{"id":12737,"date":"2008-07-03T10:19:34","date_gmt":"2008-07-03T10:19:34","guid":{"rendered":".\/?p=12737"},"modified":"2008-07-03T10:19:34","modified_gmt":"2008-07-03T10:19:34","slug":"12737","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/07\/12737\/","title":{"rendered":"Rostock: B&#252;rgerbegehren gegen Privatisierungen"},"content":{"rendered":"<p>  10.000 unterschrieben gegen Verkauf von &#246;ffentlichem Eigentum und   &#246;ffentlichen Betrieben. Jetzt m&#252;ssen ver.di und die LINKE mobilisieren,   um die Anerkennung des Begehrens zu erk&#228;mpfen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Ren&#233; Henze, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Die Stadt Rostock steckt, wie so viele Kommunen in Deutschland, tief in   den Schulden. Ursache daf&#252;r sind zum &#196;nderung des Steuerrechts durch die   Bundesregierung, wodurch den Kommunen Einnahmen aus den   Unternehmenssteuern verloren gingen. Desweiteren dr&#252;cken die Folgen der   Hartz-Gesetze auf die St&#228;dte und Gemeinden, da der Bund zum Beispiel die   Kosten f&#252;r Unterkunft und Heizung den Kommunen aufgeb&#252;rdet hat. Dann ist   da noch die Landesregierung, die j&#228;hrlich den Kommunen weniger   Finanzmittel zukommen l&#228;sst, aber gleichzeitig neue Aufgaben (und damit   Ausgaben) den Kommunen aufb&#252;rdet. Und schlie&#223;lich sind da noch unsere   b&#252;rgerlichen Fraktionen im Rathaus, SPD, CDU, B90 und FDP, die in den   letzten Jahren die Stadtkasse gepl&#252;ndert haben, indem sie eine Reihe von   Gro&#223;projekten (wie IGA 2003, Warnowtunnel) betrieben und gleichzeitig   &#246;ffentliche Betriebe privatisiert haben, so dass nun der Stadt die   Einnahmen fehlen.<\/p>\n<p>  Nun zwingt die SPD-CDU-Landesregierung die Stadt, einen &quot;ausgeglichenen&quot;   Haushalt vorzulegen. Die b&#252;rgerliche Mehrheit der B&#252;rgerschaft ist sich   einig, es muss &quot;gespart&quot; werden, lediglich &#252;ber die Art dieses &quot;Sparens&quot;   gibt es Streit. Der parteilose Oberb&#252;rgermeister und sein   CDU-Finanzsenator wollen mit &quot;einem Schlag&quot; den Haushalt ausgleichen,   indem sie das kommunale Krankenhaus (S&#252;dtsadtklinik), die Stadtwerke,   die Stadtreinigung und tausende Wohnungen an private Investoren   verkaufen wollen.<\/p>\n<p>  Dagegen hat Die Linke und ver.di im Mai ein erfolgreiches B&#252;rgerbegehren   gestartet. 4.000 Unterschriften gegen einen Verkauf w&#228;ren n&#246;tig gewesen   &#8211; doch &#252;ber 10.000 unterschrieben! Nun weigert sich der   Oberb&#252;rgeremeister &#8211; flankiert vom Innenminister &#8211; das B&#252;rgerbegehren   anzuerkennen.<\/p>\n<p>  Diese 10.000 Unterschriften haben auch die b&#252;rgerlichen Fraktionen, SPD,   CDU, B90 beeindruckt &#8211; schlie&#223;lich sind in einem Jahr Kommunalwahlen &#8211;   und sie signalisieren Zustimmung zum B&#252;rgerbegehren. Doch gleichzeitig   fordern sie jetzt: Lohnk&#252;rzungen bei den st&#228;dtischen Besch&#228;ftigten von   mindestens 10 Prozent und weitere Einsparungen bei Jugend, Kultur und   Soziales.<\/p>\n<p>  Inzwischen steht mit seiner Politik der Oberb&#252;rgermeister allein da.   Doch die Gefahr, dass er sich durchsetzt ist gro&#223;, denn zum einen   versucht er die Fraktionen im Rathaus (auf der einen Seite die   b&#252;rgerlichen Fraktionen &#8211; auf der anderen Seite die LINKE, die SAV und   ver.di) geschickt gegeneinander auszuspielen. Zum Anderen setzt auch DIE   LINKE und ver.di jetzt nicht offensiv nach.<\/p>\n<p>  Statt gegen das undemokratische Verhalten des Oberb&#252;rgermeisters   &#246;ffentlich zu protestieren &#8211; und zu Protestdemos und -streiks   aufzurufen, will sich DIE LINKE bislang nur auf eine gerichtliche   Auseinandersetzung einlassen. Und ver.di schlie&#223;t zwar &quot;demonstrative   Proteste&quot; (Frank Pieper, zust&#228;ndiger ver.di-Sekret&#228;r) nicht aus,   unternimmt aber keine Schritte dahin.