{"id":12579,"date":"2008-03-22T00:00:00","date_gmt":"2008-03-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12579"},"modified":"2008-03-22T00:00:00","modified_gmt":"2008-03-22T00:00:00","slug":"12579","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/03\/12579\/","title":{"rendered":"Marxismus heute: Vorwort zur deutschen Ausgabe"},"content":{"rendered":"<p>  Zum jetzt auf deutsch erschienen Buch &#8222;Marxismus heute&#8220; schrieb Peter   Taaffe, Mitglied des Internationalen Sekretariats des CWI, folgendes   Vorwort.<\/p>\n<p align=\"center\">  <small>[<a href=\"mailto:info@sav-online.de\">Buch bei der SAV-Zentrale   bestellen<\/a> | <a href=\"\/?p=12577\">Zur   Ank&#252;ndigung des Buches<\/a>]<\/small><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<!-- too long \"tooLong-sid2579\" --><\/p>\n<h4>  Deutschland am Scheideweg<\/h4>\n<p>  Deutschland ist das wirtschaftliche Machtzentrum Europas, das zwanzig   Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) der Europ&#228;ischen Union   erwirtschaftet.<\/p>\n<p>  Es konkurriert au&#223;erdem mit China um den Spitzenplatz als weltgr&#246;&#223;ter   Exporteur von G&#252;tern. Die deutsche Arbeiterbewegung ist auch die   potenziell st&#228;rkste in Europa. Und doch waren die Kapitalisten in   Deutschland mit einem Angriff auf den Lebensstandard der deutschen   ArbeiterInnen erfolgreich, der in mancherlei Hinsicht brutaler ist, als   der Prozess der Neoliberalisierung des britischen Kapitalismus. Dies war   jedoch nur m&#246;glich aufgrund der blamablen Rolle der verrotteten rechten   deutschen Gewerkschaftsf&#252;hrung. Diese ist gemeinsam mit den F&#252;hrern der   ehemaligen Arbeiterpartei, den Sozialdemokraten (SPD), vor dem deutschen   Kapital in die Knie gegangen, als dieses K&#252;rzung um K&#252;rzung bei den   Lebensbedingungen und Rechten der arbeitenden Bev&#246;lkerung eingef&#252;hrt   hat. Eine Aufgabe, die wir uns mit &quot;Marxismus heute&quot; und diesem Vorwort   gestellt haben, ist es einen Beitrag dazu zu leisten, ArbeiterInnen im   allgemeinen &#8211; und insbesondere die deutsche Arbeiterklasse mit ihren   gro&#223;artigen sozialistischen und revolution&#228;ren Traditionen &#8211; von diesem   sch&#228;dlichen Einfluss zu befreien. Das ist vor allem eine ideologische   Aufgabe, die es erfordert eine sozialistische und marxistische   Perspektive f&#252;r die Lage, mit der die Arbeiterbewegung heute   konfrontiert ist, zu geben.<\/p>\n<p>  Die erstmalige &#220;bersetzung dieses Buches in die deutsche Sprache ist ein   besonderes Ereignis f&#252;r den Autor. Die Themen, die behandelt und   diskutiert werden sind vor allem zum jetzigen Zeitpunkt von Bedeutung   f&#252;r Deutschland, denn dieses m&#228;chtige Land und seine ebenfalls starke   Arbeiterbewegung befinden sich am Scheideweg. Die Tage, an denen der   deutsche Kapitalismus in der ersten Reihe stand und &quot;die Erwartungen   erf&#252;llt&quot; hat, sind lange vorbei. Die relative soziale Stabilit&#228;t , die   fr&#252;her einmal als das entscheidende Merkmal des &quot;deutschen Modells&quot;   gefeiert und die der Rest der Welt nachahmen sollte, ist Schnee von   gestern. Deutschland ist heute eines der explosivsten L&#228;nder in Europa,   trotz der oberfl&#228;chlich vorherrschenden Ruhe. Das ist die Folge des   Bestrebens des deutschen Kapitalismus dem neoliberalen Kapitalismus zu   folgen, dessen Weg von Margaret Thatcher in Gro&#223;britannien bereitet   wurde. Und die deutschen Kapitalisten wagten sich sogar auf Gebiete vor,   die Thatcher nicht zu betreten wagte. Das f&#252;hrte zu den skandal&#246;sen   &quot;Ein-Euro-Jobs&quot; (Jobs, bei denen Erwerbslose nur einen Euro pro Stunde   mehr als die Arbeitslosenhilfe erhalten), die Erwerbslose gezwungen   sind, anzunehmen. Die S&#252;ddeutsche Zeitung hat darauf hingewiesen, dass   die Zahl der ArbeiterInnen mit einem Zweitjob seit 2003 um 2,1 Millionen   gestiegen ist. Sklavenl&#246;hne sind das Kennzeichen des Neoliberalismus,   aber auf diesem Gebiet hat Deutschland in letzter Zeit den Ton gesetzt.   Das Ergebnis ist, dass es unter dem Strich einen enormen R&#252;ckgang des   Anteils der Arbeiterklasse an der von ihr produziertem Reichtum gibt.<\/p>\n<p>  Ein Mittel der Kapitalisten f&#252;r diese Offensive war die sogenannte   &quot;rot-gr&#252;ne&quot; Koalition unter Gerhard Schr&#246;der. Sein neoliberales Programm   &quot;Agenda 2010&quot; wurde von allen Schattierungen kapitalistischer   Auffassungen als ein &quot;Durchbruch&quot; begr&#252;&#223;t, der die Grundlage f&#252;r eine   leuchtende Wiederbelebung des deutschen Kapitalismus legen w&#252;rde. Seit   der Einf&#252;hrung dieses Programms ist die Kaufkraft der   Langzeitarbeitslosen um 7,5 Prozent gefallen (S&#252;ddeutsche Zeitung vom   30. November 2007). Auf der Grundlage sinkener &quot;Lohnkosten&quot; &#8211; sch&#246;ne   Worte um, in einigen F&#228;llen, eine brutale Reduzierung von L&#246;hnen und   Verschlechterung von Arbeitsbedingungen zu umschreiben &#8211; schien der   deutsche Kapitalismus anfangs erfolgreich zu sein. Auch wenn es kein   &#246;konomisches Feuerwerk gab, hat sich die lahme Wachstumsrate des   deutschen Kapitalismus &#8211; durchschnittlich halb so gro&#223; wie im Rest der   EU in diesem Jahrzehnt &#8211; begonnen zu erholen. Dies wurde durch den Boom   der Weltwirtschaft und die vor allem in Deutschland produzierten   Investitionsg&#252;ter f&#252;r die expandierenden M&#228;rkte in einem wachsenden   China angetrieben. Aber selbst im aktuellen Aufschwung sind die   Einkommen gefallen. W&#228;hrend dem dritten Quartal 2005 und den dritten   Quartal 2007 sind die Realeinkommen der privaten Haushalte um 0,4   Prozent gefallen (Berliner Zeitung vom 10. Dezember 2007).<\/p>\n<h4>  Die sich entwickelnde Weltkrise<\/h4>\n<p>  Dieser fragilen und kurzlebigen Aufschwung droht jedoch aufgrund der   sich entwickelnden Krise in der Weltwirtschaft Schiffbruch zu erleiden.   Darauf wurde k&#252;rzlich ein Schlaglicht geworfen durch die Krise im   US-Immobiliensektor, insbesondere dem Zusammenbruch der zweitklassigen,   sogenannten &quot;sub-prime&quot; Kredite. Wie Marx erkl&#228;rte, &#246;lt der Kredit den   Prozess eines Aufschwungs und kann die M&#228;rkte sogar f&#252;r eine Weile &#252;ber   ihre eigentlichen Grenzen hinaus ausdehnen. Damit einher kommen alle   m&#246;glichen Formen der Spekulation und ihre Betreiber, die von Marx als   &quot;Abenteurer und Propheten&quot; beschrieben wurden. Allerdings gab es nicht   viele, oder m&#246;glicherweise gar keine, &quot;Propheten&quot; im Weltkapitalismus,   die, als sie die goldene Treppe zu immer gr&#246;&#223;erem, von immer komplexeren   Finanz-&quot;Instrumenten&quot; gespeistem Reichtum aufstiegen, diese auch   verstanden. Kredite &#252;ber einen Zeitraum von 150 Jahren wurden an die   &#228;rmsten Teile der Gesellschaft vergeben, die absolut keine Chance haben,   diese zur&#252;ck zu zahlen. Das Ergebnis ist wie ein &quot;Autounfall im   Zeitlupentempo&quot; im US-Kreditmarkt und das Heraufziehen der   ernsthaftesten Wirtschaftskrise in den USA und weltweit seit Jahrzehnten.<\/p>\n<p>  Die Finanz-&quot;Master of the Universe&quot; glaubten, dass die Globalisierung   einen Ausweg aus den traditionellen Zyklen von Boom und Pleiten unterm   Kapitalismus aufzeigt. Die US Banken behaupteten, sie w&#252;rden das Risiko   senken, indem sie die Schulden aus diesem Bereich wie Fleischpakete   zerst&#252;ckeln und wieder verkaufen. Das Ergebnis davon war eine   &quot;Internationalisierung&quot; der US-Krise. Hier hat die Globalisierung, die   als ein Mittel zur Vermeidung einer wirtschaftlichen Kernschmelze   betrachtet wurde, wieder einen solchen Prozess bef&#246;rdert. Wie der gro&#223;e   deutsche Philosoph Hegel sagte: &quot;Vernunft wird zur Unvernunft und   Unvernunft wird zur Vernunft.