{"id":12469,"date":"2008-01-21T00:00:00","date_gmt":"2008-01-20T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12469"},"modified":"2012-07-18T16:02:43","modified_gmt":"2012-07-18T14:02:43","slug":"12469","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/01\/12469\/","title":{"rendered":"Warum Sozialismus? Gegen die drohende &#246;kologische Katastrophe!"},"content":{"rendered":"<p>  Umstellung auf erneuerbare Energien und Reparatur von Umweltsch&#228;den &#8211;   nur im Kapitalismus eine &#8222;mission impossible&#8220;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Im Jahr 2008, Planet Erde: Die Welt ist w&#228;rmer geworden. Rund um den   Globus werden D&#252;rren, &#220;berschwemmungen und St&#252;rme immer verheerender,   besonders Afrika und Asien sind betroffen. Zum ersten Mal ist die   Nordwest-Passage durch Kanadas Arktischen Archipel zur Beringstra&#223;e frei   geschmolzen, der Meeresspiegel steht zehn Zentimeter h&#246;her als vor zw&#246;lf   Jahren.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Conny Dahmen, K&#246;ln<\/i><\/h4>\n<p>  Was der Weltumweltbericht GEO-4 der UNEP im Oktober feststellte, ist   noch harmlos gegen&#252;ber den Zukunftsszenarien, die er und die anderen   Untersuchungen letztes Jahr f&#252;r den Klimawandel entworfen haben. Nicht   morgen, sondern heute noch muss sich die Energieversorgung der   Menschheit komplett &#228;ndern! Trotzdem wurde auf der j&#252;ngsten   Klimakonferenz in Bali nur tonnenweise hei&#223;e Luft produziert.<\/p>\n<h4>  Kapitalinteressen<\/h4>\n<p>  In den letzten 150 Jahren ist es dem Kapitalismus nicht gelungen, die   Energieversorgung auf erneuerbare Energietr&#228;ger umzustellen. Im   Gegensatz dazu kann man ohne &#220;bertreibung sagen: Die Sozialistinnen und   Sozialisten waren schon fr&#252;h die weitsichtigsten Umweltsch&#252;tzer. Bereits   1879 schrieb August Bebel in seinem Buch &#8222;Die Frau und der Sozialismus&#8220;:   &#8222;Die Elektrizit&#228;t zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie in der   Natur im &#220;berfluss vorhanden ist. Unsere Wasserl&#228;ufe, Ebbe und Flut des   Meeres, der Wind, das Sonnenlicht liefern ungez&#228;hlte Pferdekr&#228;fte,   sobald wir erst ihre volle und zweckm&#228;&#223;ige Ausn&#252;tzung verstehen.&#8220; Er   wusste allerdings auch, dass erst eine sozialistische Gesellschaft diese   Kr&#228;fte im vollen Umfang nutzen kann.<\/p>\n<p>  Schlussendlich verbietet den Reichen und M&#228;chtigen die eigene   Profitlogik, die Energieversorgung wirklich komplett umzustellen, denn   mit Sonnen-, Wind- und Wasserenergie lassen sich weit weniger Gewinne   erzielen. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die erneuerbaren   Energiequellen ihrer Natur nach schwer monopolisierbar sind. Im   Gegensatz dazu haben ein paar Dutzend Konzerne und Staaten praktisch die   gesamten bekannten &#214;l-, Gas- und Kohlevorkommen der Erde unter ihrer   alleinigen Kontrolle und fahren damit gigantische Profite ein.<\/p>\n<h4>  Sonnenkollektor schon 1891<\/h4>\n<p>  In einer sozialistischen Gesellschaft w&#252;rde das keine Rolle mehr   spielen. Die Energieerzeugung, das Verkehrswesen, die Landwirtschaft und   die gesamte Wirtschaft m&#252;ssten nicht mehr der Profitlogik gehorchen,   sondern den Bed&#252;rfnissen der Menschen und der Umwelt. Die grundlegenden   Techniken, um die Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse zu erzeugen,   sind seit Jahrzehnten &#8211; zum Teil seit Jahrhunderten &#8211; bekannt. Das erste   Patent f&#252;r einen Sonnenkollektor zur Erzeugung von Warmwasser wurde 1891   vergeben, die erste Silizium-Solarzelle wurde 1954 gebaut.