{"id":12622,"date":"2008-04-15T12:00:00","date_gmt":"2008-04-15T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12622"},"modified":"2008-04-15T12:00:00","modified_gmt":"2008-04-15T12:00:00","slug":"12622","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/04\/12622\/","title":{"rendered":"Gemeinsamer Kampf gegen Kapitalismus und Nazis"},"content":{"rendered":"<p>  dokumentiert: Rede von Nina Baucke, Mitglied im LandesprecherInnenrat   der Linksjugend[&#8217;solid] NRW bei der antifaschistischen Demonstration in   Stolberg am 12. April 2008.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Guten Morgen liebe AntifaschistInnen und Antifaschisten,<\/i><\/p>\n<p>  mein Name ist Nina Baucke. Ich spreche im Namen vom   LandessprecherInnenrat von Linksjugend[&#8217;solid] , dem Jugendverband der   Partei die Linke.<\/p>\n<p>  Es ist ein Skandal, dass die Nazis noch immer offen aufmarschieren   d&#252;rfen. Erst letzte Woche sind hier in Stolberg 100 Nazis aufmarschiert   und haben unter den Augen der Polizei rassistische Parolen gebr&#252;llt und   den Hitlergru&#223; gezeigt.<\/p>\n<p>  Es ist unglaublich, rechtsextreme Organisationen wie die NDP und andere   rassistische Organisationen sind nicht verboten. Sie d&#252;rfen, von unseren   Steuergeldern finanziert, zu Wahlen antreten, Veranstaltungen und   Demonstrationen durchf&#252;hren, wo sie ihr menschenverachtendes Gedankengut   verbreiten. Und gerade hier in der Stolberger und Aachener Region h&#228;ufen   sich in letzter Zeit rassistische &#220;bergriffe auf, MigrantInnen und   &#220;berf&#228;lle auf AntifaschistInnen. Au&#223;erdem sind Linke und   GewerkschafterInnen bundesweit Zielscheibe der Nazis.<\/p>\n<p>  Ich werde tagt&#228;glich mit latentem und offenem Rassismus konfrontiert.<\/p>\n<p>  Seien es komische Blicke im Bus, Bahn oder bl&#246;de Bemerkungen und   rassistische Spr&#252;che. Rassistische &#220;bergriffe mehren sich wieder und als   Linker muss man heutzutage wieder aufpassen, was man tr&#228;gt oder wo man   langgeht, um nicht Opfer von rassistischen &#220;bergriffen zu werden.<\/p>\n<p>  Dabei wenden die Nazis neuerdings andere Taktiken an. Die sogenannten   &#8222;Autonome Nationalisten&#8220; tarnen sich als &#8222;Autonome&#8220; indem sie ihre   Kleidung imitieren, Symbole und Kultur kopieren und versuchen, sie auf   ihre rechte Gesinnung umzudeuten. Letzte Woche erst wurden in der   Duisburger Innenstadt Mitglieder von Linksjugend[&quot;solid] von zwei   &#8222;autonomen Nationalisten&#8220; brutal angegriffen.<\/p>\n<p>  Aber auch andere rechte B&#252;rgerbewegungen wie &#8222;Pro K&#246;ln&#8220; oder &#8222;Pro NRW&#8220;,   tarnen sich, indem sie sich in der &#214;ffentlichkeit als Biederm&#228;nner   geben. Dass macht es umso notwendiger, sie zu entlarven.<\/p>\n<p>  Ich komme aus K&#246;ln und dort versucht gerade die selbst ernannte   &#8222;B&#252;rgerbewegung&#8220; &#8222;Pro K&#246;ln&#8220; Fu&#223; zu fassen und sich zu etablieren. Sie   sitzt seit den letzten Kommunalwahlen mit Fraktionsst&#228;rke im K&#246;lner   Stadtrat.<\/p>\n<p>  Dabei handelt es sich aber in Wirklichkeit um eine rechtextreme   Gruppierung, die Kontakte zur NPD und den Schl&#228;gertruppen der &#8222;freien   Kameradschaften&#8220; pflegt.<\/p>\n<p>  Am 19.\/20. September diesen Jahres will &#8222;Pro K&#246;ln&#8220; nun mit der von ihnen   ins Leben gerufenen B&#252;rgerbewegung &#8222;Pro NRW&#8220; in K&#246;ln den ersten so   genannten &#8222;europ&#228;ischen Anti-Islam-Kongress&#8220; durchf&#252;hren. Die   Rechtsextremen rechnen selbst mit 1000 Teilnehmern. Sie werben in ihren   Reihen damit, dass die gesamte Prominenz der europ&#228;ischen Rechtsextremen   dort auftreten wird.<\/p>\n<p>  Unter den geladenen G&#228;sten befindet sich Jean-Marie Le Pen, Vorsitzender   der franz&#246;sischen Rechtspartei &#8222; Front National&#8220;, Heinz-Christian   Strache, Vorsitzender der &#246;sterreichischen FP&#214;, und Bart Debbie, ein   wegen Amtsmissbrauch und Gewalttaten verurteilter Polizist und Mitglied   des rechten belgischen &#8222;Vlaams Belang&#8220;.<\/p>\n<p>  Wir von Linksjugend[&quot;solid] wollen nicht hinnehmen, dass ein solcher   Kongress in K&#246;ln oder anderswo stattfindet. Wir haben genug von der   spalterischen Hetze gegen Ausl&#228;nderInnen und Menschen anderen Glaubens.   