&quot; Die Ma&#223;nahmen, die dazu dienen sollten   den Kapitalismus zu stabilisieren und den Wirtschaftszyklus zu   verl&#228;ngern, haben sich nun in ihr Gegenteil verkehrt.<\/p>\n<p>  Die Bankenkrise der USA ist in alle L&#228;nder vorgedrungen, einschlie&#223;lich   Deutschlands. Im August 2007 hat die weltweite Kreditklemme die Sachsen   LB, welche erst vor 15 Jahren in der Folge der kapitalistischen   Wiedervereinigung gebildet wurde, bedroht. Dieses f&#252;hrte zu einer &quot;der   dem&#252;tigendsten Situationen der letzten Zeit&quot; f&#252;r das deutsche Bankwesen.   Diese Bank w&#228;re beinahe untergegangen, weil sie K&#228;ufer von durch Aktiva   abgesicherten Wertpapieren war, was zu einem massiven Wett-Experiment   wurde. Das Ergebnis davon war, dass die Bank vom Bankrott bedroht war.   Ein Aktion&#228;r der Bank erkl&#228;rte, dass sie &quot;mit dem R&#252;cken zur Wand   stehen&quot;. Aber Deutschlands Top-Banken-Regulierer, Jochen Sanio,   entgegnete: &quot;Es ist keine Wand hinter Euch &#8211; nur ein Abgrund.&quot; Diese   Metapher trifft auf den Weltkapitalismus zu, vor allem auf den US   Kapitalismus, aber vielleicht auch auf Deutschland.<\/p>\n<p>  Die Hoffnungen, dass diese Krise noch umschifft werden k&#246;nnte, beginnen   sich aufzul&#246;sen. Die &quot;Wirtschaftsweisen&quot; des Weltkapitalismus &#8211; die   Zentralb&#228;nker der wichtigsten L&#228;nder &#8211; haben in einer panikartigen Weise   100 Milliarden US-Dollar in die Geldm&#228;rkte injiziert. Aber im Fall der   maroden Hypothekenbank Northern Rock in Gro&#223;britannien hat die Regierung   schon 50 Milliarden reingepumpt. Dies wurde von der Europ&#228;ischen   Zentralbank gefolgt, die noch mehr reingepumpt hat. Keine Menge an   &quot;Liquidit&#228;t&quot; kann die derzeitigen Probleme des US- und Weltkapitalismus   l&#246;sen. Die derzeitige Krise ist kein &quot;Liquidit&#228;tsproblem&quot; &#8211; dem Pumpen   von Kredit und Kapital in die Geldm&#228;rkte &#8211; sondern ein Problem der   Zahlungsf&#228;higkeit, dem nahenden Bankrott von wichtigen Sektoren des   Weltkapitalismus und vor allem des Finanz- und Bankenbereichs, der in   die Realwirtschaft &#252;berschwappt.<\/p>\n<p>  Die sub-prime-Krise in den USA ist mit der Immobilienkrise verbunden,   die sich nun seit &#252;ber zw&#246;lf Monaten entwickelt. Der Immobilienbereich   in den USA ist ein extremes Beispiel von dem &quot;Verm&#246;gens-Keynesianismus&quot;   (asset keynesianism) &#8211; einer Immobilienblase -, die US- Konsumenten   erlaubt hat in den letzten sieben Jahren in einen Kaufrausch zu geraten.   Dies wiederum hat den Boom in der Warenproduktion Chinas f&#252;r den US   Markt angeheizt. Der R&#252;ckgang der Immobilienpreise in den USA &#8211; der   schon dazu f&#252;hrte, dass eine Million Familien ihre H&#228;user verloren haben   und weitere zwei bis drei Millionen davon bedroht sind &#8211; verringert die   Ausgaben und damit die F&#228;higkeit der US Konsumenten chinesische Waren zu   kaufen. Ein Abschwung in China h&#228;tte riesige soziale und politische   Auswirkungen im Land selber, aber auch einen bedeutenden Einfluss auf   L&#228;nder wie Deutschland, die Chinas uners&#228;ttlichen Appetit f&#252;r   Kapitalg&#252;ter zur anscheinend endlosen Produktion von Konsumg&#252;tern   befriedigen.<\/p>\n<h4>  &quot;Schockmethode&quot;<\/h4>\n<p>  Vor allem aber ist diese Krise erst in ihrer ersten Phase. Ein   Kommentator bezeichnete die Injektion von Liquidit&#228;t durch die   Zentralb&#228;nker als ein Beispiel f&#252;r eine Schockmethode. Aber auch Bushs   Laser-Show zu Beginn des Irak-Krieges sicherte nicht den Sieg, sondern   f&#252;hrte zum genauen Gegenteil. Es zog den US-Imperialismus und sein   Milit&#228;r in einen Sumpf, aus dem es sich derzeit krampfhaft zu befreien   versucht. Tats&#228;chlich haben einige Kommentatoren die aktuelle   Finanzkrise mit dem Irak-Krieg verglichen &#8211; im dem Sinne, dass beide   Probleme als leicht &quot;l&#246;sbar&quot; erschienen, aber je weiter die Zeit   fortschreitet, sich ein &quot;Sieg&quot; als schwer realisierbar herausstellt.<\/p>\n<p>  Zus&#228;tzlich zur derzeitigen Immobilienkrise ist der US Kapitalismus mit   einer Dollar-Krise konfrontiert. Das Bush-Regime war am Fall des Dollars   beteiligt, um US-Exporte zu verbilligen und das enorme   Handelsbilanzdefizit zu verringern. Jedoch ist die US-Industrie so weit   ausgeh&#246;hlt worden, dass es fraglich bleibt, ob die US-Exporte selbst mit   dem Vorteil eines billigen Dollars M&#228;rkte zur&#252;ckerobern k&#246;nnen.   Andererseits besteht die Gefahr, dass die Folgen eines Dollar-Falls sich   &quot;chaotisch entwickeln&quot; k&#246;nnen. Das ist B&#228;nker-Sprache f&#252;r einen   Abwertungswettlauf der Konkurrenten des US-Kapitalismus nach einem   weiteren steilen Fall der US-W&#228;hrung. Auch wenn der franz&#246;sische   Pr&#228;sident Nicolas Sarkozy auf seinem k&#252;rzlichen USA-Besuch einen   Kuschelkurs gefahren ist, hat er davor gewarnt, dass es zu einem   Handelskrieg kommen kann, der das wirtschaftliche Leiden des   Weltkapitalismus verschlimmern k&#246;nnte. Dies zeigt, wie MarxistInnen   argumentiert haben, dass die Globalisierung nicht ein neues goldenes   Zeitalter des Weltkapitalismus einleitet, sondern letztlich die Basis   f&#252;r eine weltweite Krise legt.<\/p>\n<p>  Eine Krise in einem Land &#8211; vor allem einem wichtigen Land wie den USA &#8211;   kann sich in Lichtgeschwindigkeit von einem Land zum n&#228;chsten   ausbreiten. Der Kapitalismus steht deshalb vor der M&#246;glichkeit eines   neuen &quot;Domino&quot;-Effekts &#8211; was in der Vergangenheit nur eine andere Art   der Best&#228;tigung von Trotzkis Theorie der Permanenten Revolution durch   die internationalen Auswirkungen einer Revolution in einem Land auf   andere L&#228;nder war. Diesmal wird sich dies jedoch erst einmal auf   wirtschaftlicher Ebene abspielen. Vor allem aber werden die sch&#228;rfsten   Auswirkungen nicht in den schw&#228;cheren Volkswirtschaften, sondern in den   st&#228;rkeren Zitadellen des Weltkapitalismus, wie den USA und Deutschland,   zu sp&#252;ren sein.<\/p>\n<h4>  Auswirkungen auf Deutschland<\/h4>\n<p>  Tats&#228;chlich sind sich die Strategen des deutschen Kapitalismus so   bewusst &#252;ber die Auswirkungen der Weltkrise auf deutsche Exporte, dass   sie krampfhaft nach Ma&#223;nahmen suchen, um die schwache Nachfrage zu   steigern. Dies ist ein Grund f&#252;r die unglaubliche Kehrtwende von Teilen   des deutschen Kapitalismus beim Thema Mindestlohn. Sie haben den ersten   Teil dieses Jahrzehnts damit verbracht, zuerst Schr&#246;der und dann Merkel   aufzufordern, dass Strafma&#223;nahmen gegen Erwerbslose, wie die &quot;Agenda   2010&quot; und den ber&#252;chtigten &quot;Hartz-IV&quot;-Angriff energisch eingef&#252;hrt   werden. All das diente der &quot;Senkung der Arbeitslosigkeit&quot;. Aber trotz   Deutschlands Erfolg auf den Weltm&#228;rkten bleibt die   Massenarbeitslosigkeit, vor allem im Osten, bestehen. Offiziell steht   die Arbeitslosigkeit bei 3,4 Millionen, was &#8211; wiederum offiziell &#8211;   600.000 weniger als vor einem Jahr sind. Dies wird als ein bedeutender   R&#252;ckgang dargestellt, obwohl die reale Zahl der Erwerbslosen viel h&#246;her   ist. Hinzu kommt, dass viele dieser neuen Jobs auf Zeitvertr&#228;gen   basieren und schlecht bezahlt werden. Und sie werden die ersten sein,   die abgebaut werden, wenn die Unternehmen in eine Krise geraten, wie die   k&#252;rzlich angek&#252;ndigten Entlassungen bei BMW zeigen.