{"id":12425,"date":"2007-12-06T00:33:07","date_gmt":"2007-12-06T00:33:07","guid":{"rendered":".\/?p=12425"},"modified":"2007-12-06T00:33:07","modified_gmt":"2007-12-06T00:33:07","slug":"12425","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/12\/12425\/","title":{"rendered":"Strom: Wege aus der Preisfalle"},"content":{"rendered":"<p>  Stromproduzenten geh&#246;ren in &#246;ffentliches Eigentum<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) empfahl den Stromverbrauchern   angesichts der j&#252;ngsten Preiserh&#246;hungen: &#8222;Man kann den Anbieter auch   wechseln.&#8220; Doch der Vorschlag ist eine ziemlich hohle Nuss. Denn die   verschiedenen &#8222;Anbieter&#8220;, (zum Beispiel Stadtwerke), liefern kaum mehr   als die Stromrechnung. Schlie&#223;lich m&#252;ssen sie alle den Strom aus den   Kraftwerken der vier m&#228;chtigen Konzerne kaufen, die bereits 80 Prozent   der Stromerzeugung beherrschen und durch die Netze eben dieser Konzerne   beziehen.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Philipp L&#252;hrs, K&#246;ln<\/i><\/p>\n<p>  An der europ&#228;ischen Stromb&#246;rse (eex) sind zwar &#252;ber 150   &#8222;Marktteilnehmer&#8220; registriert, aber nur acht davon produzieren   tats&#228;chlich Strom. Die Macht &#252;ber die Strompreise liegt also in den   H&#228;nden dieser acht Unternehmen. Vor allem der gro&#223;en Vier: RWE, EnBW,   Vattenfall und E.on. Somit ist der Vorschlag von Minister Gabriel nichts   anderes, als w&#252;rde man einem Pestkranken anbieten, kostenfrei zur Lepra   zu wechseln.<\/p>\n<p>  Stromversorgung nach dem Plan der Aktion&#228;re?<\/p>\n<p>  Die deutschen Staatskonzerne VEBA und VIAG wurden an der B&#246;rse   verscherbelt. Und da &#8222;Privatwirtschaft&#8220; hier keineswegs den viel   gepriesenen Wettbewerb bedeutete, sondern Monopolbildung, fusionierten   die beiden nach der Privatisierung zur E.on AG &#8211; dem &#8222;Heimatverein&#8220; des   ehemaligen Wirtschaftsministers Werner M&#252;ller &#8211;, um aus ihrer   gemeinsamen &#8222;Marktmacht&#8220; eine Monopolmacht zu schaffen.<\/p>\n<p>  Oder nach dem Plan des Staates?<\/p>\n<p>  Vattenfall geh&#246;rt dagegen zu hundert Prozent dem schwedischen Staat. Und   so kommt ein gro&#223;er Teil der &#252;ber zwei Milliarden Euro Jahresgewinn der   deutschen Tochter Vattenfall Europe nicht Kapitalanlegern, sondern dem   schwedischen Staatshaushalt zu Gute.<\/p>\n<p>  Doch das Beispiel Vattenfall zeigt auch: Staatseigentum alleine ist   keine L&#246;sung. Der Staatskonzern Vattenfall agiert wie alle anderen   Stromkonzerne als Preistreiber und ist unter anderem Betreiber der   Pannen-Reaktoren Kr&#252;mmel und Brunsb&#252;ttel.<\/p>\n<p>  So lange der Zweck eines &#8222;Energieversorgers&#8220; nicht die Versorgung von   Bev&#246;lkerung und Betrieben mit Energie ist, sondern die Erzielung von   Gewinn, bleibt die Planung von Produktion und Verteilung notwendiger   G&#252;ter ausschlie&#223;lich an betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet.   Die wirtschaftlichen Sch&#228;den durch einen hohen Strompreis, die sozialen   Folgen und nicht zuletzt die Folgen f&#252;r die Gesundheit von Menschen und   Umwelt k&#246;nnen darin nicht ber&#252;cksichtigt werden.<\/p>\n<h4>  Nach dem Plan der Bev&#246;lkerung!<\/h4>\n<p>  Deshalb ist es notwendig, nicht nur die kapitalistischen Spieler zu   disqualifizieren, sondern die Regeln zu &#228;ndern! Denn eine demokratische   Wirtschaftsplanung durch die Betroffenen &#8211; die Besch&#228;ftigten und Kunden   &#8211; k&#246;nnte alle Kriterien einbeziehen, auf die es bei der Stromversorgung   ankommt: Saubere und sichere Produktion des Stroms und leistungsf&#228;hige   Netze, die nicht beim ersten Schneesturm zusammenbrechen, weil zur   Profitmaximierung mal wieder die billigsten Masten verwendet wurden.   Stromzugang f&#252;r jeden, ohne dass der Oma, die ihre Rechnung nicht   bezahlen kann, der Strom abgeschaltet wird. Denn wenn etwas abgeschaltet   werden muss, dann sicher nicht Omas Heizdecke.<\/p>\n<\/p>\n<h3>  Die Schl&#228;fer sind unter uns<\/h3>\n<p>  W&#228;hrend Innenminister Wolfgang Sch&#228;uble (CDU) die Bev&#246;lkerung vor   Terroristen mit &#8222;schmutzigen Bomben&#8220; warnt, die bislang nur in seiner   (schmutzigen) Fantasie existieren, sind die tats&#228;chlichen Schl&#228;fer   l&#228;ngst bekannt: Sie hei&#223;en Kr&#252;mmel, Biblis oder Brokdorf.<\/p>\n<p>  Wie wir erlebt haben, gilt es im Kapitalismus als &#252;berfl&#252;ssiger   Schnickschnack, in Kernkraftwerken wie Kr&#252;mmel jemanden einzustellen,   der sich mit einem Trafo auskennt. Denn beim Thema Sicherheit gilt f&#252;r   Konzerne die Devise: &#8222;learning by doing&#8220;. Wenn eines Tages statt der   Stromrechnung das Kraftwerk ins Haus fliegt, kann man ja &#8222;den Anbieter   wechseln&#8220;.<\/p>\n<h5>  Forderungen der SAV<\/h5>\n<p>  <i>&#8211; Schluss mit Preistreiberei und umweltsch&#228;dlicher Stromproduktion <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Alle am Energie- und Atomgesch&#228;ft beteiligten Konzerne m&#252;ssen in   &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt werden. Entsch&#228;digung nur bei erwiesener   Bed&#252;rftigkeit und unter Anrechnung aller Subventionen, sowie der durch   die betreffenden Konzerne angerichteten Umweltsch&#228;den <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; Demokratische Kontrolle und Verwaltung durch Belegschaftskomitees,   Vetreter der arbeitenden Bev&#246;lkerung und von Umweltschutz- und   Verbraucherverb&#228;nden<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stromproduzenten geh&#246;ren in &#246;ffentliches Eigentum\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,119],"tags":[199],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12425"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12425"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12425\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}