{"id":12779,"date":"2008-08-26T00:00:00","date_gmt":"2008-08-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12779"},"modified":"2008-08-26T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-26T00:00:00","slug":"12779","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/08\/12779\/","title":{"rendered":"Britannien: Erfolgreicher Protest in Codnor gegen das &#8222;Red White &amp; Blue \r\n      Festival&#8220; der rechtsextremen BNP"},"content":{"rendered":"<p>  Die gr&#246;&#223;te Demo, die der mittelenglische Ort Codnor in den letzten   Jahren erlebt hat, marschierte am Samstag, 16. August, in Richtung des   &#8222;Red White &amp; Blue Festivals&#8220; (RWB) der BNP. Die &#252;ber 500 TeilnehmerInnen   marschierten mit Gewerkschaftsbannern und -fahnen sowie Plakaten zum   Anfang der Codnor Denby Lane, dem Platz, wo das Festival stattfand.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  von einem Antifaschisten aus Nottinghamshire<\/h4>\n<p>  Der Protesttag war der H&#246;hepunkt monatelanger Aktivit&#228;ten des &#8222;Stop the   BNP&#8220;-Netzwerkes in den East Midlands, einer vor Ort verankerten breioten   Kampagne. Diese Kampagne, die rund 40.000 Flugbl&#228;tter verteilt hatte,   spielte eine Schl&#252;sselrolle dabei, den Gemeinderat von Amber Valley   Council davor zu bewahren, der BNP eine Musik- und Alkohollizenz   auszustellen und ergriff die Initiative zur Mobilisierung gegen das   BNP-Festival, ein Aufruf, der auch von Gewerkschaften, der Organisation   &#8222;Unite Against Fascism&#8220; (UAF) und anderen breit aufgenommen wurde.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend der Vorbereitungen f&#252;r die Proteste half die urspr&#252;ngliche   Kampagne in Nottingham dabei, Gruppen in Amber Valley, wo das Camp der   BNP stattfand, und in Derby wie auch Verbindungen zu &#8222;Lincoln against   Racism and Fascism&#8220;, aufzubauen. Letztere hatte zuvor Demonstrationen   durch Lincoln organisiert, die einen &#246;ffentlichen Verkaufsstand der BNP   erfolgreich verhinderten, welcher &#246;rtliche sozialistische AktivistInnen   einsch&#252;chtern sollte. Die &#8222;Stop the BNP&#8220;-Kampagne baute auch einen   breiten Unterst&#252;tzerkreis f&#252;r die Proteste in den Gewerkschaften auf,   wodurch man teilweise starken Support von der Bahnarbeitergewerkschaft   RMT und ASLEF, der Gewerkschaft der Feuerwehrleute, erhielt.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Stop the BNP&#8220;-Kampagne organisierte &#252;ber zwei Stunden vor   Demobeginn eine erfolgreiche mobile Zusammenkunft. RednerInnen von der   Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in   England und Wales), den Gewerkschaften, von &#8222;Youth against Racism in   Europe&#8220; (YRE), der &#8222;Stop the BNP&#8220;-Kampagne in Nottingham und Amber   Valley und weitere erkl&#228;rten ihre Opposition gegen das &#8222;Red, White and   Blue&#8220;-Camp. Mitglieder der Socialist Party und andere erkl&#228;rten die   Gr&#252;nde f&#252;r das Anwachsen der BNP mit dem Mangel einer grundlegenden   Versorgung f&#252;r weite Teile der Bev&#246;lkerung und dem nicht Vorhandensein   einer wirklichen politischen Vertretung.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Campaign for a New Workers Party&#8220; (CNWP; Kampagne f&#252;r eine neue   Arbeiterpartei) wurde ins Leben gerufen, die dazu aufruft, allen   Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund aus der Arbeiterklasse eine   Stimme zu geben. Rob Windsor, Socialist Party-Stadtrat und Unterst&#252;tzer   der CNWP, gab ein Beispiel f&#252;r die Arbeit, die er und Dave Nellist im   Stadtrat von Coventry machen und wie es dies der BNP viel schwerer   macht, in der Stadt eine Basis aufzubauen.<\/p>\n<p>  Danach marschierten Ortsans&#228;ssige neben Menschen, die aus   Nottinghamshire, Derby, Chesterfield, Sheffield, Leicester, Lincoln,   Birmingham, Coventry, Reading, Wales und London angereist waren, um   gegen das BNP-Festival zu protestieren.<\/p>\n<p>  Protest und Demozug wurden einer beispiellosen Kontrolle durch die   Polizei unterzogen. Diese berief sich auf das Gesetz des &#8222;Public Order   Act&#8220;, das Zusammenk&#252;nfte und Aktivit&#228;ten rund um das RWB-Festival auf   ein kleines Gebiet in Codnor beschr&#228;nkte. Die Demonstration ging von   Codnor zu der Stra&#223;e, an deren Ende das Camp lag. Die Polizei wollte nur   30 ProtestiererInnen erlauben, bis zum Festivalgel&#228;nde vor zu gehen. Das   wurde in Gespr&#228;chen zwischen Polizei und UAF festgelegt, die die Demo   leider koordinierten ohne das &#8222;Stop the BNP&#8220;-Netzwerk zu konsultieren.   