<\/p>\n<p>  Zus&#228;tzlich sind die Reall&#246;hne in Deutschland im Jahr 2006 auf dem   niedrigsten Stand seit 1986, w&#228;hrend die Produktivit&#228;t um bedeutende   drei&#223;ig Prozent in den 14 Jahren bis 2005 wuchs. Der Anteil der   deutschen ArbeiterInnen am Volkseinkommen fiel um heftige f&#252;nf Prozent,   w&#228;hrend es gleichzeitig einen riesigen Anstieg bei den Profiten gab. Der   Konsum aber fiel, was wichtige Teile der b&#252;rgerlichen   Wirtschaftswissenschaftler alarmierte. Woher w&#252;rden die M&#228;rkte f&#252;r   deutsche Waren, die aus China ausgesperrt bleiben, her kommen?<\/p>\n<p>  Im Dezember 2007 hat die Bundesbank ihre Vorhersagen f&#252;r das   Wirtschaftswachstum im Jahr 2008 von &quot;erwarteten&quot; zwei Prozent auf 1,6   Prozent revidiert. Selbst ein statistisch betrachtet kleiner R&#252;ckgang   wie dieser in der st&#228;rksten Volkswirtschaft der Eurozone h&#228;tte gro&#223;e   Auswirkungen auf Deutschland und die ganz EU. Hinzu kommt, dass es   weltweit einen Preisanstieg gibt aufgrund der wachsenden Lebensmittel   und Energiekosten, was wiederum das Gespenst der &quot;Stagflation&quot; hat   auferstehen lassen &#8211; eine Kombination einer blockierten bzw. abgew&#252;rgten   kapitalistischen Wirtschaft und steigenden Preisen. Das wird noch mehr   Instabilit&#228;t in das Fundament des Weltkapitalismus bringen.<\/p>\n<p>  Die teilweise Einf&#252;hrung eines Mindestlohns bei Postdienstleistern steht   in einem Zusammenhang mit den d&#252;steren wirtschaftlichen Aussichten f&#252;r   den deutschen Kapitalismus. Merkel, die CDU-Bundeskanzlerin, gab diesem   Zugest&#228;ndnis bei den Postdienstleistern ihren Segen und scheint damit   &#252;bereinzustimmen, dies auch auf andere Wirtschaftszweige auszudehnen.   Das bedeutet nicht, dass Merkel pl&#246;tzlich zu einer Gegnerin des   neoliberalen Kapitalismus konvertiert ist. Im Gegenteil denkt sie, dass   sie im besten Interesse des deutschen Kapitalismus handelt, wenn sie   versucht durch solche Ma&#223;nahmen den &quot;Konsum&quot; zu steigern. Gleichzeitig   reagiert sie auf die kolossale soziale Unzufriedenheit, die von unten   hoch kocht und sogar auf rechte Parteien und Figuren wie die CDU und die   Merkel-Fraktion der Partei Druck aus&#252;bt. Die Financial Times in London   hat die Situation so zusammengefasst: Raketen versagen oft, wenn die   erste Ladung abgeworfen wurde und die zweite z&#252;nden muss. Deutschlands   Wirtschaft ist in einer &#228;hnlichen Situation: eine eindrucksvolle auf   Export basierende Erholung ger&#228;t an ihre Grenzen und es ist an der Zeit,   dass die Inlandsnachfrage die F&#252;hrung &#252;bernimmt.<\/p>\n<h4>  Reaktion auf den Neoliberalismus<\/h4>\n<p>  Alle wichtigen neoliberalen Ma&#223;nahmen, die unter Schr&#246;der eingef&#252;hrt   wurden und in den ersten zwei Jahren der Gro&#223;en Koalition fortgesetzt   wurden, sind nun h&#246;chst unpopul&#228;r. Das haben Meinungsumfragen ergeben.   Das wiederum hat alle bedeutenden Parteien dazu gezwungen, sich &quot;nach   links zu bewegen und zu versuchen die Anti-Reform-Stimmung unter W&#228;hlern   anzuzapfen&quot; (Financial Times). Die Strategen des Kapitals haben sehr   schlechte Vorahnungen &#252;ber die Folgen des neoliberalen Reform- (in   Wirklichkeit &quot;Konterreform&quot;-) Programms. Die deutsche Bev&#246;lkerung hat in   einer relativ kurzen Periode zuerst Schr&#246;ders Schocktherapie &quot;Agenda   2010&quot; durchgemacht, was die Armen noch &#228;rmer machte. Von einem Gespr&#228;ch   mit einem britischen New Labour-&quot;Berater&quot; berichtend schreibt ein   Korrespondent der Financial Times: &quot;Er verglich die Reform-Bef&#252;rworter   in Deutschland mit den sogenannten &quot;Labour Brutalos&quot; der 70er Jahre &#8230;   Die deutschen Reform-Bef&#252;rworter unter den Sozialdemokraten sind   altmodische Kosten-Einsparer. Sie sind keine kreativen Reformer.&quot;   Erz&#228;hle den Millionen Erwerbslosen, jenen die zur Annahme von   Ein-Euro-Jobs gezwungen sind, dass die Angriffe der letzten sieben Jahre   nicht &quot;brutal&quot; genug waren!<\/p>\n<p>  Die Tatsache, dass die &quot;Linken&quot; aus CDU und SPD &quot;sich zu einem   improvisierten aber substanziellen parlamentarischen Block verbunden   haben&quot; spricht B&#228;nde &#252;ber die tiefer liegende soziale Unzufriedenheit in   Deutschland zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt. Das zur Verf&#252;gung stehende   Einkommen ist gesunken und &quot;viele Deutsche f&#252;hlen sich berechtigterweise   &#228;rmer als vor einem Jahr&quot;. Nach den qualvollen Schr&#246;der-Jahren, schien   das Wachstum der deutschen Wirtschaft Erleichterung zu verhei&#223;en. Diese   rosige Perspektive &#8211; ohnehin mehr Illusion als Realit&#228;t &#8211; wird den   Menschen nun entrissen. Deutschland wird nicht in der Lage sein, den   wirtschaftlichen Konsequenzen einer kapitalistischen Weltkrise zu   entkommen. Der spiralenf&#246;rmige Anstieg von Preisen ist angesichts der   geschichtlichen Erinnerung an die Hyperinflation der Weimarer Jahre ein   besonders sensibles Thema. Dies wird zu enormem Druck von unten f&#252;r   Lohnerh&#246;hungen zur Kompensation der vergangenen und derzeitigen Verluste   bei den Realeinkommen der deutschen Arbeiterklasse f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Der k&#252;rzliche Lokf&#252;hrer-Streik hat ein deutliches Schlaglicht auf die   Situation geworfen. &#220;ber eine Reihe von Jahren mussten die Lokf&#252;hrer   K&#252;rzungen bei L&#246;hnen und Arbeitsbedingungen erleiden. In einem Land, das   das reichste in Europa sein soll, geh&#246;rten sie zu den schlecht   Bezahltesten und sogar spanische Arbeiter erhielten ein substanziell   besseres Einkommen. Die S&#252;ddeutsche Zeitung hat am 16. November 2007 die   L&#246;hne europ&#228;ischer Lokf&#252;hrer verglichen. Deutsche Lokf&#252;hrer verdienen   nur 1.290 Euro im Monat w&#228;hrend die L&#246;hne von Lokf&#252;hrern in Spanien bei   1.750 Euro und in Gro&#223;britannien bei 2.300 Euro liegen. Das ist eine   Folge der Tatenlosigkeit der verrotteten rechten Gewerkschaftsf&#252;hrer,   die die deutsche Arbeiterbewegung seit Jahrzehnten dominieren. In den   1930er Jahren hat Leo Trotzki davon gesprochen, dass die   Gewerkschaftsspitzen eine Tendenz zum Zusammenwachsen mit dem   kapitalistischen Staat haben. Dieser Prozess ist heute &#252;berall sichtbar.   In Gro&#223;britannien gibt es zum Beispiel eine Tradition der Beteiligung   von Gewerkschaftsf&#252;hrern an halb-staatlichen Einrichtungen wie den   &quot;Quangos&quot; (Quasi-autonome Nichtregierungsorganisationen). dadurch und   durch ihre politischen Einstellungen haben sie einen Fu&#223; im Lager des   Kapitalismus w&#228;hrend sie weiterhin vorgeben, die Gewerkschaften im Kampf   gegen die Arbeitgeber zu f&#252;hren. Im besten Fall sehen sie sich als   Mediatoren zwischen der Arbeiterklasse und den Arbeitgebern.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaften<\/h4>\n<p>  In Deutschland und vielen anderen L&#228;ndern ist dieser Trend zu bisher   unbekannter Bl&#252;te entwickelt worden. Hier haben Gewerkschaftsf&#252;hrer sich   bei einigen Gelegenheiten faktisch mit den Kapitalisten selber   vereinigt. So ist zum Beispiel Norbert Hansen gleichzeitig   stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Bahn AG und Vorsitzender   der gr&#246;&#223;ten Eisenbahnergewerkschaft Transnet. Diese &quot;Mitbestimmung&quot;   wurde als Alternative zu den Forderungen nach Verstaatlichung und   Arbeiterkontrolle pr&#228;sentiert, die nach dem Zweiten Weltkrieg weit   verbreitet waren &#8211; so verbreitet, dass sogar Teile der damals neu   formierten CDU sie unterst&#252;tzten. Unter dem Deckmantel der   &quot;Mitbestimmung&quot; haben die rechten Gewerkschaftsf&#252;hrer sowohl   Verstaatlichungen blockiert als auch ihre Integration in den   Kapitalismus betrieben. Hansen und Gewerkschaftsf&#252;hrer seines Schlags   haben ArbeiterInnen in Deutschland systematisch vom Kampf gegen die   niedergehenden und skandal&#246;sen L&#246;hne und Arbeitsbedingungen abgehalten   und insbesondere im Fall der Bahn die Privatisierung unterst&#252;tzt.