung<\/h4>\n<p>  Manch einer mag sich fragen, was sich jetzt gro&#223; &#228;ndern wird. Fast drei   Viertel geben in einer SPIEGEL-Umfrage an, dass es f&#252;r sie gar keinen   Aufschwung gegeben hat.<\/p>\n<p>  Ein kurzer Blick &#252;ber den Atlantik reicht, eine Ahnung davon zu   bekommen, was in einer Wirtschaftskrise droht. Im letzten Jahr fanden in   den USA 2,2 Millionen Zwangsversteigerungen statt. Derzeit verlieren   t&#228;glich 10.000 Familien ihr Haus. Hunderttausende m&#252;ssen in ihrem Auto   oder in Zelten hausen. 28 Millionen sind bereits auf Lebensmittelmarken   angewiesen. Fast eine halbe Million hat im ersten Halbjahr 2008 ihren   Job verloren. General Motors, der gr&#246;&#223;te Autobauer der Welt, machte im   zweiten Quartal einen Verlust von 15,5 Milliarden Dollar und will 74.000   Besch&#228;ftigte, die halbe Belegschaft, entlassen. Und das ist erst der   Anfang. Auch in den USA hat die Krise gerade erst begonnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Massenentlassungen und Verelendung drohen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[207],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12785"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12785\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}