{"id":12495,"date":"2008-01-23T20:02:11","date_gmt":"2008-01-23T20:02:11","guid":{"rendered":".\/?p=12495"},"modified":"2008-01-23T20:02:11","modified_gmt":"2008-01-23T20:02:11","slug":"12495","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/01\/12495\/","title":{"rendered":"Nokia: Schlie&#223;ung verhindern &#8211; weiter k&#228;mpfen!"},"content":{"rendered":"<p>  <i>&#8222; Nokia: Nicht ohne Kampf ins Aus!&#8220; <\/i>&#8211; So stand es auf   einem Plakat eines Nokia-Besch&#228;ftigten auf der Gro&#223;demonstration in   Bochum am 22. Januar. Und es dr&#252;ckte aus, was viele dachten: Das Werk   scheint verloren. Zwischen 15.000 und 20.000 KollegInnen waren nach   Bochum gekommen, um gegen die Schlie&#223;ung des Werkes zu demonstrieren. <\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Jetzt w&#228;re der notwendige n&#228;chste Schritt, den Kampf im Werk zu   organisieren: durch Streik und Besetzung, um den fr&#252;hzeitigen   Abtransport von Maschinen zu verhindern. Damit m&#252;sste die Forderung nach   &#220;berf&#252;hrung des Werkes in &#246;ffentliches Eigentum verbunden werden. So   k&#246;nnten die Arbeitspl&#228;tze gesichert werden.<\/p>\n<p>  <b>Bundesweite Solidarit&#228;t<\/b><\/p>\n<p>  Die Solidarit&#228;t, so schnell nach Bekanntwerden der Schlie&#223;ungspl&#228;ne war   beeindruckend: Aus den anderen Nokia-Standorten waren KollegInnen   angereist, in allen drei Bochumer Opel-Werken ruhte ab 11.00 Uhr die   Arbeit, rund 2000 Opelaner waren dem Aufruf zur Demonstration gefolgt.   Besch&#228;ftigte der Bochumer Stadtwerke waren da, KollegInnen von   ThyssenKrupp &#8211; aus dem ganzen Bundesgebiet waren Besch&#228;ftigte angereist.   Bochumer Sch&#252;lerInnen reihten sich mit vielen selbstgemachten Schidern   in die Demonstration ein. Dies ist ein wichtiger Ausdruck, wie stark die   Wut und Emp&#246;rung unter Besch&#228;ftigten wegen der geplanten Stillegung des   Nokia-Werkes ist.<\/p>\n<p>  Nokia hatte f&#252;r den Standort rund 80 Millionen Euro an Subventionen   erhalten, aber k&#252;rzlich erkl&#228;rt, den Gewinn des Konzernes in f&#252;nf Jahren   verdoppeln zu wollen! Damit wird Millionen abh&#228;ngig Besch&#228;ftigter erneut   deutlich gemacht, worum es den Konzernen geht: Profitmaximierung auf dem   R&#252;cken der KollegInnen!<\/p>\n<p>  <b>Die LINKE<\/b><\/p>\n<p>  W&#228;hrend die SPD-Landtagsfraktion und vor allem NRW-Arbeitsminister   Laumann Buhrufe und Pfiffe ernteten, wurde LINKE-Fraktionsvorsitzender   Lafontaine mit &#8222;Oskar, Oskar!&#8220;-Rufen empfangen. DIE LINKE war insgesamt   wohl auch zahlenm&#228;&#223;ig die am st&#228;rksten vertretene Partei. Der   NRW-Landesvorstand hatte am vergangenen Wochenende beschlossen, die   Mitglieder zur heutigen Demonstration zu mobilisieren. Lafontaine, Gysi,   Bisky und die Bochumer Abgeordnete Sevim Dagdelen verwiesen auf Artikel   24 der Landesverfassung, dem zu folge das Wohl des Menschen im   Mittelpunkt des Arbeitslebens stehe. Was aber leider fehlte, war die   dringend notwendige Schlussfolgerung &#8211; wenn das Wohl der Besch&#228;ftigten   vorgehen soll, muss das Nokia-Werk in &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt   werden, um das Werk unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung der   Belegschaft weiterzuf&#252;hren.