{"id":12416,"date":"2007-11-27T18:11:28","date_gmt":"2007-11-27T18:11:28","guid":{"rendered":".\/?p=12416"},"modified":"2007-11-27T18:11:28","modified_gmt":"2007-11-27T18:11:28","slug":"12416","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12416\/","title":{"rendered":"Bahn: Volle Kampfkraft f&#252;r volle Durchsetzung der Forderungen!"},"content":{"rendered":"<p>  Mit eindrucksvollen Streiks haben die Lokf&#252;hrerInnen gezeigt, dass sie   entschlossen sind, den Bahnvorstand zum Einlenken zu bringen. Es war der   gr&#246;&#223;te Bahnstreik in der Geschichte &#8211; mit nur einigen tausenden haben   sie gro&#223;e Teile des Transports, Fern- und Nahverkehrs lahm gelegt. Bosse   aus der Privatwirtschaft bangen um Einbu&#223;en bei ihren Profiten &#8211;   besonders gro&#223; ist ihre Angst vor einem unbefristeten Streik, bei dem   sie nach wenigen Tagen Ausf&#228;lle bei der Produktion h&#228;tten. Gleichzeitig   gibt es in der Bev&#246;lkerung weiterhin Unterst&#252;tzung. Das Vorhaben, die   Lokf&#252;hrerInnen in die Isolation zu dr&#228;ngen, hat bisher nicht   funktioniert.<\/p>\n<p align=\"center\">  <small>[ <a href=\"http:\/\/www.bahnstreik-soli.de\">Soliwebsite zum Kampf   der Lokf&#252;hrer<\/a>]<\/small><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Angelika Teweleit, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Damit ist die GDL in einer starken Position. Der Druck auf das   Bahnmanangement auch aus Kreisen von Wirtschaft und Politik wurde immer   gr&#246;&#223;er, den Streik mit einem Angebot zu beenden. Mehdorn sah sich   gezwungen, sich etwas zu bewegen. Trotzdem ist das jetzige Angebot   weiterhin eine Mogelpackung.<\/p>\n<p>  Die Reaktion der GDL F&#252;hrung ist widerspr&#252;chlich. Einerseits lehnt sie   das vorliegende Angebot ab, andererseits hofft sie offensichtlich auf   ein neues Angebot &#8211; dadurch, dass noch einmal Druck von au&#223;en auf   Mehdorn gemacht wird &#8211; oder dass &#8222;der heilige Geist auf das   Bahnmanagment niederkommt&#8220; (Schell). Einige KollegInnen sagen, das hilft   noch einmal die &#246;ffentliche Meinung auf die Seite der GDL zu bringen. Es   ist verst&#228;ndlich und richtig, die Sympathien in der Bev&#246;lkerung nicht zu   verspielen. Aber mit solch einer &#8222;Stop-and-Go&#8220; Taktik ist gar nichts   gewonnen. Damit wird die Dynamik des Streiks, wie sie mit dem Vollstreik   entstanden ist, gebremst und die Luft rausgelassen.<\/p>\n<p>  <b>Statt &#8222;Stop-and-Go&#8220;: Beschleunigen! <\/b><\/p>\n<p>  Die Zustimmung f&#252;r den Streik gibt es, weil er als positives Beispiel   gesehen wird &#8211; gerade, weil endlich mal eine Gruppe von Lohnabh&#228;nigen   sagt, uns reicht`s, wir k&#228;mpfen f&#252;r unsere berechtigten Forderungen.   Viele sagen sich, genauso m&#252;sste &#252;berall gek&#228;mpft werden, und auch die   anderen Gewerkschaften m&#252;ssen endlich mal in die Offensive. Schon jetzt   hat es Auswirkungen in anderen Gewerkschaften &#8211; zum Beispiel auf die   Aufstellung der Forderungen f&#252;r die Tarifrunde im &#214;ffentlichen Dienst   oder auf den Arbeitskampf im Einzelhandel. Der Streik ist eine   Inspiration f&#252;r viele Besch&#228;ftigte. Daher ist die Unterst&#252;tzung f&#252;r den   Streik der Lokf&#252;hrerInnen gerade dann am gr&#246;&#223;ten, wenn die GDL eine   klare Linie beibeh&#228;lt und konsequent k&#228;mpft, um m&#246;glichst bald zu einem   gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Erfolg zu gelangen.