{"id":12679,"date":"2008-05-29T17:00:00","date_gmt":"2008-05-29T17:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12679"},"modified":"2008-05-29T17:00:00","modified_gmt":"2008-05-29T17:00:00","slug":"12679","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/05\/12679\/","title":{"rendered":"Die Erfolge der Antinazi-Kampagne in Stolberg"},"content":{"rendered":"<p>  Stellungnahme der SAV Aachen zur Debatte um die Auswertung der   Anti-Nazi-Kampagne rund um den 26.4.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Mit einer starken antifaschistischen Demonstration mit 1500   TeilnehmerInnen und nur 400 Nazis am 26. April ist es gelungen, den   Nazis eine Niederlage zu verpassen. Diese Demonstration war das Resultat   einer intensiven Kampagne in nur zwei Wochen. In dieser Zeit gelang es   auch, neue MitstreiterInnen f&#252;r den Kampf gegen Nazis zu gewinnen und   die antifaschistische Bewegung zu st&#228;rken.<\/p>\n<p>  Danach entstand zwischen einigen an der Demonstration beteiligten   Kr&#228;ften eine Diskussion &#252;ber unterschiedliche Vorstellungen in der   Antifaarbeit. Wir begr&#252;&#223;en diese Diskussion und sind an einer   politischen Auseinandersetzung &#252;ber Inhalte und Methoden interessiert.   Unseren gemeinsamen Erfolg und den Beitrag der SAV lassen wir uns jedoch   nicht kleinreden.<\/p>\n<p>  Die SAV und Linksjugend[&quot;solid] Aachen, Jugendorganisation der Partei   DIE LINKE, spielten eine wichtige Rolle, gemeinsam mit anderen Kr&#228;ften   aus dem Antifa-B&#252;ndnis in Aachen, bei der erfolgreichen   Gegenmobilisierung gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch. Es gelang, der   massiven Einsch&#252;chterungskampagne der Nazis etwas entgegenzusetzen und   so vor allem das Gef&#252;hl der Ohnmacht zu durchbrechen.<\/p>\n<h4>  Hintergrund<\/h4>\n<p>  Seit geraumer Zeit treten die Faschos verst&#228;rkt im Raum Aachen auf.   Nicht nur im Kreis, sondern auch in der Stadt Aachen versuchen sie durch   verschiedene Aktionen und &#220;bergriffe, Menschen einzusch&#252;chtern. Die neue   Qualit&#228;t wurde zum Beispiel durch den Angriff von etwa 30 Nazis auf eine   Antifa-Demonstration im M&#228;rz deutlich. Der Angriff konnte aufgrund des   Eingreifens von DemonstrantInnen, unter ihnen viele Mitglieder der SAV,   zur&#252;ckgeschlagen werden.<\/p>\n<p>  Im April versuchten die Nazis, den Tod eines Berufssch&#252;lers in Stolberg   f&#252;r ihre Zwecke zu nutzen. Das Opfer ist laut Familie und Freunden kein   Nazi-Symphatisant gewesen. Ungeachtet dessen haben die Nazis versucht,   den Tod des Jugendlichen zu nutzen, um Stolberg zur Wallfahrtst&#228;tte f&#252;r   Nazis zu erkl&#228;ren. Zum Aufmarsch am 12. April wurde bundesweit   mobilisiert und es kamen etwa achthundert Neonazis. Die   Gegendemonstration, zu der nur weniger als eine Woche von Mitglieder der   Linksjugend[&quot;solid], SAV und dem Antifab&#252;ndnis Aachen mobilisiert werden   konnte, war mit etwa 450 TeilnehmerInnen noch in der Unterzahl. Trotzdem   hatte die Gegendemonstration eine entscheidenden Funktion. Es wurde klar   gemacht, dass man Flagge zeigen und sich den Nazis entgegenstellen muss.