<\/p>\n<p>  Die Lokf&#252;hrerInnen k&#228;mpfen f&#252;r einen Grundlohn von 2.500 Euro brutto und   eine einst&#252;ndige Arbeitszeitverk&#252;rzung &#8211; sehr bescheidene Forderungen.   Konfrontiert mit der Kollaboration der Transnet-F&#252;hrung mit den Bossen,   sind viele Lokf&#252;hrerInnen aus Transnet aus- und in die kleiner   Gewerkschaft deutscher Lokf&#252;hrer (GDL) eingetreten, die nun achtzig   Prozent der Lokf&#252;hrerInnen repr&#228;sentiert und au&#223;erhalb des Deutschen   Gewerkschaftsbundes (DGB) steht. Transnet und eine weitere kleine   Gewerkschaft hatten fr&#252;her im Jahr 2007 einem neuen Lohntarifvertrag mit   einer schwachen Erh&#246;hung um 4,5 Prozent zugestimmt, was unter den   Lokf&#252;hrerInnen Wut hervorrief. Deshalb haben die Lokf&#252;hrerInnen einen   eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag und eine Lohnerh&#246;hung um drei&#223;ig Prozent   gefordert. Zuerst organisierten sie kleinere regionale Streiks, die auf   die Unterst&#252;tzung von Pendlern stie&#223;en. 66 Prozent der Bev&#246;lkerung   sagten, dass sie &quot;den Lokf&#252;hrerstreik verstehen&quot;. Das Ergebnis war der   l&#228;ngste Streik von Lokf&#252;hrerInnen seit 1945.<\/p>\n<p>  Die deutsche Sektion des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI),   die Sozialistische Alternative (SAV), hat die Lokf&#252;hrer unzweideutig   unterst&#252;tzt und aktiv an ihren Aktionen teilgenommen, was ihr in dieser   Auseinandersetzung den Beifall von k&#228;mpferischen GDL-AktivistInnen   einbrachte. Das stand in einem deutlichen Unterschied zu anderen, vor   allem der F&#252;hrung von Transnet und der rechten, bundesweiten F&#252;hrung des   DGB. Diese haben nur symbolische Gesten des Widerstands gegen die   neoliberalen Angriffe durchgef&#252;hrt.<\/p>\n<p>  K&#252;rzlich hat ein Sprecher der bayrischen IG Metall die Ank&#252;ndigung vom   Abbau von 8.000 Arbeitspl&#228;tzen beim Autogiganten BMW als einen &quot;ganz   normalen Vorgang&quot; bezeichnet. Im Juni hat die ver.di-F&#252;hrung eine   6,5-prozentige Lohnk&#252;rzung f&#252;r die Besch&#228;ftigten der Deutschen Telekom   akzeptiert, nachdem sie wochenlang gestreikt hatten. Diese rechten   Gewerkschaftsf&#252;hrer stimmten der Auslagerung eines ganzen Teils der   Belegschaft in einen Niedriglohn-Bereich zu. Dies kommt zus&#228;tzlich zu   weiteren systematischen K&#252;rzungen, die bedeuten, dass ArbeiterInnen in   diesem Unternehmen Lohnk&#252;rzungen von 25 Prozent seit 2004 hinnehmen   mussten. Dazu sagte die gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV, dass   dies &quot;ausschlie&#223;lich die Verantwortung der ver.di-F&#252;hrung&quot; ist. Die   Gewerkschaftsf&#252;hrung hat nur zehn Prozent der Belegschaft in den Kampf   einbezogen, obwohl alle Besch&#228;ftigten unter dieser vermeidbaren   Niederlage werden leiden m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Zersplitterung und Verz&#246;gerung von betrieblichen K&#228;mpfen scheint zu   einem Merkmal der heutigen Kultur der rechten Gewerkschaftsf&#252;hrer in   vielen L&#228;ndern geworden zu sein. In &#228;hnlicher Art und Weise wurde die   Energie der PostarbeiterInnen in Gro&#223;britannien verplempert, da dort nur   Teile der Belegschaft in Aktionen einbezogen wurden anstatt einen   allgemeinen Kampf zu f&#252;hren. Das f&#252;hrte zu einer kleinen und   unangemessenen Lohnerh&#246;hung bei gleichzeitiger deutlicher   Verschlechterung der Arbeitbedingungen.<\/p>\n<h4>  Neues Modell kommt auf<\/h4>\n<p>  Es scheint sich in einigen L&#228;ndern Europas ein neues Modell   herauszubilden. Kleinere Gewerkschaften, die eine weniger abgehobene   Funktion&#228;rsschicht haben und n&#228;her an der Stimmung der Basis sind,   treten leichter in den Kampf ein. Dies ist der Fall bei der Rail,   Maritime and Transport Workers&quot; Union (RMT &#8211; Gewerkschaft der   Eisenbahner und Transportarbeiter) in Gro&#223;britannien, die eine   k&#228;mpferische F&#252;hrung von Bob Crow hat und einige erfolgreiche und   wichtige K&#228;mpfe gef&#252;hrt hat. Das hat der RMT und besonders Bob Crow die   Wut und den Zorn der Kapitalisten und ihrer Diener in den Medien   eingebracht. Auf der anderen Seite hat dies die Gewerkschaft f&#252;r   ArbeiterInnen attraktiv gemacht, die nach einem Weg zur Gegenwehr suchen   und die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ist gestiegen. Dasselbe gilt   f&#252;r die Public and Commercial Services Union (PCS &#8211; Gewerkschaft der   Staatsangestellten) in Gro&#223;britannien, in der Mitglieder des CWI im   nationalen Vorstand einen entscheidenden Einfluss haben und die von   ihrem Generalsekret&#228;r Mark Serwotka gef&#252;hrt wird. Sie hebt sich in ihrer   Verteidigung des &#246;ffentlichen Dienstes und seiner Angestellten deutlich   ab. Auch diese Gewerkschaft hat als Folge ihrer k&#228;mpferischen Haltung   einen deutlichen Zuwachs in der Mitgliedschaft erlebt.<\/p>\n<p>  In einer klaren Zur&#252;ckweisung der rechten F&#252;hrung der   Gewerkschaftsbewegung, haben weitere ArbeiterInnen ihre Gewerkschaft in   Deutschland verlassen, um der GDL beizutreten. Dies ist nat&#252;rlich keine   Taktik, die generell in der Gewerkschaftsbewegung, ob in Deutschland   oder anderswo, angewendet werden kann. Die Aufgabe f&#252;r die Linke und die   Gewerkschaftsbewegung in Deutschland ist es nicht, ihre derzeitigen   Gewerkschaften massenhaft zu verlassen, um neue Gewerkschaften zu   gr&#252;nden oder neuen, radikaleren Formationen beizutreten, sondern die   Basis in den bestehenden Gewerkschaften zu organisieren. Das Ziel muss   systematische Demokratisierung der Gewerkschaftsstrukturen sein und   diese in die eigenen H&#228;nde zu bekommen.<\/p>\n<p>  Das Programm f&#252;r diesen Kampf sollte beinhalten: die Wahl aller   Gewerkschaftsfunktion&#228;re und regelm&#228;&#223;ige Wiederwahl; keine   Zusammenarbeit mit den Bossen bei Lohnk&#252;rzungen und Verschlechterungen   von Arbeitsbedingungen; durchschnittlicher Arbeiterlohn f&#252;r   Gewerkschafts-Hauptamtliche; nieder mit der heutigen   Gewerkschafts-&quot;Aristokratie&quot;, deren Lebensstil Lichtjahre entfernt ist   von dem der einfachen Gewerkschaftsmitglieder. Gleichzeitig ist es aber   aufgrund der bestehenden b&#252;rokratischen Blockade innerhalb von Transnet   und der gesamten Gewerkschaftsbewegung v&#246;llig nachvollziehbar, dass   ArbeiterInnen sich der GDL angeschlossen haben. Wie sich aufgestautes   Wasser einen Umweg um ein Hindernis sucht, sind deutsche ArbeiterInnen   von einer k&#228;mpferischen Gewerkschaft wie der Lokf&#252;hrer-Gewerkschaft   angezogen. Vom Rande schulmeisterhaft &quot;Einheit&quot; zu predigen ist das   Gegenteil von k&#228;mpferischer Gewerkschaftspolitik. Aber genau das haben   viele auf der Linken in Bezug auf den Lokf&#252;hrerstreik getan. Oftmals   haben sie nur das wiedergegeben, was die rechten Gewerkschaftsf&#252;hrungen   &#252;ber die GDL sagen. Aber dabei handelt es sich um eine   &quot;Friedhofs-Einheit&quot;, die obendrein b&#252;rokratisch ist. Sascha Stanicic,   Bundessprecher der SAV, hat diesen &quot;linken Kritikern korrekt   geantwortet, indem er darauf hinwies, dass die Aktionen der   Lokf&#252;hrerInnen weniger die &quot;Einheit&quot; der Gewerkschaften &#8211; die in diesem   Fall ein b&#252;rokratisches Abkommen an der Spitze zur Tatenlosigkeit war &#8211;   gebrochen, als das sie vielmehr das &quot;Eis gebrochen&quot; haben. Diese   Aktionen sind eine Ermutigung und ein Beispiel f&#252;r andere ArbeiterInnen   um gegen die Offensive der Arbeitgeber und der Regierung und die   Komplizenschaft der rechten Gewerkschaftsf&#252;hrer zu k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Rosa Luxemburg hat vor dem Ersten Weltkrieg sogar besser als Lenin und   Trotzki den l&#228;hmenden Effekt des konservativen deutschen   Gewerkschaftsb&#252;rokratismus auf Arbeiterk&#228;mpfe verstanden, der in der   katastrophalen Unterst&#252;tzung f&#252;r den Ersten Weltkrieg m&#252;ndete.