{"id":12409,"date":"2007-11-22T00:16:32","date_gmt":"2007-11-22T00:16:32","guid":{"rendered":".\/?p=12409"},"modified":"2007-11-22T00:16:32","modified_gmt":"2007-11-22T00:16:32","slug":"12409","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12409\/","title":{"rendered":"Tarifrunde &#214;ffentlicher Dienst: Kampfansage"},"content":{"rendered":"<p>  Im &#246;ffentlichen Dienst braut sich was zusammen: Ver.di Baden-W&#252;rttemberg   fordert 9,4 Prozent mehr Geld. &#187;Arbeitgeber&#171; wollen   Arbeitszeitverl&#228;ngerung<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck und Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/11-21\/022.php\">jungen   Welt, 21.11.<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der &#246;ffentliche Dienst steuert auf einen Arbeitskampf zu. W&#228;hrend die   Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverb&#228;nde (VKA) in der vergangenen   Woche mit einem &#187;Zehn-Punkte-Katalog&#171; auf Konfrontationskurs ging,   wollen die in ver.di organisierten Besch&#228;ftigten mehr Geld &#8211; und zwar   deutlich mehr. Das Verlangen der Gegenseite nach Arbeitszeitverl&#228;ngerung   und nur geringen Lohnzuw&#228;chsen sei eine &#187;Zumutung, Provokation und   Kampfansage&#171;, erkl&#228;rte Gewerkschaftschef Frank Bsirske am Montag abend   auf einer Veranstaltung der ver.di-Betriebsgruppe im Stuttgarter   Klinikum.<\/p>\n<p>  &#187;Es gibt eine hohe Erwartungshaltung&#171;, betonte der Stuttgarter   ver.di-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Bernd Riexinger vor den rund 80 versammelten   Krankenhausbesch&#228;ftigten. W&#228;hrend es Birske am Montag abend vermied,   eine konkrete Zahl ins Spiel zu bringen, hat der Landesbezirk im   S&#252;dwesten bereits Position bezogen: 9,4 Prozent und mindestens 214 Euro   mehr sollen es werden, so der k&#252;rzlich von einer tarifpolitischen   Konferenz gef&#228;llte Beschlu&#223;. Schlie&#223;lich h&#228;tten auch die Abgeordneten   des Bundestags k&#252;rzlich f&#252;r sich selbst Di&#228;tenerh&#246;hungen von 9,4 Prozent   beschlossen. Die Begr&#252;ndung der Parlamentarier, sie wollten nach einer   mehrj&#228;hrigen Pause wieder am Produktivit&#228;tsfortschritt teilhaben, gelte   ebenso f&#252;r die Arbeiter und Angestellten im &#246;ffentlichen Dienst. Die   Mindestsumme von 214 Euro solle sicherstellen, da&#223; Besch&#228;ftigte in der   mit dem Tarifvertrag f&#252;r den &#246;ffentlichen Dienst (TV&#214;D) vor etwa zwei   Jahren eingef&#252;hrten Niedriglohngruppe (EG 1) auf ein Monatseinkommen von   1500 Euro angehoben werden, hei&#223;t es in der jW vorliegenenden   Resolution. F&#252;r Auszubildende wird darin 150 Euro mehr Geld gefordert.<\/p>\n<p>  Ver.di-Chef Bsirske betonte vor den Krankenhausbesch&#228;ftigten lediglich,   die Lohnerh&#246;hung m&#252;sse rein linear &#8211; also dauerhaft wirksam &#8211; sein und   d&#252;rfe nicht unter den Abschl&#252;ssen in der Privatwirtschaft liegen, damit   die Schere zwischen den Einkommen im &#246;ffentlichen Dienst und anderen   Branchen nicht noch gr&#246;&#223;er werde. Deutlicher &#228;u&#223;erte sich Riexinger:   &#187;Wir m&#252;ssen h&#246;here Lohnforderungen stellen als in der Privatwirtschaft.   Schlie&#223;lich gibt es nach drei Jahren ohne dauerhafte   Einkommenssteigerung bei Bund und Kommunen einen enormen Nachholbedarf&#171;,   sagte er auf jW-Nachfrage. Eine Besch&#228;ftigte aus dem Reinigungsdienst   des Klinikums erkl&#228;rte auf der Versammlung, ihre Kolleginnen seien gegen   eine Prozentforderung und w&#252;rden sich nicht am Streik beteiligen, wenn   ver.di sich nicht mehr f&#252;r die unteren Lohngruppen einsetze. Der   Hintergrund ist, da&#223; prozentuale Erh&#246;hungen die Schere zwischen unteren   und oberen Einkommensgruppen weiter &#246;ffnen, w&#228;hrend sich die L&#246;hne durch   Festbetr&#228;ge einander ann&#228;hern.