{"id":12415,"date":"2007-11-28T00:12:41","date_gmt":"2007-11-27T23:12:41","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12415"},"modified":"2012-07-21T13:46:42","modified_gmt":"2012-07-21T11:46:42","slug":"12415","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12415\/","title":{"rendered":"Vor 20 Jahren: AufRuhr in Rheinhausen"},"content":{"rendered":"<p>  1987 fand der bisher bedeutendste Kampf gegen eine Betriebsschlie&#223;ung   statt.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Das Jahr 1987 begann mit einem Wahlsieg der Kohl-Regierung und endete   mit einem Auf Ruhr&quot; im Ruhrgebiet. Der damalige SPD-Fraktionschef im   Landtag von NRW, Friedhelm Fahrtmann erkl&#228;rte Ende 1987: &#8222;In Rheinhausen   haben wir kurz vor Weihnachten eine vorrevolution&#228;re Situation erlebt,   wie wir sie nach dem zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik noch nicht   hatten.&quot;<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck<\/i><\/p>\n<p>  Am 26.11.1987 erfuhren die Betriebsr&#228;te der Krupp-Stahl AG in   Rheinhausen zuf&#228;llig, dass das Werk Rheinhausen bis August 1988   geschlossen und die Produktion zu Mannesmann und Thyssen verlagert   werden soll. Am Tag darauf stand die Produktion still. Alle drei   Schichten legten die Arbeit nieder und demonstrierten durch Rheinhausen.   Auch am 28. und 29.11. wurde nichts produziert. Am 30.11. fand eine   au&#223;erordentliche Betriebsversammlung mit 10.000 TeilnehmerInnen statt.   Krupp-Chef Cromme mu&#223;te sich hinter Plexiglasscheiben gegen Eier und   Apfelsinen verschanzen. Diese Betriebsversammlung war der Auftakt eines   Arbeitskampfes wie ihn die Republik bis dahin und seither nicht mehr   gesehen hat. Am 1.12. sperrten drei&#223;ig Stahlarbeiter die Rheinbr&#252;cke   nach Duisburg. Am n&#228;chsten Morgen waren es bereits Hunderte und im Laufe   des Tages Tausende. Den ganzen Tag waren die wichtigsten Verkehrsadern   Tag gesperrt. Der Polizei blieb nichts anders &#252;brig als den Verkehr   umzuleiten.<\/p>\n<h4>  Arbeiterkontrolle<\/h4>\n<p>  Die Belegschaft w&#228;hlte f&#252;r ihren Protest gegen die Betriebsschlie&#223;ung   und die damit verbundene Vernichtung von 6.300 Arbeitspl&#228;tzen eine   &#8222;stille Besetzung&quot;. Die Produktion lief weiter, aber unter Kontrolle der   Stahlkocher. Mehrmals wurden f&#252;r Stunden, Tage und eine Woche die Arbeit   niedergelegt. Zeitweise war das Betriebsratsb&#252;ro 24 Stunden besetzt,   damit sich Kollegen jederzeit Informationen abholen konnten. Es wurde   ein eigener Fernsehsender, der &#8222;offene Kanal&quot;, aufgebaut und &#252;ber eine   Gro&#223;antennenanlage direkt in die Kruppschen Werkswohnungen gesendet.<\/p>\n<hr>\n<p>  <i>&quot;Wir entscheiden, ob und wann produziert wird, wir steuern die   Produktion und teilen Notbesetzungen ein, wir selbst fahren in   Eigenverantwortung die Anlage &#8211; und viele unserer Vorgesetzten helfen   uns dabei. &#8222;Hier betreten Sie den demokratischen Sektor&quot; h&#228;tte   eigentlich an allen Werkstoren w&#228;hrend unser stillen Betriebsbesetzung   stehen m&#252;ssen. Denn faktisch war unser Betrieb f&#252;r alle ge&#246;ffnet. Damit   wurde auch ausgedr&#252;ckt, was jeder wei&#223;: Krupp ist ein Teil von   Rheinhausen, also kann auch jeder diesen Teil betreten. Wir haben nichts   zu verschweigen, im Gegenteil: Wir haben viel zu sagen und lassen uns   nicht von der Rheinhauser Bev&#246;lkerung abtrennen. Unser Druckmittel   gegen&#252;ber dem Vorstand ist der Streik. Es tut ihnen weh, wenn kein   Material geliefert wird. Sie haben ihre Fristen einzuhalten, und so   schnell k&#246;nnen sie nicht umstrukturieren. Dieses Druckmittel geben wir   nicht aus der Hand und wollen es immer wieder einsetzen, bis der   Vorstandsbeschlu&#223; vom Tisch ist.