<\/p>\n<p>  Die SAV &#8211; und unsere Abgeordnete im Rathaus, Christine Lehnert &#8211;   organisierten und organisieren kleine Protestkundgebungen vor den   letzten B&#252;rgerschaftssitzungen. Uns geht es dabei darum, der LINKEN und   ver.di klarzumachen, dass jetzt nur ein offensives und &#246;ffentliches   Vorgehen hilft. Wir schlagen ver.di, den betrieblichen Aktivisten sowie   der LINKEN vor, schnellstm&#246;glich betriebliche Proteste bis hin zu   Arbeitskampfma&#223;nahmen &#8211; und um die Protest zusammenzufassen schlie&#223;lich   einen stadtweiten Streik- und Protesttag &#8211; zu organisieren.<\/p>\n<h5>  Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung von Christine Lehnert,   B&#252;rgerschaftsabgeordnete der SAV in Rostock vom 2. Juli 08:<\/h5>\n<p>  &quot;<i>Christine Lehnert, Mitglied der B&#252;rgerschaft der Hansestadt   Rostock, Sozialistische Alternative \/ Liste gegen Sozialkahlschlag,   Kr&#246;peliner str. 90, 18055 Rostock, Tel. 0381-499 65 90,   rostock@sav-online.de <\/i><\/p>\n<\/p>\n<p>  <i>Pressemitteilung <\/i><\/p>\n<h4>  <i>&#220;ber 10.000 stehen hinter dem B&#252;rgerbegehren! <\/i><\/h4>\n<h5>  <i>Methling und Caffier stehen im Weg! <\/i><\/h5>\n<h5>  <i>Wer Rostocker Eigentum verscherbelt geh&#246;rt abgesetzt! <\/i><\/h5>\n<h5>  <i>JA zum B&#252;rgerbegehren &#8211; NEIN zur Privatisierung kommunalen Eigentums! <\/i><\/h5>\n<p>  <i>Innenminister Caffier und Oberb&#252;rgermeister Methling br&#252;skieren die   &#252;ber 10.000 Rostockerinnen und Rostocker, die das B&#252;rgerbegehren   unterschrieben haben. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Die Initiatorinnen des B&#252;rgerbegehrens, Die LINKE und ver.di, sollten   deshalb alle bisherige Kompromissbereitschaft und H&#246;flichkeit ablegen   und die Unterst&#252;tzerinnen des Begehrens, sowie die von K&#252;rzungen,   Entlassungen, Lohnraub und Privatisierung betroffenen zu gemeinsamen   Protest aufrufen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Nein zu Privatisierungen, Umwandlungen in GmbHs oder &quot;Fusionen&quot; mit   privaten Konzernen! <\/i><\/p>\n<p>  <i>Nein zu Entlassungen und Lohnraub durch Haustarifvertr&#228;ge! <\/i><\/p>\n<p>  <i>H&#246;here Zuweisungen an die Kommene aus Schwerin und vom Bund! <\/i><\/p>\n<p>  <i>(Und der Bund soll es sich bei den Konzernen, Banken und Superreichen   &#8211; z.B. durch die Aufhebung der letzten Steuerverg&#252;nstigungen f&#252;r die   Konzerne und Reichen und die Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;genssteuer&#8230; &#8211;   holen) <\/i><\/p>\n<p>  <i>F&#252;r ein Ende der neoliberalen Politik zu Lasten von Besch&#228;ftigte,   Einwohner und der Jugend! Umverteilungspolitik von Oben nach unten! <\/i><\/p>\n<p>  <i>Wie k&#246;nnen wir diesen Druck aufbauen? <\/i><\/p>\n<p>  <i>Die SAV schl&#228;gt den Initiatorinnen des B&#252;rgerbehrens, ver.di und Der   Linken, vor, gemeinsam mit den UnterzeicherInnen und den Besch&#228;ftigten   Protest und Widerstand gegen Privatisierungen, Lohnsenkungen,   Haustarifvertr&#228;ge, Entlassungen und K&#252;rzung bei der Jugend &amp; Kultur auf   zu bauen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Die Abgeordnete Lehnert und die SAV schlagen deshalb der Linken und   ver.di konkret vor: <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Organisierung von Mitarbeiterversammlungen w&#228;hrend der Arbeitszeit   zur Vorbereitung betrieblicher Protestaktionen bis hin zu   Arbeitsniederlegungen in allen betroffenen Einrichtungen <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Organisierung von Einwohnerversammlungen in den Stadtteilen und   Stadtweit zur Koordinierung und Verbreiterung der Proteste. <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Sofortiger Beginn der Vorbereitung eines stadtweiten Streik- und   Protesttages in Rostock <\/i><\/p>\n<p>  <i>F&#252;r diese Forderungen wird sich in den kommenden Tagen die SAV, und   die Abgeordnete der SAV\/Liste gegen Sozialkahlschlag, Christine Lehnert,   bei der Gewerkschaft ver.di und der Linken stark machen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Christine Lehnert <\/i><\/p>\n<p>  <i>Mitglied der B&#252;rgerschaft der Hansestadt Rostock <\/i><\/p>\n<p>  <i>Sozialistische Alternative \/ Liste gegen Sozialkahlschlag&quot;<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      10.000 unterschrieben gegen Verkauf von &#246;ffentlichem Eigentum und<br \/>\n      &#246;ffentlichen Betrieben. 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