<\/p>\n<h4>  Rolle der Polizei und der Medien<\/h4>\n<p>  Von Anfang an wurde mithilfe der b&#252;rgerlichen Medien wie auch der   Polizei versucht, eine Gegenmobilisierung gegen die Nazis zu erschweren.   Die Polizei forderte Gesch&#228;ftsinhaber auf, ihre Gesch&#228;fte zu schlie&#223;en   und riet den AnwohnerInnen, sich nicht aus dem Haus zu bewegen. Die   warnenden Plakate wurden von Beamten tagelang in Stolberg verbreitet,   und waren auch auf der Startseite der Homepage abrufbar. So schuf die   Polizei bewusst ein Klima der Angst. Nach der Demonstration am 12.4.   lobte der Polizeipr&#228;sident die Stolberger Bev&#246;lkerung, dass sie den   Nazis &#8222;durch Ignorieren die kalte Schulter gezeigt&#8220; h&#228;tten.<\/p>\n<h4>  Versuch der politischen Isolation<\/h4>\n<p>  Der SPD-B&#252;rgermeister von Stolberg, Ferdinand Gatzweiler und andere   b&#252;rgerliche Kr&#228;fte reagierten mit Versp&#228;tung auf die Situation. Sie   versuchten, mit einer Kundgebung f&#252;r Freitag, den 25.4., also am   Vorabend des NPD-Aufmarschs, unter dem Motto &#8222;Stolberg steht zusammen&#8220;,   von der Gegendemonstration am 26.4. abzulenken. Das &#8222;B&#252;ndnis gegen   Radikalismus&#8220;, unter anderem aus SPD, CDU, FDP, Gr&#252;nen, Kirchen usw.,   sprach sich klar dagegen aus, sich den Nazis am selben Tag   entgegenzustellen. Eine Sprecherin des B&#252;ndnisses betonte: &#171;Es wird von   uns am 26. April keine Gegendemonstration geben, denn wir lassen uns von   den Neonazis nicht die Termine diktieren.&#187; (Aachener Nachrichten online   14.04.08).<\/p>\n<h4>  Mobilisierung f&#252;r den 26. April und die Herangehensweise der SAV<\/h4>\n<p>  Die SAV setzte sich zum Ziel, die politische Isolation durch b&#252;rgerliche   Parteien und den Effekt der Einsch&#252;chterung zu durchbrechen. Die SAV   setzte, wie auch sonst im Kampf gegen Nazis, auf die Mobilisierung der   arbeitenden Bev&#246;lkerung in Stolberg.<\/p>\n<p>  1) Mobilisierung der Stolberger Bev&#246;lkerung: Mitglieder der   Linksjugend[&quot;solid] und SAV waren es, die innerhalb einer Woche zwei   Infost&#228;nde in Stolberg durchgef&#252;hrt, vor Schulen mobilisiert und auf der   b&#252;rgerlichen Kundgebung einen Tag vor der Demo mit Flugbl&#228;ttern f&#252;r die   Demo mobilisiert haben. Die Plakatierungen wurden &#252;berwiegend von   SAV-Mitgliedern organisiert und getragen.<\/p>\n<p>  Wir haben uns nicht auf die Mobilisierung in kleinen linken Zirkeln   beschr&#228;nkt, sondern gemeinsam mit AktivistInnen von Linksjugend[&quot;solid]   alles unternommen, um eine breite Unterst&#252;tzung f&#252;r die Demo besonders   in der Stolberger Bev&#246;lkerung und auch in der LINKEN in Aachen und   landesweit zu mobilisieren.<\/p>\n<p>  2) Sich den Nazis entgegenstellen: Es musste deutlich gemacht werden,   dass es nicht ausreicht, eine symbolische Aktion am Vorabend des   Nazi-Aufmarsches zu machen und dann die Nazis am Samstag einfach   marschieren zu lassen. Stattdessen muss sich den Aufm&#228;rschen der Nazis   entgegengestellt werden &#8211; mit dem Ziel der Verhinderung oder, wenn das   nicht gelingt, der Behinderung ihrer Aktivit&#228;ten. Wird darauf   verzichtet, hei&#223;t das, man l&#228;sst die Nazis frei marschieren.