<\/p>\n<p>  <b>Stimmung zwischen Wut und Hiflosigkeit<\/b><\/p>\n<p>  Diese Stimmung dr&#252;ckte sich in den Gesichtern aus: W&#228;hrend alle   Demo-Teilnehmer von Solidarit&#228;t sprachen und sichtlich emp&#246;rt waren,   sind die n&#228;chsten Schritte offen geblieben. Hauptredner Berthold Huber,   Vorsitzender der IG Metall, drohte Nokia einen harten Kampf an &#8211;   allerdings erst, wenn in weiteren Verhandlungen keine Verbesserungen   erreicht werden k&#246;nnten. Dabei waren erst am gestrigen Montag Gespr&#228;che   zwischen dem Bochumer Nokia-Betriebsrat und der deutschen Konzernleitung   ergebnislos gescheitert. Erst am 27. Januar soll es eine n&#228;chste   Betriebsversammlung geben, um die KollegInnen im Werk zu informieren.   Die Strategie der IG Metall scheint nur darin zu bestehen, die Ruhe im   Werk aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>  <b>Streik, Besetzung, Vergesellschaftung n&#246;tig!<\/b><\/p>\n<p>  Dabei w&#228;re es angesichts der H&#228;rte des Vorgehens der finnischen   Konzernf&#252;hrung und der gleichzeitigen massiven bundesweite Solidarit&#228;t   l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig, konkrete Kampfma&#223;nahmen einzuleiten: Vollstreik und   Besetzung des gesamten Betriebes statt die KollegInnen auf weitere   sinnlose Verhandlungen zu orientieren. Die IG Metall m&#252;sste einen   bundesweiten Solidarit&#228;ts-Aktionsstag mit Arbeitsniederlegungen auch in   anderen Werken organisieren und Kontakt zu KollegInnen und Betriebsr&#228;ten   in Rum&#228;nien aufnehmen.<\/p>\n<p>  Doch solange diese notwendigen Ma&#223;nahmen nicht durch die IG Metall   durchgef&#252;hrt werden, ist es n&#246;tig, dass die Belegschaft eigene Schritte   unternimmt, um den Arbeitskampf zu beginnen. So haben es auch   KollegInnen im Opel-Werk 2004 vorgemacht. Bei BSH Berlin, das 2006 von   Schlie&#223;ung bedroht war, f&#252;hrte der Betriebsrat ganzt&#228;tige   Informationsveranstaltungen durch, wodurch der Betrieb drei Wochen lang   lahmgelegt wurde. Bei Opel Bochum setzten die KollegInnen das durch,   indem sie vor das Betriebsratsb&#252;ro zogen.<\/p>\n<p>  Angesichts der massiven Kurseinbr&#252;che an den B&#246;rsen anfangs der Woche   ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere Konzerne beschlie&#223;en werden,   ganze Betriebe und Produktionslinien stillzulegen. Ein Absenken von   L&#246;hnen und Arbeitsbedingungen auf rum&#228;nisches Niveau kann nicht unsere   Zukunft sein. Zu Verteidigung der Arbeitspl&#228;tze sind alle notwendigen   Mittel einzusetzen &#8211; damit muss jetzt in Bochum begonnen werden. F&#252;r den   Kampf der Nokia-Besch&#228;ftigten muss weiter bundesweite Solidarit&#228;t   organisiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <i>&#8222; Nokia: Nicht ohne Kampf ins Aus!&#8220; <\/i>&#8211; So stand es auf<br \/>\n      einem Plakat eines Nokia-Besch&#228;ftigten auf der Gro&#223;demonstration in<br \/>\n      Bochum am 22. Januar. 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