{"id":12578,"date":"2008-03-21T00:00:00","date_gmt":"2008-03-20T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12578"},"modified":"2012-07-02T18:55:55","modified_gmt":"2012-07-02T16:55:55","slug":"12578","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/03\/12578\/","title":{"rendered":"Russland: Von Putin bestimmter Nachfolger gewinnt       Pr&#228;sidentschafts&#8221;wahlen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>  Medwedew wird die Politik im Interesse der kapitalistischen &#8220;Clans&#8221;   fortsetzen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Rob Jones, Moskau<\/i><\/h4>\n<p>  Bei einer Wahlbeteiligung von 70 Prozent kamen 70 Prozent der gez&#228;hlten   Stimmen bei der russischen Pr&#228;sidentschaftswahl auf den von Putin   bestimmten Nachfolger Dimitri Medwedew. Also keine &#220;berraschungen! Im   Mai wird Medwedew den Stuhl des Pr&#228;sidenten im Kreml und Putin den   Regierungsvorsitz &#252;bernehmen. In einem Treffen nach den Wahlen   verk&#252;ndeten (noch) Pr&#228;sident und Premierminister &#8211; Putin und Medwedew &#8211;   sie w&#252;rden sich vor der Amts&#252;bergabe noch die Arbeitsteilung zwischen   den beiden &#196;mtern ausmachen.<\/p>\n<p>  Wie immer beeilten sich die F&#252;hrerInnen des Westens dem neuen   Pr&#228;sidenten zu seiner Wahl zu gratulieren. Sarkozy schaffte es als   erster, noch vor Brown und Bush. Aber diese Gl&#252;ckw&#252;nsche helfen nur   dabei, die Tatsache zu vertuschen, dass diese Wahlen alles andere als   demokratisch waren. Die Berichterstattung der internationalen Presse war   um keinen Deut besser. Die Financial Times berichtete: &#8222;Dimitri   Medwedew, Vladimir Putins handverlesener Nachfolger, schaffte am Sonntag   einen &#252;berw&#228;ltigenden Erfolg bei den Wahlen zur russischen   Pr&#228;sidentschaft, obwohl seine Konkurrenten behaupteten, dass der   Wahlbetrug noch schlimmer war als bei den Parlamentswahlen vor drei   Monaten.&#8220; In anderen Worten ausgedr&#252;ckt: Der Wahlbetrug war nichts mehr   als Propaganda durch die Opposition.<\/p>\n<p>  Internationale WahlbeobachterInnen waren dabei weniger penibel. Die OSZE   weigerte sich WahlbeobachterInnen ins Land zu schicken, weil sie   f&#252;rchtete dadurch die Wahl zu legitimieren. Der Vertreter des   Europarates berichtete, dass &#8222;diese Wahlen die Unregelm&#228;&#223;igkeiten der   Parlamentswahlen im Dezember wiederholt haben. Die russischen Beh&#246;rden   haben keine Gleichbehandlung der Kandidaten durch die Medien   sichergestellt, die Bestimmungen f&#252;r eine Kandidatur waren ebenso   restriktiv und der Druck auf die W&#228;hlerInnen zur Wahl zu gehen war sogar   noch gr&#246;&#223;er.&#8220; Aber sogar diese Beschreibung ist noch zu mild.<\/p>\n<p>  Das Wahlergebnis war im Voraus geplant. Der Kreml wollte, dass sein   Kandidat zwischen 65 und 70 Prozent der Stimmen bekommt &#8211; aber nicht   mehr als 71 Prozent! Das h&#228;tte ja bedeutet, dass Putins Proteg&#233; mehr   Stimmen bekommen h&#228;tte als er selbst bei seiner letzten Kandidatur. Vom   Kreml wurden an Gouverneure und B&#252;rgermeister Anordnungen verschickt,   wie viele Stimmen sie abzuliefern h&#228;tten. Dabei scheinen sie aber ein   wenig vorsichtiger vorgegangen zu sein als bei den Parlamentswahlen   letzten Dezember, als in Gegenden, wie z.B. Tschetschenien bei einer   angeblichen Wahlbeteiligung von 99 Prozent offiziell 99 Prozent f&#252;r   Putins Partei gestimmt hatten. Diesmal wurden moderatere Zahlen von um   die 90 Prozent gemeldet. Es klingt weit hergeholt, dass eine europ&#228;ische   Regierung im 21. Jahrhundert Wahlen derartig f&#228;lschen kann. Die Moskau   Times brachte den Bericht eines Statistikers, der das Wahlverhalten bei   den Parlamentswahlen im Dezember analysiert hatte. Das Diagramm der   Wahlbeteiligung (siehe Grafik) entspricht genau den Stimmen f&#252;r Putins   Partei bei den Pr&#228;sidentschaftswahlen.