{"id":12584,"date":"2008-03-28T00:00:00","date_gmt":"2008-03-28T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12584"},"modified":"2008-03-28T00:00:00","modified_gmt":"2008-03-28T00:00:00","slug":"12584","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/03\/12584\/","title":{"rendered":"&#214;ffentlicher Dienst: Schlichtung = Provokation"},"content":{"rendered":"<h4>  <i>Urabstimmung und Vollstreik f&#252;r die volle Durchsetzung der   Forderungen!<\/i><\/h4>\n<p>  Mit einer angeblichen Erh&#246;hung der L&#246;hne um 8 Prozent versucht Lothar   Sp&#228;th (CDU), Vorsitzender der Schlichtungskommission, der &#214;ffentlichkeit   weis zu machen, dass es sich hier um ein faires Angebot f&#252;r die   Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst handelt.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Scheinbar versucht er Bahnchef Mehdorn mit seinem gescheiterten   Versuch, plumpe Mogelpackungen f&#252;r echt zu verkaufen, noch zu   &#252;berbieten. In Wirklichkeit bedeutet der Schlichterspruch zum Beispiel   f&#252;r 2008 eine lineare Erh&#246;hung der L&#246;hne und Geh&#228;lter um 2,6 Prozent f&#252;r   die unteren Einkommensgruppen und 1,7% f&#252;r die oberen Einkommensgruppen.   Das ist ohne die Arbeitszeitverl&#228;ngerung auf 39,5 gegenzurechnen!<i> <\/i><\/b>    <\/p>\n<p>  <i><b>von Angelika Teweleit, Berlin<\/b><\/i><\/p>\n<p>  Denn f&#252;r die ersten drei Monate 2008 soll es gar keine Erh&#246;hung geben,   und die Laufzeit soll insgesamt 24 Monate betragen. F&#252;r die   Besch&#228;ftigten in den Krankenh&#228;usern sollen 35 Euro Pflegezulage von 2006   angerechnet werden. Wie ver.di Chef Bsirske sagt, w&#228;re das nicht einmal   Inflationsausgleich.<\/p>\n<p>  Wie erwartet, haben sich die Arbeitgeber in der so genannten Schlichtung   mit ihrem Ziel der weiteren Arbeitszeitverl&#228;ngerung durchgesetzt. Damit   w&#252;rden weitere zehntausende von Stellen abgebaut.<\/p>\n<p>  Die Bundestarifkommission muss diesen Schlichterspruch klar ablehnen und   die Verhandlungen am Samstag m&#252;ssen sofort f&#252;r gescheitert erkl&#228;rt   werden. Die Besch&#228;ftigten haben gezeigt, dass sie kampfbereit sind. Es   gibt keinerlei Veranlassung, von den aufgestellten Forderungen   abzur&#252;cken. Es ist m&#246;glich, die Forderungen voll durchzusetzen. Von der   ver.di-F&#252;hrung muss das klare Signal ausgehen &#8211; es wird keinerlei   Kompensationen geben.<\/p>\n<h4>  200 Euro voll durchsetzen<\/h4>\n<p>  Mindestens 200 Euro bei 8% f&#252;r alle, bei 12 Monaten Laufzeit, ist das   Minimum, was in dieser Tarifrunde durchgesetzt werden muss. Durch den   TV&#246;D und drei Nullrunden haben die Besch&#228;ftigten des &#246;ffentlichen   Dienstes seit 2004 23% Reallohn verloren. 180.000 Kolleginnen und   Kollegen von Bund, L&#228;ndern und Kommunen verdienten 2007 so wenig, dass   sie Hartz-IV-Aufstockung in Anspruch nehmen mussten. Der &#246;ffentliche   Schuldenabbau wurde zum Schuldenberg der Krankenpfleger, M&#252;llwerker und   Erzieherinnen. Viele Besch&#228;ftigte kommen nur mit einem Zweitjob &#252;ber die   Runden. Nicht umsonst wurden in den Betrieben und unteren   ver.di-Gliederungen Forderungen nach 250 bis 350 Euro aufgestellt. Die   200 Euro Festgeldforderung sind somit f&#252;r viele Besch&#228;ftigte schon der   Kompromiss.