{"id":12567,"date":"2008-03-07T12:00:00","date_gmt":"2008-03-07T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12567"},"modified":"2012-05-15T15:31:07","modified_gmt":"2012-05-15T13:31:07","slug":"12567","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/03\/12567\/","title":{"rendered":"Rostocker LINKE gegen &#220;bernahme von ver.di-Forderungen: &quot;Ich warne       davor, diesen Antrag hier zu beschlie&#223;en.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  LINKE in der Rostocker B&#252;rgerschaft lehnt Antrag f&#252;r 8% mehr Lohn f&#252;r   die Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst ab.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Ren&#233; Henze und Christine Lehnert, Rostock<\/i><\/h4>\n<p>  Zeitgleich mit den Streiks im &#214;ffentlichen Dienst, welche der Forderung   nach acht Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen, hat die SAV in Rostock   das Thema auf die politische B&#252;hne der Rostocker B&#252;rgerschaft gehoben.   In ihrem Antrag forderte die SAV-Abgeordnete Christine Lehnert die   &#8222;Umsetzung der Forderungen der Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst in   der aktuellen Tarifrunde&#8220; durch die Rostocker B&#252;rgerschaft. In dem   Antrag hei&#223;t es: &quot;Die Stadt Rostock weist die von der Vereinigung der   kommunalen Arbeitgeberverb&#228;nde (VKA) am 16.11.2007 beschlossene Position   zur Tarifrunde im &#246;ffentlichen Dienst zur&#252;ck und beteiligt sich nicht an   dieser Provokation gegen die Besch&#228;ftigten im &#246;ffentlichen Dienst. Die   Stadt Rostock erf&#252;llt die Forderungen der Gewerkschaften des   &#246;ffentlichen Dienstes und erh&#246;ht die L&#246;hne, Geh&#228;lter und die Besoldungen   ab Januar 2008 f&#252;r alle um 8% und mindestens 200 Euro. Azubis erhalten   120 Euro mehr. Die Stadt Rostock vertritt innerhalb des VKA diese   Position und setzt sie einseitig um.&quot;<\/p>\n<p>  In ihrer m&#252;ndlichen Begr&#252;ndung zu diesem Antrag f&#252;hrte die   SAV-Abgeordnete vor der B&#252;rgerschaft aus: &quot;Angesichts der unversch&#228;mten   Angebote der Arbeitgeber, die nur 5% auf 2 Jahre verteilt bei   gleichzeitiger Arbeitszeitverl&#228;ngerung wollen und damit die   Besch&#228;ftigten wirklich f&#252;r dumm verkaufen wollen, ist es um so n&#246;tiger,   dass die Kommune Rostock ein Signal setzt&quot;.<\/p>\n<p>  Leider ist es in Rostock nicht m&#246;glich gewesen, die LINKE f&#252;r diesen   Antrag mit ins Boot zu holen. Ein Angebot, einen gemeinsamen Antrag zu   stellen, ist schon im Vorfeld abgelehnt worden und auch im Laufe der   Antragsberatung tat sich die LINKE als sch&#228;rfste Kritikerin hervor.<\/p>\n<p>  &#8222;Ich warne davor, diesen Antrag hier zu unterst&#252;tzen&#8220;, so der Vertreter   der Fraktion Die Linke in der Rostocker B&#252;rgerschaft, Bernd Fritze, auf   der Sitzung der Rostocker B&#252;rgerschaft am 5. M&#228;rz 08. In seiner   Argumentation sprach er sich gegen den Antrag aus, weil dies   satzungswidrig sei und damit die Kommune Rostock in die Tarifautonomie   eingreifen w&#252;rde. Ein h&#246;herer kommunaler &#220;bergangstarifvertrag (bei   einseitiger Erf&#252;llung der Gewerkschaftsforderung durch die Stadt   Rostock) k&#246;nnte auch schnell in einen Absenkungsvertrag f&#252;hren so Herr   Fritze. (Bernd Fritze ist ehemaliger Landesvorsitzender der Gewerkschaft   HBV und ist neben seiner Fraktionst&#228;tigkeit f&#252;r die LINKE auch   Vorsitzender des Rostocker Arbeitslosenverbandes.)<\/p>\n<p>  Mit dieser Gegenrede durch einen Vertreter Der Linken konnten sich die   auf strikte Haushaltsdisziplin bedachten Vertreter von CDU, SPD, B90 und   FDP sowie der Oberb&#252;rgermeister gen&#252;sslich zur&#252;cklehnen und der   Aufforderung der LINKEN nach Ablehnung des Antrages folgen.