&quot;<\/i><\/p>\n<p>  Aus &#8222;Dokumentation der Krupp-Stahlarbeiter in Rheinhausen&#8220;<\/p>\n<hr>\n<h4>  Bev&#246;lkerung k&#228;mpft mit<\/h4>\n<p>  Die Kruppianer verstanden es wie keine andere Belegschaft vorher, ihren   Protest in andere Belegschaften und in die Bev&#246;lkerung zu tragen. Bei   der Betriebsversammlung am 30.11. waren von den 10.000 Teilnehmern   mindestens 4.000 keine Werksangeh&#246;rigen. W&#228;hrend des gesamten   Arbeitskampfes blieben Betriebsversammlungen &#246;ffentliche   (Protest)Veranstaltungen. Betriebsbesuche wurden organisiert,   &#246;ffentliche Protestaktionen wie Br&#252;ckenbesetzungen, Demos und Fackelz&#252;ge   organisiert. Aufsichtsratssitzungen wurden gest&#252;rmt und die leckeren   B&#252;ffets abger&#228;umt. Sogar die Villa H&#252;gel in Essen, seit Generationen   prunkvoller Herrschaftssitz der Krupp-Bosse, mu&#223;te den Ansturm ihrer   Untertanen ertragen.<\/p>\n<p>  Die Werkskantine wurde ge&#246;ffnet. Hier tagte das B&#252;rgerkomitee, das schon   1979 gegen die Schlie&#223;ung eines Krankenhauses gegr&#252;ndet wurde und jetzt   den Kampf um den Erhalt der H&#252;tte unterst&#252;tzte. Zweimal w&#246;chentlich   tagte das B&#252;rgerkomitee. 800 bis 1.000 Menschen nahmen daran teil. Es   entstand eine Fraueninitiative mit 500 Aktivistinnen. Am 28. Januar 88   gingen 15.000 Sch&#252;ler f&#252;r die Arbeitspl&#228;tze ihrer Eltern und ihre   Zukunft auf die Stra&#223;e.<\/p>\n<h4>  Regionaler Generalstreik am 10.12.87<\/h4>\n<p>  Ein H&#246;hepunkt des AufRuhrs in Rheinhausen war der Stahlaktionstag im   Ruhrgebiet am 10.12.1987. An diesem Tag fand im Ruhrgebiet ein   regionaler Generalstreik statt. Stahlarbeiter verschiedener Werke und   Bergleute bauten Stra&#223;ensperren, Bauern und Arbeiter legten den   Br&#252;ckenverkehr lahm. Studentinnen sperrten eine Hauptverkehrsstra&#223;e.   S&#228;mtliche wichtigen Stra&#223;en in Duisburg einschlie&#223;lich der Rheinbr&#252;cken   waren gesperrt. Hafenarbeiter machten die Hafeneinfahrt dicht, um einen   Erz-Transport f&#252;r Krupp zu verhindern. Die Hoesch-Kollegen blockierten   die B1 und schnitten dadurch Dortmund vom Revier ab. In Bochum schmissen   an diesem Tag 15.000 Opel Kollegen die Brocken hin. Im ganzen Ruhrgebiet   kam es zu spontanen Arbeitsniederlegungen und Protestkundgebungen, an   denen sich insgesamt 200.000 Menschen beteiligten. Den Herrschenden   jagte dieser Tag Angst und Schrecken ein. Die Krupp-Stahlwerker   schrieben &#252;ber diesen Tag: &#8222;Der 10.12.87 hat eines gezeigt: Wenn wir   aufstehen, k&#246;nnen wir etwas bewegen; und wir sind m&#228;chtig, wenn wir   gemeinsam k&#228;mpfen.