<\/p>\n<p>  Das Bahnmanagement hat sich einen Zentimeter bewegt &#8211; jetzt gilt es, die   Schubkraft zu verst&#228;rken, so dass Mehdorn ins Rutschen ger&#228;t und die   Forderungen durchgesetzt werden k&#246;nnen! Die KollegInnen sind bereit zum   unbefristeten Streik &#8211; und zwar f&#252;r die urspr&#252;nglichen Forderungen. Es   besteht keine Not, von den Forderungen abzur&#252;cken, denn es ist das   Bahnmangement, das in der Defensive ist.<\/p>\n<p>  <b>Mogelpackung oder verhandelbares Angebot? <\/b><\/p>\n<p>  Schell hat es klar gesagt: Es handelt sich nicht um ein wirkliches   Angebot. Zum einen wurde kein eigenst&#228;ndiger Tarifvertrag angeboten. Zum   anderen sind aber die Verbesserungen bei den Prozenten viel zu gering:   Zu den 4,5% vom Transnet\/GDBA Abschluss (der geht &#252;ber 19 Monate,   bedeutet also eigentlich weniger Prozente). Dazu kommt ein Prozent mehr   f&#252;r alle, als Vorgriff auf die neue Entgeltordnung. Dieser Prozentpunkt   wird sp&#228;ter verrechnet. 2,5 % sind Bezahlung f&#252;r die 41. Stunde Arbeit.   Diese Extra Stunde war einfach ohne Lohnausgleich eingef&#252;hrt worden.   Nat&#252;rlich ist eine Bezahlung dieser Stunde ein Fortschritt gegen&#252;ber   keiner Bezahlung und in den bisherigen &#8222;Angeboten&#8220; des Bahnvorstands war   das nicht enthalten. Aber die Forderung der GDL ist nicht Bezahlung   sondern R&#252;cknahme dieser Arbeitszeitverl&#228;ngerung! Um auf die 13% zu   kommen, muss man bereit sein, nochmal zwei Stunden pro Woche l&#228;nger zu   arbeiten. Daf&#252;r g&#228;be es dann zweimal 2,5%.<\/p>\n<p>  <b>Es gibt keine Friedenspflicht w&#228;hrend Verhandlungen <\/b><\/p>\n<p>  Bei Verhandlungen sollte nicht auf Streiks verzichtet werden. Auf   Nachfrage von &#8222;Solidarit&#228;t &#8211; Sozialistische Zeitung&#8220; hat Schell erkl&#228;rt,   dass w&#228;hrend Verhandlungen keine rechtliche Friedenspflicht besteht,   sondern diese bisher freiwillig eingehalten wurde. Ein solches Vorgehen   schw&#228;cht die Verhandlungsposition aber unn&#246;tig. In keiner anderen   Tarifauseinandersetzung wird generell eine &#8222;freiwillige Friedenspflicht&#8220;   eingehalten. Es gibt weder ein schriftliches Abkommen noch eine   rechtliche Grundlage, die besagt, dass w&#228;hrend Verhandlungen nicht   gestreikt werden darf.<\/p>\n<p>  Es ist n&#246;tig, den Druck mit Streiks weiter zu erh&#246;hen. Nur so kann das   Maximum heraus geholt werden.<\/p>\n<p>  <b>Jetzt f&#252;r Streikma&#223;nahmen ab Dienstag vorbereiten<\/b><\/p>\n<p>  In beiden F&#228;llen &#8211; wenn ein Angebot zum Verhandeln da ist oder auch   nicht &#8211; sollte jetzt schon auf Streiks ab Dienstag vorbereitet werden.<\/p>\n<p>  In Berlin haben sich KollegInnen darauf vorbereitet. Bereits beim   letzten Vollstreik hatten dort die S-BahnerInnen eine Spontandemo vom   Hauptbahnhof zum Bahntower organisiert. Davon inspiriert, wurde   beschlossen, beim unbefristeten Streik alle Berliner GDL Mitglieder   einbeziehen zu k&#246;nnen. Daf&#252;r wurde von AktivistInnen angeregt, t&#228;gliche   Streikversammlungen durchzuf&#252;hren, auf denen man zun&#228;chst informieren   und diskutieren kann, um anschlie&#223;end gemeinsame Aktionen durchzuf&#252;hren.