{"id":12588,"date":"2008-03-30T00:00:00","date_gmt":"2008-03-30T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12588"},"modified":"2008-03-30T00:00:00","modified_gmt":"2008-03-30T00:00:00","slug":"12588","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/03\/12588\/","title":{"rendered":"Tibet explodiert!"},"content":{"rendered":"<p>  Brutales Vorgehen der chinesischen Regierung trifft auf zur&#252;ckhaltende   Reaktion der ausl&#228;ndischen Regierungen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Vincent Kolo, CWI Hong Kong<\/i><\/p>\n<p>  Nach den heftigsten Protesten gegen die chinesische Herrschaft seit fast   20 Jahren wurden tausende paramilit&#228;rischen Polizisten und Soldaten nach   Lhasa, der Hauptstadt Tibets abkommandiert. Gruppen von Exiltibetern zu   Folge wurden bisher &#252;ber 80 Menschen get&#246;tet und hunderte verwundet,   w&#228;hrend die offiziellen Stellen in China und der Tibetischen   Autonomieregion (TAR) von 16 Toten sprechen, wobei darunter auch drei   Jugendliche sein sollen, die &#8222;starben, als sie von einem Dach sprangen&#8220;.   Die Proteste begannen vor &#252;ber zwei Wochen und gipfelten am Freitag, den   14. M&#228;rz in heftigen Ausschreitungen in der tibetischen Hauptstadt,   wobei nach offiziellen Angaben &#252;ber 300 H&#228;user und Gesch&#228;fte ausgebrannt   sind. Am Sonntag und Montag letzte Woche griffen die Proteste auch auf   die angrenzenden von Tibetern bewohnten Provinzen Sichuan, Qinghai und   Gansu &#252;ber. Selbst in einem Park im Stadtteil Haidian in der   chinesischen Hauptstadt Peking kam es zu einem Sitzstreik von etwa 100   tibetischen Studierenden.<\/p>\n<p>  Da es nur noch f&#252;nf Monate bis zu den Olympischen Spielen sind hat sich   die chinesische Diktatur offensichtlich zu eine schnellen   Niederschlagung der Proteste entschlossen und hat dabei nur mit   zur&#252;ckhaltenden Protesten durch die ausl&#228;ndischen kapitalistischen   Regierungen zu rechnen, da diese wirtschaftlich immer mehr von China   abh&#228;ngig sind. Wie vorauszusehen war haben die USA, die EU und andere   Regierungen Standarderkl&#228;rungen &#252;ber ihre &#8222;Besorgnis&#8220; abgegeben, machten   aber klar, dass die tibetischen Proteste und die chinesischen   Repressionen die Beziehungen zu Peking nicht im Geringsten belasten   w&#252;rden. In der Region selbst haben die Regierungen Indiens und des   benachbarten Nepal, wo die maoistischen ehemaligen Guerillas vier   Minister stellen, die Solidarit&#228;tsdemonstrationen der Tibeter brutal   zerschlagen. In Lhasa selbst kommt es letzten Medienberichten zu Folge   zu einer Welle von Hausdurchsuchungen nach angeblichen &#8222;Randalierern&#8220; in   den tibetischen Wohnvierteln &#8211; die offiziellen Medien nennen das einen   &#8222;Krieg&#8220; gegen die spaltenden (das hei&#223;t Pro-Unabh&#228;ngigkeits-) Kr&#228;fte.   Die Situation gleicht einem unerkl&#228;rten Kriegsrecht, was von   unbest&#228;tigten Berichten &#252;ber acht tibetische Demonstranten, die in der   Region Aba, Provinz Sichuan, am Sonntag ermordet wurden, untermauert   wird.<\/p>\n<p>  Anstatt die Stabilit&#228;t wiederherzustellen, wird eine neue Welle des   Staatsterrors &#8211; der vielleicht geplant war um Tibet noch vor dem Beginn   der Olympischen Spiele im August zu &#8222;befrieden&#8220; &#8211; die explosive   Situation noch versch&#228;rfen. Die tibetische Jugend, die meist vom Land   kommt, wo noch immer drei Viertel der Bev&#246;lkerung leben, f&#252;hrt in   St&#228;dten wie Lhasa wo sie auf der Suche nach Arbeit hingezogen sind, ein   immer verzweifelteres Leben. Sie sind mit Diskriminierung, einem   brutalen Vorgehen der Polizei und einer halsabschneiderischen Konkurrenz   um Jobs mit der wachsenden Zahl von han-chinesischen SiedlerInnen   konfrontiert. Trotz des spektakul&#228;ren Booms im Bausektor und einem   Wirtschaftswachstum von 13,8 % im letzten Jahr gibt es in der TAR eine   weit auseinander klaffende Einkommensschere, wobei sich die TibeterInnen   am untersten Ende befinden. Die Einkommen in den l&#228;ndlichen Gebieten   Tibets sind immer noch nur ein Drittel derer im restlichen China.   