<\/p>\n<p>  Sie hatte es aber mit einem b&#252;rokratischen Pickel im Vergleich zu dem   enormen Krebsgeschw&#252;r b&#252;rokratischer Unt&#228;tigkeit zu tun, das heute die   Gewerkschaftsbewegung in Deutschland und anderswo in Europa bedeckt.<\/p>\n<p>  Sogar in Brasilien hat das Hindernis, das die offizielle   Gewerkschaftsbewegung, die Central Unica dos Trabalhadores (CUT),   bedeutet, k&#228;mpferische ArbeiterInnen dazu gezwungen, mit der Coordenacao   Nacional de Lutas (Nationaler Koordination der K&#228;mpfe &#8211; CONLUTAS) eine   Basisorganisation zu bilden. Dies hat den ArbeiterInnen, die gegen die   neoliberalen Angriffe der Lula-Regierung auf Renten, Bildung etc.   k&#228;mpfen wollen, zumindest einen Bezugspunkt gegeben. Dieses Projekt   wird, zumindest von den Mitgliedern von Socialismo Revolucionario (der   brasilianischen Sektion des CWI), nicht in einer sektiererischen oder   ultra-linken Art verstanden. Es wird f&#252;r CONLUTAS weiterhin notwendig   sein, die Basis und auch die F&#252;hrung der CUT mit Einheitsfrontangeboten   f&#252;r gemeinsame Aktionen gegen Lulas neoliberales Programm anzusprechen,   denn die CUT hat weiterhin die gro&#223;e Mehrheit der GewerkschafterInnen in   ihren Reihen.<\/p>\n<p>  Eine &#228;hnliche Situation k&#246;nnte sich in Gro&#223;britannien entwickeln, sollte   die RMT zusammen mit anderen linken Gewerkschaften wie der PCS und der   FBU (Gewerkschaft der Feuerwehrleute) aus dem TUC (Trade Union Congress   &#8211; Gewerkschaftsdachverband) ausgeschlossen werden sollte. Was w&#252;rden die   weisen Kritiker in diesem Fall raten? Auf den H&#228;nden sitzen bleiben? Im   Gegenteil: die Situation, in der die Gewerkschaftsf&#252;hrung sich nach   rechts entwickelt und in der Basis immer mehr Unzufriedenheit hochkocht   bedeutet, dass letzterer Ausdruck gegeben werden muss. Daran w&#228;re nichts   ultra-linkes, vor allem, wenn es verbunden w&#228;re mit dem Vorschlag an   einfache GewerkschaftsaktivistInnen, beispielsweise Kampfkomitees von   unten zu bilden und gleichzeitig zu versuchen, die im TUC verbleibenden   Gewerkschaften zu ver&#228;ndern. Wenn die deutsche Lokf&#252;hrergewerkschaft   eine solche Herangehensweise annimmt, was die CWI-Unterst&#252;tzerInnen in   Deutschland anraten, w&#252;rde das auf ein Echo in der breiten Masse der   Gewerkschaftsmitglieder sto&#223;en.<\/p>\n<h4>  Neue Massenparteien der Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  Einige, die sich als Linke pr&#228;sentieren, haben eine verkn&#246;cherte Haltung   zu der brennenden Frage nach dem Aufbau neuer Massenparteien der   Arbeiterklasse eingenommen. Dies ist eine zentrale Frage f&#252;r die   Arbeiterbewegung weltweit &#8211; vielleicht sogar die wichtigste zum   gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt.<\/p>\n<p>  Nach dem Zusammenbruch der Berliner Mauer hat die Bourgeoisie   international eine gro&#223;e Kampagne durchgef&#252;hrt, um den Sozialismus und   sogar das Konzept des Klassenkampfes ideologisch zu diskreditieren.   Ihnen wurde dadurch geholfen, dass nicht nur der Stalinismus   zusammenbrach, sondern auch die Reste der Planwirtschaften in Osteuropa   und der Sowjetunion, die einen alternativen Weg zur Organisierung der   Wirtschaft zum Kapitalismus darstellten. Diese Kampagne hatte an den   Spitzen der Arbeiterbewegung ihre gr&#246;&#223;ten Auswirkungen und verschob   diese nach rechts bis sie letztlich die Arbeiterbasis der fr&#252;heren   Arbeiterparteien zerst&#246;rte. Diese Degeneration &#8211; die die   Gewerkschaftsf&#252;hrungen genau so betraf wie die ex-sozialdemokratischen   F&#252;hrer &#8211; hatte einen materiellen Effekt auf die K&#228;mpfe der   Arbeiterklasse.<\/p>\n<p>  Die enthusiastische Umarmung des &quot;freien Marktes&quot; durch die Blairs,   Schr&#246;ders etc. st&#228;rkte die F&#228;higkeit der Arbeitgeber und ihrer   Regierungen ihre neoliberalen Programme zu verkaufen. Das wurde   ausnahmslos von Thatchers Mantra &quot;Es gibt keine Alternative&quot; (There is   no alternative) begleitet. Als Thatcher dies aber in den 80er Jahren   vorbrachte, wurde es von der Mehrheit der britischen Arbeiterklasse in   der Aktion zur&#252;ck gewiesen. Dieses t&#246;dliche Konzept wird nun von den   ex-sozialdemokratischen F&#252;hrern und der Gewerkschaftsrechten wieder   gest&#228;rkt. Als es noch reformistische &quot;b&#252;rgerliche Arbeiterparteien&quot; gab   &#8211; pro-kapitalistisch an ihrer Spitze aber mit einer Basis aus der   Arbeiterklasse &#8211; war die herrschende Klasse zumindest dazu gezwungen   sich umzuschauen, manchmal zu z&#246;gern bevor sie die Arbeiterklasse   angriff. Diese Parteien waren bis zu einem gewissen Grad und zu   bestimmten Situationen ein Hindernis f&#252;r die Bourgeoisie zu weit zu   gehen.<\/p>\n<p>  Die Entstehung der von Oskar Lafontaine gef&#252;hrten Partei DIE LINKE in   Deutschland unterstreicht diesen Punkt. Ihre Entstehung hat eine   beachtliche Wirkung auf die SPD. Diese ist in den letzten zwei Jahren in   eine Koalition mit Merkels CDU verstrickt. Sie hat einen dramatischen   Verlust in der Unterst&#252;tzung, sowohl bei Wahlen als auch bei den   Mitgliedszahlen, erfahren, was durch die Erfahrungen mit der   Schr&#246;der-Regierung und nun ihrem Verhalten in der Koalition noch   verst&#228;rkt wurde. Umgekehrt hat DIE LINKE Unterst&#252;tzung von der SPD zu   sich r&#252;ber ziehen k&#246;nnen und steht nun bei Meinungsumfragen bei zw&#246;lf   bis dreizehn Prozent. Dies wiederum hat die SPD dazu gezwungen einige   der &quot;Reformen&quot; abzulehnen, wie den brutalen Angriff auf die   Erwerbslosen, die sie selber in der Koalition und der vorherigen   Schr&#246;der-Regierung noch akzeptiert hatten.<\/p>\n<p>  Die Entstehung der LINKEN zeigt das Potenzial, das in allen L&#228;ndern im   Moment f&#252;r eine solche Organisation existiert. Das CWI ist der Ansicht,   dass der Prozess der politischen Degeneration der sozialdemokratischen   Parteien, und in vielen F&#228;llen auch der fr&#252;heren &quot;kommunistischen&quot;   Parteien unumkehrbar ist. Nur einige wenige isolierte Linksreformisten   wie Tony Benn in Gro&#223;britannien glauben noch, dass diese Parteien von   der Linken zur&#252;ck erobert werden k&#246;nnen und in k&#228;mpferische und   k&#228;mpfende Organisationen verwandelt werden k&#246;nnen, die von der   Arbeiterklasse genutzt werden k&#246;nnen. Aber selbst wenn man davon   ausgehen w&#252;rde, dass diese Parteien in einer fernen Zukunft   transformiert werden k&#246;nnten, w&#252;rde das die Notwendigkeit zur Schaffung   von politischen Bezugspunkten f&#252;r die Arbeiterklasse heute nicht   aufheben. Ohne eine Herausforderung au&#223;erhalb dieser Parteien werden die   kapitalistischen &quot;sozialdemokratischen&quot; Parteien so agieren, als gebe es   &quot;keine Alternative&quot; zu ihrer neoliberalen Politik. Das zeigt das   Beispiel von Deutschland und auch das Beispiel der P-SoL in Brasilien.   