Zum Zeitpunkt, da dieser Artikel entstand, wurde von 33 Personen   berichtet, die um das RWB-Gel&#228;nde herum in Gewahrsam genommen wurden und   wir haben auch Berichte von Verletzungen geh&#246;rt, die eine Gruppe von   ProtestiererInnen in Polizeigewahrsam erlitt, obwohl die Demonstration   selbst verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig friedlich vonstatten ging. Die UAF hielt auf dem   Weg zur&#252;ck nach Codnor eine Kundgebung ab.<\/p>\n<p>  Die Aktionen waren ein gro&#223;artiger Erfolg. Dennoch bleiben Fragen   dar&#252;ber offen, wie eine erfolgreiche Kampagne gegen die BNP gef&#252;hrt   werden kann. Die UAF hatte es monatelang abgelehnt, mit der &#246;rtlichen   Kampagne zu verhandeln und machte nur wenige Zugest&#228;ndnisse, indem sie   unter Druck in letzter Minute einen Redner zulie&#223;. Die Polizei und UAF   hatten sich darauf geeinigt, dass UAF die Demo leiten w&#252;rde. Trotzdem   brach UAF w&#228;hrend der Rede eines Gewerkschafters aus Derby, der auf der   &#8222;Stop the BNP&#8220;-B&#252;hne seine Rede gerade erst begonnen hatte, auf. Dieser   &#8222;Kotrollierungswahn&#8220; ist nicht nur sektiererisch, er hat auch das   Potenzial, die Proteste zu spalten und Menschen Risiken auszusetzen.<\/p>\n<p>  Die Parolen von SWP-Mitgliedern wie etwa &quot;faschistischer Abschaum, raus   aus unseren Stra&#223;en&quot; gegen&#252;ber Ortsans&#228;ssigen, die zweifellos nicht alle   BNP-SympathisantInnen sind, kann auf die Menschen nur befremdlich   wirken. Es kam auch zu ironischen Momenten. Die Parolen Skandierenden   und UAF erlaubten einer neu gegr&#252;ndeten &#246;rtlichen Kampagnegruppe nicht,   ein Front-Transpi zu tragen und Schilder der Kampagne aus   Nottinghamshire waren dort auch nicht erlaubt. Diejenigen, die meinten,   dass Codnor &#8222;unsere Stra&#223;e&#8220; sei, verschwanden flott in ihren Bussen und   verlie&#223;en die &#246;rtlichen Aktionen.<\/p>\n<p>  Ortsans&#228;ssige, die gegen das BNP-Camp waren, f&#252;hlten sich ebenfalls   provoziert. Zwei &#246;rtliche SympathisantInnen des &#8222;Stop the   BNP&#8220;-Netzwerkes erz&#228;hlten uns: &#8222;Als die Demo umkehrte und durch den Ort   zur&#252;ck ging, gingen wir an die Spitze des Zuges, um das &#246;rtliche Transpi   zum Front-Transpi zu machen. Ich pers&#246;nlich hatte das Gef&#252;hl, dass alle   Stra&#223;en aufgehalten und die EinwohnerInnen au&#223;en vor gelassen wurden.   Ich dachte, dass das sehr wichtig w&#228;re als wir zur&#252;ck marschierten, dass   alle EinwohnerInnen, die drau&#223;en waren, sehen, dass es ein lokaler   Protest mit landesweiter Unterst&#252;tzung war, doch mit uns wurde grob   umgegangen, physisch und verbal, und uns wurde gesagt, aus dem Weg zu   gehen und dass wir nicht wichtig seien, dass es keine regionale sondern   eine landesweite Sache sei. Es ist eine landesweite Angelegenheit, aber   sie muss vor Ort gef&#252;hrt werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Jemand anderes erg&#228;nzte: &#8222;Bei jeder Community brauchst du dessen lokales   Gesicht aber du musst klar machen, dass sie eine landesweite   Unterst&#252;tzung hat. Die &#246;rtlichen Kampagnef&#252;hrerInnen m&#252;ssen sichtbar   sein, um zu zeigen, dass es die Community ist, die vereint gegen   Faschismus steht, nicht eine Busladung von Menschen aus London.&#8220;<\/p>\n<p>  Vom &#8222;East Midlands Stop the BNP&#8220;-Netzwerk wurde bereits zu einer   Konferenz f&#252;r den 27. September aufgerufen. Diese Konferenz wird   grundlegende Fragen des wie weiter f&#252;r eine erfolgreiche Kampagne gegen   die BNP diskutieren und wie man auf bestehenden Verbindungen mit   &#246;rtlichen Gewerkschaften und AktivistInnen aufbauen kann.<\/p>\n<p>  <i>Homepage von &#8222;Stop the BNP&#8220;: <a href=\"http:\/\/www.stopthebnp.org.uk\">www.stopthebnp.org.uk<\/a> <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Homepage der Socialist Party: <a href=\"http:\/\/www.socialistparty.org.uk\">www.socialistparty.org.uk<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die gr&#246;&#223;te Demo, die der mittelenglische Ort Codnor in den letzten<br \/>\n      Jahren erlebt hat, marschierte am Samstag, 16. August, in Richtung des<br \/>\n      &#8222;Red White &amp; Blue Festivals&#8220; (RWB) der BNP. 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