W&#228;hrend reiche Han-ChinesInnen in St&#228;dten wie Lhasa mit teuren   ausl&#228;ndischen Autos herumfahren, zwingt die Armut viele junge   TibeterInnen zu Kriminalit&#228;t und Prostitution. Der Zustrom von   Han-ChinesInnen als H&#228;ndler und kleinen Gesch&#228;ftsleute, was sich durch   die Er&#246;ffnung der neuen Eisenbahnstrecke vor zwei Jahren noch   beschleunigt hat, f&#252;hrte zu einer weiteren Verschlechterung der   Situation der tibetischen Armen. Obwohl in Lhasa offiziell noch immer   78% TibeterInnen leben, ergibt sich wenn die Soldaten der   Volksbefreiungsarmee und WanderarbeiterInnen aus China mitgerechnet   werden eine Mehrheit der Han-ChinesInnen von 60% in der tibetischen   Hauptstdt<\/p>\n<h4>  Angef&#252;hrt von der &#8222;Dalai-Clique&#8220;?<\/h4>\n<p>  Ein detailliertes Bild davon, was zur Zeit passiert ist aufgrund der   Unterdr&#252;ckung der Medien durch das Regime extrem schwer   zusammenzustellen. Ausl&#228;ndische JournalistInnen wurden aus der Region   ausgewiesen. Fernsehteams aus Hongkong und Macau wurden ebenfalls   vertrieben und ihr Filmmaterial konfisziert. Die Hongkonger   Journalistenorganisation hat gegen die Behandlung ihrer Mitglieder durch   die Beh&#246;rden protestiert, von denen viele stundenlang festgehalten   wurden bevor sie gehen konnten. Der eiserne Ring der Zensur erstreckt   sich auch auf das Internet. Nicht nur ausl&#228;ndische Seiten wie YouTube   wurden f&#252;r die Dauer der Ereignisse in Tibet gesperrt, sondern auch   Nachrichtenseiten wie die des britischen Guardian erleiden dasselbe   Schicksal, das chinaworker.info (chinesische CWI-Seite) regelm&#228;&#223;ig   erleidet. In chinesischen Blogs und Internetforen werden alle   Erw&#228;hnungen Tibets von der Zensur schnell gel&#246;scht. In der   elektronischen Welt hat Tibet bereits aufgeh&#246;rt zu existieren!<\/p>\n<p>  Das Regime in Peking nimmt an einem Propagandakrieg teil, um seine   eigene Sicht der Ereignisse der Welt&#246;ffentlichkeit zu verkaufen. Aber   der Ausschluss aller unabh&#228;ngigen ZeugInnen &#8211; selbst TouristInnen wurden   ausgewiesen &#8211; beweist, dass man die Version des Regimes nicht glauben   kann. Die staatlichen Medien sind voll von Horrorgeschichten &#252;ber   brutale Angriffe auf Han-ChinesInnen. Das Regime versucht verzweifelt   einen Keil zwischen die protestierenden TibeterInnen und andere   unterdr&#252;ckte Gruppen &#8211; ArbeiterInnen die gegen Fabriksschlie&#223;ungen   k&#228;mpfen, UmweltaktivistInnen, B&#228;uerInnen, die gegen die Beschlagnahmung   ihres Landes k&#228;mpfen &#8211; zu treiben, deren K&#228;mpfe &#228;hnliche Reaktionen des   chinesischen Staates zur Folge haben. Wen die offizielle Version stimmen   w&#252;rde, w&#252;rde das Regime sicher gehen, dass es daf&#252;r westliche   JournalistInnen und AugenzeugInnen gibt, die sie best&#228;tigen k&#246;nnten.   Offensichtlich haben sie etwas zu verbergen &#8211; so wie das Sprichwort   lautet: &#8222;Die Wahrheit ist immer das Erste Opfer des Krieges.&#8220;<\/p>\n<p>  Peking macht die &#8222;Dalai-Clique&#8220;, also den geistlichen F&#252;hrer der   tibetischen Buddhisten und seine Exilregierung in Indien, f&#252;r die   Proteste verantwortlich. Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Der   Dalai Lama steht f&#252;r eine vers&#246;hnliche Haltung zu Peking und hofft auf   eine gr&#246;&#223;ere Autonomie &#224; la Hongkong, anstatt auf Unabh&#228;ngigkeit. Aber   diese Strategie, die er den &#8222;Mittelweg&#8220; nennt, wird von den   radikalisierteren Schichten der TibeterInnen, vor allem der Jugend,   immer mehr abgelehnt. So wie Israels Besatzungs- und   Unterdr&#252;ckungspolitik in Pal&#228;stina die &#8222;gem&#228;&#223;igten&#8220; Kr&#228;fte, das hei&#223;t   die pro-kapitalistischen und pro-westlichen, wie die Fatah, geschw&#228;cht   hat, ist die jetzige Explosion der Wut vieler TibeterInnen ein Zeichen   f&#252;r die Schw&#228;chung der politischen Autorit&#228;t der Exilregierung und des   Dalai Lama. Diese &#8222;F&#252;hrer&#8220; im Exil haben ihre Strategie darauf   ausgerichtet Unterst&#252;tzung durch westliche Regierungen, die UNO und   andere Agenturen von Kapitalismus und Imperialismus zu gewinnen und so   den Druck auf Peking zu erh&#246;hen. Diese Strategie ist in einer Welt in   der sich Wirtschaftsbosse und Regierungen um einen m&#246;glichst tiefen   Kotau (tiefe Verbeugung ehemals als Unterwerfungsgeste und Ehrerbietung   f&#252;r den chinesischen Kaiser; A.d.&#220;.) vor Peking bem&#252;hen um   wirtschaftliche Vorteile zu genie&#223;en, v&#246;llig gescheitert.<\/p>\n<p>  Die Spaltung in der Bewegung der TibeterInnen ist jetzt offensichtlich   geworden. Ein Sprecher des tibetischen Jugendkongresses sagte, der Dalai   Lama habe jeden Kontakt mit der Stimmung der TibeterInnen verloren, als   er sich weigerte zu einem Olympiaboykott aufzurufen und forderte die   Gewalt zu beenden. Ein tibetischer Lehrer in Dharamsala, Indien (dem   Sitz der Exilregierung) sagte der Nachrichtenagentur AFP: &#8222;Zur Zeit ist   der Dalai Lama au&#223;en vor. Es ist eine tibetische Volksbewegung.&#8220; Einige   Schichten der tibetischen Jugend schauen immer mehr auf den   Guerillakampf in Nepal, obwohl dort in Wirklichkeit eine massive   st&#228;dtische Protestbewegung und der Generalstreik vom April 2006,   deutlich mehr zum Sturz des Absolutismus beigetragen haben als die   l&#228;ndliche, maoistische Guerillabewegung.<\/p>\n<p>  Das ist der Hintergrund f&#252;r den letzten Aufschwung der Proteste. Sie   kommen aus der t&#228;glichen Unterdr&#252;ckung durch die Dominanz der   Han-ChinesInnen, dem Gef&#252;hl vom Ausland betrogen und von der F&#252;hrung im   Exil fallen gelassen worden zu sein. Radikalere Teile der tibetischen   Bewegung haben den 10. M&#228;rz, den Jahrestag des Aufstandes gegen die   chinesische Herrschaft von 1959, ins Visier genommen, um vor den   Olympischen Spielen globale Aufmerksamkeit zu erreichen.   ExiltibeterInnen in Nordindien haben zwei M&#228;rsche organisiert mit dem   Ziel die Grenze zu &#252;berschreiten und nach Lhasa zu kommen. Indische   Sicherheitskr&#228;fte hielten die Demonstrationen zur&#252;ck. Darauf reagierten   Teile der tibetischen Jugend, und auch junge Lamas (M&#246;nche), mit allem   Anschein nach urspr&#252;nglich friedlichen Demonstrationen.<\/p>\n<h4>  Propagandakrieg<\/h4>\n<p>  Am Freitag (den 14. M&#228;rz 2008; A. d. &#220;.) gerieten die Proteste au&#223;er   Kontrolle. Es kam zu Krawallen, Pl&#252;nderungen, dem Anz&#252;nden von   Gesch&#228;ften und laut Berichten zu wahlloser Gewalt gegen   Han-ZivilistInnen, Feuerwehrleute, selbst TibeterInnen, die dazwischen   gerieten, kamen zu Schaden. Die vom Regime kontrollierten Medien haben   selbstverst&#228;ndlich Interviews mit den Opfern dieser Angriffe, die im   Krankenhaus liegen, besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In einer Bewegung   ohne Organisation und F&#252;hrung ist es gut m&#246;glich, dass eine Schicht   deklassierter junger