{"id":12619,"date":"2008-04-14T01:00:00","date_gmt":"2008-04-14T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12619"},"modified":"2008-04-14T01:00:00","modified_gmt":"2008-04-14T01:00:00","slug":"12619","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/04\/12619\/","title":{"rendered":"Demo gegen Nazi-Aufmarsch in Stolberg"},"content":{"rendered":"<p>  Marc Treude war am 12.4. Versammlungsleiter der Gegenproteste zum   Nazi-Aufmarsch in Stolberg. Er ist Mitglied der SAV und der Fraktion DIE   LINKE im Rat der Stadt Aachen. Wir dokumentieren hier seine   Presseerkl&#228;rung vom 13.4.08.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &quot;<i>800 gewaltbereite Neonazis konnten durch Stolberg marschieren   und Migranten bedrohen, und das trotz massivstem Polizeieinsatz.   Stolberg war am Morgen des 12. April gleich einer Geisterstadt, je nach   Blickwinkel auch gleich einer Festung. Tagelange Flugblatt-Aktionen der   Polizei unter der Stolberger Bev&#246;lkerung erzeugten eine   Bedrohungskulisse, als wenn ein B&#252;rgerkrieg bevorst&#252;nde. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Anstatt die Stolberger B&#252;rgerinnen und B&#252;rger zur massiven Teilnahme   an den Gegenprotesten aufzurufen, wurde das falsche M&#228;rchen von der   Gewalt von Rechts und Links verbreitet. Das ist Ausdruck einer v&#246;llig   falschen Einsch&#228;tzung von Polizei und Lokalpolitik &#252;ber das Ausma&#223; der   tats&#228;chlichen Gef&#228;hrlichkeit der gewaltbereiten Neonazis. Gleichzeitig   zeugt dieses Agieren von der Angst, dass sich breite Teile der   Bev&#246;lkerung mit den Zielen und Inhalten von Linken und Antifaschisten   identifizieren k&#246;nnten. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Am gestrigen Samstag ist letztendlich nun mehr als deutlich geworden,   dass die Neonazis von vorneherein keinen Trauermarsch organisieren   wollten. Schlaghandschuhe, Teleskopschl&#228;ger, Zwillen, Feuerwerksk&#246;rper   und andere Waffen wurden von der Polizei sichergestellt, w&#228;hrend der   rechten Demonstration kam es zu zum Teil massiven Angriffen auf   Polizisten. Der rechte Marsch in das haupts&#228;chlich von Migranten   bewohnten M&#252;hlenviertel war als reine Provokation gedacht &#8211; m&#246;gliche   Opfer unter der Bev&#246;lkerung w&#228;ren wohl einkalkuliert gewesen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Vor diesem Hintergrund hatte ein lokales Antifaschistisches   Aktionsb&#252;ndnis zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Zu diesem B&#252;ndnis   geh&#246;rten unter anderem VVN\/BdA, DIE LINKE, Linksjugend [`solid], Antifa,   SAV und viele andere. Neben der Tatsache, dass keine Nazi-Demonstration   ohne Gegenproteste stattfinden sollte mit dem Ziel, solche Aufm&#228;rsche zu   verhindern, gab es andere wichtige Gr&#252;nde daf&#252;r: <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Stolberg darf nicht zu einer Wallfahrtsst&#228;tte f&#252;r Neonazis werden.   Genau dies wollten die Neonazis n&#228;mlich: den Tod eines Jugendlichen f&#252;r   sich instrumentalisieren, analog zum schwedischen Salem, wo j&#228;hrlich   tausende Nazis aus ganz Europa zu einer &#8222;M&#228;rtyrer-Demonstration&#8220;   aufmarschieren. Nur durch massive &#246;ffentliche Gegenproteste kann dies in   Stolberg verhindert werden. <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; In der &#214;ffentlichkeit haben Familie, Freunde, Schulkameraden und   Lehrer deutlich gemacht, dass das Opfer kein organisierter Neonazi war.   