<\/p>\n<h4>  Schotten dicht bei Arbeitszeit und Einruppierung<\/h4>\n<p>  Die Frage der Eingruppierung ist beim Schlichterspruch noch offen. Damit   droht, dass bei den erst nach der Tarifrunde stattfindenden neuen   Eingruppierungen massive Verluste auf die KollegInnen zukommen! Daher   darf es keinen Abschluss geben ohne die Fortsetzung der   &#220;bergangsregelungen bei den Entgeltgruppen zu vereinbaren, bis eine   bessere Regelung gefunden wird, die keinerlei Verschlechterungen   beinhaltet.<\/p>\n<p>  Die Arbeitgeber haben zudem klar gemacht, dass sie es mit ihrem   erkl&#228;rten Ziel, die Arbeitszeiten zu verl&#228;ngern, ernst meinen. Damit   wollen sie auch ein Signal f&#252;r andere Bereiche wie die Postdienste, das   KfZ-Handwerk und die IG-Metall-Tarifrunde im Herbst setzen. Jede Minute   Arbeitszeitverl&#228;ngerung bedeutet weiteren Stellenabbau. Ver.di darf sich   hier auf keinen Kompromiss einlassen &#8211; nicht 39,5 Stunden und auch nicht   39 Stunden. Was wir eigentlich brauchen, ist Arbeitszeitverk&#252;rzung,   damit neue Stellen geschaffen werden, und um die &#220;bernahme von   Auszubildenden im erlernten Beruf zu erreichen. Daher muss ver.di der   Provokation der Arbeitgeber endlich eine offensive Forderung nach   Arbeitszeitverk&#252;rzung entgegenstellen &#8211; die Vereinheitlichung auf 38,5   Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich f&#252;r alle. Damit k&#246;nnte   die Gewerkschaft den Kampf f&#252;r weitere notwendige Arbeitszeitverk&#252;rzung   und die 35-Stunden-Woche endlich wieder auf die Tagesordnung setzen.   Eine offensive Gegenforderung in der Frage der Arbeitszeit w&#228;re das   klare Signal an die Arbeitgeber: hier wird es kein Abr&#252;cken der   Gewerkschaft geben. Es h&#228;tte auch eine mobilisierende Wirkung auf die   Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst, an der Frage der Arbeitszeit   wieder in die Offensive zu kommen. Denn die KollegInnen brauchen   Arbeitszeitverk&#252;rzung, um den gewachsenen Arbeitsdruck und gestiegenen   Stress auszugleichen.<\/p>\n<h4>  Bei 12 Monaten Laufzeit bleiben!<\/h4>\n<p>  Mit den vorgeschlagenen zwei Jahren Laufzeit wollen sich die Arbeitgeber   den R&#252;cken freihalten, um im Wahljahr 2009 nicht erneut den Unmut der   Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst zum Ausbruch kommen zu lassen.   Diesen Gefallen d&#252;rfen ihnen die Gewerkschaften nicht machen. Die   Besch&#228;ftigten m&#252;ssen in die Lage versetzt werden, n&#228;chstes Jahr auf   einem Erfolg von 2008 aufzubauen. Sind die Wahlen erstmal vorbei, dann   sind die &#246;ffentlichen Arbeitgeber in einer viel besseren Position. Doch   mit Streiks vor der Bundestagswahl k&#246;nnte man sie viel leichter in die   Knie zwingen. Dazu kommt, dass die Tarifvertr&#228;ge der Landesbesch&#228;ftigten   ebenfalls zum 31.12.2008 auslaufen. Somit w&#228;ren die Tarifrunden f&#252;r die   Besch&#228;ftigten von Bund, Kommunen und L&#228;ndern wieder zeitgleich und die   Kampfkraft nochmals gest&#228;rkt. Auch unter den Bedingungen von   wirtschaftlicher Instabilit&#228;t, wie sie sich klar abzeichnet, muss die   Laufzeit auf ein Jahr begrenzt bleiben, um in der Lage zu sein, weiteren   Verlusten durch das Erk&#228;mpfen von besseren L&#246;hnen und k&#252;rzeren   Arbeitszeiten entgegenzuwirken.