{"id":12617,"date":"2008-04-07T01:00:00","date_gmt":"2008-04-07T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12617"},"modified":"2008-04-07T01:00:00","modified_gmt":"2008-04-07T01:00:00","slug":"12617","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/04\/12617\/","title":{"rendered":"Abschluss &#214;ffentlicher Dienst: &#187;Diese Ungleichbehandlung ist nicht \r\n      akzeptabel&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Krankenhausbesch&#228;ftigte werden beim Tarifergebnis im &#246;ffentlichen Dienst   benachteiligt. Ein Gespr&#228;ch mit Dieter Jan&#223;en<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/04-07\/029.php\">jungen   Welt, 7.4.08<\/a><\/i><\/p>\n<p>  <b><i>Dieter Jan&#223;en ist Personalrat, ver.di-Vertrauensmann im Klinikum   Stuttgart und aktiv im &#187;Netzwerk f&#252;r eine k&#228;mpferische und demokratische   ver.di&#171;<\/i><\/b><\/p>\n<h5>  Ziel der &#187;Arbeitgeber&#171; im Tarifkonflikt f&#252;r die rund 2,1 Millionen   Besch&#228;ftigten bei Bund und Kommunen (inklusive Eigenbetriebe) war es,   die Krankenhausbelegschaften von der allgemeinen Lohnentwicklung   abzukoppeln. Ist das gelungen?<\/h5>\n<p>  Ja und nein. Wir haben &#8211; auch durch die sehr gute Beteiligung an den   Warnstreiks in den Kliniken &#8211; eine dauerhafte Abkopplung verhindert.   Allerdings erhalten die nicht&#228;rztlichen Krankenhausbesch&#228;ftigten den   Gro&#223;teil der Einkommenssteigerung von insgesamt durchschnittlich 7,9   Prozent nicht in diesem, sondern erst im kommenden Jahr. Neben dem   Sockelbetrag von 50 Euro bekommen sie 2008 nur 1,6 Prozent mehr. F&#252;r   alle anderen Besch&#228;ftigten bei Bund und Kommunen sind es 3,1 Prozent.   Durch eine gr&#246;&#223;ere Lohnsteigerung schlie&#223;en die Klinikmitarbeiter 2009   wieder auf, dennoch gehen ihnen 2008 mehrere hundert Euro verloren. Ich   halte diese Ungleichbehandlung f&#252;r nicht akzeptabel.<\/p>\n<h5>  Wie erkl&#228;rt die Gewerkschaftsspitze diese Regelung?<\/h5>\n<p>  Erstaunlich ist, da&#223; ver.di nach eigener Aussage diese   Schlechterstellung selbst vorgeschlagen hat. Es wird argumentiert, da&#223;   die Krankenhausfinanzierung in diesem Jahr auf den Pr&#252;fstein gestellt   wird, so da&#223; die Kostensteigerung ab 2009 eingerechnet werden k&#246;nne.   Bislang haben wir aber immer umgekehrt argumentiert: Wir wollten mit   einer m&#246;glichst hohen Lohnsteigerung daf&#252;r sorgen, da&#223; es unm&#246;glich   wird, die Deckelung der Krankenhausbudgets beizubehalten. Davon, da&#223; das   erst 2009 geschehen soll, war nie die Rede.<\/p>\n<h5>  Regt sich wegen der Benachteiligung der Klinikmitarbeiter Unmut?<\/h5>\n<p>  Das Problem ist, da&#223; dieses &#187;Sonderopfer Krankenh&#228;user&#171; kaum bekannt   ist. Und in den ver.di-Flugbl&#228;ttern zum Tarifergebnis wird diese   Tatsache, gelinde gesagt, auch nicht sonderlich deutlich. Ich bin der   Meinung: Die Mitglieder m&#252;ssen &#252;ber alle Aspekte des Kompromisses &#8211; und   nicht nur &#252;ber die Schokoladenseite &#8211; informiert werden. Nur so haben   sie tats&#228;chlich die M&#246;glichkeit, bei der Befragung, die bis Freitag in   den Betrieben l&#228;uft, eine eigenst&#228;ndige Entscheidung zu treffen.<\/p>\n<p>  Auch wenn es die erwartete Mehrheit f&#252;r das Ergebnis geben wird, m&#252;ssen   die ver.di-Vertreter in den Redaktionsverhandlungen, bei denen die   Details des Tarifvertrags gekl&#228;rt werden, unbedingt daf&#252;r sorgen, da&#223;   dieses Sonderopfer ausgeglichen wird.<\/p>\n<h5>  Wird die Schlechterstellung bei der Bezahlung nicht dadurch kompensiert,   da&#223; die Krankenh&#228;user von der Arbeitszeitverl&#228;ngerung ausgenommen sind?<\/h5>\n<p>  Nein. Erstens gilt hier in Baden-W&#252;rttemberg auch an den Kliniken die   39-Stunden-Woche weiter. Zweitens m&#252;ssen die Besch&#228;ftigten kommunaler   Krankenh&#228;user in den anderen Bundesl&#228;ndern die Beibehaltung der 38,5   Stunden durch Lohnverzicht bezahlen: Ihnen wird die sogenannte   Leistungsverg&#252;tung von einem Prozent gestrichen und die   Krankenhauszulage um zehn Euro im Monat gek&#252;rzt.<\/p>\n<h5>  Wie bewerten Sie das Gesamtergebnis der Tarifverhandlungen?<\/h5>\n<p>  Die Lohnerh&#246;hung von 7,9 Prozent klingt zun&#228;chst gut. Aufs Jahr   gerechnet ist das aber gerade etwas mehr als ein Ausgleich der   Preissteigerung. Positiv ist der Sockelbetrag von 50 Euro, der den   Kolleginnen und Kollegen in den unteren Einkommensgruppen zugute kommt.   Das sollte von nun an in allen Tarifrunden eine Rolle spielen.   Grunds&#228;tzlich w&#228;re es richtig, statt prozentualer Erh&#246;hungen eine   Steigerung der absoluten Betr&#228;ge zu vereinbaren. So k&#246;nnten wir daf&#252;r   sorgen, da&#223; die Differenz zwischen unteren und oberen Lohngruppen nicht   noch gr&#246;&#223;er wird.<\/p>\n<p>  Das Hauptproblem an der Potsdamer Vereinbarung ist aber die   Arbeitszeitverl&#228;ngerung. Baden-W&#252;rttemberg ist davon zwar gr&#246;&#223;tenteils   nicht betroffen, weil hier nach neunw&#246;chigem Streik 2006 bereits die   39-Stunden-Woche vereinbart wurde. Dennoch ist es insgesamt &#8211; auch f&#252;r   andere Branchen &#8211; eine Katastrophe, da&#223; ver.di und die anderen   Gewerkschaften eine Arbeitszeitverl&#228;ngerung ohne Kampf zulassen. N&#246;tig   ist n&#228;mlich das genaue Gegenteil: eine radikale Verk&#252;rzung der   Arbeitszeiten, weil nur so dem ausufernden Stre&#223; begegnet und die   Arbeitslosigkeit bek&#228;mpft werden kann. Wenn wir in dieser Frage endlich   wieder in die Offensive kommen wollen, d&#252;rfen wir in einer Tarifrunde   mit einer solch guten Ausgangssituation nicht einfach kampflos nachgeben.<\/p>\n<h4>  <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\"><i>netzwerk-verdi.de<\/i><\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Krankenhausbesch&#228;ftigte werden beim Tarifergebnis im &#246;ffentlichen Dienst<br \/>\n      benachteiligt. 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