TibeterInnen an rassistischen Angriffen auf   han-chinesische ZivilistInnen teilnahm. SozialistInnen und politisch   bewusste ArbeiterInnen billigen solche Aktionen nicht. Aber wir weisen   ebenfalls darauf hin, dass es bekannt ist, dass die Staatskr&#228;fte Agent   Provocateurs in die Demonstrationen eingeschleust und wahrscheinlich   auch bezahlte Schl&#228;ger eingesetzt haben, die Chaos und Verwirrung   stiften, die Protestbewegung diskreditieren und dadurch einen Vorwand   f&#252;r die brutale Niederschlagung liefern. Das ist genau die selbe   Vorgehensweise wie letztes Jahr in Burma, als chinesische Milit&#228;rberater   die burmesische Junta dar&#252;ber beraten haben, wie die Massenbewegung am   besten zu spalten und zu zerschlagen sei. In China ist es &#252;blich, dass   Polizeiautos oder Regierungsgeb&#228;ude angegriffen und in Brand gesetzt   werden, wenn bei Protesten die Wut &#252;bersch&#228;umt. Das liegt daran, dass es   keine demokratische Organisation gibt, die den Kampf der Menschen auf   diszipliniertere und effektivere Wege des Protests wie den Generalstreik   leiten k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Das chinesische Regime will die DemonstrantInnen f&#252;r die Gewalt   verantwortlich machen und die tibetischen Proteste als ein rassistisches   anti-chinesisches Pogrom darstellen, um nationalistische Emp&#246;rung in   ganz China sch&#252;ren zu k&#246;nnen, damit jede Kritik an der   Unterdr&#252;ckungspolitik in Tibet erstickt wird und ein Blankoscheck f&#252;r   die Niederschlagung der Proteste ausgestellt wird. Ein Leitartikel in   der vom Regime kontrollierten Zeitung Tibet Daily nannte dies einen   &#8222;Kampf auf Leben und Tod&#8220; und beschwor milit&#228;rische Assoziationen von   einem &#8222;Krieg&#8220; gegen die Abspalterei (das hei&#223;t gegen die   Unabh&#228;ngigkeitsbestrebungen). Die chinesische Medienstrategie ist auch   darauf ausgerichtet internationale Kritik zu unterbinden: &#8222;Gibt es   irgendein demokratisches Land, in dem es nach Recht und Gesetz zugeht,   das sich mit solcher Gewalt abfinden k&#246;nnte?&#8220; sagte Qiangba Puncog, der   Vorsitzende der tibetischen Regionalregierung. Aber die brutalen   Methoden, die jetzt von den Sicherheitskr&#228;ften in den tibetischen   Regionen angewandt werden, sind genau dieselben, die sie gegen   han-chinesische ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen anwenden, wenn diese f&#252;r   ihre Rechte k&#228;mpfen. Darum sollten ArbeiterInnen und SozialistInnen   &#252;berall die Forderung nach einem Ende der Repression, der Aufhebung des   Kriegsrechts und dem sofortigen R&#252;ckzug von Paramilit&#228;rischer Polizei   und Armee erheben. Die Tragik der Situation in Tibet, wie &#252;berall in   China, ist das komplette Fehlen unabh&#228;ngiger Organisationen der   Arbeiterklasse &#8211; Gewerkschaften und politische Parteien &#8211; die   multi-ethnische Nachbarschaftsverteidigungsorganisationen aufbauen, um   die Wohnungen, Geb&#228;ude und die Leben der Menschen zu sch&#252;tzen, und   gleichzeitig den gemeinsamen Kampf von han-chinesischen und tibetischen   ArbeiterInnen und Armen gegen die &#220;bel, die beide Bev&#246;lkerungsgruppen   betreffen, zu organisieren: ansteigende Lebensmittelpreise, Wohnungsnot,   Jugendarbeitslosigkeit und Zusammenbruch des &#214;ffentlichen Dienstes.<\/p>\n<h4>  Der Weg nach vorne<\/h4>\n<p>  Unter tibetischen Jugendlichen gibt es ein starkes Dringlichkeitsgef&#252;hl   &#8211; &#8222;irgendwas muss getan werden&#8220; -, auch wenn sie nicht genau wissen, was   das sein soll. SozialistInnen verteidigen das Recht des tibetischen   Volkes, &#252;ber sein eigenes Schicksal zu entscheiden, bis hin zur   Unabh&#228;ngigkeit &#8211; mit vollen nationalen Rechten und Garantien f&#252;r die   han-chinesische Minderheit und alle anderen ethnischen Gruppen in Tibet.   