{"id":12734,"date":"2008-07-01T00:00:00","date_gmt":"2008-06-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12734"},"modified":"2012-05-25T15:23:27","modified_gmt":"2012-05-25T13:23:27","slug":"12734","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/07\/12734\/","title":{"rendered":"USA: Obama erkl&#228;rt seinen Sieg und r&#252;ckt nach rechts"},"content":{"rendered":"<p>  <i>von Ty Moore, Socialist Alternative (Schwesterorganisation der SAV   und Sektion des CWI in den USA), 12. Juni 08<\/i><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Obamas Siegesrede im Xcel-Center von St. Paul, Minnesota, sollte   eigentlich nicht vor 20 Uhr beginnen. Dennoch schl&#228;ngelte sich schon   gegen 17 Uhr eine jubelnde Menge mit gut 15.000 jungen Menschen durch   die Stra&#223;en der Innenstadt.<\/p>\n<p>  Studierende sa&#223;en diskutierend auf den B&#252;rgersteigen beieinander. Ganze   Familien waren anwesend und die Kinder sogen mit gro&#223;en Augen die   aufgeregte Stimmung in sich auf. T-Shirt- und Button-Verk&#228;ufer gingen   durch die Reihen und boten ihre Waren mit stilisierten Obama-Konterfeis   an, die mehr an Che Guevara oder Hugo Ch&#225;vez erinnerten als an einen   typischen US-Pr&#228;sidentschaftskandidaten.<\/p>\n<p>  Viele waren auch nur deshalb gekommen, um sich die Menschenmenge   anzugucken, weil sie sowieso keine Hoffnung hatten, noch in die   Veranstaltung zu gelangen. Die &#246;rtlichen Medien berichteten schlie&#223;lich   von 50.000 zusammen gekommenen Menschen, von denen sich die meisten vom   19.000 Besucher fassenden Xcel-Center wegbewegten.<\/p>\n<p>  Kurz vor 19 Uhr brach dann lautes Geschrei los, als die Nachricht   bekannt wurde, dass Obama nun sicher gen&#252;gend &#8222;Super-Delegierte&#8220;   zusammen hat, um die Nominierung der Demokratischen Partei zu erreichen.   Getuschel &#252;ber den &#8222;historischen Moment&#8220; kam in den dann folgenden   aufgeregten Unterhaltungen auf.<\/p>\n<h4>  Rechtsruck<\/h4>\n<p>  Obama hat gro&#223;e Erwartungen geweckt. Aber trotz radikaler Metaphorik und   rhetorischem Gehabe bleibt er ein gem&#228;&#223;igter, von der Industrie   gesponsorter Demokrat. Jeder n&#252;chterne Blick auf sein Stimmergebnis, die   Substanz seiner politischen Ans&#228;tze, den politischen Charakter seiner   Top-Berater oder die Quelle seiner gewaltigen Unternehmens-Spenden   zeigen, dass Obama bei den Schl&#252;sselfragen, die die arbeitenden Menschen   in den USA und weltweit angehen, noch rechts von Clinton steht.<\/p>\n<p>  &#8222;Das gro&#223;e Geld l&#228;sst die Wetten auf Barack Obama steigen&#8220;, so der   Anfang eines Berichts des Wall Street Journal vom 3. Mai. &#8222;W&#228;hrend er   herausposaunte, dass seine Kampagne auf unz&#228;hligen kleinen   Internetspenden einer breiten Masse basiert, belegen j&#252;ngste   Finanzberichte zu seinem Wahlkampf, dass er auch gr&#246;&#223;ere Schecks von   Spendern der Konzerne angenommen hat.<\/p>\n<p>  &#220;ber die ersten drei Monate des Jahres hinweg gaben abh&#228;ngig   Besch&#228;ftigte aus neun wichtigen Industriezweigen (aus den Bereichen   Kommunikation und R&#252;stung bis hin zu Speditionsbetrieben und der Wall   Street) den Gro&#223;teil ihrer Spenden an den Senator aus Illinois&#8220; &#8211; mehr   als f&#252;r Clinton und McCain zusammen.<\/p>\n<p>  Nach dem nun hinter ihm liegenden langen Vorwahlkampf, verschwendete   Obama keine Zeit, um f&#252;r die Wahlen die Gangart zu wechseln. Am Morgen   nach der Kundgebung in St. Paul hielt Obama eine atemberaubende Rede vor   dem einflussreichen American-Israeli Public Affairs Committee   (pro-israelische Lobbygruppe; Anm. d. &#220;bers.). Dort versprach er, die   milit&#228;rische Zusammenarbeit mit Israel auf eine H&#246;he von 30 Mrd. Dollar   zu &#8222;vertiefen&#8220; und zu helfen, Jerusalem &#8211; einschlie&#223;lich des arabischen   Ost-Jerusalem &#8211; trotz der pal&#228;stinensischen Forderungen als Israels   Hauptstadt zu sichern.<\/p>\n<p>  F&#252;r einen Politiker, der sich in Reden auch gegen die israelische   Besetzung pal&#228;stinensischer Gebiete ge&#228;u&#223;ert hatte, bedeutete diese Rede   eine endg&#252;ltige Zusage an die pro-israelische Lobby und das ausw&#228;rtige   politische US-Establishment insgesamt, dass Obama endg&#252;ltig jede Spur   von Opposition gegen die grundlegend imperialistisch ausgerichteten   US-Zielsetzungen abgelegt hat.<\/p>\n<h4>  Hohe Erwartungen<\/h4>\n<p>  Gleichwohl stehen die Massenveranstaltungen und die &#220;berschw&#228;nglichkeit   w&#228;hrend der Kampagne f&#252;r ein gewisses politisches Erwachen in den USA;   mit einer neuen Generation, die &#252;ber diese Wahl zum ersten Mal beginnt,   am politischen Leben teilzunehmen.<\/p>\n<p>  Mit Hilfe der gr&#246;&#223;tenteils unkritischen Medienkonzerne hat Obamas   anschwellende Rhetorik und sein behutsam aufgebautes Image die Gef&#252;hle   von Millionen erfasst, die sich &#252;ber Bush und die Richtung aufregen, die   das Land eingeschlagen hat. Die Erwartungen der ArbeiterInnen und der   jungen Leute wurden dar&#252;ber gesteigert.<\/p>\n<p>  Wenn Obama die Pr&#228;sidentschaft gewinnt, besteht kein Zweifel, dass seine   breite, jugendliche Anh&#228;ngerschaft bitter entt&#228;uscht sein wird, sobald   sein Stab &#8211; wie bestimmte Ereignisse es schon offenbarten &#8211; eine   Programm der Gro&#223;konzerne vorbringen wird. F&#252;r viele &#8211; vor allem junge   Menschen &#8211; wird diese Entt&#228;uschung eine Lektion in politischer Bildung   bedeuten.<\/p>\n<p>  In diesem Sinne ist der Boden f&#252;r einen weiteren Linksruck der   US-amerikanischen Gesellschaft bereitet. In den kommenden Jahren wird   die Wut &#252;ber eine von den Unternehmen kontrollierte Demokratischen   Partei umschwingen in Unterst&#252;tzung f&#252;r die Idee einer neuen linken   politischen Partei der arbeitenden Menschen.<\/p>\n<p>  <i><b>Homepage von Socialist Alternative: <a href=\"http:\/\/www.socialistalternative.org\/\">www.socialistalternative.org\/<\/a><\/b><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <i>von Ty Moore, Socialist Alternative (Schwesterorganisation der SAV<br \/>\n      und Sektion des CWI in den USA), 12. Juni 08<\/i>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[42],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12734"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12734"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12734\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}