Deshalb ist die Sache f&#252;r die Schaffung neuer Massenparteien von   ArbeiterInnen &#252;berw&#228;ltigend und liegt in der wirtschaftlichen und   politischen Situation in Deutschland und anderswo in der   kapitalistischen Welt begr&#252;ndet.<\/p>\n<p>  Jedoch zeigt sich die Schw&#228;che solcher neuer Parteien auch in der   LINKEN, die nicht in einer Periode intensiver Klassenk&#228;mpfe, vor allem   betrieblicher Konflikte, entstanden ist, wie dies zum Beispiel bei der   Arbeiterpartei (PT) in Brasilien in den 1980er Jahren und COSATU, der in   ihrer ersten Phase klar sozialistischen und &quot;revolution&#228;ren&quot;   s&#252;dafrikanischen Gewerkschaftsf&#246;deration, der Fall war.<\/p>\n<p>  Die Widerspr&#252;chlichkeit in der LINKEN zeigt sich in der Politik und der   Entwicklung ihres F&#252;hrers Lafontaine. Er spielte eine fortschrittliche   Rolle, als er nach der Gr&#252;ndung der WASG (Arbeit und soziale   Gerechtigkeit &#8211; die Wahlalternative) durch eine Schicht von   Gewerkschaftsfunktion&#228;re mit der SPD brach. Nach anf&#228;nglichem Z&#246;gern   trat Lafontaine in die WASG ein, allerdings unter der Bedingung, dass   diese mit der PDS\/Linkspartei fusionieren solle. Die Mitglieder der SAV   begr&#252;&#223;ten, sowohl von einem Blickwinkel Deutschlands als auch aufgrund   der internationalen Wirkung, Lafontaines Bruch mit der SPD und   argumentierten gleichzeitig gegen eine prinzipienlose Vereinigung der   WASG mit der PDS, die die Bereitschaft der PDS-F&#252;hrung zu Beteiligung an   Sozialk&#252;rzungen in Lokal- und Landesregierungen akzeptiert.<\/p>\n<p>  Es gibt in Gro&#223;britannien ebenfalls die Voraussetzungen f&#252;r die Bildung   einer Partei &#228;hnlich der LINKEN. In gewisser Hinsicht ist Gro&#223;britannien   f&#252;r eine solche Formation &quot;&#252;berreif&quot;. Aber bisher ist keine Figur mit   der &#246;ffentlichen Wirkung wie Lafontaine in Erscheinung getreten, der den   Ansto&#223; f&#252;r eine Massenpartei, selbst f&#252;r eine kleine Massenpartei zu   Beginn, geben k&#246;nnte. Die Versuche von Arthur Scargill (Vorsitzender der   Bergarbeitergewerkschaft NUM, A.d.&#220;.) in der Mitte der 90er Jahre   f&#252;hrten in eine sektiererische Sackgasse. Die britische SWP (Socialist   Workers&quot; Party, britische Schwesterpartei des fr&#252;heren Linksruck, jetzt   Marx21, in Deutschland, A.d.&#220;.) hat die Sozialistische Allianz zuerst   &#252;bernommen und dann vor die Wand gefahren. Diese war von der Socialist   Party in England und Wales (Schwesterorganisation der SAV) initiiert   worden als eine Formation zum Zusammenhalten von linken Kr&#228;ften, als   Vorbereitung f&#252;r eine neue Massenpartei zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt.<\/p>\n<p>  Nun hat die in Gro&#223;britannien f&#252;r ihre &quot;rule or ruin&quot;-Politik   (&quot;beherrschen oder zerst&#246;ren&quot;) ber&#252;chtigte SWP es geschafft die Partei   &#8222;Respect&#8220; zu spalten. Diese Partei basierte ohnehin nur auf einem Teil   der Bev&#246;lkerung, den MuslimInnen, und hat kein dezidiertes   klassenk&#228;mpferisches, und schon gar kein sozialistisches, Programm.   Ironischerweise haben sowohl in Deutschland als auch in Gro&#223;britannien   Unterst&#252;tzerInnen der International Socialist Tendency (IST) &#8211; der SWP   und von Linksruck\/Marx21 &#8211; die CWI-Unterst&#252;tzerInnen in beiden L&#228;ndern   f&#252;r eine &quot;sektierische&quot; Herangehensweise kritisiert. Dies ist genau der   Vorwurf, der jetzt von der von dem Parlamentsabgeordneten George   Galloway gef&#252;hrten Organisation &quot;Respect Renewal&quot; gegen die SWP erhoben   wird. Diese hat einmal mehr ihre undemokratische und engstirnige   Herangehensweise an die Bildung neuer Formationen der Arbeiterklasse   unterstrichen.<\/p>\n<h4>  Lafontaine<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend Lafontaine einen Ansto&#223; f&#252;r das Wachstum der WASG gab, hat er   die Vereinigung mit der PDS-Linkspartei auf prinzipienloser Grundlage   geschmiedet. Die PDS hat ihre Wurzeln in dem stalinistischen Regime   Ostdeutschlands und hat im Bewusstsein der Arbeiterklasse, ganz sicher   derer im Westen, damit nicht v&#246;llig gebrochen. Deshalb hatte sie nur   eine begrenzte Anziehungskraft und war vor 2005 im Niedergang. Durch das   B&#252;ndnis mit der WASG ist sie bei den Bundestagswahlen 2005 von zwei auf   54 Abgeordnete angewachsen und erhielt 2,2 Millionen zus&#228;tzliche   Stimmen. Jedoch kommen nur zw&#246;lf der 54 Mitglieder der   Parlamentsfraktion der LINKEN aus Lafontaines WASG.<\/p>\n<p>  Lafontaine ruft zum Recht auf Generalstreik (was zur Zeit in Deutschland   nicht gesetzm&#228;&#223;ig ist) auf. Er schl&#228;gt ein allgemeines reformistisches   Programm mit Elementen von Keynesianismus vor, erw&#228;hnt regelm&#228;&#223;ig   Sozialismus, hat aber keine in sich geschlossene klassenk&#228;mpferische   Politik entwickelt. Im Gegenteil hat er den Block und die Fusion mit der   PDS unterst&#252;tzt, obwohl &#8211; wie die SAV erkl&#228;rte &#8211; die PDS im Bundesland   Berlin in einer Koalitionsregierung mit der SPD ist, die ein scharfes   neoliberales Programm durchsetzt. Trotzdem gab Lafontaine in den   Landeswahlen 2006 seine Unterst&#252;tzung f&#252;r die PDS anstatt f&#252;r die von   Lucy Redler, einem prominenten Mitglied der WASG und gleichzeitig einer   F&#252;hrerin der SAV, gef&#252;hrte WASG-Liste.<\/p>\n<p>  In einer tollen Kampagne erzielten Lucy und die WASG hervorragende   50.000 Stimmen auf der Basis eines klaren, k&#228;mpferischen Programms. In   diesem Prozess wurde sie zur bekanntesten Trotzkistin &#8211; den modernen   Marxismus vertretend &#8211; in Deutschland. Dies ist nicht nur eine   Best&#228;tigung ihrer pers&#246;nlichen Rolle, sondern auch ein Hinweis auf die   wachsende Bedeutung des wirklichen Marxismus in diesem historischen   Geburtsland des wissenschaftlichen Sozialismus. Seither wurden zwei   B&#252;cher von Lucy ver&#246;ffentlicht, die hoffentlich im Zusammenhang mit   &quot;Marxismus heute&quot; gelesen werden.<\/p>\n<p>  Die Bildung der WASG und in ihrer Folge der LINKEN repr&#228;sentierte eine   Reaktion der fortgeschrittensten ArbeiterInnen auf den Verrat der   Sozialdemokratie, insbesondere auf die ber&#252;chtigte Agenda 2010 aus dem   Jahr 2003. Es war ebenfalls, zumindest teilweise, ein Ausdruck der   betrieblichen K&#228;mpfe und Massenproteste der Jahre 2003 und 2004. Diese   Bewegung wurde trotz der gro&#223;en Demonstrationen gegen die Politik   Schr&#246;ders und speziell der Agenda 2010 durch die Gewerkschaftsf&#252;hrung   ausgebremst. Aber, wie schon h&#228;ufig in der Geschichte geschehen, hat   sich die Arbeiterklasse der politischen B&#252;hne zugewendet, als sie auf   der betrieblichen Ebene blockiert wurde. In der Vergangenheit h&#228;tte das   eine &#220;bertragung von Hoffnungen auf die SPD bedeutet, aber diese Partei   wird heute als verantwortlich f&#252;r die Leiden der Arbeiterklasse   angesehen. Daher kam die Gr&#252;ndung der LINKEN. Aber der Klassenkampf und   das Bewusstsein der deutschen ArbeiterInnen waren noch nicht entwickelt   genug, um sofort eine sozialistische Alternative mit Massencharakter zu   bilden.