<\/p>\n<p>  Die Energie der Sonnenstrahlen, die innerhalb einer Stunde auf die Erde   treffen, reicht theoretisch aus, um den derzeitigen Energiebedarf der   Menschheit eines ganzen Jahres zu befriedigen. Um den gesamten   Stromverbrauch der Erde direkt aus Sonnenenergie zu erzeugen, w&#252;rde nur   ein Bruchteil der W&#252;stenfl&#228;chen ben&#246;tigt. (Umgerechnet auf die Sahara   w&#228;re das ein Quadrat mit einer Kantenl&#228;nge von etwa 250 Kilometern.   Siehe Abbildung.)<\/p>\n<p>  Andererseits ist seit &#252;ber hundert Jahren der Zusammenhang zwischen   steigender Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosph&#228;re und Erderw&#228;rmung   bekannt. Im Jahr 1896 rechnete der schwedische Nobelpreistr&#228;ger Svante   Arrhenius erstmals vor, dass eine Verdoppelung des CO2-Gehalts der   Atmosph&#228;re zu einer Temperaturerh&#246;hung um vier bis sechs Grad Celsius   f&#252;hren w&#252;rde.<\/p>\n<h4>  Solarenergie erst 0,04 Prozent<\/h4>\n<p>  Trotzdem liegt der Anteil an erneuerbaren Energien am   Weltenergieverbrauch heute immer noch bei nur 13 Prozent. Der Anteil der   Solarenergie am gesamten Weltenergieverbrauch liegt derzeit bei nur 0,04   Prozent. Das hei&#223;t: &#220;ber hundert Jahre nach Entwicklung des   Sonnen-Kollektors, &#252;ber f&#252;nfzig Jahre nach dem Bau der ersten   Solarzelle, wird weniger als ein Tausendstel des weltweiten   Energieverbrauchs aus Solarenergie gewonnen. In den westlichen   Industriel&#228;ndern (OECD) ging der prozentuale Anteil erneuerbarer   Energien sogar von 5,8 Prozent im Jahr 1990 auf 5,7 Prozent im Jahr 2004   zur&#252;ck (Umwelt-Bundesministerium, &#8222;Erneuerbare Energien in Zahlen&#8220;, Juni   2007).<\/p>\n<p>  &#196;hnlich sieht die Diskrepanz zwischen Potenzial und Nutzung bei anderen   erneuerbaren Energien aus. Beispiel Erdw&#228;rme: Mit den Erdw&#228;rmevorr&#228;ten   aus den oberen drei Kilometern der Erdkruste k&#246;nnte theoretisch der   derzeitige weltweite Energiebedarf f&#252;r &#252;ber 100.000 Jahre gedeckt   werden. Der Anteil der Erdw&#228;rmenutzung am Weltenergieverbrauch liegt   aber bei gerade mal 0,4 Prozent.<\/p>\n<h4>  Kooperation statt Konkurrenz<\/h4>\n<p>  Wenn Wissenschaftler miteinander diese Energieformen weiter erforschen   und deren Nutzung verbessern w&#252;rden, statt im Auftrag konkurrierender   Privatunternehmen gegeneinander zu arbeiten, k&#246;nnten schon bald die   Verbrennung von Kohle, &#214;l und Gas komplett &#252;berfl&#252;ssig gemacht werden.   Es wird in Zukunft eine Kombination aus vielen unterschiedlichen   Energietr&#228;gern sein, welche uns mit Strom und W&#228;rme versorgen &#8211; abh&#228;ngig   vom geografischen Standort und seinen M&#246;glichkeiten, der Jahreszeit, dem   Klima, der Besiedelung und so weiter.<\/p>\n<p>  Hohe Anfangsinvestitionen und gro&#223;er Bedarf an Arbeitskr&#228;ften w&#228;ren in   einer sozialistischen Planwirtschaft kein Problem. Allein der Wegfall   der R&#252;stungsausgaben von 1.000 Milliarden US-Dollar j&#228;hrlich w&#252;rden   einen erheblichen Teil der erforderlichen Mittel freimachen.<\/p>\n<p>  Den Gro&#223;teil der Energie verbraucht die Industrie. Dort k&#246;nnten in einer   demokratisch geplanten Wirtschaft alle Besch&#228;ftigten gemeinsam   energiesparende Produktionsweisen entwickeln und umsetzen. Im Interesse   aller w&#252;rden G&#252;ter nicht mehr auf Verschlei&#223; produziert, sondern in   guter Qualit&#228;t. Verpackungen w&#252;rden auf das Notwendige reduziert und   best&#252;nden aus wieder verwendbarem Material.