<\/p>\n<p>  3) Den Kampf gegen Nazis mit dem Kampf gegen Sozialabbau verbinden: Die   Nazis bauen sich in erster Linie dar&#252;ber auf, dass sie soziale Probleme   thematisieren und sie mit ihren &#8222;L&#246;sungen&#8220; verbinden. Wo keine linken   Alternativen angeboten werden, k&#246;nnen die Nazis sich mit radikal   klingenden Slogans profilieren. Sie nutzen die sozialen &#196;ngste der   Menschen und geben vermeintliche Antworten, die mit rassistischer Hetze   und faschistischem Gedankengut verbunden sind. Es muss deutlich gemacht   werden, dass deutsche und nicht-deutsche ArbeiterInnen, Jugendliche,   Erwerbslose und RentnerInnen ein gemeinsames Interesse haben, sich den   Nazis entgegenzustellen. Spaltung hilft immer den Herrschenden, nur   gemeinsam k&#246;nnen K&#228;mpfe gegen Stellenstreichungen, Lohnk&#252;rzungen,   Schlie&#223;ung eines Betriebes, eines Krankenhauses und so weiter Erfolg   haben. Der Kampf gegen die rechten Ideen der Nazi-Organisationen ist nur   zu gewinnen, wenn der Aufbau einer starken linken Alternative gelingt,   die aufzeigt, wie Sozialabbau und Arbeitslosigkeit bek&#228;mpft werden   k&#246;nnen und die erkl&#228;rt, dass dazu die &#220;berwindung des Kapitalismus   notwendig ist.<\/p>\n<p>  4) Rolle der Gewerkschaften: Wenn die Gewerkschaften ihre Verantwortung   im Kampf gegen Neonazis wahrnehmen w&#252;rden, hie&#223;e das, ihre Mitglieder zu   Gegendemonstrationen zu mobilisieren und selbst dazu aufzurufen. Wir   haben erkl&#228;rt, dass mit einer Mobilisierung der Gewerkschaften das Ziel   einer Blockade des Nazi-Aufmarsches m&#246;glich w&#228;re. Bisher werden die   Gewerkschaften dieser Verantwortung nicht gerecht. Es ist aber   notwendig, immer wieder den Kampf in den Gewerkschaften darum zu f&#252;hren.   Daher hat die SAV nicht nur entsprechende politische Appelle an die   Gewerkschaften gerichtet, sondern auch unter aktiven Betriebsr&#228;ten und   Gewerkschaftern Unterschriften f&#252;r den Aufruf gesammelt. Zudem konnten   auch aktive GewerkschafterInnen wie Manfred Engelhardt,   Personalratsvorsitzender des Aachener Studentenwerks, als Redner   gewonnen werden.<\/p>\n<p>  5) Rolle der LINKEN: Wie die Gewerkschaften muss auch die LINKE eine   zentrale Rolle dabei spielen, die braune Gefahr zur&#252;ckzuschlagen und   gleichzeitig ein Angebot machen, eine politische Alternative f&#252;r   abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte, Jugendliche, RentnerInnen und Erwerbslose   aufzubauen. Die SAV, die selbst Teil der LINKEN in Aachen ist, hat daher   an die LINKE-F&#252;hrung appelliert, den Aufruf f&#252;r die Demonstration zu   unterst&#252;tzen und praktische Hilfe f&#252;r die Durchf&#252;hrung der Demo zu   leisten. Der Landesvorstand der LINKEN und Linksjugend[&quot;solid] NRW   unterst&#252;tzten die Demo, allerdings blieben sie mit der Mobilisierung   weit unter ihren M&#246;glichkeiten. Als Aachener Ratsmitglied f&#252;r die LINKE   konnte Marc Treude, auch Mitglied der SAV, eine extrem wichtige Rolle   f&#252;r die Organisierung der Demo, die &#214;ffentlichkeitsarbeit &#252;ber die   Presse und die Mobilisierung spielen. Weitere Mitglieder der LINKEN wie   LINKE-Landesvorstandsmitglied Wolfgang Dre&#223;en engagierten sich ebenfalls   sehr f&#252;r die Kampagne.