{"id":12487,"date":"2008-01-11T02:00:00","date_gmt":"2008-01-11T02:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12487"},"modified":"2008-01-11T02:00:00","modified_gmt":"2008-01-11T02:00:00","slug":"12487","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/01\/12487\/","title":{"rendered":"Berlin: Eingeschr&#228;nkte Rechte"},"content":{"rendered":"<p>  Berliner Senat plant Verschlechterungen bei Mitbestimmung im   &#246;ffentlichen Dienst. Kritik von Besch&#228;ftigtenvertretern. Linksfraktion   will nachbessern<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/01-09\/006.php\">junge   Welt, 9.1.08<\/a><\/i><\/h4>\n<p>  Berlins SPD-Linke-Senat beginnt das neue Jahr so, wie er das alte   beendet hat: im Konflikt mit Gewerkschaften und Besch&#228;ftigtenvertretern.   Grund hierf&#252;r ist nicht nur die hartn&#228;ckige Weigerung, den   Landesbediensteten die anderswo l&#228;ngst erfolgte Lohnerh&#246;hung f&#252;r die   vergangenen drei Jahre zuzugestehen. Auch die in der Novelle des   Landespersonalvertretungsgesetzes (LPersVG) vorgesehene Einschr&#228;nkung   der Mitbestimmungsrechte sorgt unter Gewerkschaftern f&#252;r Unmut. Den nach   monatelangem Tauziehen von Innensenator Ehrhart K&#246;rting (SPD)   vorgelegten Gesetzentwurf, der am kommenden Dienstag vom Senat   beschlossen werden soll, bezeichnen sie als &#187;deutliche Verschlechterung&#171;.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaft unzufrieden<\/h4>\n<p>  &#187;Wir haben ganz massive Kritik an dem vorliegenden Entwurf &#8211; und das   werden wir gegen&#252;ber den Abgeordneten auch deutlich machen&#171;, so die   stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Astrid Westhoff auf   jW-Nachfrage. Ein Gro&#223;teil der Ergebnisse von Gespr&#228;chen, die   Personalr&#228;te und Gewerkschaften in den vergangenen Wochen mit den   Regierungsfraktionen SPD und Die Linke gef&#252;hrt hatten, seien in dem von   K&#246;rting vorgelegten Papier nicht ber&#252;cksichtigt. Auch der Berliner Chef   der Polizeigewerkschaft GdP, Eberhard Sch&#246;nberg, betonte im jW-Gespr&#228;ch:   &#187;Wir sind mit dieser Vorlage nach wie vor nicht einverstanden und   fordern die Fraktionen auf, &#196;nderungen daran vorzunehmen&#171;. Zumindest Die   Linke will nach eigenem Bekunden daf&#252;r sorgen, da&#223; in einigen Punkten   nachgebessert wird. &#187;Wir nehmen die Arbeitsgruppen mit den   Besch&#228;ftigtenvertretern sehr ernst und wollen versuchen, deren   Ergebnisse im parlamentarischen Verfahren umzusetzen&#171;, betonte Uwe   D&#246;ring, parlamentarischer Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Linksfraktion, gegen&#252;ber   jW.<\/p>\n<p>  Ausgerechnet im zentralen Streitpunkt &#8211; der Rolle der Einigungsstelle,   die bei Konflikten zwischen Personalrat und Beh&#246;rde angerufen wird &#8211;will   Die Linke dem Entwurf allerdings zustimmen. In einer &#187;Generalklausel&#171;   soll dem Senat die M&#246;glichkeit einger&#228;umt werden, den Beschlu&#223; des   parit&#228;tisch besetzten Gremiums aufzuheben. Die Regierungsparteien   argumentieren, diese &#196;nderung sei notwendig, um einem Urteil des   Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1995 zu entsprechen.   Gewerkschafterin Westhoff h&#228;lt das, ebenso wie der ehemalige   IG-Medien-Vorsitzende Detlef Hensche (siehe unten), f&#252;r einen &#187;nicht   nachvollziehbaren Vorwand&#171;. Das Berliner Gesetz sehe ohnehin bereits   eine Vielzahl von Tatbest&#228;nden vor &#8211; darunter fast alle   Beamtenangelegenheiten &#8211;, bei denen der Senat das letzte Wort hat. &#187;Das   Landespersonalvertretungsgesetz gibt es seit 1974, ohne da&#223; die Stadt   zusammengebrochen w&#228;re&#171;, meinte auch Sch&#246;nberg.<\/p>\n<h4>  Ein-Euro-Jobber au&#223;en vor<\/h4>\n<p>  Besonders &#228;rgert Westhoff die &#187;Ausgrenzung von Ein-Euro- und ABM-Kr&#228;ften   aus der Mitbestimmung&#171;. Bei deren Angelegenheiten soll der Personalrat   in den ersten sechs bzw. zw&#246;lf Monaten ihres Einsatzes kein   Mitspracherecht haben. &#187;Zu den sonstigen Aussagen der Linken &#252;ber   Ein-Euro-Jobs pa&#223;t das ganz und gar nicht&#171;, kritisierte Westhoff. D&#246;ring   erkl&#228;rte hierzu lediglich, seine Fraktion werde versuchen, die   mitbestimmungsfreie Zeit bei Eins&#228;tzen von ABM-Kr&#228;ften wie bei   Ein-Euro-Jobbern auf sechs Monate zu verk&#252;rzen.<\/p>\n<p>  Eindeutiger positionierte sich der Politiker in anderen Fragen. So werde   man die im Gesetzentwurf vorgesehene Einschr&#228;nkung der Mitbestimmung bei   Ver&#228;nderungen der IT-Systeme, bei der Zeiterfassung und bei   kurzfristigen Einstellungen an Schulen nicht mittragen. Auch die   Gewerkschaftsforderung nach Einrichtung von Wirtschaftsaussch&#252;ssen wie   in der Privatwirtschaft, die den Besch&#228;ftigtenvertretungen Einsicht in   wirtschaftliche Fragen erm&#246;glichen, unterst&#252;tze Die Linke. Die in   K&#246;rtings Entwurf enthaltene Formulierung hierzu sei nutzlos, betonte   Sch&#246;nberg. Zwar sei es positiv, da&#223; sich die Regierungsfraktionen   erstmals im Vorfeld einer solchen Gesetzes&#228;nderung auf umfassende   Diskussionen mit den Besch&#228;ftigtenvertretern eingelassen h&#228;tten, meinte   der GdP-Chef. &#187;Die Frage ist jetzt aber, ob sie das im Abgeordnetenhaus   auch praktisch umsetzen.&#171;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Berliner Senat plant Verschlechterungen bei Mitbestimmung im<br \/>\n      &#246;ffentlichen Dienst. Kritik von Besch&#228;ftigtenvertretern. 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