{"id":12523,"date":"2008-02-16T00:00:00","date_gmt":"2008-02-16T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12523"},"modified":"2008-02-16T00:00:00","modified_gmt":"2008-02-16T00:00:00","slug":"12523","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/02\/12523\/","title":{"rendered":"&#214;ffentlicher Dienst: Bundesweit gemeinsam streiken! Jetzt!"},"content":{"rendered":"<p>  Die Beteiligung an den Warnstreiks im &#246;ffentlichen Dienst am 14. Februar   war gro&#223; und die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen war   angeheizt. So haben Krankenhausbesch&#228;ftigte in ganz Hessen bewiesen,   dass sie kampff&#228;hig und kampfbereit sind. Nat&#252;rlich kann in   Krankenh&#228;usern gestreikt werden! Laut Informationen von ver.di befanden   sich 4.000 Krankenhausbesch&#228;ftigte im Ausstand.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Eckhard Geitz, Kassel<\/i><\/p>\n<h4>  K&#228;mpferische Stimmung<\/h4>\n<p>  In Kassel haben Kolleginnen und Kollegen der Orthop&#228;dischen Klinik den   Warnstreik, der bis 15.00Uhr geplant war, auf den ganzen Tag ausgedehnt.   Diese Entscheidung ist am Morgen des Warnstreiks gefallen, um zu   verhindern, dass der f&#252;r Nachmittag vollgepackte OP-Plan und geplante   &#220;berstunden dazu f&#252;hren, dass der Streik vom Vormittag am Nachmittag   nachgearbeitet werden muss.<\/p>\n<p>  Am Zentrum f&#252;r soziale Psychiatrie (ZSP) in Merxhausen waren mit 250   Streikenden, die Lokalpresse spricht sogar von 300, &#160;die Erwartungen der   betrieblichen Arbeitskampfleitung noch &#252;bertroffen worden. Keine   Kompensationen, keine Kompromisse, 200&#8364; voll durchsetzen waren   Forderungen, die die Besch&#228;ftigten w&#228;hrend des Streiks auf Schildern   trugen, genauso wie die Forderung &#8222;bundesweiter Streik &#8211; wir sind   bereit.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Idee bundesweit gemeinsam zu streiken wurde auch bei Kundgebungen   von den KollegInnen begeistert aufgenommen.<\/p>\n<p>  Dass die Forderung von 200 Euro als berechtigt gesehen wird und eine   enorme Ausstrahlung auch auf Nichtorganisierte hat, zeigen die   Eintrittszahlen in ver.di im ZSP. Am Tag des Warnstreiks und am Tag   davor sind 20 KollegInnen in die Gewerkschaft eingetreten.<\/p>\n<h4>  Der Deckel muss weg!<\/h4>\n<p>  Besonders die Redebeitr&#228;ge, in denen deutlich wurde das f&#252;r unsere   Forderungen genug Geld vorhanden ist, haben viel Beifall bekommen. Den   Besch&#228;ftigten im Gesundheitswesen hat aber vor allem auch die Forderung   nach einem Ende der Budgetierung der Krankenh&#228;user aus der Seele   gesprochen. Hier zeigt sich, dass in den Krankenhausbesch&#228;ftigten ein   enormes Potential steckt, die Zumutungen der Vergangenheit (Einf&#252;hrung   der DRGs \/ Fallpauschalen und anderes) zur&#252;ckzuschlagen. Ver.di hat   damit begonnen eine Unterschriftenkampagne gegen die Deckelung zu   f&#252;hren. Viele Tausend KollegInnen haben sich dar&#252;ber mit der Forderung   identifiziert.<\/p>\n<p>  Aber um die Budgetierung wirklich zu beenden, wird das definitiv nicht   ausreichen. Das Beispiel der KollegInnen aus Belgien aus dem Jahr 2004   zeigt, dass an einem Kampf der Besch&#228;ftigten f&#252;r eine bedarfsorientierte   Krankenhausfinanzierung kein Weg vorbei f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Dort wurde damals eine 25 prozentige Budgeterh&#246;hung errungen. Aber nicht   durch Unterschriftenaktionen, sondern durch einen zweiw&#246;chigen Streik.<\/p>\n<h4>  Schlichtung? Wof&#252;r?