{"id":12484,"date":"2008-01-06T00:00:00","date_gmt":"2008-01-06T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12484"},"modified":"2008-01-06T00:00:00","modified_gmt":"2008-01-06T00:00:00","slug":"12484","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/01\/12484\/","title":{"rendered":"Dresden: H&#228;nde weg von unseren Krankenh&#228;usern!"},"content":{"rendered":"<p>  Am Donnerstag den 6.12. fand vor dem Dresdner Rathaus eine Kundgebung   gegen den drohenden Verkauf der Krankenh&#228;user Dresden Neustadt und   Friedrichstadt statt. Aufgerufen hatte das B&#252;ndnis &#8222;H&#228;nde weg von   unseren Krankenh&#228;usern&#8220;. In diesem sind verschiedene Gruppen und die   Gewerkschaften organisiert.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Hintergrund ist der wiederholte Versuch der Stadt Dresden die   Privatisierung der Krankenh&#228;user auf die politische Tagesordnung zu   setzen und mit dem Auftrag eines Gutachtens an die   Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst &amp; Young auch zu forcieren.   Selbiges schloss &#252;brigens mit der Empfehlung einer Rechtsform&#228;nderung   also einer formellen Privatisierung.<\/p>\n<p>  Die AnmeldInnen der Kundgebung hatten mit einer Reihe von Problemen zu   k&#228;mpfen. So ging dem Ganzen ein Zick-Zack-Kurs von ver.di, der   Linkspartei und den Personalr&#228;ten von Neustadt und Friedrichstadt   voraus. Doch trotz dieser Blockadepolitik hatten sich insgesamt genau 83   Personen zum Protest zusammengefunden. Neben Parteien und Organisationen   auch eine Reihe von Besch&#228;ftigten. Mit Transparenten wie &#8222;Gesundheit ist   keine Ware&#8220; und &#8222;Menschen statt Profite&#8220; wurde sichtbar auf das Thema   aufmerksam gemacht.<\/p>\n<h4>  &#8222;Es betrifft uns alle&#8220;<\/h4>\n<p>  Im Laufe der Kundgebung wurden mehrere Gru&#223;botschaften verlesen. So aus   Bremen, Stuttgart, Hamburg und Lindau. Einhelliger Tenor war, dass jeder   Kampf gegen Privatisierungen ein gemeinsamer Kampf ist der uns alle   betrifft. Die Botschaft aus Bremen rief dazu auf &#8222;Nester des   Widerstandes&#8220; zu bilden. Die ver.di-Betriebsgruppe im Klinikum   Stuttgart, welche die GmbH-Gr&#252;ndung verhindern konnte, ging auf die   Notwendigkeit der kollektiven Gegenwehr im B&#252;ndnis mit Gewerkschaften,   Besch&#228;ftigten und linken Gruppen ein, was auch den Erfolg ihres   Widerstandes m&#246;glich machte. Ihr Gru&#223; endete mit: &#8222;Eine solidarische   Gesellschaft ist besser als eine Gesellschaft mit beschr&#228;nkter Haftung.&#8220;<\/p>\n<h4>  K&#228;mpferische Redebeitr&#228;ge<\/h4>\n<p>  Dorit Wallenburger, von der ver.di-Betriebsgruppe im Krankenhaus Dresden   Neustadt und SAV-Mitglied, trat ans Mikrofon und nahm zun&#228;chst die   Argumente der Verkaufsbef&#252;rworter auseinander. Sie widerlegte z.B. die   These, dass eine GmbH notwendig ist, weil die Kassen leer sind. F&#252;r das   Gesundheitssystem sei angeblich kein Geld da w&#228;hrend der Bund sich die   Anschaffung von 180 Eurofightern zum St&#252;ckpreis von 80 Millionen Euro,   was dem Gegenwert eines Krankenhauses entspricht, leisten kann, monierte   Dorit. Anschlie&#223;end stellte sie noch den Zusammenhang zur Tarifrunde   2008 im &#246;ffentlichen Dienst her. Im nicht-&#246;ffentlichen Betrieb sind die   Besch&#228;ftigten erpressbarer, weil auf sich allein gestellt. Die l&#228;ngst   notwendigen Lohnerh&#246;hungen w&#252;rden dann wesentlich schwerer erk&#228;mpft   werden k&#246;nnen. Auch ist der Austritt aus dem kommunalen   Arbeitgeberverband mit den damit verbundenen Lohnk&#252;rzungen   wahrscheinlich.<\/p>\n<p>  Schlie&#223;lich kann ihre Rede unter dem unbedingten Eintreten f&#252;r ein   &#246;ffentliches Gesundheitswesen und gegen jede Art von Privatisierungen   subsumiert werden.<\/p>\n<p>  Auch Steve K&#252;hne, ebenfalls SAV-Mitglied, sprach sich daf&#252;r aus. Sein   Beitrag befasste sich mit dem Gesundheitswesen und Privatisierungen   insgesamt, wo er auf die Schlie&#223;ung, trotz gestiegener   PatientInnenzahlen, von 11,3 % aller Krankenh&#228;user hinwies. Auch er   kritisierte die mangelnde finanzielle Unterst&#252;tzung der Krankenh&#228;user   insbesondere verursacht durch das Fallpauschalensystem und die   Budgetdeckelung. Steve machte die Anwesenden auf den Widerspruch   zwischen immer h&#246;heren Zuzahlungen (Praxisgeb&#252;hren, Medikamente,   Aufenthalt im Krankenhaus) und immer schlechterer Versorgung aufmerksam.   