&quot;<\/p>\n<h4>  Bundesweite Solidarit&#228;tsbewegung<\/h4>\n<p>  Der Kampf um Rheinhausen hatte bundesweite und international eine enorme   Ausstrahlung. Aktive Gewerkschafter, Vertrauensleute und k&#228;mpferischen   Betriebsr&#228;te aus allen Ecken und Enden der BRD fuhren nach Rheinhausen,   um den Kampf zu unterst&#252;tzen und von diesem Kampf f&#252;r ihren Betrieb und   ihre Region zu lernen. Unter dem Motto &#8222;Wir lassen Euch nicht allein,   ums Verrecken nicht&#8220; fand im Februar 1988 im alten Walzwerk von Krupp   das &#8222;AufRuhr-Stahl-Festival&#8220; statt. Mit 40.000 Teilnehmern war es bis   dahin das gr&#246;&#223;te Hallenfestival Europas. Die bundesweite und auch   internationale Solidarit&#228;t war wiederum ein Faktor daf&#252;r, dass die   Stahlkumpel so lange durchhielten.<\/p>\n<hr>\n<p>  &#8222;<i>Ich meine, dass uns Rheinhausen so etwas wie eine (das Wort   stammt von Fahrtmann) revolution&#228;re Situation beschert hat, einen   historischen Moment, den wir seit langem schon nicht mehr gehabt haben,   ein Vorgef&#252;hl von Macht bei den Leuten, die das Empfinden hatten: wenn   wir alle hier zusammen aufstehen, dann k&#246;nnen wir was bewegen. Das war   der 10. Dezember. Er ist f&#252;r mich ein ganz einscheidender historischer   Tag, weil er deutlich gemacht hat: es gibt so was wie   Umbruchsituationen, Chancen einer gro&#223;en Ver&#228;nderung, was bei vielen   durch Wirtschaftswunder und Wiederaufbau v&#246;llig aus dem Bewusstsein   verschwunden war.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>  Theo Stegmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei   Krupp-Rheinhausen, zitiert in der Deutschen Volkszeitung vom 20.5.1988<\/p>\n<hr>\n<p>  Die Stahlbosse erkannten, wie gef&#228;hrlich die Lage f&#252;r sie und das   gesamte System war, wenn sich in den K&#246;pfen der Arbeiter die Erkenntnis   der eigenen Macht verfestigt. Sie beeilten sich in dieser brenzligen   Situation, Zugest&#228;ndnisse zu machen und bekamen dabei tatkr&#228;ftige   Unterst&#252;tzung von der SPD-Landesregierung und der IG-Metall-Spitze in   Frankfurt. F&#252;r die Stahlarbeiter wiederum war das neu erlangte Gef&#252;hl   von Macht Ansporn daf&#252;r in der bevorstehenden Stahltarifrunde, noch eins   draufzusetzen und beide K&#228;mpfe miteinander zu verbinden.<\/p>\n<p>  Bei einer Auftaktveranstaltung zur Tarifrunde am 14.1.1988 sagte der   stellvertretende BR-Vorsitzende von Krupp Rheinhausen, Theo Steegmann,   vor 4.000 Vertrauensleuten: &#8222;Nicht umsonst springen jetzt die   politischen Helfershelfer des Kapitals &#8211; Bangemann und Lambsdorff &#8211; ihm   zur Seite und versuchen zu retten, was zu retten ist. Sie f&#252;rchten das   Vorgef&#252;hl von politischer Macht, das an diesem Tag bei den Kollegen   entstanden ist.&quot; Am Ende seiner Rede fragte Theo Steegmann &#8222;Wer ist f&#252;r   sofortige Urabstimmung?&quot; &#8211; alle hoben die Hand.<\/p>\n<h4>  Vergesellschaftung der Stahlindustrie<\/h4>\n<p>  Ein Hoesch-Kollege f&#252;hrte kurz darauf eine weitere Abstimmung durch:   &#8222;Wer ist f&#252;r die Vergesellschaftung?&quot; und wieder gingen alle H&#228;nde hoch.   Am 20. Januar 1988 traten 50.000 Stahlarbeiter in den Warnstreik.   Duisburger und Dortmunder Stahlarbeiter tauften die Rheinbr&#252;cke in   Rheinhausen um in &#8222;Br&#252;cke der Solidarit&#228;t&quot;.