<\/p>\n<h4>  &#220;berfl&#252;ssiger Verkehr<\/h4>\n<p>  Wenn dann die Komponenten der Produkte nicht mehr unter Ausnutzung der   Billigl&#246;hne verschiedener L&#228;nder um den halben Erdball gekarrt werden,   w&#252;rden auch viele sinnlose Transporte wegfallen. Notwendiger   G&#252;terverkehr k&#228;me auf die Schiene, das Bahnnetz w&#252;rde wieder ausgebaut.   Die r&#252;ckverstaatlichten Bahn- und Nahverkehrsunternehmen w&#252;rden nicht   mehr zum Luxuspreis, sondern zum Nulltarif fahren. Der allt&#228;gliche   Pendelstress k&#246;nnte durch wohnortnahe Arbeitspl&#228;tze erheblich reduziert   werden.<\/p>\n<h4>  Umweltsch&#228;den &#8211; sind Reparaturen m&#246;glich?<\/h4>\n<p>  Zweifellos h&#228;tte eine sozialistische Gesellschaft auch die schwierige   Aufgabe, die Umweltsch&#228;den zu reparieren, die bereits vorhanden sind.   Denn selbst wenn von heute auf morgen kaum noch Kohlendioxid in die Luft   gepustet w&#252;rde, ist das Klima auf Jahrzehnte belastet, Prozesse wie zum   Beispiel Gletscher- und Poleisschmelze oder Wetterextreme wurden bereits   langfristig in Gang gesetzt. Trotzdem ist es m&#246;glich, den   Kohlendioxidgehalt der Luft wieder zu verringern.<\/p>\n<p>  Die Brandrodung und Abholzung der W&#228;lder tragen heute 22 Prozent zum   Kohlendioxidaussto&#223; bei. Sofortiger Stopp von Waldrodungen und sinnvolle   Wiederaufforstungs-Ma&#223;nahmen w&#252;rden die Erderw&#228;rmung stoppen helfen.<\/p>\n<p>  In Deutschland z&#252;chten mehrere Forschungsinstitute und Unternehmen   Mikroalgen, die mittels Photosynthese bis zu 80 Prozent des Kohlendioxid   aus Kraftwerken aufnehmen und in Biomasse umsetzen k&#246;nnen. Dabei sind   sie zehnmal effektiver als selbst die ertragsreichsten Landpflanzen.   Damit das gebundene Kohlendioxid nicht doch in die Atmosph&#228;re ger&#228;t,   arbeiten Wissenschaftler in den USA unter anderem an Baustoffen aus   Algen.<\/p>\n<h4>  Vision<\/h4>\n<p>  Im Jahr 2040, Planet Erde: Mit dem geballten Wissen und den F&#228;higkeiten   der Menschheit war es m&#246;glich, die Kohlendioxidemissionen um 80 Prozent   zu senken. Die Erderw&#228;rmung ist gestoppt. Biologische Filter reinigen   die Atmosph&#228;re. Katastrophenschutzprogramme auch f&#252;r die abgelegendsten   Orte der Erde konnten die Weltbev&#246;lkerung vor den schlimmsten   Auswirkungen der kapitalistischen Vergangenheit sch&#252;tzen. Ehemalige   R&#252;stungsbesch&#228;ftigte haben ihre Produktionsmittel in neue Technologien   zur Wiederaufforstung und D&#252;rrebek&#228;mpfung umgewandelt. Da die Ressourcen   der Erde demokratisch geplant und verteilt werden, sind Hunger und   Wassermangel unbekannt. Tausende Forschungsprojekte der   Umweltuniversit&#228;ten arbeiten daran, die angegriffenen &#214;kosysteme wieder   zu stabilisieren&#8230;<\/p>\n<p>  Warum sollte solch eine Zukunftsvision nicht realisierbar sein? Die   b&#252;rgerlichen Umweltpolitiker haben sich bereits mit dem &#8222;Klimawandel&#8220;   abgefunden. Wir nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Umstellung auf erneuerbare Energien und Reparatur von Umweltsch&#228;den &#8211;<br \/>\n      nur im Kapitalismus eine &#8222;mission impossible&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[119],"tags":[270,200],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12469"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}