Mindestens ein Lehrer hat sogar an der Gegendemonstration teilgenommen.   W&#252;nschenswert w&#228;re es gewesen, die Freunde des Opfers h&#228;tten w&#228;hrend des   Gegenprotestes gesprochen. Aber wohl aus Angst vor m&#246;glichen Folgen sind   sie verst&#228;ndlicherweise im Hintergrund geblieben. <\/i><\/p>\n<h5>  <i>Trotzdem ist von der Demonstration ein deutliches Signal gesetzt   worden: Wir lassen Stolberg nicht zur Wallfahrtsst&#228;tte werden. <\/i><\/h5>\n<p>  <i>Denn trotz k&#252;rzester Mobilisierungszeit ist es gelungen, rund 450   Menschen zur Demonstration zu mobilisieren. Darunter auch viele   Migranten und Jugendliche aus Stolberg selbst, die sich trotz des   massiven Polizeieinsatzes nicht haben abschrecken lassen. Viele   Rednerinnen und Redner fanden sich bereit, auf der Demonstration   aufzutreten. Darunter Manfred Engelhardt, ver.di-Mitglied und   Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerkspersonalr&#228;te NRW,   Nina Baucke vom Landesvorstand der Linksjugend [`solid] (K&#246;ln) und   Wolfgang Dre&#223;en vom Landesvorstand DIE LINKE-NRW. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Dass es trotz allem nicht gelungen ist, den Naziaufmarsch zu   verhindern, lag haupts&#228;chlich daran, dass das massive Polizeiaufgebot   trotz aller Auflagen die Demonstration der Neonazis erm&#246;glichte.   Polizeipr&#228;sident Klaus Oelze scheute anscheinend die M&#246;glichkeit einer   Klage vor dem Verwaltungsgericht. Lieber versetzt man die Bev&#246;lkerung in   &#196;ngste &#252;ber einen &#8222;Belagerungszustand&#8220;. Die Gegendemonstration jedoch   belegte man gleich mit einem &#8222;Sofortigen Vollzug&#8220;, was nichts anderes   bedeutet, als dass jedes Rechtsmittel gegen die erteilten Auflagen   vorerst wirkungslos gewesen w&#228;ren. <\/i><\/p>\n<p>  <i>In einem Offenen Brief hatte sich zuletzt auch das Aachener &#8222;B&#252;ndnis   gegen Rechts&#8220; an den Polizeipr&#228;sidenten gewandt und von einer &#8222;v&#246;lligen   Fehleinsch&#228;tzung &#252;ber die Bedrohung von rechts&#8220; gesprochen. Diese   &#196;usserung ist und bleibt, vor allem nach den Erfahrungen der letzten   Wochen und Monate, v&#246;llig richtig. Aber es sind doch dann keine zwei   verschiedenen Paar Schuhe, deshalb auch folgerichtigerweise zu den   Gegenprotesten zu mobilisieren. Allen voran der DGB h&#228;tte mit   Leichtigkeit hunderte Kolleginnen und Kollegen nach Stoberg rufen   k&#246;nnen. Die Gewerkschaften haben eine historische Verantwortung, ein   Erstarken der Neonazis zu verhindern. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Die gestrigen Gegenproteste waren alles andere als ein Aufzug   sogenannter &#8222;linker Chaoten&#8220;, vor denen die Polizei gewarnt hatte.   Trotzdem fanden nur wenige Gewerkschafter den Weg dorthin. Dies muss   sich am 26. April &#228;ndern.<\/i>&quot;<\/p>\n<h5>  <i>Marc Treude, Mitglied des Rates der Stadt Aachen, DIE LINKE<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Marc Treude war am 12.4. Versammlungsleiter der Gegenproteste zum<br \/>\n      Nazi-Aufmarsch in Stolberg. Er ist Mitglied der SAV und der Fraktion DIE<br \/>\n      LINKE im Rat der Stadt Aachen. Wir dokumentieren hier seine<br \/>\n      Presseerkl&#228;rung vom 13.4.08.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12619"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12619"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12619\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}