<\/p>\n<p>  Wenn am Ende des Kampfes von Rheinhausen, das Ziel Erhalt aller   Arbeitspl&#228;tze nicht erreicht werden konnte, dann lag das nicht an den   Kolleginnen und Kollegen von Krupp. Es fehlte auch nicht an der   Bereitschaft anderer Belegschaften zu Solidarit&#228;tsstreiks. Das einzige   was fehlte, war die Bereitschaft der IGM- und DGB-F&#252;hrung den Kampf zu   unterst&#252;tzen. &#8222;Obwohl es hier eine gro&#223;e Bewegung und viel   &#214;ffentlichkeit gab, hat uns die IGM den R&#252;cken zugedreht; sie hat uns   nicht unterst&#252;tzt.&quot; (Helmut Laakmann, f&#252;hrender Aktivist von   Krupp-Rheinhausen)<\/p>\n<p>  Die IGM-F&#252;hrung hatte sich in der sogenannten &#8222;Frankfurter Vereinbarung&quot;   im Juni 1987 schon darauf eingelassen, da&#223; trotz 2,5 Millionen   Arbeitsloser weiter Arbeitspl&#228;tze in der Stahlindustrie verloren gehen   sollten und fiel damit allen Belegschaften und Betriebsr&#228;ten in den   R&#252;cken, die einen konsequenten Kampf um Arbeitspl&#228;tze und Standorte   verlangten.<\/p>\n<p>  Auf dem IGM-Gewerkschaftstag von 1983 war die Vergesellschaftung der   Stahlindustrie beschlossen und sp&#228;ter in dem sogenannten   stahlpolitischen Programm konkretisiert worden. Immer wieder wurde von   den Linken in der IGM bis hin zu Hans Janssen (von 1977 bis 1986 im   Hauptvorstand der IGM) gefordert, da&#223; der Kampf in Rheinhausen verbunden   wird mit dem Kampf f&#252;r die &#220;berf&#252;hrung der Stahlindustrie in   Gemeineigentum. Die IGM-F&#252;hrung ignorierte dies, tat nichts, um den   Kampf auszudehnen und brachte ihrerseits ihre Variante des   &#8222;sozialvertr&#228;glichen&quot; Arbeitsplatzabbaus ins Spiel.<\/p>\n<p>  Unter dem Druck des Kampfes waren die Stahlbosse zu einer relativ   gro&#223;z&#252;gigen Sozialplanregelung bereit und versprachen au&#223;erdem, 1.500   &#8222;Ersatzarbeitspl&#228;tze&quot; zu schaffen.<\/p>\n<p>  1993 wurde das Werk in Rheinhausen geschlossen. Auf die 1.500   versprochenen Ersatzarbeitspl&#228;tze warteten die Stahlarbeiter vergebens.   Die SPD-Landesregierung zahlte Krupp hohe Summen f&#252;r Grundst&#252;cke und   errichtete den sogenannten &#8222;Business-Park&quot;. Die Rheinhauser nennen   diesen Park sp&#246;ttisch &#8222;Is-nix-Park&quot;,<\/p>\n<h4>  Geschichte gemacht<\/h4>\n<p>  Nach 173 Tagen endete die Auseinandersetzung um Rheinhausen im Mai 1988.   Wenn auch der Kampf um Stahlwerk und Arbeitspl&#228;tze verloren ging, so war   er dennoch nicht umsonst. Ohne Kampf w&#228;re das Stahlwerk f&#252;nf Jahre   fr&#252;her geschlossen worden und h&#228;tten die Stahlkocher von Rheinhausen   nicht einen der besten Sozialpl&#228;ne in der Nachkriegsgeschichte bekommen.   Aus Angst vor einer Eskalation des Kampfes machten die Stahlbosse in der   Tarifrunde &quot;88 trotz Stahlkrise bereits nach ersten Warnstreiks   Zugest&#228;ndnisse. Die Kumpels im Bergbau und die Kollegen von Opel Bochum   wurden durch den Kampf in Rheinhausen bei den Auseinandersetzungen in   ihren Betrieben vor&#252;bergehend gest&#228;rkt und erhielten ebenfalls   Zugest&#228;ndnisse.<\/p>\n<p>  Die Stahlarbeiter von Rheinhausen haben mit ihrem Kampf Geschichte   gemacht, auf den sich auch sp&#228;tere Belegschaften bezogen haben, bei   Zechenschlie&#223;ung im Aachener Revier , beim Kampf um den Erhalt der   Kaligrube im th&#252;ringischen Bischofferode und zuletzt beim Streik der   Opel-Belegschaft. Stra&#223;enblockaden geh&#246;ren seit Rheinausen zum Arsenal   der Kampfmittel in Arbeitsk&#228;mpfen. Aber nirgends wurde seither ein   vergleichbares Niveau eines Kampfes erreicht. Historisch betrachtet war   Rheinhausen nicht nur H&#246;hepunkt, sondern auch End- und Wendepunkt der   aufsteigenden Linie von betrieblichen K&#228;mpfen der 70er und 80er Jahre.   