<\/p>\n<p>  6) Innerhalb von Linksjugend[&quot;solid] Aachen haben sich die Mitglieder   der SAV, die auch selbst in Linksjugend[&quot;solid] aktiv sind, daf&#252;r   eingesetzt, dass die Kampagne f&#252;r die Gegendemo der Schwerpunkt der   Aktivit&#228;ten wird. Mit Flugbl&#228;ttern, Plakaten und Angeboten f&#252;r   Vorbereitungstreffen der Linksjugend[&quot;solid]-Gruppe konnten neue   Sch&#252;lerInnen und Jugendliche f&#252;r eine aktive Mitarbeit begeistert   werden. Die Gruppentreffen wuchsen w&#228;hrend und nach der Kampagne von   etwa 10 TeilnehmerInnen auf bis zu 30 an.<\/p>\n<p>  7) Internationalismus: Die SAV konnte, als Teil einer internationalen   marxistischen Organisation, auch einen Beitrag dazu leisten, dass die   Demonstration internationale Aufmerksamkeit und Unterst&#252;tzung aus   Schweden, Belgien und den Niederlanden bekam. Das dr&#252;ckte sich auch in   den Reden auf der Demonstration aus.<\/p>\n<h4>  Kritik an SAV-&#8220;Dominanz&#8220;<\/h4>\n<p>  Wir denken, dass mit einer Teilnahme von 1500 DemonstrantInnen bei einer   lautstarken und selbstbewussten Demonstration ein gro&#223;er Erfolg errungen   wurde. Die SAV und die Aachener Gruppe der Linksjugend[&quot;solid] haben   einen entscheidenden politischen und organisatorischen Beitrag zu diesem   Erfolg geleistet. Leider wurden von anderen Kr&#228;ften, unter anderem den   VertreterInnen innerhalb der Aachener Linksjugend[&quot;solid], die sich &#8222;Ya   Basta&#8220; nennen, wie auch von einigen VertreterInnen des   Antifa-B&#252;ndnisses, Vorw&#252;rfe gegen die SAV erhoben. Aus Sicht der SAV   sind diese Vorw&#252;rfe nicht berechtigt.<\/p>\n<p>  In einem Artikel beschwert sich der Politologe Richard Gebhardt &#252;ber die   politische Dominanz der SAV bei der Demonstration und fragt: &#8222;Wo war zum   Beispiel das &#8222;B&#252;ndnis gegen rechts&quot; aus D&#252;ren, deren Mitglieder von   eigenen Erfahrungen bei der Herstellung breiter B&#252;ndnisse h&#228;tten   berichten k&#246;nnten? Wo war die Eschweiler B&#252;rgerinitiative &#8222;Gemeinsam   gegen Neonazis&quot;, die beispielhaft gezeigt hat, wie vor Ort erfolgreich   gearbeitet werden kann? Wo waren die SprecherInnen der traditionellen   Antifa&#8230;&#8220; und so weiter. Die SAV kann ihm diese Fragen nicht   beantworten.<\/p>\n<p>  Wir haben uns bem&#252;ht, Redner zu gewinnen, wie beispielweise Rainer   Sauer, Gewerkschafter und Zielscheibe von Nazimorddrohungen, der jedoch   leider terminlich verhindert war. Die Autonome Antifa stellte einen   Redner. Der Vertreter der Gr&#252;nen Jugend hatte sich als Redner   angemeldet, verzichtete aber sp&#228;ter auf eine Rede. Eine Sch&#252;lerin und   ein Erwerbsloser &#8211; beide aus Stolberg &#8211; kamen zu Wort. Ein Vertreter des   Motoradclubs &#8222;Kuhle Wampe&#8220; sprach. Das Aachener Antifab&#252;ndnis, in dem   auch Vertreter der Eschweiler B&#252;rgerinitiative mitarbeiten, hatte vor   der Demo darauf verzichtet &#252;ber Ablauf der Demo, organisatorische Fragen   und eigene Redner zu diskutieren. H&#228;tten VertreterInnen anderer Gruppen   sich gemeldet, w&#228;ren sie mehr als willkommen gewesen. Alle Menschen die   an dem Tag selbst zum Lautsprecherwagen kamen und reden wollten, kamen   zu Wort.