{"id":12545,"date":"2008-02-27T00:00:00","date_gmt":"2008-02-27T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12545"},"modified":"2008-02-27T00:00:00","modified_gmt":"2008-02-27T00:00:00","slug":"12545","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/02\/12545\/","title":{"rendered":"Berliner Busfahrer: Gereizte Stimmung"},"content":{"rendered":"<p>  Urabstimmung bei Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) angelaufen. Spaltung   zwischen Neueingestellten und Altbesch&#228;ftigten zieht nicht. Ver.di   erwartet gro&#223;e Zustimmung<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerset erschienen in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/02-26\/020.php\">jungen   Welt, 26.2.08<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Montag mittag auf dem Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im   Stadtteil Lichtenberg. In dem zum Urabstimmungslokal umfunktionierten   Aufenthaltsraum f&#252;r Omnibusfahrer herrscht dichtes Gedr&#228;nge. Auf einem   Tisch in dem kleinen, mit ver.di-Fahnen und -Plakaten dekorierten Zimmer   steht eine h&#246;lzerne Urne. Dahinter sitzt, seit drei Uhr fr&#252;h, Jan   F&#246;rster. Der 35j&#228;hrige Busfahrer hat sich freiwillig als Helfer bei der   Durchf&#252;hrung der Urabstimmung gemeldet. Selbst hat er auch schon   abgestimmt &#8211; f&#252;r Streik, versteht sich.<\/p>\n<p>  Dabei ist F&#246;rster, der erst seit etwas mehr als sieben Monaten f&#252;r die   BVG arbeitet, einer der wenigen Besch&#228;ftigten, die von dem Angebot des   Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) profitieren w&#252;rden. Dieses sieht   Einkommenssteigerungen von sechs Prozent bis 2010 vor &#8211; allerdings nur   f&#252;r die nach dem 31. August 2005 neu Eingestellten. Der Gro&#223;teil der   rund 12500 Arbeiter und Angestellten ginge weitgehend leer aus, da die   Erh&#246;hung auf deren &#187;Sicherungsbetr&#228;ge&#171; angerechnet werden sollen. &#187;Auch   die Altbesch&#228;ftigten haben ein Anrecht auf Lohnerh&#246;hungen, schlie&#223;lich   sind die Lebenshaltungskosten f&#252;r alle gestiegen&#171;, meint F&#246;rster, dem   bei einer 39-Stunden-Woche weniger als 1200 Euro netto im Monat bleiben.<\/p>\n<p>  Auch f&#252;r Ulf von Much, der im Blaumann im Vorraum des Lokals steht, ist   das KAV-Angebot &#187;eine Frechheit&#171;. Der &#187;Sicherungsbetrag&#171; sei kein   Privileg, sondern sollte beim letzten Tarifabschlu&#223; 2005 verhindern, da&#223;   die L&#246;hne der Altbesch&#228;ftigten um noch mehr als zw&#246;lf Prozent sinken.   Auch sie h&#228;tten aber bereits drastische Einbu&#223;en zu verkraften gehabt,   so der 43j&#228;hrige Fahrzeugelektroniker, der mit seinem Gehalt eine   vierk&#246;pfige Familie zu versorgen hat. &#187;Die Stimmung ist extrem gereizt,   auch unter den nicht gewerkschaftlich organisierten Kollegen&#171;, berichtet   er. In den Werkst&#228;tten sei die unterschiedliche Bezahlung von   Neueingestellten und Altbesch&#228;ftigten kein Thema, so von Much. Der   Grund: &#187;Der Betrieb weigert sich konsequent, neue Leute einzustellen.   Statt dessen wird die Arbeit immer weiter verdichtet.&#171; Darunter leide   auch der Zustand der Fahrzeuge, die weniger oft gewartet w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Im Fahrdienst hat die Verk&#252;rzung der Arbeitszeiten von 39 auf 36,5   Wochenstunden die Situation ebenfalls nicht verbessert. Die Fahrer   m&#252;&#223;ten heute aufgrund ver&#228;nderter Pausenregelungen ebenso lange arbeiten   wie vor der Reduzierung, berichtet der Stra&#223;enbahnfahrer und   ver.di-Vertrauensmann Frank Kulicke. Hierdurch seien allein bei der   Stra&#223;enbahn 40 Neueinstellungen vermieden worden. Auch deshalb seien die   Besch&#228;ftigten kampfbereit. &#187;Die Stimmung ist gut, die Leute rei&#223;en uns   die Urabstimmungszettel f&#246;rmlich aus der Hand&#171;, so Kulicke. Entsprechend   selbstbewu&#223;t gibt sich ver.di-Verhandlungsf&#252;hrer Frank B&#228;sler. Das   erforderliche Quorum von 75 Prozent Zustimmung sei &#187;&#252;berhaupt kein   Problem&#171;, prognostiziert er. Das Ergebnis der Urabstimmung will die   Gewerkschaft am Freitag verk&#252;nden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Urabstimmung bei Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) angelaufen. Spaltung<br \/>\n      zwischen Neueingestellten und Altbesch&#228;ftigten zieht nicht. 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