{"id":12683,"date":"2008-06-06T00:00:00","date_gmt":"2008-06-06T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12683"},"modified":"2008-06-06T00:00:00","modified_gmt":"2008-06-06T00:00:00","slug":"12683","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/06\/12683\/","title":{"rendered":"Bremen: 200 KollegInnen des Klinikums &quot;Links der Weser&quot; demonstrieren \r\n      vor der B&#252;rgerschaft"},"content":{"rendered":"<p>  Wo bleibt die Einheit aller Krankenh&#228;user gegen den Stellenabbau?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 4. Juni demonstrierten 200 KollegInnen des Klinikum &quot;Links der   Weser&quot; (LdW) vor der B&#252;rgerschaft gegen die Sparpolitik des rotgr&#252;nen   Senats, der dort allein in 2008 an diesem Krankenhaus 73 Stellen   streichen will (<a href=\"http:\/\/www.dielinke-bremen.de\/nc\/politik\/aktuell\/detail\/zurueck\/bremennews\/artikel\/klinikum-links-der-weser-demonstration-der-beschaeftigten-vor-dem-haus-der-buergerschaft\/\">siehe   auch Bericht auf der Website der Bremer LINKEN von S&#246;nke Hundt<\/a>)<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Heino Berg, Bremen<\/i><\/h4>\n<p>  Die KollegInnen hatten dagegen 800 Unterschriften an B&#252;rgermeister   B&#246;hrnsen gesammelt, den sie zu ihrer n&#228;chsten Personalversammlung   einladen wollen. Der Abgeordnete der LINKEN und Betriebsrat dieses   Krankenhauses, Peter Erlanson, unterst&#252;tzte in einem Redebeitrag vor der   B&#252;rgerschaft diese Forderungen. Leider hatte er weder in der Partei,   noch in der &#214;ffentlichkeit auf diese Aktion hingewiesen, so dass sich   keine KollegInnen aus anderen Krankenh&#228;usern oder gar die Bev&#246;lkerung   daran beteiligen konnten.<\/p>\n<p>  Dabei geht es nicht nur um die 73 Arbeitspl&#228;tze am Klinikum LdW, sondern   um einen &#8222;Sanierungsplan&#8220;, dem in den n&#228;chsten zwei Jahren insgesamt   1000 Vollzeitstellen an den Bremer Krankenh&#228;usern zum Opfer fallen   sollen. Davon ist vor allem das Klinikum Mitte betroffen, wo der   Betriebsrat jedoch auf jeden Widerstand verzichtet und stattdessen   &#8222;inhaltliche Konzepte f&#252;r den Stellenabbau&#8220; fordert..<\/p>\n<p>  In der taz vom 3.6. hei&#223;t es unter dem Titel &#8222;Lieber arbeitslos als   pleite&#8220;:&#160;<\/p>\n<p>  &#8222;Die Situation ist verbl&#252;ffend: Rund 1.000 Stellen sollen an den vier   kommunalen Bremer Kliniken in den n&#228;chsten zwei Jahren abgebaut, in   Bremen Mitte zus&#228;tzlich mutma&#223;lich vier Stationen geschlossen werden.   Der Widerstand von Betriebsrat und Gewerkschaft des am h&#228;rtesten   betroffenen Klinikums Mitte gegen die Sparpl&#228;ne der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung   f&#228;llt dennoch reichlich zahm aus.<\/p>\n<p>  &#160;Protest gegen die Sparpl&#228;ne werden derzeit weder von Gewerkschaft noch   Betriebsrat organisiert. Stattdessen kritisieren sie Detailfragen. So   bem&#228;ngelt Thomas Uhlig, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am   Klinikum Mitte (KBM), dass &quot;bisher kein inhaltliches Konzept zum   Stellenabbau beim Pflegepersonal vorhanden ist&quot;. (&#8230;)<\/p>\n<p>  F&#252;r Uwe Schmid, Ver.di-Gewerkschaftssekret&#228;r und Mitglied des   Aufsichtsrates im KBM, steht fest, dass die Verantwortung f&#252;r die   desolate Lage der Kliniken beim Senat liegt. Seit mehreren Jahren seien   die Krankenh&#228;user chronisch unterfinanziert. So soll sogar der   &quot;sinnvolle und notwendige Ausbau des Klinikums Mitte letztlich aus den   Etats der Krankenh&#228;user erwirtschaftet werden&quot;.Dementsprechend lakonisch   sein Fazit: &quot;Die aktuellen Sparpl&#228;ne sind zwar ein &#220;bel, aber sie sind   das geringere &#220;bel.&quot; Wirkliche Kampfbereitschaft klingt anders.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Hinnahme der Sparpl&#228;ne als &#8222;kleineres &#220;bel&#8220; durch die ver.di-F&#252;hrung   in Bremen ist der Hintergrund f&#252;r den Verzicht auf gemeinsame   Widerstandsaktionen der kommunalen Kliniken. Die KollegInnen wollen   handeln (wie die Aktion des LdW einmal mehr beweist), sollen sich aber   nur auf die Forderungen des jeweils eigenen Hauses beschr&#228;nken. Diese   Betriebsblindheit gilt leider auch f&#252;r die LINKE und ihren   B&#252;rgerschaftsabgeordneten Erlanson, der sich in seinen letzten   Presseerkl&#228;rungen mit Solidarit&#228;tsbekundungen f&#252;r den fr&#252;heren   LdW-Klinikchef Stremmel begn&#252;gt hat.