{"id":12645,"date":"2008-04-26T18:00:00","date_gmt":"2008-04-26T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12645"},"modified":"2008-04-26T18:00:00","modified_gmt":"2008-04-26T18:00:00","slug":"12645","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/04\/12645\/","title":{"rendered":"Kein Platz f&#252;r Nazis in Stolberg: Erfolgreiche Gegendemonstration"},"content":{"rendered":"<p>  1.500 DemonstrantInnen stellen sich den 400 Nazis entgegen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p align=\"center\">  <small>[<a href=\"http:\/\/www.socialisme.be\/lsp\/archief\/2008\/04\/28\/stolberg.html\">Fotos   der Demo auf der Website der belgischen Schwesterpartei der SAV<\/a>]<\/small><\/p>\n<p>  Am heutigen Samstag, den 26. April 2008 haben Neonazis zum dritten Mal   innerhalb weniger Wochen einen als &quot;Trauermarsch&quot; getarnten Aufzug in   Stolberg durchgef&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Der Anlass, diesmal f&#252;r die NPD, war der Tod eines Jugendlichen, der bei   einem Streit vor einigen Wochen get&#246;tet wurde. Die Strategie der Nazis   scheint zu sein, dass sie aus diesem Todesfall einen M&#228;rtyrer   zusammenstricken wollen, um aus Stolberg einen j&#228;hrlichen Wallfahrtsort   zu machen. Dies wurde heute durch eine laute, bunte und starke   Gegendemonstration verhindert: Rund 1.500 Menschen aus Stolberg und der   Region aber auch aus den Niederlanden und Belgien waren gekommen, um   sich den Faschisten in den Weg zu stellen.<\/p>\n<p>  Nachdem vor zwei Wochen noch 800 Nazis aufmarschiert waren, kamen   diesmal mit 400 nur noch die H&#228;lfte, obwohl die Bundesvorsitzenden von   NPD und JN als Redner auftraten.<\/p>\n<p>  Ein B&#252;ndnis aus verschiedenen Gruppen und Organisationen der   antifaschistischen Linken hatte zur Demo aufgerufen. Ma&#223;geblich   beteiligt daran waren allerdings sowohl die Linksjugend [`solid] als   auch die SAV.<\/p>\n<p align=\"center\">  <img src=\"\/media\/m\/20080426201208stolberg_a.jpg\">  <\/p>\n<p>  Bereits in der Woche vor der Demo wurden in Stolberg tausende   Flugbl&#228;tter verteilt, Plakate geklebt und Infotische f&#252;r die   Demonstration am Samstag organisiert. Der Stolberger B&#252;rgermeister und   alle im Rat vertretenen Parteien hatten zu einer Kundgebung am Freitag   aufgerufen. Ihr Ausweichen vor den Nazis begr&#252;ndeten sie damit, man   wolle den Nazis Samstags &quot;die kalte Schulter&quot; zu zeigen.<\/p>\n<p>  Den Nazis entgegentreten war dagegen das Motto der heutigen Demo. Dass   die Beteiligung an der Demo heute &#252;ber den Kreis der Antifa-Szene   hinausging, lag an der guten Mobilisierung und an dem politischen Druck,   den diese entfachen konnte. Viele RednerInnen der LINKEN, von   Linksjugend [`solid], der SAV, Gewerkschafter, aber auch der Gr&#252;nen   Jugend und Einwohner Stolbergers sprachen auf der Demonstration.<\/p>\n<p>  Marc Treude, SAV-Mitglied und Stadtratsmitglied f&#252;r DIE LINKE in Aachen,   hatte die Demonstration angemeldet. Er wies auf den politischen Skandal   hin, dass Neonazis zum dritten Mal durch das von vielen MigrantInnen   bewohnte M&#252;hlenviertel marschieren konnten und forderte die Polizei auf,   den Weg f&#252;r die antifaschistische Demonstration freizumachen, damit   diese in das M&#252;hlenviertel ziehen und den AnwohnernInnen ihre   Solidarit&#228;t zeigen k&#246;nne: &quot;Wir k&#228;mpfen auch gegen jede Form von   Rassismus. Wir fordern Gleiche Rechte f&#252;r alle hier lebenden Menschen.   Und wir fordern: Keinen Fu&#223;breit den Faschisten. Keine Stra&#223;en, keine   Pl&#228;tze, keine R&#228;ume f&#252;r Nazis.&quot; rief er unter gro&#223;em Beifall.<\/p>\n<p>  Die Polizei stoppte den Demozug der Nazigegner kurz vor dem Aufmarschort   der Faschisten.<\/p>\n<p>  Manfred Engelhardt, Vorsitzender der ArGe der Studentenwerkspersonalr&#228;te   NRW, machte auf den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Rassismus und   den Neonazis aufmerksam. J&#246;rg J&#246;rissen von der Linken Jugend Aachen wies   dann nochmal deutlich auf die Notwendigkeit hin, sich zu organisieren,   um gegen Rassismus und Sozialabbau zu k&#228;mpfen. F&#252;r de SAV sprach Lucy   Redler aus Berlin, Sie unterstrich, dass es die gro&#223;en Konzerne seien,   die trotz Subventionen und Rekordgewinnen immer mehr Arbeitspl&#228;tze   vernichten w&#252;rden. Deshalb m&#252;sse man sich gemeinsam wehren, egal welcher   Nationalit&#228;t man angeh&#246;re. Den nationalen Phrasen der Nazis m&#252;sse man   die internationale Idee des Sozialismus entgegensetzen.<\/p>\n<h4>  K&#228;mpferische Demo &#8211; sechs Stunden lang!<\/h4>\n<p>  Nach einem lautstarken Zug durch die Stolberger Innenstadt zog die Demo   dann bis zum Olof-Palme-Friedensplatz, wo in Sicht- und H&#246;rweite der   NPD-Kundgebung gerade begonnen hatte. Die Polizei hatte einen massiven   Korridor gebildet, aber trotzdem wurde dort noch drei Stunden lang   lautstark protestiert &#8211; bis auch die letzten Nazis abgezogen waren.<\/p>\n<p>  Bilanz: Es ist gelungen, mit einer guten Demonstration zu zeigen, dass   man sich den Nazis in den Weg stellen kann und muss &#8211; zur gleichen Zeit,   am gleichen Ort. Wenn beim n&#228;chsten Mal sich endlich auch die   Gewerkschaften ihrer Verantwortung bewusst werden und mobilisieren kann   ein weiterer Aufmarsch der Nazi komplett verhindert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      1.500 DemonstrantInnen stellen sich den 400 Nazis entgegen.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12645"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12645\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}