{"id":12526,"date":"2008-02-18T00:00:00","date_gmt":"2008-02-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12526"},"modified":"2008-02-18T00:00:00","modified_gmt":"2008-02-18T00:00:00","slug":"12526","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/02\/12526\/","title":{"rendered":"Nein zu Lohnverzicht im &#246;ffentlichen Dienst: Holt das Geld bei Zumwinkel \r\n      und Co"},"content":{"rendered":"<p>  Wenn es darum geht, Hartz-IV-Empf&#228;ngerInnen zu bespitzeln, um den   &#196;rmsten der Armen noch ein paar Euro vorzuenthalten, die ihnen angeblich   nicht zustehen, dann fehlt es nicht an Personal. Der Steuerbetrug der   Reichen und Superreichen wird dagegen beg&#252;nstigt, indem man die   Finanz&#228;mter und Strafverfolgungsbeh&#246;rden bewusst f&#252;r diesen Bereich   personell hoffnungslos unterbesetzt.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Aber selbst, wenn die Beh&#246;rden von au&#223;en &#252;ber konkrete F&#228;lle von   Steuerbetrug informiert werden, hat man es nicht eilig. Da wird den   Beh&#246;rden im August 2007 eine anonyme CD-Rom mit Bankunterlagen   zugespielt, aus denen hervorgeht, dass um die 1.000 Manager und   Million&#228;re Steuerhinterziehung im gro&#223;en Stil betreiben. Und obwohl klar   ist, dass es hier um Milliardensummen geht, passiert erst mal gar nichts.<\/p>\n<p>  Der Grund: es geht um sogenannte &#8222;prominente Leistungstr&#228;ger&#8220; Deshalb   m&#252;sse man angeblich besonders gr&#252;ndlich ermitteln, will hei&#223;en dieser   Mafia Zeit geben, um ihre Kohle von Liechtenstein auf die Cayman-Inseln   oder sonst wo hin zu transferieren. Alle &#8222;Leistungstr&#228;ger&#8220; bleiben erst   mal weiter in ihren &#196;mtern und zocken weiter ab. Zumwinkel kassierte bei   der Post ein Jahresgehalt von fast 3 Milllionen Euro. Obendrauf kommen   seine Tantiemen als Aufsichtsrat bei der Tochter Postbank, bei der   Telekom und bei der Lufthansa.<\/p>\n<p>  Zumwinkel hat es jetzt erwischt. Er hat den Fiskus um eine Million Euro   betrogen. Doch von Untersuchungshaft konnte er sich freikaufen. Und auch   alle anderen Million&#228;re, die in den n&#228;chsten Wochen und Monaten   auffliegen, haben wohl nicht viel zu bef&#252;rchten.<\/p>\n<p>  Die Politiker der etablierten Parteien mimen mal wieder Betroffenheit.   Welche Heuchelei. Sie sind Teil dieses Systems von Steuerhinterziehung.   Ihre Steuersenkungen f&#252;r die Reichen sind nichts anderes als legale   Steuerhinterziehung. Sie entscheiden bewusst, dass Finanz&#228;mter und   Strafverfolgungsbeh&#246;rden auf die kleinen Steuerzahler, Schwarzfahrer und   Ladendiebst&#228;hle angesetzt werden, statt auf die Reichen, die   milliardenschweren Betrug begehen.<\/p>\n<p>  Dass dreistellige Milliardenbetr&#228;ge unversteuert auf rechtsfreien   Steueroasen rund um die Welt gebunkert werden, ist den etablierten   Parteien l&#228;ngst bekannt. Mit dem rot-gr&#252;nen Amnestiegesetz von 2003   wollte man dem reichen Klientel eine goldene Br&#252;cke bauen, im Ausland   gehortete Gelder nachzuversteuern. Damit das &#8222;scheue Reh&#8220; Kapital diese   Br&#252;cke auch annimmt, wurden die S&#228;tze f&#252;r die Nachbesteuerung reduziert   und Straffreiheit f&#252;r alle im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung   stehenden Straftaten zugesagt. F&#252;nf Milliarden Euro wollten die   SPD-Finanzminister dadurch zur&#252;ck bringen. Doch am Ende ist es nur eine   Milliarde. Die &#252;berwiegende Mehrheit der Steuerhinterzieher sieht sich   auch durch ein Amnestiegesetz nicht veranlasst Steuern zu bezahlen.<\/p>\n<p>  Es ist auch nicht vergessen, dass CDU-Politiker wie Kohl und Koch bei   der CDU-Spendenaff&#228;re direkt an Steuerhinterziehungen beteilt waren.   Illegale Gelder aus Schmiergeldzahlungen wurden am Finanzamt vorbei in   schwarzen Koffern auf Schweizer Banken getragen. Allein die hessische   CDU versteckte ab 1983 20 Millionen Euro auf diese Weise.<\/p>\n<p>  Wolfgang Sch&#228;uble, der Verhandlungsf&#252;hrer in der Tarifrunde des   &#246;ffentlichen Dienstes f&#252;r die Arbeitgeber musste im Januar 2000   einr&#228;umen, dass er vom Waffenh&#228;ndler Karlheinz Schreiber im Jahr 1994   eine Bar-Spende &#252;ber 100.000 Euro f&#252;r die CDU angenommen hat. Wo dieses   Geld hintransferiert wurde, wurde nie gekl&#228;rt. Der Augsburger   Oberstandsanwalt stie&#223; bei Steuerermittlungen gegen den Waffenlobbyist   Schreiber auf Schmiergeldzahlungen in Millionenh&#246;he an Spitzenpolitiker   von CSU und CDU.<\/p>\n<p>  Die deutsche Steuergewerkschaft geht davon aus, dass dem Staat jedes   Jahr 30 Milliarden Euro durch Steuerflucht nach Luxemburg,   Liechtenstein, die Cayman-Inseln und sonst wo verloren gehen. Ein   Drittel davon w&#252;rde ausreichen, die Lohnforderungen von ver.di und der   GEW zu finanzieren. Doch Sch&#228;uble, Steinbr&#252;ck, die Oberb&#252;rgermeister und   K&#228;mmerer der Kommunen schreien unisono: f&#252;r Lohnerh&#246;hungen im   &#246;ffentlichen Dienst gibt es kein Geld.<\/p>\n<h4>  Die Steuerhinterziehungen machen deutlich: das Geld f&#252;r unsere   Lohnerh&#246;hungen ist vorhanden. Aber in den falschen Taschen.<\/h4>\n<h4>  Es muss jetzt geholt werden durch einen bundesweiten Vollstreik im   &#246;ffentlichen Dienst.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wenn es darum geht, Hartz-IV-Empf&#228;ngerInnen zu bespitzeln, um den<br \/>\n      &#196;rmsten der Armen noch ein paar Euro vorzuenthalten, die ihnen angeblich<br \/>\n      nicht zustehen, dann fehlt es nicht an Personal. 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