<\/p>\n<p>  So wundert sich der Redakteur der LINKEN-Website, S&#246;nke Hundt, in seinem   Bericht nur dar&#252;ber, dass der neue Holding-Chef: &#8222;mit dem Sanieren   ausgerechnet im Klinikum Links-der-Weser, das schwarze Zahlen schreibt,   anf&#228;ngt&#8220;. &#160;Dies k&#246;nne &#8222;niemand begreifen&#8220;. Ist der Arbeitsplatzabbau in   den defizit&#228;ren Krankenh&#228;usern &#8211; wie im Klinikum Mitte &#8211; etwa   verst&#228;ndlich und hinnehmbar? Verzichtet die Ver.di- und LINKEN-F&#252;hrung   auf gemeinsame Aktionen mit den KollegInnen aus dem Klinikum Mitte, weil   Arbeitspl&#228;tze nur dort erhaltenswert sind, wo &#8222;schwarze Zahlen   geschrieben&#8220; werden? Die Defizite an Krankenh&#228;usern sind doch nicht die   Schuld der KollegInnen, sondern Folge einer neoliberalen   Gesundheitspolitik, die sich nicht mehr am Bedarf der Bev&#246;lkerung und an   den Rechten der Besch&#228;ftigten, sondern (z.B. mit dem Fallpauschalen)   allein am Wirtschaftlichkeitsprinzip orientiert.<\/p>\n<p>  Im Artikel auf der Website der LINKEN hei&#223;t es: &#8222;Die Unruhe und die   Emp&#246;rung im LdW sind gro&#223; und werden t&#228;glich gr&#246;&#223;er.&#8220; Warum sollte sich   die Emp&#246;rung &#252;ber einen rotgr&#252;nen Senat, der sich aus der gesetzlichen   Verantwortung f&#252;r die Krankenhausfinanzierung (und damit auch f&#252;r   notwendige Umbauma&#223;nahmen) stehlen will, nur auf das Krankenhaus Links   der Weser beschr&#228;nken?&#160; An den kommunalen Krankenh&#228;usern in Bremen hat   in den letzten Monaten eine ganze Kette von Aktionen und   Personalversammlungen stattgefunden, in denen die Emp&#246;rung und die   Unruhe der Besch&#228;ftigten zum Ausdruck kam und wo sich B&#252;rgermeister   B&#246;hrnsen rechtfertigen musste! Was fehlte, waren GEMEINSAME Aktionen und   Versammlungen, damit die einzelnen H&#228;user und ihre Besch&#228;ftigten endlich   nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden k&#246;nnen!<\/p>\n<p>  Das gilt nicht nur f&#252;r die Besch&#228;ftigten. Umfragen zufolge lehnt eine   gro&#223;e Mehrheit der Bev&#246;lkerung die neoliberalen Gesundheits&#8220;reformen&#8220;   ab, die der rotgr&#252;ne Senat mit seinem &#8222;Sanierunskonzept&#8220; umsetzen will.   Warum werden die B&#252;rger, die die Folgen des Stellenabbaus sp&#228;ter als   Patienten ausbaden m&#252;ssen, bisher weder durch ver.di, noch durch die   LINKE zur praktischen Solidarit&#228;t mit den KollegInnen aufgerufen?<\/p>\n<p>  Auf der Krankenhausveranstaltung der Bremer LINKEN am 13.12., an der   neben dem ver.di-Sekret&#228;r Schmidt auch Personalratsvertreter des   Klinikum Ost, Links der Weser und Nord teilgenommen haben, wurde   einstimmig eine Unterschriftensammlung gegen den Personalabbau   beschlossen. Uwe Schmidt sagte damals auf Anfrage des Autors dieser   Zeilen zu, im Januar eine ver.di-Versammlung f&#252;r alle Bremer   Krankenh&#228;user einzuberufen, um endlich gemeinsame Aktionen auf den Weg   zu bringen.<\/p>\n<p>  Anstatt diese Beschl&#252;sse und Versprechungen umzusetzen, fand jedoch nur   eine Unterschriftenaktion am LdW und f&#252;r das LdW statt. Wieder wurde die   Chance verpasst, eine gemeinsame Kampagne an den Krankenh&#228;usern und in   der &#214;ffentlichkeit anzusto&#223;en, mit der sich nicht nur 800, sondern   Zehntausende von Besch&#228;ftigten und B&#252;rgern gegen die Krankenhauspolitik   des Senats h&#228;tten aussprechen k&#246;nnen. Und durch die B&#246;hrnsen nicht nur   zu einer Personalversammlung des LdW, sondern zu einer gemeinsamen   Protestversammlung ALLER Krankenh&#228;user eingeladen wird, wie es   SAV-Mitglieder in der Bremer LINKEN bereits vor Monaten vorgeschlagen   hatten.<\/p>\n<p>  Es wird Zeit, dass die Spaltung der Bremer Krankenh&#228;user durch ihre   Unterordnung unter die kapitalistische &#8222;Standortlogik&#8220; und das Diktat   der &#8222;schwarzen Zahlen&#8220; endlich &#252;berwunden wird. Denn nur wenn alle   gemeinsam gegen den Senat handeln, werden wir sein &#8222;Sanierungskonzept&#8220;   und die Zerst&#246;rung von mehr als 1000 Arbeitspl&#228;tzen an den kommunalen   Kliniken verhindern k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wo bleibt die Einheit aller Krankenh&#228;user gegen den Stellenabbau?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12683"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12683\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}