<\/p>\n<h4>  Ver.di muss hart bleiben<\/h4>\n<p>  Die beiden Warnstreikwellen im Februar\/M&#228;rz haben eine enorme   Kampfbereitschaft gezeigt. Ein bundesweiter Vollstreik von   KrankenpflegerInnen, M&#252;llwerkerInnen, Stra&#223;enbahnfahrerInnen,   ErzieherInnen, Flughafenbesch&#228;ftigten, Schleusenw&#228;rterInnen und allen   anderen Besch&#228;ftigten bei Bund und Kommunen wird die Arbeitgeber in die   Knie zwingen. Die Lokf&#252;hrerInnen haben mit einem 62-st&#252;ndigen Vollstreik   und der Androhung eines weiteren unbefristeten Erzwingungsstreiks 11%   mehr Lohn und eine Stunde weniger Arbeitszeit erk&#228;mpft. Allein mit dem   Bestreiken der Flugh&#228;fen, der Binnenschifffahrt und des Nahverkehrs   haben die Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst schon ein weitaus h&#246;heres   Druckmittel als die Lokf&#252;hrer. Mit der Urabstimmung muss ein Vollstreik   eingeleitet werden. Der Verhandlungsf&#252;hrer f&#252;r die Kommunen, Thomas   B&#246;hle (SPD) behauptet, ein Streik lie&#223;e sich locker aussitzen. Doch man   stelle sich mal eine Woche Vollstreik vor. Alle Kitas bleiben   geschlossen, kein M&#252;ll wird entsorgt, Busse und Bahnen stehen still,   kein einziges Flugzeug kann starten oder landen, der G&#252;terverkehr auf   den Fl&#252;ssen findet nicht statt und so weiter. Damit k&#246;nnten die Konzerne   massiv getroffen werden und das gesamte &#246;ffentliche Leben w&#228;re lahm   gelegt. Daher muss die selbstbewusstse Strategie von ver.di und den   anderen Gewerkschaften lauten: unbefristeter Vollstreik &#8211; bis die   Arbeitgeber einlenken.<\/p>\n<h4>  Alle gemeinsam!<\/h4>\n<p>  Zus&#228;tzlich ist die Ausgangsposition so g&#252;nstig wie selten, weil sich   nicht nur die 2,6 Millionen Besch&#228;ftigten in Bund und Kommunen in einer   Tarifauseinandersetzung befinden, sondern dar&#252;ber hinaus auch   Besch&#228;ftigte beim Einzelhandel, bei der Post, im KfZ Handwerk, die   Landesbesch&#228;ftigten in Berlin und Hessen, die BVG Berlin. Das schreit   nach gemeinsamen Aktionen. Wir schlagen daher zus&#228;tzlich vor: als   Auftakt f&#252;r einen Vollstreik einen gemeinsamen Streik- und Protesttag   aller Besch&#228;ftigten, die sich in Tarifauseinandersetzungen befinden.<\/p>\n<p>  Die Ver.di F&#252;hrung gibt sich k&#228;mpferisch. Damit das so bleibt,   organisiert das &#8222;<a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\">Netzwerk   f&#252;r eine k&#228;mpferische und demokratische ver.di<\/a>&#8220; Druck von   unten f&#252;r einen unbefristeten Vollstreik.<\/p>\n<h5>  K&#228;mpfen wie in Frankreich &#8211; Deutschland ist jetzt Streikland &#8211; das muss   die klare Ansage an Sch&#228;uble, Sp&#228;th, B&#246;hle und Co. sein.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h4>\n      <i>Urabstimmung und Vollstreik f&#252;r die volle Durchsetzung der<br \/>\n      Forderungen!<\/i><br \/>\n    <\/h4>\n<p>\n      Mit einer angeblichen Erh&#246;hung der L&#246;hne um 8 Prozent versucht Lothar<br \/>\n      Sp&#228;th (CDU), Vorsitzender der Schlichtungskommission, der &#214;ffentlichkeit<br \/>\n      weis zu machen, dass es sich hier um ein faires Angebot f&#252;r die<br \/>\n      Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst handelt.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12584"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12584"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12584\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}