<\/p>\n<p>  Marc schlug bei einem B&#252;ndnistreffen zwei Wochen vor der Demo am 26.4.   vor, dass sich bei der n&#228;chsten Demo auch VertreterInnen aus anderen   Organisationen an Ordnerdienst und Demoleitung beteiligen sollten.   Leider fanden sich auch aus dem Kreis der AktivistInnen und von anderen   Organisationen nur wenige bereit, an Ordnerdienst oder Demoleitung   mitzuwirken. Die SAV nimmt nicht f&#252;r sich in Anspruch, niemals Fehler zu   machen. Doch kann die SAV auch nicht die Verantwortung f&#252;r die   Vers&#228;umnisse anderer Organisationen &#252;bernehmen. Unter keinen Umst&#228;nden   w&#228;re die Alternative gewesen, die Demo wegen Mangel an ausgewogener   Beteiligung anderer Organisationen an Demoleitung etc. abzubrechen.<\/p>\n<p>  Aus Sicht der SAV stehen in Wirklichkeit politische Differenzen &#252;ber die   Frage, wie man am besten die Nazis bek&#228;mpfen kann, hinter den Vorw&#252;rfen:<\/p>\n<p>  Einige Mitglieder in der Aachener Linksjugend[&quot;solid]- Gruppe, die sich   &#8222;Ya basta&#8220;-Gruppe nennt, hat vor allem auf ein B&#252;ndnis mit b&#252;rgerlichen   Kr&#228;ften gesetzt. Anstatt den offiziellen Demoaufruf der   Linksjugend[&quot;solid]-Gruppe zu unterst&#252;tzen und zum offiziellen   gemeinsamen Abfahrtsort zu mobilisieren, haben sie einen gemeinsamen   Aufruf von Junge Union, Junge Liberale, Jusos und Junge Gr&#252;ne gestartet   und mit ihnen einen gemeinsamen Treffpunkt zur Fahrt nach Stolberg   vereinbart. Das Konzept der &#8222;Ya Basta&#8220;-Gruppe ging nicht auf &#8211; zum   vereinbarten Treffpunkt kamen wenig Leute. Wir lehnen eine Orientierung   auf eine gemeinsame Mobilisierung mit den Jugendorganisationen der   etablierten Parteien von SPD bis CDU ab. Diese Parteien bereiten mit   ihrem staatlich gesch&#252;rten Rassismus und dem Sozialabbau, der zu   Perspektivlosigkeit von Hunderttausend Jugendlichen f&#252;hrt, erst den   N&#228;hrboden f&#252;r die Nazis. Im &#252;brigen w&#228;ren wir trotzdem offen daf&#252;r   gewesen, die Vertreter all dieser Jugendorganisationen auf der Demo   reden zu lassen. Dabei h&#228;tten wir nicht darauf verzichtet, uns politisch   mit der Rolle dieser Parteien auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>  Andere Kr&#228;fte innerhalb der Antifa, wie zum Beispiel AktivistInnen der   Autonomen Szene, setzen in erster Linie auf die Mobilisierung innerhalb   einer bekannten linken Szene. Sie bem&#252;hen sich nicht darum, die   &#8222;Normalbev&#246;lkerung&#8220; f&#252;r eine Teilnahme zu gewinnen. Die SAV stimmt mit   dieser Sichtweise nicht &#252;berein und ist der &#220;berzeugung, dass mit dieser   Methode der Kampf gegen die Nazis nicht gewonnen werden kann. Jedoch   arbeitet die SAV mit der Autonomen Antifa zusammen und setzt sich f&#252;r   ein gleichberechtigtes B&#252;ndnis ein. Das beinhaltet aber auch die   Einhaltung von Absprachen aller Seiten. Zudem kann keine Gruppe der   anderen das Verteilen von eigenen Flugbl&#228;ttern oder dem Tragen von   Transparenten und Fahnen &#8222;verbieten&#8220;, wie es leider bei B&#252;ndnistreffen   von VertreterInnen der Autonomen Antifa versucht wurde.