Unser Geld kommt weder in h&#246;heren L&#246;hnen noch Qualit&#228;t an sondern wird   f&#252;r Steuererleichterungen der Konzerne und Reichen genutzt.<\/p>\n<p>  Dass Privatisierungen Diebstahl an &#246;ffentlichem Eigentum sind, ist ein   Fakt auf den er noch explizit einging. Die Kosten f&#252;r den &#246;ffentlichen   Sektor tragen die Besch&#228;ftigten, RenterInnen, StudentInnen etc. mit   ihren Steuern, hingegen die Gewinne f&#252;r eine Minderheit, welche im   Besitz der Betriebe ist, privatisiert werden. Steve warb deswegen f&#252;r   die &#220;berwindung des Kapitalismus und eine Gesellschaft, wo Bed&#252;rfnisse   der Menschen sichergestellt werden anstatt die Gewinne zu maximieren.<\/p>\n<p>  Jens Mattis, Mitglied der Stadtratsfraktion der Linken, machte anfangs   eine hohe Beteiligung an der Veranstaltung als Voraussetzung f&#252;r sein   Statement, rang sich dann aber doch durch f&#252;r das B&#252;rgerbegehren   &#8222;Von-Anfang-an-nein&#8220; die Trommel zu r&#252;hren und die Unstimmigkeiten bei   seinem Lieblingsthema, dem Gutachten, anzuprangern.<\/p>\n<p>  Ein solidarisches Versicherungssystem, die Aufhebung der Trennung   zwischen gesetzlichen und privat Versicherten, forderte das   Attac-Mitglied Andreas Sch&#246;nherr.<\/p>\n<p>  Fazit: Allen Widerst&#228;nden zum Trotz hat der kleine Kreis der   Mobilisierer es geschafft ein Zeichen gegen Privatisierungen zu setzen.   Viele waren sich auch einig, dass eine einzige Kundgebung nicht   ausreicht um die Verkaufsbef&#252;rworter von ihren Pl&#228;nen abzuhalten. Aus   diesem Grund gingen noch Flugbl&#228;tter um, wo ein weiterer Treff f&#252;r die   Planung weiterer Aktionen bekannt gegeben wurde.<\/p>\n<h5>  Zum Abschluss wurde unter Beifall noch folgende Resolution verabschiedet:<\/h5>\n<h3>  Petition an den Dresdner Stadtrat:<\/h3>\n<p>  <b>&#8222;H&#228;nde weg von unseren Krankenh&#228;usern!&#8220;<\/b><\/p>\n<p>  Die Teilnehmer der Kundgebung am 6.12.07 wenden sich entschieden gegen   alle Pl&#228;ne, die St&#228;dtischen Krankenh&#228;user einer Rechtsform&#228;nderung zu   unterwerfen.<\/p>\n<p>  Wir lehnen jede Art der Rechtsform&#228;nderung ab. Wir sehen darin den   ersten Schritt zur Privatisierung der beiden oben genannten   Krankenh&#228;user.<\/p>\n<p>  Durch eine Rechtsform&#228;nderung geht die direkte Einflussnahme der Kommune   auf die Gesundheitsversorgung ihrer B&#252;rger verloren. Nicht mehr der   Kranken-hausausschuss des Stadtrates, sondern Vorst&#228;nde w&#252;rde &#252;ber die   Angelegen-heiten der Krankenh&#228;user entscheiden. Die   Gesundheitsversorgung der Bev&#246;lkerung ist Aufgabe der &#246;ffentlichen Hand.   Unsere Krankenh&#228;user sollen auch weiterhin in Kontrolle des Stadtrates   ihren Versorgungsauftrag erf&#252;llen. Dass sie dazu in der Lage sind, haben   die Besch&#228;ftigten bereits bewiesen.<\/p>\n<p>  F&#252;r unsere B&#252;rger eine gute medizinische Versorgung zu erhalten sowie   f&#252;r die Besch&#228;ftigten beider Krankenh&#228;user auch zuk&#252;nftig ordentliche   Arbeits- und Sozialstandards zu gew&#228;hrleisten, daf&#252;r stehen Sie in   Verantwortung.<\/p>\n<p>  Daher fordern wir die Stadt, insbesondere den Ordnungsb&#252;rgermeister   Sittel (CDU) auf, die Pl&#228;ne zur Rechtsform&#228;nderung zur&#252;ckzuziehen!<\/p>\n<h4>  Wir fordern:<\/h4>\n<p>  <b><i>Keine Rechtsform&#228;nderung <\/i><\/b>    <\/p>\n<p>  <b><i>Erhalt der Kommunalen Eigenbetriebe <\/i><\/b>    <\/p>\n<p>  <b><i>Bekenntnis der Stadt zu den Kommunalen Eigenbetrieben<\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Donnerstag den 6.12. fand vor dem Dresdner Rathaus eine Kundgebung<br \/>\n      gegen den drohenden Verkauf der Krankenh&#228;user Dresden Neustadt und<br \/>\n      Friedrichstadt statt. 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