{"id":12519,"date":"2008-02-14T00:00:00","date_gmt":"2008-02-13T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12519"},"modified":"2012-05-15T15:32:56","modified_gmt":"2012-05-15T13:32:56","slug":"12519","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/02\/12519\/","title":{"rendered":"LINKE in Hessen plant Protest am 5. April gegen Studiengeb&#252;hren und       Tarifflucht"},"content":{"rendered":"<p>  Beim Landesparteitag der hessischen LINKEN am 9. und 10. Februar wurde   allgemein vor Verhandlungen &#252;ber eine Koalition mit der SPD oder   bez&#252;glich Tolerierung einer rot-gr&#252;nen Regierung gewarnt. Auf Antrag der   Kasseler Delegierten und SAVlerin Fl&#246;ter wurde beschlossen, den Einzug   der LINKEN ins hessische Parlament am 28. Januar zu nutzen, um den   Widerstand gegen Studiengeb&#252;hren und Tarifflucht zu st&#228;rken: &quot;<i>Die   LINKE schl&#228;gt GewerkschafterInnen und Studierenden eine gemeinsame   Mobilisierung zur Protestkundgebung gegen Studiengeb&#252;hren und   Tarifflucht vor. Als Termin schlagen wir den 5. April vor<\/i>&quot;, so der   Antrag.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  An diesem Tag wird der neugew&#228;hlte Landtag erstmals zusammentreten. &quot;<i>Die   R&#252;cknahme der Studiengeb&#252;hren und die R&#252;cknahme der   Arbeitszeitverl&#228;ngerung im &#246;ffentlichen Dienst f&#252;r die   Landesbesch&#228;ftigten sind erste Antr&#228;ge, die die LINKE in den Landtag   einbringen wird. Hier k&#246;nnen SPD und Gr&#252;ne zeigen, wie ernst es ihnen   damit ist, eine andere Politik in Hessen umzusetzen oder ob ihre   Forderungen nur leere Wahlversprechen waren<\/i>&quot;, so der &#196;nderungsantrag.<\/p>\n<p>  Roland Koch setzt darauf, Ministerpr&#228;sident zu bleiben, so lange keine   Mehrheit gegen ihn zustande kommt. Diese Situation will die LINKE   ausnutzen: Ohne sich damit herausreden zu k&#246;nnen, auf Koalitionspartner   R&#252;cksicht nehmen zu m&#252;ssen, sollen SPD und Gr&#252;ne Farbe bekennen.<\/p>\n<p>  Eine gemeinsame Demonstration mit GewerkschafterInnen gegen die   hessische Tarifflucht (Beamte und Neueingestellte arbeiten 42 Stunden in   der Woche) und mit Studierenden gegen die Hochschulgeb&#252;hren soll zwei   entsprechenden Antr&#228;gen im Landtag Nachdruck verleihen. Denn, so der die   nunmehr ge&#228;nderte Formulierung im Leitantrag: &quot;<i>Als LINKE   ist uns bewusst, dass soziale Errungenschaften vor allem au&#223;erhalb der   Parlamente erk&#228;mpft werden. Deshalb sind unsere Koalitionspartner die   Aktivisten und Aktivistinnen aus den Betrieben, Gewerkschaften und   sozialen Bewegungen. Gemeinsam mit diesen werden wir f&#252;r Ver&#228;nderungen   k&#228;mpfen. W&#228;hrend sich die anderen Parteien mit ihrem Taktieren um die   Regierungsbildung selbst in politische L&#228;hmung versetzen, wird die LINKE   ihren Einzug in den Landtag zur Mobilisierung des au&#223;erparlamentarischen   Protests nutzen um deutlich zu machen, dass eine andere Politik n&#246;tig   und m&#246;glich ist.<\/i>&quot;<\/p>\n<h4>  Keine Tolerierung, oder?<\/h4>\n<p>  Die Berichterstattung in den Medien zum Landesparteitag betonte die   vielfach ge&#228;u&#223;erte Absage an Regierungsbeteiligungen mit SPD und Gr&#252;nen.   