<\/h4>\n<p>  Niemand glaubt nach den bisherigen Provokationen der Arbeitgeber   ernsthaft an eine L&#246;sung am Verhandlungstisch. Ihre harte Linie mit   Arbeitszeitverl&#228;ngerungen, Nullrunden f&#252;r Krankenhausbesch&#228;ftigte   bezieheungsweise massive Reallohnverluste sowie Ausbau des   Leistungslohns haben die Arbeitgeber von Beginn an deutlich gemacht und   bisher stetig wiederholt.<\/p>\n<p>  Ver.di ist momentan noch an ein geltendes Schlichtungsabkommen mit den   Arbeitgebern gebunden. Dieses besagt, dass f&#252;r den Fall gescheiterter   Tarifverhandlungen die Schlichtung angerufen werden kann. Aller   Voraussicht nach werden dies die Arbeitgeber auch im M&#228;rz machen.<\/p>\n<p>  Dies h&#228;tte durch eine K&#252;ndigung des Abkommens verhindert werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten im &#246;ffentlichen Dienst sind absolut kampfbereit. Eine   Ruhephase im M&#228;rz ist weder besonders produktiv noch n&#246;tig. Vor allem   ist es n&#246;tig, dass das Schlichtungsabkommen jetzt gek&#252;ndigt wird, damit   f&#252;r den wahrscheinlichen Fall des Streiks nicht immer wieder die   Handlungsf&#228;higkeit durch Schlichtung eingeschr&#228;nkt wird.<\/p>\n<p>  Die Arbeitgeberseite wird vor allem mit massiven Medienkampagnen   Schlichtungsrunden nutzen, um gegen die Lohnforderungen zu hetzen und   Unterst&#252;tzung f&#252;r ihr Programm zu mobilisieren.<\/p>\n<h4>  Alle gemeinsam, tous ensemble!<\/h4>\n<p>  Eine Stimmung, die so k&#228;mpferisch ist wie aktuell, muss ausgenutzt   werden. Ein <b>gemeinsamer bundesweiter Streiktag<\/b> ist aus   unterschiedlichen Gr&#252;nden die wirkungsvollste Methode zur Durchsetzung   unserer Interessen.<\/p>\n<p>  Erstens ist die wirtschaftliche Auswirkung dann besonders hoch, wenn   allen zur Verf&#252;gung stehenden Bereichen gleichzeitig die Arbeit ruht.   Der &#246;ffentliche Dienst ist zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur   unabdingbar. Ob Feuerwehr oder Personenbef&#246;rderung, ob M&#252;llabfuhr oder   Stra&#223;enmeisterei, ob Altenheime, Kranken&#228;user oder Kitas &#8211; die Wirkung   die wir mit Millionen Streikenden zusammenerzielen w&#228;re so enorm, dass   unsere Verhandlungsposition schon nach einem Tag nachhaltig verbessert   w&#228;re.<\/p>\n<p>  Wenn es also eine Chance gibt unsere Forderungen durchzusetzen und   kompensationen zu vermeiden, wenn es gelingen soll die &#220;bergangsregelung   f&#252;r die Eingruppierungen zu verl&#228;ngern, wenn die Budgettierung der   Krankenh&#228;user beendet werden soll, wenn f&#252;r die Besch&#228;ftigten ohne   Tarifvertr&#228;ge (wie in Hessen) der Tariflose Zustand beendet werden soll,   wenn die Arbeitszeit auf 38,5 Stunden vereinheitlicht werden soll&#8230; Wie,   wenn nicht mit einem gemeinsamen Streik an einem Tag f&#252;r alle Branchen   soll das zu machen sein?<\/p>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten sind ganz offensichtlich bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Beteiligung an den Warnstreiks im &#246;ffentlichen Dienst am 14. Februar<br \/>\n      war gro&#223; und die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen war<br \/>\n      angeheizt. So haben Krankenhausbesch&#228;ftigte in ganz Hessen bewiesen,<br \/>\n      dass sie kampff&#228;hig und kampfbereit sind. Nat&#252;rlich kann in<br \/>\n      Krankenh&#228;usern gestreikt werden! Laut Informationen von ver.di befanden<br \/>\n      sich 4.000 Krankenhausbesch&#228;ftigte im Ausstand.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12523"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12523"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12523\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}