<\/p>\n<p>  Auch anderswo werden aus diesem Grund Festgeld- statt Prozentforderungen   erhoben. So beschlo&#223; beispielsweise eine ver.di-Mitgliederversammlung   bei der Stadtverwaltung im nieders&#228;chsischen Osnabr&#252;ck, der   Bundestarifkommission (BTK) eine Forderung von 240 Euro Festgeld   vorzuschlagen. &#187;Die Bereiche, die den Konflikt im wesentlichen   bestreiten m&#252;ssen, also die klassischen Arbeiterbereiche, werden durch   eine prozentuale Erh&#246;hung weiter abgekoppelt&#171;, begr&#252;ndete Wilhelm   Koppelmann vom Gr&#252;nfl&#228;chenamt der Stadt dies gegen&#252;ber jW. Auch er   betonte den Zusammenhang zwischen Streikbereitschaft und Forderungsh&#246;he.   &#187;Die Kollegen werden sich ausrechnen, was ihnen die Auseinandersetzung   bringt &#8211;die Forderung hat also viel Einflu&#223; darauf, ob wir eine gute   Mobilisierung hinbekommen oder nicht&#171;, so Koppelmann, der als Mitglied   der BTK f&#252;r eine entsprechende Positionierung eintreten will. Das   Gremium soll am 18.\/19. Dezember &#252;ber die konkreten Forderungen   entscheiden.<\/p>\n<p>  &#214;l ins Feuer gie&#223;t derweil die VKA. In einem Beschlu&#223; der kommunalen   Arbeitgeberverb&#228;nde aus der vergangenen Woche hei&#223;t es, die Abschl&#252;sse   in der Privatwirtschaft k&#246;nnten f&#252;r die St&#228;dte und Gemeinden &#187;kein   Ma&#223;stab sein&#171;. Spezielle Regelungen will die VKA offenbar in den   Kliniken durchsetzen. Die Finanzausstattung der kommunalen Krankenh&#228;user   lasse &#187;keine Spielr&#228;ume f&#252;r lineare Erh&#246;hungen&#171;, so die verabschiedete   Erkl&#228;rung. Zudem wollen die &#187;Arbeitgeber&#171; eine Verl&#228;ngerung der   Wochenarbeitszeiten auf 40 Stunden und die Ausweitung der   &#187;Leistungsbezahlung&#171; durchsetzen. &#187;Das ist eine absolute Kampfansage an   die Besch&#228;ftigten und ver.di und bedeutet, da&#223; wir im &#246;ffentlichen   Dienst einen Gro&#223;konflikt mit allen Facetten bekommen&#171;, kommentierte   Riexinger dies. Der Gewerkschaft bleibe nur &#252;brig, sich sofort auf einen   umfassenden Arbeitskampf vorzubereiten.<\/p>\n<p>  &#187;Die Arbeitgeber haben praktisch den ganzen Horrorkatalog aufgemacht,   der so mit Sicherheit zu Konflikten f&#252;hren wird&#171;, meinte auch Gregor   Falkenhain, Leiter des ver.di-Fachbereichs Bund\/L&#228;nder in   Nordrhein-Westfalen, gegen&#252;ber jW. Mit diesem Vorgehen sorge die VKA   daf&#252;r, da&#223; ver.di in jedem Fall mobilisierungsf&#228;hig werde. In NRW hat   ver.di &#252;r den 6. Dezember zu einer tarifpolitischen Konferenz geladen.   Doch erste Beschl&#252;sse zeigen, da&#223; die Gewerkschafter hier nicht   zur&#252;ckhaltender sind als im S&#252;dwesten. So sprach sich der Fachbereich   Bund\/L&#228;nder im Bezirk Bonn ebenfalls f&#252;r eine Forderung von 9,4 Prozent   aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Im &#246;ffentlichen Dienst braut sich was zusammen: Ver.di Baden-W&#252;rttemberg<br \/>\n      fordert 9,4 Prozent mehr Geld. &#187;Arbeitgeber&#171; wollen<br \/>\n      Arbeitszeitverl&#228;ngerung\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12409"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12409\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}