<\/p>\n<p>  Die Situation heute unterscheidet sich von der Lage unmittelbar nach der   Russischen Revolution, als massenhafte Kommunistische Parteien aus   Abspaltungen der alten Parteien der Arbeiterklasse gebildet wurden &#8211; der   Sozialdemokratie &#8211; und die gro&#223;e Mehrheit der aktiven ArbeiterInnen aus   den alten Parteien mitnahmen. Sozialistisches Bewusstsein wurde aus den   genannten Gr&#252;nden zur&#252;ck geworfen. Deshalb haben die neuen linken   Formationen noch nicht die organisatorischen und politischen Wurzeln in   der Arbeiterklasse, die zur Bildung einer Massenkraft n&#246;tig sind. Hinzu   kommt, wie die Erfahrung der Rifondazione Comunista (PRC) in Italien   zeigt, dass diese neuen Organisationen der Arbeiterklasse wieder   untergehen und sogar zusammen brechen k&#246;nnen, wenn sie kein klares   Programm und marxistisches R&#252;ckgrat haben. Anstatt eine Larve zu sein,   aus der sich ein massenhafter Anziehungspol entwickeln kann, k&#246;nnen sie   auch bei ihrer Geburt schon ersticken.<\/p>\n<h4>  Regierungsbeteiligungen<\/h4>\n<p>  Der enorme Anpassungsdruck der b&#252;rgerlichen Gesellschaft und   insbesondere der Druck, das parlamentarische beziehungsweise Wahl-Profil   auf Kosten des Eingreifens in den Klassenkampf und insbesondere in   betriebliche K&#228;mpfe und allgemeine soziale Bewegungen hervorzuheben,   kann diese neuen Formationen instabil machen. Deshalb ist es absolut   entscheidend, dass ein bewusstes marxistisches R&#252;ckgrat in solchen   Organisationen geschaffen wird, um ein Untergehen im parlamentarischen   Sumpf und eine politische Rechtsentwicklung zu vermeiden. Dies gilt   besonders, wenn es um die Frage von Koalitionen mit b&#252;rgerlichen   Parteien geht. Lafontaine lehnt zwar die Politik der derzeitigen   Merkel-gef&#252;hrten Koalition ab, hofft aber weiterhin darauf, in seinem   Heimat-Bundesland Saarland ein Regierungsb&#252;ndnis mit der SPD zu   schmieden. Das zeigt, wie wenig Lafontaine und auch einige, die sich   Marxisten nennen, davon verstehen, was f&#252;r ein Desaster solche   Regierungskombinationen f&#252;r die Arbeiterklasse bedeuten.<\/p>\n<p>  Diese Kr&#228;fte vergessen oder verstecken die langen Debatten und bitteren   Erfahrungen, die es bez&#252;glich Koalitionen von Arbeiterparteien mit   kapitalistischen Parteien gab. Vor &#252;ber einhundert Jahren hat zum   Beispiel Lenin Millerand angegriffen. Dieser war ein franz&#246;sischer   sozialistischer F&#252;hrer, der 1898 in die erste nationale Koalition von   Arbeiterparteien mit der Bourgeoisie in Frankreich eingetreten ist. Sein   Schritt rettete den franz&#246;sischen Kapitalismus, der mit der   &quot;Dreyfuss-Aff&#228;re&quot; eine revolution&#228;re Krise heraufbeschworen hatte &#8211; der   staatlichen Hexenjagd gegen einen franz&#246;sischen Offizier j&#252;discher   Herkunft aufgrund angeblicher Spionage. W&#228;hrend der Russischen   Revolution hat Lenin sogar &quot;kritische Unterst&#252;tzung&quot; f&#252;r die Koalition   der &quot;Sozialisten&quot; &#8211; Menschewiken und Sozialrevolution&#228;re &#8211; mit den   &quot;liberalen&quot; Vertretern des russischen Gro&#223;grundbesitzes und Kapitalismus   rundweg verurteilt.<\/p>\n<p>  Aufgrund des ideologischen Trommelfeuers der letzten zwanzig Jahre ist   das Bewusstsein in der Arbeiterklasse &#252;ber die Fallstricke der   Regierungsbeteiligungen und der Politik des &quot;kleineren &#220;bels&quot; zweifellos   zur&#252;ck gegangen. In den 1970ern und 1980ern gab es in vielen L&#228;ndern   eine Schicht von AktivistInnen in diesen Parteien, die in unerbittlicher   Opposition gegen Anpassung und &quot;Teilung der Macht&quot; &#8211; was ohnehin ein   Mythos war &#8211; mit b&#252;rgerlichen Parteien. Dies wird zwar als eine   Partnerschaft zwischen Arbeit und Kapital dargestellt, entspricht aber   mehr dem Verh&#228;ltnis eines Esels zu seinem Reiter, wobei die   Arbeiterklasse die Position des ersteren einnimmt.<\/p>\n<p>  Regierungsbeteiligungen sind generell ein Mittel, um Arbeiterf&#252;hrerInnen   zu umgarnen und durch eine gemeinsame Regierung dazu zu bringen,   Angriffe auf die Arbeiterklasse auszuf&#252;hren. So wie es Rosa Luxemburg zu   ihrer Zeit gemacht hat, versuchen MarxistInnen in der Arbeiterklasse   grunds&#228;tzliche Bedenken gegen die Idee der Regierungsbeteiligung zu   etablieren. Aber die F&#252;hrerInnen der LINKEN halten die Frage einer   Beteiligung an einer bundesweiten Koalitionsregierung offen, obwohl klar   ist, dass jede Regierung unter Beteiligung der derzeitigen SPD und   Gr&#252;nen F&#252;hrung, unabh&#228;ngig von der Frage von Reformen, versuchen w&#252;rde   den Kapitalismus zu verteidigen.<\/p>\n<p>  Das ist eine Falle f&#252;r DIE LINKE, die die MarxistInnen der SAV bek&#228;mpfen   werden, w&#228;hrend sie gleichzeitig f&#252;r die Annahme eines k&#228;mpferischen,   sozialistischen Programms eintreten werden. Dieser Kampf beinhaltet   auch, gegen Gruppen wie Marx21\/Linksruck zu argumentieren, die zwar f&#252;r   sich in Anspruch nehmen auf der Linken zu stehen, aber tats&#228;chlich die   reformistische Politik der Parteif&#252;hrung rechtfertigen. In den   vergangenen internen K&#228;mpfen in der WASG haben sie die SAV-Kampagne   kritisiert, die sich f&#252;r ein Bekenntnis der Partei zum &quot;Sozialismus&quot;   einsetzte. Dies wurde von ihnen als &quot;sektiererisch&quot; und dem derzeitigen   Verst&#228;ndnis der deutschen Arbeiterklasse nicht entsprechend dargestellt.   Sie haben kein Verst&#228;ndnis daf&#252;r, wie sozialistisches Bewusstsein sich   geschichtlich entwickelt hat und wie es in der n&#228;chsten Periode sich   entwickeln wird.<\/p>\n<h4>  Sozialistische Ver&#228;nderung<\/h4>\n<p>  Seit Marx&quot;s Zeiten bestand die Aufgabe darin, die allt&#228;glichen K&#228;mpfe   der Arbeiterklasse mit der Idee der sozialistischen Ver&#228;nderung zu   verbinden. Er verstand den Marxismus als &quot;die Bewegung der Zukunft in   der Bewegung der Gegenwart.&quot; Marx21\/Linksruck, Teil der von der   britischen SWP gef&#252;hrten International Socialist Tendency, fehlt ein   Verst&#228;ndnis und eine Akzeptanz von Trotzkis &#220;bergangsmethode. Der sp&#228;te   Tony Cliff, der wichtigste Theoretiker der IST, wies das   &#220;bergangsprogramm von Trotzki und die &#220;bergangsmethode zur&#252;ck und   vertrat die alten &quot;Minimal-&quot; und &quot;Maximal&quot;-Programme, wie sie die   Sozialdemokratie vor 1914 formulierte. Sie stellen Dinge in schwarz und   wei&#223; dar, was sie zur Annahme einer sektiererischen Herangehensweise in   den 1990er Jahren verleitete.<\/p>\n<p>  Angeleitet durch Cliffs Charakterisierung der Periode nach dem   Zusammenbruch des Stalinismus als &quot;1930er Jahre in Zeitlupe&quot;, sahen sie   diese &#196;ra als weitgehend g&#252;nstig und radikal und benutzten auf   Demonstrationen den simplistischen Slogan &quot;One solution: Revolution!&quot;   (Einzige L&#246;sung: Revolution). Nun hat in den k&#252;rzlichen internen K&#228;mpfen   in der SWP eines ihrer f&#252;hrenden Mitglieder, der Komiker Mark Steel,   diese Prognose zerschmettert. Er schrieb: &quot;Unter den gegebenen   Bedingungen war der triumphalistische Ton der SWP wahrscheinlich eine   Fehleinsch&#228;tzung. Es ist auch m&#246;glich, dass der Zusammenbruch der   Sowjetunion vor f&#252;nfzehn Jahren gr&#246;&#223;ere globale Auswirkungen auf   sozialistische Ideen hatte, als wir erwarteten. Es mag sein, dass wir   das Wiederaufleben der Arbeiterbewegung &#252;bersch&#228;tzt haben und die Linke   im allgemeinen geschrumpft ist. Die Schwierigkeiten, die wir haben,   unsere Organisation aufrecht zu erhalten, k&#246;nnen mit diesen Gr&#252;nden   zusammen h&#228;ngen, vielleicht auch mit etwas anderem. Aber unsere Haltung   war die Probleme komplett zu leugnen.&quot; Dies hat der Theorie einen Schlag   versetzt, auf der die SWP ihre einsch&#252;chternde, schulmeisterliche und   ultralinke Herangehensweise bis zum Beginn dieses Jahrhunderts aufbaute.   