{"id":12462,"date":"2007-12-30T02:03:07","date_gmt":"2007-12-30T02:03:07","guid":{"rendered":".\/?p=12462"},"modified":"2007-12-30T02:03:07","modified_gmt":"2007-12-30T02:03:07","slug":"12462","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/12\/12462\/","title":{"rendered":"Arbeitsplatzvernichtung: BMW baut ab"},"content":{"rendered":"<p>  M&#252;nchner Autobauer streicht Tausende Stellen. Produktivit&#228;tssteigerungen   sollen bis 2012 sechs Milliarden Euro einsparen. Betriebsratsspitze   einverstanden<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/12-22\/040.php\">jungen   Welt, 22.12.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der Autobauer BMW will im Rahmen eines umfangreichen Sparprogramms rund   8000 Arbeitspl&#228;tze vernichten. Das berichtete Spiegel online am Freitag.   Konzernsprecher Mathias Schmidt best&#228;tigte auf jW-Nachfrage den Abbau   mehrerer tausend Stellen. Von den Ma&#223;nahmen seien in erster Linie   Zeitarbeiter betroffen. Eine &#187;begrenzte Reduktion bei den   Stammbesch&#228;ftigten&#171; werde &#187;sozialvertr&#228;glich&#171; &#252;ber Fluktuation,   Altersteilzeit und Abfindungen stattfinden. Es seien &#252;berwiegend die   deutschen Werke &#8211; und dort vor allem Produktion und Fertigung &#8211;   betroffen, sagte der BMW-Sprecher. Konkretere Angaben machte er   allerdings nicht.<\/p>\n<p>  Matthias Jena von der IG Metall Bayern reagierte gegen&#252;ber jW gelassen   auf die angek&#252;ndigte Arbeitsplatzvernichtung. Es sei normal, da&#223; der   Einsatz von Leiharbeitern bei Produktionsspitzen ausgeweitet und in   anderen Zeiten wieder zur&#252;ckgefahren werde. Ein Abbau bei den   Stammbesch&#228;ftigten sei ihm nicht bekannt, so der Gewerkschaftssprecher.   Bei der letzten Sitzung des BMW-Aufsichtsrats am 4. Dezember sei nichts   Derartiges zur Sprache gekommen.<\/p>\n<p>  Konzernsprecher Schmidt machte klar: &#187;Wir wollen die Profitabilit&#228;t   deutlich steigern.&#171; Die Umsatzrendite solle bis 2012 von derzeit 6,3 auf   acht bis zehn Prozent wachsen, so das von Vorstandschef Norbert   Reithofer vorgegebene Ziel. Dieser hatte das Sparpaket in einer jW   vorliegenden Rede bei einer Betriebsversammlung in M&#252;nchen u. a. mit   gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen sowie dem schwachen Dollar   begr&#252;ndet. Auch seien &#187;die Wettbewerber innerhalb kurzer Zeit deutlich   produktiver und leistungsf&#228;higer geworden&#171;. Das m&#252;sse nun auch BMW   schaffen. &#187;Wir werden k&#252;nftig f&#252;r das gleiche Geld l&#228;nger arbeiten   m&#252;ssen&#171;, k&#252;ndigte Reithofer an &#8211; und meinte damit ganz offensichtlich   die versammelten Besch&#228;ftigten. Diese sollen auf bezahlte Pausen und   &#220;berstundenzuschl&#228;ge verzichten. Zudem soll der Arbeitsdruck erh&#246;ht und   der Krankenstand gesenkt werden. Mit diesen Ma&#223;nahmen will der Konzern   die Produktivit&#228;t j&#228;hrlich um f&#252;nf bis zehn Prozent steigern.<\/p>\n<p>  Durch die K&#252;rzungen sollen bis 2012 insgesamt sechs Milliarden Euro   eingespart werden. Die j&#228;hrlichen Personalkosten belaufen sich derzeit   auf rund 5,5 Milliarden Euro. Trotz dieser Dimension will die   Besch&#228;ftigtenvertretung das Sparpaket mittragen. In sieben   Verhandlungsrunden habe man sich auf den Ma&#223;nahmenkatalog geeinigt, so   Gesamtbetriebsratschef Manfred Schoch in einer jW vorliegenden Rede, bei   der er mehrfach die &#187;BMW-Kultur&#171; der Zusammenarbeit von Management und   Besch&#228;ftigtenvertretung pries. &#187;Die St&#228;rke der BMW-Kultur war, da&#223; wir   in schwierigen Zeiten immer BMW-typische L&#246;sungen in enger   Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat gefunden und diese dann gemeinsam mit   den Mitarbeitern auch erfolgreich umgesetzt haben.&#171; Der Betriebsrat habe   ein &#187;akzeptables Verhandlungsergebnis&#171; erzielt, mit dem &#187;die   Arbeitspl&#228;tze unserer Stammitarbeiter&#171; gesichert w&#252;rden, sagte Schoch.   Zwar werde &#187;ein gewisser Personalabbau auf uns zukommen, den wir jedoch   vern&#252;nftig steuern werden&#171;.<\/p>\n<p>  Doch nicht alle Besch&#228;ftigtenvertreter sind zufrieden. Hans K&#246;brich,   Leiter des IG-Metall-Vertrauensk&#246;rpers im Berliner BMW-Werk, &#252;bte Kritik   an den K&#252;rzungen. Betriebswirtschaftliche Risiken w&#252;rden so auf die   Besch&#228;ftigten abgew&#228;lzt und die Belegschaften gegeneinander ausgespielt.   &#187;Solche Sparpakete werden allen Besch&#228;ftigten in der Autoindustrie mit   der jeweils gleichen Begr&#252;ndung abverlangt&#171;, betonte K&#246;brich im   jW-Gespr&#228;ch. Eine weitere Arbeitsverdichtung sei nicht hinnehmbar. &#187;Die   Kollegen arbeiten schon jetzt an der Leistungsgrenze&#171;, so der   Gewerkschafter. Auch der Ausschlu&#223; betriebsbedingter K&#252;ndigungen   beruhigt K&#246;brich nicht. &#187;Die Erfahrung lehrt, da&#223; in einer solchen   Situation verst&#228;rkt personen- oder verhaltensbedingte Gr&#252;nde f&#252;r   Entlassungen gesucht werden.&#171;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      M&#252;nchner Autobauer streicht Tausende Stellen. 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