Im Leitantrag des Landesvorstandes war eine solche klare Absage hingegen   nicht zu finden. Die schwammigen Formulierungen lassen so manche   Hintert&#252;r offen. <\/p>\n<p>  Doch der Ton, den fast alle Rednerinnen und Redner in der Debatte   setzten, machte deutlich, dass zwar eine punktuelle Zustimmung zu   einzelnen Sachfragen im Landtag m&#246;glich ist, aber   Tolerierungsvereinbarungen, die die Linke zum handzahmen Feigenblatt   machen, in Hessen derzeit nicht auf der Tagesordnung stehen. Auch die   Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpr&#228;sidentin ist f&#252;r viele   Mitglieder denkbar, um Roland Koch in Hessen endlich abzuw&#228;hlen. Die   Wahl von Ypsilanti ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer   politischen Unterst&#252;tzung f&#252;r die SPD, die weiterhin f&#252;r die Agenda   2010, Hartz IV und den Ausbau des Niedriglohnsektors steht.<\/p>\n<p>  Ob sich diese Positionen innerhalb der hessischen LINKEN mit solcher   Klarheit durchsetzten werden, wird sich aber erst in den kommenden   Wochen zeigen. Ein Antrag, ebenfalls eingebracht von der Kasseler   Delegierten, der eine klaren Absage an Regierungsbeteiligungen, die zu   Sozialabbau f&#252;hren, festschreiben wollte, wurde abgelehnt. Die SAVlerin   hatte gefordert, den Leitantrag zu &#228;ndern und folgende&#160; Passage   aufzunehmen: &#8222;<i>Die LINKE wird ihre Wahlversprechen einhalten.   Die LINKE hat f&#252;r einen Politikwechsel kandidiert und ist daf&#252;r gew&#228;hlt   worden. Dabei bleibt es. Durch den Einzug der LINKEN haben CDU und FDP   ihre Mehrheit verloren. Sollten SPD und Gr&#252;ne tats&#228;chlich Verbesserungen   im Landtag beantragen, werden wir diesen zustimmen. Eine Tolerierung von   Sozialabbau und Privatisierungen wird es seitens der LINKEN nicht geben   und deshalb auch keinen Tolerierungsvertrag mit einer rot-gr&#252;nen   Regierung. Aber an der LINKEN wird es nicht scheitern, Roland Koch   abzuw&#228;hlen. Deshalb w&#252;rden die Abgeordneten der LINKEN die Wahl von   Andrea Ypsilanti als Ministerpr&#228;sidentin unterst&#252;tzen, wenn sie diese   Stimmen ben&#246;tigen w&#252;rde. Eine Wahl f&#252;r sie, um Koch abzuw&#228;hlen, ist   jedoch nicht gleichbedeutend mit einer politischen Unterst&#252;tzung f&#252;r die   SPD, die weiterhin f&#252;r die Agenda 2010, Hartz IV und den Ausbau des   Niedriglohnsektors steht.<\/i>&quot;<\/p>\n<p>  Nach Ablehnung dieses Antrags hei&#223;t es nun weiterhin schwammig: &quot;<i>DIE   LINKE wird ihre Wahlversprechen einhalten. DIE LINKE hat f&#252;r einen   Politikwechsel kandidiert und ist daf&#252;r gew&#228;hlt worden. Dabei bleibt es.   DIE LINKE hat den W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern gesagt, nur mit ihrem Einzug   in den Landtag werden CDU und FDP die Mehrheit verlieren. Das ist   eingetreten. SPD und Gr&#252;ne versuchen, dar&#252;ber hinweg zu t&#228;uschen: Sie   wollen den Eindruck erwecken, dass der Einzug der LINKEN Hessen   unregierbar gemacht hat bzw. zur einer gro&#223;en oder einer Ampel-Koalition   zwingen w&#252;rde. Das ist nicht nur falsch, sondern widerspricht auch dem   W&#228;hlerwillen. F&#252;r DIE LINKE bleiben die politischen Inhalte und nicht   das Koalitions-Gerangel Feld ihrer Arbeit.<\/i>&quot;<\/p>\n<p>  Beschlossen wurde von den Delegierten noch eine Solidarit&#228;tserkl&#228;rung   f&#252;r die Besch&#228;ftigten des &#214;ffentlichen Dienstes in der laufenden   Tarifrunde bei Bund und Kommunen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Beim Landesparteitag der hessischen LINKEN am 9. und 10. Februar wurde<br \/>\n      allgemein vor Verhandlungen &#252;ber eine Koalition mit der SPD oder<br \/>\n      bez&#252;glich Tolerierung einer rot-gr&#252;nen Regierung gewarnt. Auf Antrag der<br \/>\n      Kasseler Delegierten und SAVlerin Fl&#246;ter wurde beschlossen, den Einzug<br \/>\n      der LINKEN ins hessische Parlament am 28. 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