{"id":12650,"date":"2008-05-07T00:00:00","date_gmt":"2008-05-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12650"},"modified":"2012-05-15T15:29:03","modified_gmt":"2012-05-15T13:29:03","slug":"12650","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/05\/12650\/","title":{"rendered":"Berlin: Tarifkonflikt bei BVG beendet &#8211; Niederlage hausgemacht"},"content":{"rendered":"<p>  Das am Freitag abend erzielte Tarifergebnis f&#252;r die rund 12500   Besch&#228;ftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und deren   Tochterunternehmen Berlin Transport (BT) ist f&#252;r ver.di eine bittere   Niederlage. Und sie ist hausgemacht. Selten zuvor d&#252;rfte eine   Gewerkschaft unter so positiven Vorzeichen in eine Tarifrunde gestartet   sein, um dann kl&#228;glich zu scheitern.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/05-05\/041.php\">jungen   Welt, 5.5.08<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Zw&#246;lf Prozent, mindestens aber 250 Euro mehr, bei einer Laufzeit von   einem Jahr verlangte die ver.di-Tarifkommission nach jahrelanger   Lohnstagnation und dramatischen Einkommensverlusten. Erreicht wurden f&#252;r   die &#252;bergro&#223;e Mehrheit der Mitarbeiter, die sogenannten   Altbesch&#228;ftigten, dauerhaft nur etwa vier Prozent &#8211; verteilt auf zwei   Jahre. Das liegt deutlich unter der Preissteigerungsrate.<\/p>\n<p>  28,3 Millionen Euro mu&#223; die BVG nach eigenen Angaben f&#252;r den   Tarifvertrag zus&#228;tzlich aufbringen. Das ist weniger als die H&#228;lfte   dessen, was bei einer &#220;bertragung des k&#252;rzlich in Potsdam erzielten   Kompromisses f&#252;r die Besch&#228;ftigten des Bundes und der Kommunen f&#228;llig   gewesen w&#228;re. Damit werden die Berliner Bus- und Bahnfahrer von der   allgemeinen Einkommensentwicklung abgeh&#228;ngt.<\/p>\n<p>  Neben dem &#187;rot-roten&#171; Senat &#8211; der sich gegen&#252;ber den Gewerkschaften   zunehmend als Hardliner geriert &#8211; und der skrupellos   gewerkschaftsfeindlichen Hauptstadtpresse tr&#228;gt die ver.di-Spitze   hierf&#252;r die Verantwortung. Denn die Rahmenbedingungen f&#252;r eine   erfolgreiche Tarifrunde waren hervorragend: Die hohe Kampfbereitschaft   dokumentierten die BVGer mit einem Votum von 97 Prozent in der   Urabstimmung und der beinahe geschlossenen Teilnahme am Ausstand. Auch   die Bev&#246;lkerung stand der Forderung nach deutlichen Lohnerh&#246;hungen   positiv gegen&#252;ber und reagierte gr&#246;&#223;tenteils verst&#228;ndnisvoll auf die   Arbeitsniederlegungen. Dennoch ist es ver.di mit dieser gewerkschaftlich   gut organisierten Belegschaft nicht gelungen, weitere Reallohnverluste   zu verhindern.<\/p>\n<p>  Die f&#252;hrenden Berlinerver.di-&#173;Funktion&#228;re haben sich einmal mehr als   wankelm&#252;tig und konzeptlos gezeigt. Erst riefen sie wild entschlossen   einen unbefristeten Streik aller Sparten aus, um diesen dann nach   einigen Tagen ohne jegliches Zugest&#228;ndnis der Gegenseite auszusetzen &#8211;   obwohl keinerlei Abbr&#246;ckeln der Streikfront festzustellen war. Dann   lie&#223;en sie sich bei Verhandlungen von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD)   f&#246;rmlich am Nasenring durch die Arena ziehen. Das stetige Nachgeben der   Gewerkschaft &#8211; von ihrer urspr&#252;nglichen 250-Euro-Forderung hatten sich   die ver.di-Unterh&#228;ndler schon fr&#252;hzeitig verabschiedet &#8211; beantwortete   dieser mit immer neuen Provokationen.<\/p>\n<p>  Das Ende vom Lied ist ein miserables Ergebnis und eine demoralisierte   Belegschaft. Wenn zumindest ein Teil der Kollegen die Schlu&#223;folgerung   zieht, da&#223; man sich nicht auf den ver.di-Apparat verlassen kann, sondern   Einflu&#223; nehmen mu&#223;, w&#228;re aber selbst dieser Arbeitskampf nicht umsonst   gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Das am Freitag abend erzielte Tarifergebnis f&#252;r die rund 12500<br \/>\n      Besch&#228;ftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und deren<br \/>\n      Tochterunternehmen Berlin Transport (BT) ist f&#252;r ver.di eine bittere<br \/>\n      Niederlage. Und sie ist hausgemacht. 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