Aber ultralinke Politik und Opportunismus sind zwei Seiten der selben   Medaille. Als sie mit ihrer Nase gegen die Realit&#228;t des nach dem   Zusammenbruch des Stalinismus zur&#252;ck gefallenen Bewusstseins gesto&#223;en   sind, haben sie einen Purzelbaum geschlagen und weitgehende   opportunistische Politik angenommen. Sie haben anfangs George Galloway   und Respect unkritisch unterst&#252;tzt und es verteidigt, dass diese Partei   nur auf einen Teil der Gesellschaft, den MuslimInnen, basierend   aufgebaut wurde. Der Vorwurf des CWI, dass dies eine Konzession   gegen&#252;ber dem &quot;Kommunalismus&quot; &#8211; einer klassen&#252;bergreifenden   Herangehensweise an MuslimInnen, den Mullahs schmeicheln etc. &#8211; war,   wurde von der SWP ver&#228;rgert zur&#252;ck gewiesen. Nun, nachdem sie sich mit   Galloway &#252;berworfen haben, benutzen sie selber den Begriff des   &quot;Kommunalismus&quot; in Bezug auf ihn, den wir von Beginn an auf das ganze   Respect-&quot;Projekt&quot; angewendet hatten.<\/p>\n<p>  In Deutschland ist ihre Anpassung an die F&#252;hrerInnen der LINKEN   hemmungslos. In ihrer Argumentation gegen Sozialismus in der WASG und   nun in der LINKEN stehen sie manchmal sogar rechts von Oskar Lafontaine,   der bei einigen Gelegenheiten von der Idee der &quot;Freiheit durch   Sozialismus&quot; und des &quot;demokratischen Sozialismus&quot; spricht. In der   t&#228;glichen Arbeit ist Marx21\/Linksrick kaum zu unterscheiden von dem   &quot;traditionell sozialdemokratischen&quot; und Lafontaine-Fl&#252;gel in der LINKEN.   Auf dem letzten Bundesparteitag der WASG haben sie gar keine eigenen   politischen Vorschl&#228;ge mehr vorgebracht &#8211; vielleicht weil dies die Jobs,   die viele ihrer Unterst&#252;tzerInnen in der Bundestagsfraktion der LINKEN   erhalten haben, gef&#228;hrdet h&#228;tte. Skandal&#246;serweise haben sie 2006   administrative Ma&#223;nahmen gegen die Berliner WASG unterst&#252;tzt, was auf   sie zur&#252;ckprallen kann, wenn die Partei sich weiter nach rechts   entwickeln sollte und Lafontaine kein linkes Feigenblatt mehr braucht.<\/p>\n<h4>  Schnelleres Tempo<\/h4>\n<p>  Deutschland befindet sich eindeutig an einem Scheideweg. Es ist   wirtschaftlich geschw&#228;cht durch die Last der Wiedervereinigung nach dem   Zusammenbruch der Berliner Mauer. Das hat seine M&#246;glichkeit, die   wirtschaftliche Macht zu nutzen, eingeschr&#228;nkt. Dazu kommt, dass es im   Osten aufgrund der Aufl&#246;sung der Planwirtschaft eine zusammenbrechende   Industrie geerbt hatte, was zu massiven sozialen Problemen f&#252;hrte. Die   Best&#228;ndigkeit eines der h&#246;chsten Levels von Arbeitslosigkeit in allen   entwickelten kapitalistischen Staaten ist ein Symptom der organischen   Krise im Land. Aufgrund des eingeschr&#228;nkten wirtschaftlichen Wachstums   der letzten Periode erschien Deutschland &quot;ges&#252;nder&quot;, wird nun aber aber   vom scharfen Wind der Weltwirtschaftskrise gebeutelt. Das schnellere   Tempo der Ver&#228;nderungen wird nachhaltige Auswirkungen auf das   Bewusstsein haben. Auch die Spaltung zwischen den Klassen ist gr&#246;&#223;er als   jemals zuvor seit der unmittelbaren zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>  Die miesen L&#246;hne von Millionen stehen im Widerspruch zu der Korruption   und den Ausschweifungen der Superreichen und f&#252;hrt zu wachsenden   regionalen Unterschieden und sogar Spaltungen innerhalb von Regionen. In   ganz Europa genie&#223;en reiche Knotenpunkte einen h&#246;heren Lebensstandard   als die &#228;rmeren Regionen. Barcelona ist eher mit M&#252;nchen vergleichbar   als mit dem armen Hinterland Andalusiens. London entfernt sich von den   deindustrialisierten Gegenden Gro&#223;britanniens wie Schottland und Wales.   Diese wachsende L&#252;cke kann nationale Spannungen steigern, wie es in   Belgien der Fall ist, wo das &quot;reiche&quot; Flandern damit droht, sich   langfristig abzuspalten und das Land zu teilen.<\/p>\n<p>  Auch in Deutschland entfernt sich der Westen weiter vom Osten, der in   einem Sumpf von Armut und Arbeitslosigkeit steckt. Das &quot;reiche&quot; Hamburg   hat, obwohl es nur halb so gro&#223; wie Berlin ist, ein doppelt so hohes   j&#228;hrliches verf&#252;gbares Einkommen von 23.000 Euro. Letztes Jahr was   Hamburg Deutschland reichstes Bundesland und die viertreichste   Wirtschaftsregion in der EU. Aber w&#228;hrend es diese traditionellen   Spaltungen zwischen einem k&#228;mpfenden Norden und wohlhabenden S&#252;den, und   zwischen Ost und West, gibt, dehnen sich Entbehrungen und Armut auch auf   fr&#252;here &quot;wohlhabende&quot; Gegenden aus. Anstatt dass die Lebensstandards des   Westens in den Osten kommen, ist der entgegengesetzte Prozess im Gang.   Mittlerweile gibt es Elemente des Ostens im Westen, was auf die Malaise   des deutschen Kapitalismus kennzeichnet.<\/p>\n<p>  All das bereitet den Boden vor f&#252;r eine m&#228;chtige Eruption in dem,   gemessen an der St&#228;rke und potenziellen Macht der Arbeiterklasse,   wichtigsten Land Europas. Das Bewusstsein hat sich schon begonnen zu   ver&#228;ndern, wie es Meinungsumfragen zeigen. Zum Beispiel sind nur drei   Prozent der Ostdeutschen mit der Funktionsweise der deutschen Demokratie   zufrieden. Noch wichtiger besagt eine Umfrage des Forsa-Instituts, dass   73 Prozent der Ostdeutschen der Meinung sind, dass der Sozialismus im   Grundsatz eine gute Idee ist, die aber schlecht umgesetzt wurde. &#220;ber 90   Prozent sind der Meinung, dass sie in der DDR eine bessere soziale   Absicherung hatten. In diesen &#196;u&#223;erungen steckt das verwirrte   Bewusstsein von ArbeiterInnen, die eine Alternative zum Kapitalismus   suchen. Das aufgel&#246;ste System des Ostens symbolisiert f&#252;r sie die   Planung der Wirtschaft und Gesellschaft und die daraus folgenden   sozialen Errungenschaften, w&#228;hrend sie gleichzeitig dem autorit&#228;ren   stalinistischen System kritisch gegen&#252;ber stehen. Aber nicht nur im   Osten, auch im Westen, hat eine Bewegung begonnen, die zum   Wiedererscheinen des Sozialismus und Marxismus auf breiter Ebene f&#252;hren   wird.<\/p>\n<p>  Die deutsche Sektion des CWI, Sozialistische Alternative, hat in diesem   Prozess schon eine sehr wichtige Rolle gespielt. Sie ist zur   bekanntesten und konsequentesten trotzkistischen Organisation geworden,   die eine neue Generation anspricht und diese mit den vergangenen und   aktuellen K&#228;mpfen der deutschen Arbeiterklasse verbindet.<\/p>\n<p>  Wir hoffen, dass dieses Buch bei der Erf&#252;llung der Aufgabe, den   Sozialismus im 21. Jahrhundert zu etablieren, eine Hilfe sein wird. Um   dies zu erreichen ist es notwendig Zehntausende und, durch diese,   Millionen mit den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels, Lenin und   Trotzki und nat&#252;rlich Rosa Luxemburg wieder vertraut zu machen. Denn   deren Methode enth&#228;lt den Schl&#252;ssel, um eine neue sozialistische   Perspektive f&#252;r die deutsche und weltweite Arbeiterklasse zu er&#246;ffnen.<\/p>\n<p>  <i>London, 3. Januar 2008<\/i><\/p>\n<p>  <i>&#220;bersetzung: Sascha Stanicic<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zum jetzt auf deutsch erschienen Buch &#8222;Marxismus heute&#8220; schrieb Peter<br \/>\n      Taaffe, Mitglied des Internationalen Sekretariats des CWI, folgendes<br \/>\n      Vorwort.\n    <\/p>\n<p align=\"center\">\n      <small>[<a href=\"mailto:info@sav-online.de\">Buch bei der SAV-Zentrale<br \/>\n      bestellen<\/a> | <a href=\"\/?p=12577\">Zur<br \/>\n      Ank&#252;ndigung des Buches<\/a>]<\/small>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[92,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12579"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12579"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12579\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}