<\/p>\n<p>  &#214;ffentlichkeitswirksame Aktionen sind zentral, um die Symphatie in der   Bev&#246;lkerung weiter aufzubauen. Zudem sollte daran gearbeitet werden, den   Kampf weiter auszudehnen. Die widerspr&#252;chlichen &#196;u&#223;erungen von Transnet   Chef Hansen zeigen vor allem eins: es gibt Unmut an der Basis. Sonst   w&#252;rde er nicht davon reden, dass auch f&#252;r alle anderen eine Erh&#246;hung von   &#8222;10 bis 15%&#8220; erreicht werden muss und mit Streik drohen. Aber seine   letzten &#196;u&#223;erungen, dass Transnet keinen Gebrauch von Nachverhandlungen   machen will, wenn die GDL etwas besseres erreicht, zeigt wie unernst er   es meint. Hier muss die M&#246;glichkeit beim Schopf gepackt werden, ihn   unter Druck zu setzen. Ohne die Forderung nach einem eigenst&#228;ndigem   Tarifvertrag aufzugeben, k&#246;nnte Hansen beim Wort genommen werden: Warum   nicht zeitgleich und gemeinsam streiken, damit alle deutlich mehr   herausholen k&#246;nnen?<\/p>\n<p>  <b>Solidarit&#228;t <\/b><\/p>\n<p>  Auch die F&#252;hrungen der DGB-Gewerkschaften m&#252;ssen in die Pflicht genommen   werden. Die Antwort der gesamten Gewerkschaftsbewegung muss sein,   konkrete Solidarit&#228;t zu organisieren, durch gemeinsame und   unterst&#252;tzende Aktionen. In den letzten Wochen haben sich bereits einige   Initiativen von Gewerkschaftsmitgliedern und AktivistInnen von sozialen   Bewegungen ergeben, und es wurden Soli-Demonstrationen, Kundgebungen und   Veranstaltungen organisiert. Der Druck muss weiter auf die F&#252;hrungen der   DGB Gewerkschaften aufgebaut werden, damit sie sich &#246;ffentlich   solidarisieren und auch offiziell zu Soli-Aktionen aufrufen.<\/p>\n<p>  Auch auf den Parteivorstand der LINKEN wurde der Druck inzwischen so   hoch, dass sie sich gezwungen sahen, sich per Pressemitteilung   solidarisch zu erkl&#228;ren. Bei einer Fortf&#252;hrung von Streikaktionen w&#228;re   jetzt auch die M&#246;glichkeit, konkrete und praktische Solidarit&#228;t von der   LINKEN einzufordern.<\/p>\n<p>  <b>Jetzt einmischen<\/b><\/p>\n<p>  Die Vorgehensweise des GDL-Vorstands hat viele entt&#228;uscht, die in den   letzten Wochen besonders aktiv waren. Jetzt hei&#223;t es, sich verst&#228;rkt   einzumischen. Das hei&#223;t nicht, eine Spaltung in der GDL zu betreiben.   Das hei&#223;t, die berechtigten Forderungen nach demokratischer Diskussion   und nach unbefristetem Streik an die F&#252;hrung der GDL zu richten. Damit   alle Mitglieder in der Lage sind, ihre Ansichten einzubringen, sollten   noch vor n&#228;chstem Montag in allen Ortsgruppen Mitgliederversammlungen   einberufen werden. Die GDL ist die gesamte Mitgliedschaft &#8211; alle, die am   Streik beteiligt waren, sollten ihr Recht wahrnehmen, &#252;ber die weitere   Vorgehensweise ihre Meinung zu &#228;u&#223;ern.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p> Information und Diskussion erm&#246;glichen: f&#252;r die Organisierung von  au&#223;erordentlichen Mitgliederversammlungen vor Montag n&#228;chster Woche    <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Keine freiwillige Friedenspflicht w&#228;hrend Verhandlungen    <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Keine Verhandlungen ohne Zusicherung des eigenst&#228;ndigen  Tarifvertrages, ohne die R&#252;cknahme der Arbeitszeitverl&#228;ngerung und  ohne ein deutlich besseres Lohnangebot    <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Wenn ein solches Angebot nicht vorliegt, unbefristeter Vollstreik  unmittelbar    <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Weiterk&#228;mpfen f&#252;r die volle Durchsetzung der Forderungen!    <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Mit eindrucksvollen Streiks haben die Lokf&#252;hrerInnen gezeigt, dass sie<br \/>\n      entschlossen sind, den Bahnvorstand zum Einlenken zu bringen. 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