<\/p>\n<p>  W&#228;re die Wahl demokratisch und ohne Einfluss von Au&#223;en vonstatten   gegangen, h&#228;tte es etwa gleich viele Wahllokale gegeben, die eine   Wahlbeteiligung &#252;ber wie unter dem Durchschnitt angegeben h&#228;tten, und   das Abfallen der Kurve auf der Grafik w&#228;re ein Spiegel ihres   vorhergehenden Anstiegs gewesen (so wie die gestrichelte Linie auf der   Grafik). Was aber wirklich passierte war, dass ein &#228;u&#223;erst   ungew&#246;hnliches W&#228;hlerverhalten registriert wurde. &#220;ber 1.200 Wahllokale   berichteten von einer Wahlbeteiligung von 100 Prozent. Danach folgen   Wahllokale mit 95 Prozent, 90 Prozent, 85 Prozent, 80 Prozent, 70   Prozent. Das best&#228;tigt die Berichte, dass lokale Wahlleiter die   Anordnung bekommen &#8222;runde Zahlen&#8220; bei der Wahlbeteiligung abzuliefern.   Wenn das stimmt, dann h&#228;tte Putins Partei &#8222;Einiges Russland&#8220; bei den   Parlamentswahlen 13 Prozent weniger Stimmen erhalten als behauptet   wurde, und damit keine zwei Drittel Mehrheit im Parlament.<\/p>\n<h4>  Der Betrug<\/h4>\n<p>  Es gibt gen&#252;gend Gr&#252;nde anzunehmen, dass der Wahlbetrug vom Dezember bei   den Pr&#228;sidentschaftswahlen wiederholt wurde. Die BBC f&#252;hrte bei einer   U-Bahn-Station in Moskau eine Umfrage durch. Nur eineR von acht   W&#228;hlerInnen gab an, f&#252;r Medwedew stimmen zu wollen und zwei gaben an aus   Protest gegen die Wahlfarce &#252;berhaupt nicht zu w&#228;hlen. Trotz solcher   Erkenntnisse f&#228;hrt die BBC fort Putin als &#8222;sehr popul&#228;r&#8220; zu bezeichnen.   Auf der Homepage einer Wahlbeobachtungsorganisation (mittlerweile die   einzige NGO dieser Art, die es noch in Russland gibt), wurden hunderte   Rechtsverletzungen gemeldet. Ein Beobachter aus Moskau berichtete, er   h&#228;tte die M&#246;glichkeit gehabt vor dem Beginn der Stimmabgabe einen Blick   in die Wahlurnen zu werfen und habe dort einen fein s&#228;uberlich   geordneten Sto&#223; mit Wahlzetteln f&#252;r Medwedew gesehen. Er konnte das   fotografieren und f&#252;r einige Zeit war das Foto sogar auf der Homepage.   Andere Seiten dokumentieren Anordnungen von Fabrikdirektoren an die   Manager, dass diese daf&#252;r zu sorgen h&#228;tten, dass die ArbeiterInnen auch   sicher den richtigen w&#228;hlten. Als w&#228;re das noch nicht genug hat der   Kreml auch den gesamten Wahlkampf kontrolliert. Au&#223;er Medwedew waren nur   die ultranationalistische Witzfigur Schirinowski, der &#8222;demokratische&#8220;   Strohmann Bogdanow und der v&#246;llig unf&#228;hige Kommunist Sjuganow zu den   Wahlen zugelassen.<\/p>\n<p>  Schirinowski nimmt seit 1990 an Wahlen teil, wobei seine Partei 1993 23   Prozent der Stimmen bekam, was damals die ganze Welt schockierte.   