{"id":12530,"date":"2008-02-20T23:00:00","date_gmt":"2008-02-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12530"},"modified":"2012-05-15T15:32:34","modified_gmt":"2012-05-15T13:32:34","slug":"12530","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/02\/12530\/","title":{"rendered":"&#214;ffentlicher Dienst: Streikverbot in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>  Polizeiangestellte per &#187;Notdienstverpflichtung&#171; an Arbeitsniederlegung   gehindert<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in<a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/02-20\/013.php\">   junge Welt, 20.2.08<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der Berliner SPD-Linke-Senat hat im Tarifstreit des &#246;ffentlichen   Dienstes f&#252;r eine Eskalation gesorgt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP)   hatte am Freitag angek&#252;ndigt, die im Objektschutz und Gefangenenwesen   eingesetzten Polizeiangestellten am Dienstag und Donnerstag zu jeweils   24st&#252;ndigen Arbeitsniederlegungen zu mobilisieren. Am Montag untersagte   die Beh&#246;rde &#8211; laut GdP mit Wissen und Unterst&#252;tzung des Senats &#8211; dem   Gro&#223;teil der rund 250 Aufgerufenen per &#187;Notdienstverpflichtung&#171; die   Teilnahme am Ausstand. Damit habe &#187;erstmalig in Deutschland eine   Landesregierung einen Warnstreik verboten &#8211; f&#252;r eine rot-rote   Landesregierung ein bemerkenswerter Vorgang&#171;, kritisierte der Berliner   GdP-Chef Eberhard Sch&#246;nberg. Dies sei &#187;ein politischer Skandal&#171;, betonte   er am Dienstag auf einer Pressekonferenz.<\/p>\n<p>  Begr&#252;ndet hatte die Polizeibeh&#246;rde ihr Vorgehen damit, da&#223; die   Sicherheit in Berlin durch den Ausstand gef&#228;hrdet sei. Bei 18000   Polizisten und Vollzugsangestellten in der Stadt k&#246;nne ein   Warnstreikaufruf an rund 250 Besch&#228;ftigte wohl kaum eine Gef&#228;hrdung der   Ordnung darstellen, konterte Sch&#246;nberg. Zudem sei &#8211; wie schon bei   vorangegangenen Warnstreiks &#8211; alles f&#252;r den Einsatz von Beamten in den   betroffenen Bereichen vorbereitet gewesen. &#187;Von einer Gef&#228;hrdung der   Sicherheit kann also keine Rede sein &#8211; das ist eine glatte L&#252;ge&#171;, so der   Gewerkschafter. Die GdP habe deshalb unverz&#252;glich per einstweiliger   Verf&#252;gung vor dem Arbeitsgericht versucht, das &#187;Streikverbot&#171; aufzuheben.<\/p>\n<p>  Nachdem dieses Begehren in erster Instanz abgelehnt wurde, einigten sich   die Parteien vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) auf einen Vergleich.   Einer Pressemitteilung des LAG zufolge verpflichteten sich beide Seiten   darauf, noch am Dienstag Verhandlungen &#252;ber eine Notdienstvereinbarung   aufzunehmen. &#187;Das Gericht hat klar festgestellt, da&#223; Streiks auch in   sicherheitsrelevanten Bereichen m&#246;glich sind &#8211; das ist eine Klatsche f&#252;r   die Beh&#246;rde&#171;, so Sch&#246;nberg auf jW-Nachfrage. Hinweise des Gerichts auf   Wahrung der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit und die Pflicht zum Abschlu&#223; einer   Notdienstvereinbarung entspr&#228;chen g&#228;ngigem Arbeitskampfrecht. Aus Sicht   der GdP sei das Urteil &#187;ein neunzigprozentiger Erfolg&#171;. Von der im   Berliner Senat vertretenen Linkspartei war am Dienstag kein Vertreter   f&#252;r jW-Nachfragen zu dem Thema zu erreichen.<\/p>\n<p>  Hintergrund f&#252;r die Warnstreiks in Berlin &#8211; neben der Polizei war auch   die Technischen Universit&#228;t betroffen &#8211; ist die seit &#252;ber einem Jahr   erhobene Forderung der Gewerkschaften, den Besch&#228;ftigten der   Bundeshauptstadt dieselben Lohnerh&#246;hungen zuzugestehen wie ihren   Kollegen in anderen Bundesl&#228;ndern. Seit 2003 h&#228;tten die   Landesbediensteten im Rahmen des sogenannten Solidarpakts auf rund zwei   Milliarden Euro verzichtet, erkl&#228;rte Sch&#246;nberg. Ihm zufolge mu&#223; ein   Vollzeit arbeitender Polizeiangestellter in Berlin trotz Schichtdienst   mit zwischen 1000 und 1300 Euro netto im Monat auskommen. Um das zu   &#228;ndern, wollen die Gewerkschaften den Druck erh&#246;hen. Am Donnerstag ist   ein ganzt&#228;giger Warnstreik in &#196;mtern, Kitas, B&#228;derbetrieben und bei der   Feuerwehr geplant. Sollte sich der Senat dennoch nicht bewegen, werde ab   1. April die Urabstimmung f&#252;r einen Erzwingungsstreik beginnen, k&#252;ndigte   Sch&#246;nberg an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Polizeiangestellte per &#187;Notdienstverpflichtung&#171; an Arbeitsniederlegung<br \/>\n      gehindert\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12530"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12530"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12530\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}