Wir wollen nicht, dass eine als &#8222;B&#252;rgerbewegung&#8220; getarnte rechtsextreme   Organisation &#246;ffentliche Gelder bekommt. Wir wollen nicht, dass &#8222;Pro   K&#246;ln&#8220; von der Stadt K&#246;ln einen Platz zur Verf&#252;gung gestellt bekommt, um   ihre rassistische Propaganda in die &#214;ffentlichkeit zu posaunen.<\/p>\n<p>  &#8222;Pro K&#246;ln&#8220; benutzt den Kongress als Auftaktveranstaltung f&#252;r ihren   Wahlkampf f&#252;r die kommunalen Wahlen n&#228;chstes Jahr in NRW. Lasst uns   ihnen das gr&#252;ndlich vermiesen.<\/p>\n<p>  Unterst&#252;tzt unsere Kampagne und kommt alle am 19.September nach K&#246;ln und   stellt euch den Nazis in den Weg. Unser Ziel ist es, den Kongress zu   verhindern und daf&#252;r ben&#246;tigen wir jeden einzelnen von euch.<\/p>\n<p>  Aber ich frage, wie kann man die Nazis bek&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Ich bin davon &#252;berzeugt, dass in diesem Land die Antifaschistinnen und   Antifaschisten klar in der Mehrheit sind. Die Nazis sind nur eine kleine   Minderheit. Die Gewerkschaften, linke Organisationen und Parteien wie   die Linke haben die M&#246;glichkeit und die Pflicht, durch   Massenmobilisierung Gegenwehr zu organisieren.<\/p>\n<p>  Ich vermisse hier heute die gro&#223;en Gewerkschaften wie ver.di und IG   Metall. Warum haben die Gewerkschaften nicht hierher aufgerufen und ihre   Mitgliedschaft mobilisiert.<\/p>\n<p>  Alle Erfahrung zeigt, dass man sich beim Kampf gegen Nazis nicht auf den   Staat und die etablierten Parteien verlassen kann. Die b&#252;rgerlichen   Parteien, einschlie&#223;lich der neoliberalen SPD tragen mit ihrer Asyl- und   Abschiebepolitik die Schuld daran, dass Mitmenschen mit   Migrationshintergrund heutzutage fast ganz selbstverst&#228;ndlich als B&#252;rger   2.Klasse gesehen werden. Menschen, deren &#8222;einziges Vergehen&#8220; darin   besteht, um Asyl zu bitten, werden in Abschiebkn&#228;ste gesteckt und der   pers&#246;nlichen Freiheit beraubt. Menschen, die hier leben, denen wird das   Wahlrecht verwehrt. Der staatliche Rassismus tr&#228;gt dazu bei, dass   rechtsextreme B&#252;rgerbewegungen wie &#8222;Pro K&#246;ln&#8220; bestehen und in der   &#214;ffentlichkeit gegen Moslems hetzen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Die systematische Ungleichbehandlung und systematische Diskriminierung   von Ausl&#228;ndern durch staatliche Gesetze, die Beschneidung ihrer   demokratischen Rechte und ausl&#228;nderfeindliche Spr&#252;che von Politiker,   haben den Nazis den Boden bereitet.<\/p>\n<p>  Rassismus bedeutet Spaltung.<\/p>\n<h5>  Statt einen gemeinsamen Kampf zu f&#252;hren und sich &#252;ber diejenigen   aufzuregen, die die Hartz- Gesetze eingef&#252;hrt haben, die Fabriken   schlie&#223;en, L&#246;hne k&#252;rzen, Studiengeb&#252;hren einf&#252;hren, Leute entlassen,   soll die Bev&#246;lkerung gegeneinander aufgehetzt werden.<\/h5>\n<p>  Wir lehnen jede Form von Rassismus ab, den Rassismus der Nazischl&#228;ger,   aber auch den staatlichen Rassismus.<\/p>\n<p>  Wir fordern gleiche politische und soziale Rechte f&#252;r alle. Wer in   Deutschland lebt, muss auch Zugang zu allen Rechten haben,   einschlie&#223;lich des allgemeinen Wahlrechts, der vollen Versammlungs- und   Vereinigungsfreiheit.<\/p>\n<p>  Es reicht. Das Ma&#223; ist voll. So kann es nicht weitergehen.<\/p>\n<p>  Ich m&#246;chte, wie sicherlich Ihr alle hier, und fast alle anderen Menschen   auf diesem Planeten, Teil einer friedlichen, solidarischen Welt sein.<\/p>\n<p>  Eine Welt, frei von Vorurteilen, Diskriminierung aufgrund des   Geschlechts, der Religion, der sexuellen Orientierung und des Aussehens.   Eine Gesellschaft, frei von Kampf um Ausbildungspl&#228;tze, eine   Gesellschaft ohne Arbeitslose und wo keine Konkurrenzkampf herrscht. So   eine Welt ist unvereinbar mit dem Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Unser Ziel ist eine sozialistische, demokratische Gesellschaft. Die kann   man nur erreichen im gemeinsamen Kampf &#252;ber nationale und religi&#246;se   Grenzen hinweg.<\/p>\n<h5>  Hoch die internationale Solidarit&#228;t!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      dokumentiert: Rede von Nina Baucke, Mitglied im LandesprecherInnenrat<br \/>\n      der Linksjugend[&#8217;solid] NRW bei der antifaschistischen Demonstration in<br \/>\n      Stolberg am 12. April 2008.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12622"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12622"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12622\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}