Trotzdem stimmte Schirinowski im Parlament immer f&#252;r die Antr&#228;ge des   Kreml und kein einziger seri&#246;ser Analyst w&#252;rde behaupten, dass seine   Partei keine Partei des Kreml sei. Aber seine Teilnahme an den Wahlen   war n&#252;tzlich &#8211; seine bl&#246;dsinnigen Possen (in einer Fernsehdebatte hatte   er den Vertreter Bogdanows physisch attackiert) ziehen frustrierte und   deklassierte W&#228;hlerInnen an, die sonst wahrscheinlich nicht f&#252;r den   Kreml gestimmt h&#228;tten. Schirinowski bekam 9,3 Prozent. Der liberale   Bogdanow war vor den Wahlen ein Unbekannter. Andere Liberale, wie der   ehemalige Premier Kasjanow wurden von der Wahlkommission nicht   anerkannt. Aber irgendwie hat es Bogdanow geschafft zwei Millionen   Unterst&#252;tzungserkl&#228;rungen f&#252;r seine Kandidatur zusammenzubringen. Sp&#228;ter   wurde aufgedeckt, dass er Gr&#252;ndungsmitglied von Putins Partei &#8222;Einiges   Russland&#8220; ist. Bogdanow verbrachte die meiste Zeit bei Fernsehdebatten,   versuchte die Menschen an seinen Namen zu erinnern, verteidigte seine   Rolle als der Vorsitzende der russischen Freimaurer und argumentierte,   dass Russland &#8222;der Nato beitreten sollte, aber unter der Bedingung, dass   die USA sie verlassen.&#8220; Bogdanow bekam 1,3 Prozent der Stimmen &#8211; das   wahren sogar weniger als die Unterst&#252;tzungserkl&#228;rungen vor der Wahl.   Aber selbst wenn ein ernsthafter pro-westlicher Kandidat, wie z.B.   Kasjanow, kandidiert h&#228;tte, ist es unwahrscheinlich, dass er viel mehr   Stimmen bekommen h&#228;tte, denn der Hass der russischen Arbeiterklasse auf   die Liberalen, die in den 90er Jahren die Wirtschaft ruiniert haben ist   daf&#252;r zu gro&#223;.<\/p>\n<h4>  &#8222;Kommunistische Opposition&#8220;?<\/h4>\n<p>  Nur den &#8220;Kommunist&#8221; Sjuganow kann ann&#228;hernd behaupten ein   Oppositionskandidat zu sein (Die &#8222;kommunistische&#8220; Partei setzt sich aus   den &#220;berbleibseln der ehemals herrschenden Partei in der stalinistischen   Sowjetunion zusammen). Aber selbst dieser Anspruch ist zweifelhaft.   Urspr&#252;nglich hatte Sjuganow seine Unterst&#252;tzerInnen dazu aufgerufen sich   an dieser &#8222;Wahlfarce&#8220; nicht zu beteiligen, als aber der Termin zur   Einreichung der Kandidatur n&#228;her kam, stimmte er zu nominiert zu werden   und gab damit dem ganzen Prozess zumindest ein wenig Glaubw&#252;rdigkeit.   Der Kreml wollte seine Kandidatur, um der Welt zu zeigen, dass alle   Ideologien bei der Wahl vertreten seien. H&#228;tte der Kreml auch nur die   geringste Bef&#252;rchtung gehabt, dass Sjuganow die Wahl dazu n&#252;tzen w&#252;rde   eine echte Opposition zu mobilisieren, w&#228;re er blockiert worden. Die   meisten Forderungen der KP (die sich alle um die Notwendigkeit eines   starken &#8222;russischen Staates&#8220; mit einigen Staatsbetrieben und Kontrolle   &#252;ber die Wirtschaft, drehen) wurden vom Kreml &#8222;&#252;bernommen&#8220; und   durchgesetzt. Das Resultat davon war, dass Sjuganow, wenn er nicht   gerade &#252;ber Bogdanows Freimaurerei die Z&#228;hne knirschte (was er als   Beweis f&#252;r Bogdanows involvierung in eine &#8222;zionistische Verschw&#246;rung&#8220;   hielt&#8220;) immer damit argumentierte, dass die KP &#252;ber eine breite Schicht   erfahrener Fachkr&#228;fte verf&#252;ge.<\/p>\n<p>  Wenn man den offiziellen Zahlen glauben mag, hat Sjuganow 17 Prozent der   Stimmen bekommen (weniger als in der letzten Pr&#228;sidentschaftswahl aber   doppelt so viel wie bei den Parlamentswahlen im Dezember 2007). Es gibt   bedeutende Anzeichen daf&#252;r, dass eine gro&#223;e Zahl von Liberalen und   anderen Oppositionellen sich hinter Sjuganow stellten, weil er als   einziger zu mindest eine gewisse Opposition zum Kreml darstellt.