<\/p>\n<p>  Leider hat die LINKE den Besch&#228;ftigten mit dieser b&#252;rokratischen Haltung   einen B&#228;rendienst erwiesen. Auch die Besch&#228;ftigten im Rathaus konnten   dieses widerspr&#252;chliche Verhalten nicht nachvollziehen, hatte doch die   LINKE einige Tage vorher noch beim Warnstreik ihre Solidarit&#228;t bekundet.   Auf die pers&#246;nliche Nachfrage unserer Abgeordneten bei den Kollegen der   LINKEN, weshalb sie sich gegen den Antrag gestellt h&#228;tten, antwortete   Bernd Fritze: &#8222;Wenn du so ein dummes Zeug quatscht&#8230;&#8220;. Zum Vorwurf von   Christine Lehnert, damit den eigenen Leuten in den R&#252;cken gefallen zu   sein, meinte er nur &#8222;Du geh&#246;rst nicht zu unseren Leuten&#8220;.<\/p>\n<p>  Dieses Verhalten und Auftreten der Rostocker Fraktion Der Linken ist   leider die traurige Fortsetzung des Rechtsrucks den es in der Rostocker   Fraktion seit 2007 gibt, als der linkere Fl&#252;gel der Fraktion   herausgedr&#228;ngt wurde.<\/p>\n<p>  Wie um der Linken zu beweisen, dass die Kommune sehr wohl in die   Tarifautonomie eingreifen kann, verwies der Oberb&#252;rgermeister im   weiteren Verlauf der Sitzung noch einmal darauf, dass die b&#252;rgerliche   Mehrheit von SPD, CDU, B90 und FDP einen Haustarifvertrag fordert und   sonst Entlassungen anstehen. W&#228;hrend sich also die Arbeitgeber und deren   Vertreter ungeniert die Freiheit herausnehmen, in bestehende   Tarifvertr&#228;ge einzugreifen und Absenkungen nach unten zu fordern,   besteht die LINKE darauf, dass die Besch&#228;ftigten und deren politische   Vertreter keine Verbesserungen nach oben fordern, beschlie&#223;en oder   umsetzen d&#252;rfen. Mit dieser Herangehensweise legt sich die LINKE selber   in Ketten.<\/p>\n<p>  Bundesweit reden Politiker der LINKEN von der Notwendigkeit, sich auf   die Seite der Besch&#228;ftigten zu stellen. Lafontaine spricht von   politischem Streik und Generalstreik. In der Praxis hier in Rostock aber   kapituliert die Fraktion der LINKEN vor den Gesetzen der Kapitals statt   diese maximal zu dehnen und notfalls zu brechen. W&#228;hrend im Rathaus   gesetzeswidrig Personaldaten abgefragt werden, um die Besch&#228;ftigten   einzusch&#252;chtern (weil dies nur als Vorbreitung von betriebsbedingten   K&#252;ndigungen zul&#228;ssig ist), pocht die LINKE auf die Statuten des VKA   (Vereinigung Kommunaler Arbeitergeber) statt politisch die Forderung   nach 8% mehr Lohn zu unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Bei den Besch&#228;ftigten im Rathaus hingegen kam der Antrag der SAV gut an.   &quot;Frau Lehnert, Danke f&#252;r diesen Antrag&quot; sagte eine Kollegin und andere   meinten, sie h&#228;tten daf&#252;r gestimmt, wenn sie gedurft h&#228;tten. &quot;Die   Interessen genau dieser Besch&#228;ftigten zu vertreten, daf&#252;r bin ich   gew&#228;hlt worden und das werde ich auch weiter tun. Sowohl beim Streik   oder Demos auf der Stra&#223;e als auch im Parlament. Gesetze und Statuten   sind menschengemacht. Heute dienen sie den Interessen der Reichen und   M&#228;chtigen. Das muss ge&#228;ndert werden. Ich w&#252;rde mich freuen, wenn ich   zuk&#252;nftig auch auf die Unterst&#252;tzung der LINKEN bauen k&#246;nnte&quot;, so   Christine Lehnert nach der Sitzung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      LINKE in der Rostocker B&#252;rgerschaft lehnt Antrag f&#252;r 8% mehr Lohn f&#252;r<br \/>\n      die Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst ab.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12567"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}