Aber damit die Bewegung Erfolg haben kann, muss sie nicht nur aus ihrer   eigenen Geschichte sondern auch aus den Erfahrungen der K&#228;mpfe gegen   Despotismus und nationale Unterdr&#252;ckung in anderen L&#228;ndern, besonders im   Stadium des globalisierten Kapitalismus und Imperialismus, lernen. Ein   Blick in die Region zeigt, dass nationale Unabh&#228;ngigkeit auf Basis des   Kapitalismus in keiner Weise die Probleme der verarmten Massen l&#246;st.   Nehmen wir zum Beispiel das formell &#8222;unabh&#228;ngige&#8220; Bhutan und Nepal   jenseits der Grenze. Diese Staaten werden von ausl&#228;ndischen   KapitalistInnen dominiert, die Menschen leben in unertr&#228;glicher Armut   und regiert werden sie von rassistischen, undemokratischen Eliten. Aber   nicht einmal diese Form der &#8222;Unabh&#228;ngigkeit&#8220; ist f&#252;r Tibet m&#246;glich, so   lange die jetzige pro-kapitalistische Diktatur China beherrscht. Selbst   die vom Dalai Lama diskutierte Option einer ernsthafteren Autonomie, wie   sie Hongkong genie&#223;t, wird unter dem jetzigen Regime nicht m&#246;glich sein.   Das Regime in Peking akzeptiert auf Grund besonderer wirtschaftlicher   und historischer Bedingungen ein hohes Ma&#223; an Autonomie f&#252;r Hongkong,   bef&#252;rchtet aber mit Recht, dass sie eine B&#252;chse der Pandora &#246;ffnen   w&#252;rden, wenn sie Tibet &#228;hnliche Zugest&#228;ndnisse machen w&#252;rden, da andere   Regionen ebenfalls nach mehr Autonomie streben w&#252;rden und es zu einem   Auseinanderbrechen Chinas kommen k&#246;nnte. Pekings autorit&#228;re Herrscher   k&#246;nnen es sich wegen ihres eigenen Prestiges und ihrer Macht nicht   leisten das tibetische Aufbegehren auch noch zu belohnen.<\/p>\n<p>  Um in diesem Kampf gegen einen m&#228;chtigen Staat, der in seinem Vorgehen   in Tibet auch noch von den Kapitalisten in der ganzen Welt unterst&#252;tzt   wird, vorw&#228;rts zu kommen, m&#252;ssen die tibetischen Massen darum ihren   Kampf f&#252;r grundlegende demokratische Rechte und f&#252;r ein Ende der   chinesischen milit&#228;rischen Besetzung ihres Landes mit dem Kampf der   extrem ausgebeuteten Arbeiterklasse Chinas verkn&#252;pfen. Besonders die   tibetische Jugend muss sich mit dem Kampf der chinesischen ArbeiterInnen   und Jugend solidarisieren und sich mit ihnen zusammenschlie&#223;en, da beide   gegen den selben Unterdr&#252;cker k&#228;mpfen und grundlegend die selben Ziele   erstreben: ein Ende der Einparteienherrschaft und des Polizeiterrors,   Versammlungs-, Rede- und Religionsfreiheit, das Recht sich zu   organisieren, ein Ende der Ausbeutung mittel der Vergesellschaftung der   Industrie unter demokratischer Arbeiterkontrolle. Wirklicher   demokratischer Sozialismus hat nichts mit den b&#252;rokratischen   Einparteiendiktaturen von Mao oder Stalin zu tun, ganz zu schweigen von   den neoliberalen &#8222;Kommunisten&#8220;, die heute China und die TAR beherrschen.   Gemeinsam mit den unterdr&#252;ckten Massen der Himalajaregion und in Indien   k&#246;nnte der Kampf des tibetischen Volkes &#8211; als sozialistischer und   antiimperialistischer Kampf &#8211; eine Massenbewegung auf dem ganzen   Kontinent inspirieren um mit dem verrotteten und korrupten   kapitalistischen System abzurechnen und internationalen Sozialismus   aufzubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Brutales Vorgehen der chinesischen Regierung trifft auf zur&#252;ckhaltende<br \/>\n      Reaktion der ausl&#228;ndischen Regierungen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12588"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}