<\/p>\n<p>  Im Mai wird Medwedew die Pr&#228;sidentschaft &#252;bernehmen. Aber selbst wenn   man dem offiziellen Ergebnis glaubt, hat Medwedew nicht einmal die   H&#228;lfte der russischen W&#228;hlerInnen f&#252;r sich gewonnen. Trotzdem w&#228;re es   auch bei fairen und freien Wahlen m&#246;glich gewesen, dass Medwedew mehr   Stimmen als seine Konkurrenten erh&#228;lt. Obwohl nach Umfragen die Mehrheit   der RussInnen das Leben immer noch als schwer empfinden und sehr   skeptisch hinsichtlich einer ernsthaften Hebung ihres Lebensstandards   sind, steht es au&#223;er Zweifel, dass der wirtschaftliche Aufschwung seit   2000 (im Jahr 2007 lag er bei 8 Prozent) und die relative soziale   Stabilit&#228;t, im Vergleich zu den Jahren des wirtschaftlichen Chaos, der   Coups und ethnischen Konflikte, viele Menschen wenn nicht unbedingt zu   Anh&#228;ngern von Putin-Medwedew gemacht hat, so zumindest unsicher dar&#252;ber,   ob diese im Amt bleiben sollen oder nicht.<\/p>\n<p>  Russland hat einen beeindruckenden achtj&#228;hrigen Wirtschaftsaufschwung   hinter sich, der fast ausschlie&#223;lich auf externe Faktoren zur&#252;ckzuf&#252;hren   ist. Der Zusammenbruch des Rubels 1998 unterband Importe und st&#228;rkte die   Exportwirtschaft und der Anstieg des &#214;lpreises von 15 auf 100 Dollar pro   Barrel st&#228;rkte die Wirtschaft wiederum. In den letzten Jahren st&#228;rkten   gro&#223;e Investitionen in Immobilien, Bildung und Gesundheitswesen, die von   den Brosamen der &#214;lgewinne der Regierung finanziert wurden, das Wachstum   noch mehr.<\/p>\n<h4>  Wirtschaftliche Probleme in der Zukunft<\/h4>\n<p>  Trotzdem ist die russische Wirtschaft alles andere als gesund. Das   Bruttoinlandsprodukt hat 2006 erst den Stand von 1990 wieder erreicht   und die Investitionen in die Wirtschaft versuchen fast ausschlie&#223;lich   den fortschreitenden Niedergang abzufedern, ohne jene 15 Jahre   auszugleichen, in denen es praktisch gar keine Investitionen gegeben   hat. Untersuchungen best&#228;tigen, dass sich die Zahl der B&#252;rokratInnenen   verdreifacht hat, und sich die Korruption in nie gekannten Ausma&#223;en   bewegt. Diese Probleme stellen ein gewaltiges Loch in der russischen   Wirtschaft dar, das eine riesigen Teil der Gewinne verschluckt, ohne   einen echten Nutzen zu bringen. Als Resultat kehrt die Inflation wieder   zur&#252;ck und droht die erreichten Lohnerh&#246;hungen zu unterminieren. Selbst   der weiterhin hohe &#214;lpreis kann da nicht aushelfen, da der gleichzeitig   gefallene Dollar Russland mit genau so vielen Rubel wie zuvor zur&#252;ck   l&#228;sst. Russlands F&#252;hrung ist bem&#252;ht die Gefahr eines &#220;bergreifens einer   Weltwirtschaftskrise auf Russland herunterzuspielen, aber, selbst wenn   man den &#214;lpreis au&#223;er Acht l&#228;sst, basiert der russische   Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahre auf Exporten (vor allem von   Waffen und Nukleartechnologie) und einkommenden Investitionen. Es ist   offensichtlich, dass diese beiden Gebiete von einer weltweiten Krise   betroffen w&#228;ren.<\/p>\n<p>  Es ist darum klar, dass sich Russland wieder einmal von einem &#8220;Himmel   der Stabilit&#228;t&#8221;, wie es Finanzminister Kudrin in Davos ausdr&#252;ckte, zu   einem neuerlichen Kopfschmerz f&#252;r die Weltwirtschaft entwickeln wird.   Die F&#252;hrungen der kapitalistischen L&#228;nder bewiesen unglaubliche   Naivit&#228;t, als sie Medwedew urspr&#252;nglich als weichere, freundlichere   Version Putins einsch&#228;tzten, und ihn sogar &#8222;pro-westlich&#8220; und &#8222;liberal   erzogen&#8220; nannten. Aber Medwedews zynische Kommentare zum Rauswurf der   britischen Botschaft und seinen Flug nach Serbien um dort seine   Unterst&#252;tzung gegen die Unabh&#228;ngigkeit Kosovas zu zeigen haben die   Herzlichkeit des Westens bereits abgek&#252;hlt. Medwedew (dessen Name &#8222;Sohn   des B&#228;ren&#8220; bedeutet&#8220;) ist Putins Proteg&#233; und ist durchaus dazu bereit   wie sein Guru auf die nationalistische Karte zu setzen um zu herrschen.   