Die Stahlarbeiter waren durch die Arbeitsplatzvernichtung in den   Rezessionen Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre radikalisiert . Im   Gegensatz zu heute gab es eine Schicht von Funktion&#228;ren und Kollegen,   die zumindest eine vage Vorstellung davon hatte, dass es eine   nichtkapitalistische Produktionsweise gibt und keine Angst davor hatten   die Machtfrage zu stellen. Diese Schicht bewusster Gewerkschafter hatte   gegen alle Widerst&#228;nde der IGM-B&#252;rokratie die 35-Stunden-Woche und die   Vergesellschaftung der Stahlindustrie zum Programm der IGM gemacht. Im   Winter 1978\/79 wurde in den Stahlbuden der erste Streik f&#252;r die   35-Stunden-Woche gef&#252;hrt. Bei den Betriebsratswahlen im Fr&#252;hjahr 1987   brachte eine Reihe k&#228;mpferischer Kollegen frischen Wind in den   Betriebsrat des Kruppwerks in Rheinhausen. Gest&#252;tzt auf die   Kampfbereitschaft der Stahlwerker nutzten sie ihre Position dazu den   Kampf mit anzuf&#252;hren.<\/p>\n<h4>  Lehren ziehen<\/h4>\n<p>  Auch wenn 20 Jahre nach Rheinhausen die IGM-F&#252;hrung ohne gro&#223;en   Widerspruch die 35-Stunden-Woche begraben kann, auch wenn die   Vergesellschaftung der Produktionsmittel kaum mehr im Bewusstsein   vorhanden ist, auch wenn es aussieht, als ob Arbeitsk&#228;mpfe wie in   Rheinhausen, nicht mehr m&#246;glich seien, nichts bleibt wie es ist. Der   Maulwurf der Geschichte w&#252;hlt. Fr&#252;her oder sp&#228;ter werden die Arbeiter   wieder an der Tradition von Rheinhausen ankn&#252;pfen. Der wilde Streik bei   Opel Bochum 2004, der Marsch der Mettinger Daimler-Besch&#228;ftigten auf der   B 10 im selben Jahr, der 107 Tage lange Streik bei CNH in Berlin 2005\/6,   der Kampf bei AEG in N&#252;rnberg und BSH 2006, die Besetzung der Radfabrik   Nordhausen2007 und nicht zuletzt der Streik der GDL sind die ersten   Anzeichen einer wiedererwachenden Radikalit&#228;t und Entschlossenheit im   Klassenkampf. Und in den anstehenden K&#228;mpfen wird sich auch das   antikapitalistische Bewusstsein entwickeln, das dazu f&#252;hren wird, dass   in den Betrieben und in der Gesellschaft die Machtfrage wieder neu   gestellt und die betrieblichen und gewerkschaftlichen   Auseinandersetzungen auf eine neue Stufe heben wird. Deshalb ist die   Erinnerung an Rheinhausen 20 Jahre sp&#228;ter keine Nostalgie, sondern   Ermutigung und Ansporn f&#252;r die aktuellen Auseinandersetzungen.   Gleichzeitig ist es notwendig, da&#223; sich k&#228;mpferische Kolleginnen   regional, bundesweit und international zusammenschlie&#223;en und eine   innergewerkschaftliche Opposition aufbauen, um zu verhindern, da&#223; die   Gewerkschaftsf&#252;hrung immer wieder Gelegenheit bekommt, K&#228;mpfe abzuw&#252;rgen   oder wie im Fall von Rheinhausen am Ende auflaufen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      1987 fand der bisher bedeutendste Kampf gegen eine Betriebsschlie&#223;ung<br \/>\n      statt.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[122],"tags":[270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12415"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12415\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}