<\/p>\n<p>  Wie bereits oben erkl&#228;rt, steht die SAV im Gegensatz zu diesen Konzepten   f&#252;r eine Verbindung des Kampfes gegen Nazis mit dem Kampf gegen   Sozialabbau, Kapitalismus und f&#252;r eine sozialistische Perspektive. Und   die SAV setzt auf Massenmobilisierung und Selbstorganisation der   deutschen und nicht-deutschen arbeitenden Bev&#246;lkerung im Kampf gegen die   braune Gefahr.<\/p>\n<p>  Im krassen Gegensatz zu den Vorw&#252;rfen steht eine Zuschrift von Birgit   aus Stolberg an die SAV: &#8222;Also ich muss einfach mal sagen, dass beide   Demos gut waren und die zweite sogar anspruchsvoll war. Mehr ist in die   K&#246;pfen der Menschen gelangt und [die Demos] haben ihre Spuren   hinterlassen. Es gibt nat&#252;rlich immer welche, die sitzen zuhause, so wie   ich es auch gemacht habe. Sie sagen zwar &#8222;Hut ab&#8220;, aber selber trauen   sie sich nichts zu, Ver&#228;nderungen mit zu gestalten oder diesen Stein ins   Rollen zu bekommen. Aber ich denke einfach mal, auch wenn ich nie so   dieses Interesse f&#252;r Politik hatte, ist es nie zu sp&#228;t, was zu bewegen.   Vor allem muss ich an meine Kinder denken, was die mal f&#252;r eine Zukunft   haben werden&#8220;.<\/p>\n<p>  In der Gesamtbilanz kann man sagen, dass die Kampagne zur   Gegenmobilisierung gegen die Naziaufm&#228;rsche in Stolberg ein Erfolg war.   In kurzer Zeit gelang es lokal, &#252;berregional, bundesweit und sogar   international Unterst&#252;tzung zu mobilisieren. Die Nazis wurden im Laufe   der Kampagne zumindest vor&#252;bergehend demoralisiert und konnten ihre   Mobilisierungsf&#228;higkeit nicht aufrechterhalten.<\/p>\n<p>  Die antifaschistische Bewegung ging gest&#228;rkt aus den Mobilisierungen   hervor. Das Gef&#252;hl von Ohnmacht und Einsch&#252;chterung durch die   Nazi-Aktivit&#228;ten konnte bei vielen zugunsten von Selbstaktivit&#228;t und   dadurch erreichtem Selbstbewusstsein ver&#228;ndert werden. Neue   AktivistInnen an Schulen und in Stolberg konnten gewonnen werden. Das   alles war m&#246;glich in einer intensiven Kampagne von zwei bis vier Wochen.   Jetzt gilt es, an diesen Erfolgen anzukn&#252;pfen und weiter aktiv die Nazis   in Aachen und der Region zu bek&#228;mpfen. Insbesondere wird es die Aufgabe   aller AntifaschistInnen sein, in Stolberg selbst die bisher kleine Zahl   Aktiver zu vergr&#246;&#223;ern, Strukturen zu st&#228;rken und eine langfristige   Strategie gegen die Nazis zu entwickeln. Dabei kann und muss DIE LINKE   einen Beitrag leisten. SAV und auch Linksjugend[`solid] haben in   Stolberg selbst viele Menschen kennengelernt und Mitglieder gewonnen.   Mit diesen gemeinsam wollen wir unseren Beitrag zur St&#228;rkung   antifaschistischer Strukturen in Stolberg leisten.<\/p>\n<p>  <i><b>SAV Aachen, 27. Mai 2008<\/b><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stellungnahme der SAV Aachen zur Debatte um die Auswertung der<br \/>\n      Anti-Nazi-Kampagne rund um den 26.4.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12679"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12679\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}