F&#252;r seine Pr&#228;sidentschaft k&#252;ndigte Medwedew an &#8222;Putins Plan&#8220; weiter   umzusetzen. Das bedeutet auf der einen Seite eine hoch zentralisierte   kapitalistische Wirtschaft zu schaffen und auf der anderen Seite die   Armee und den Staatsapparat zu st&#228;rken.<\/p>\n<p>  Putins gro&#223;er Erfolg war die zerstrittenen finanziellen und   industriellen &#8222;Clans&#8220; unter seiner Regierung zu vereinen. Letzte   Untersuchungen haben gezeigt, dass sieben der neun bedeutendsten &#8222;Clans&#8220;   in der Regierung vertreten sind, und dass etwa die H&#228;lfte der Wirtschaft   direkt in der Hand von einigen Ministern ist. Zu diesen Clans geh&#246;ren   ebenso die sogenannten &#8222;Silovki&#8220; &#8211; K&#246;pfe des Milit&#228;rs und der   Geheimdienste, die sich ausgezeichnet in Russlands neu errichteten   Kapitalismus integriert haben. Putin wird alles in seiner Macht stehend   Tun um daf&#252;r zu sorgen, dass diese Balance bestehen bleibt. Aber die   unumg&#228;nglichen Ersch&#252;tterungen, die durch die Macht&#252;bergabe an seinen   Proteg&#233; Medwedew entstehen, und die noch immer ungekl&#228;rten   Machtverh&#228;ltnisse zwischen Pr&#228;sident und Premier, werden dazu f&#252;hren,   dass Putin als Premierminister deutlich mehr Macht als seine Vorg&#228;nger   in die Hand nehmen wird, was an sich zu einer starken Destabilisierung   f&#252;hren kann. Wenn das mit einer Wirtschaftskrise zusammenf&#228;llt, k&#246;nnten   die Zusammenst&#246;&#223;e zwischen den einzelnen Clans schnell das L&#228;cheln aus   dem Gesicht der herrschenden Elite entfernen.<\/p>\n<p>  MarxistInnen haben immer erkl&#228;rt, dass Wahlen immer eine Momentaufnahme   des Zustands der Gesellschaft sind, selbst wenn sie so offensichtlich   verf&#228;lscht sind. Kommende Ereignisse k&#246;nnen den Film bald um einiges   interessanter machen. Seit dem Zusammenbruch des Stalinismus hat die   Arbeiterklasse noch nicht ernsthaft in die Ereignisse eingegriffen. In   den letzten Jahren gab es jedoch eine Reiche von bedeutenden Streiks in   einigen Fabriken und anderen Arbeitsst&#228;tten, so zum Beispiel auch in   einem Ford-Werk. K&#228;mpferische, unabh&#228;ngige Gewerkschaften sind von   essenzieller Bedeutung damit die Arbeiterklasse den Angriffen der   Unternehmer effektiv Widerstand leisten, und bessere L&#246;hne und   Arbeitsbedingungen erk&#228;mpfen kann. Genauso brauchen soziale Bewegungen,   PensionistInnen und StudentInnen ihre eigenen unabh&#228;ngigen   Organisationen und ihr eigenes k&#228;mpferisches Programm.<\/p>\n<p>  Die wirkliche Opposition, die in den Wahlen gefehlt hat, war eine   ehrliche Stimme der Arbeiterklasse. Eine sozialistische Partei mit   Massenunterst&#252;tzung durch die Arbeiterklasse &#8211; eine echte Opposition zur   pro-kapitalistischen Politik von Medwedew\/Putin und den herrschenden   Clans &#8211; wird in den n&#228;chsten Jahren immer mehr auf der Tagesordnung   stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Medwedew wird die Politik im Interesse der kapitalistischen &#8220;Clans&#8221;<br \/>\n      fortsetzen.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12578"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12578"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12578\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12578"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12578"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12578"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}