{"id":12404,"date":"2007-11-21T01:50:30","date_gmt":"2007-11-21T00:50:30","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12404"},"modified":"2012-05-15T15:35:44","modified_gmt":"2012-05-15T13:35:44","slug":"12404","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12404\/","title":{"rendered":"Solidarit&#228;t mit den Lokf&#252;hrern jetzt bedingungslos und praktisch-konkret       machen"},"content":{"rendered":"<p>  Zur Positionierung des Parteivorstands der Partei DIE LINKE.<\/p>\n<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Partei DIE LINKE hat sich mit den streikenden Lokf&#252;hrern   solidarisch erkl&#228;rt. Das ist zu begr&#252;&#223;en. In Anbetracht der berechtigten   Forderungen der Lokf&#252;hrer und der gesellschaftlichen Polarisierung um   diesen beispielhaften Kampf ist die &#246;ffentliche Solidarisierung der   Partei l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig. Die Auseinandersetzung l&#228;uft jetzt seit f&#252;nf   Monaten und das bisherige Nicht-Agieren der Parteispitze steht im   Gegensatz zu den &#246;ffentlichen Auftritten von Oskar Lafontaine bei   Arbeitsk&#228;mpfen wie AEG N&#252;rnberg und anderswo.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Heino Berg, Claus Ludwig, Lucy Redler, Angelika Teweleit,   19.11.2007<\/i><\/p>\n<p>  Die Entscheidung im Parteivorstand fiel, nachdem die Diskussion in der   Partei sich zunehmend zuspitzte. Immer mehr Kreisverb&#228;nde der LINKEN, in   denen u.a. Mitglieder von uns gemeinsam mit anderen aktiv sind, hatten   sich mit dem Streik solidarisch erkl&#228;rt. Eine Reihe von Aktionen oder   Veranstaltungen der LINKE in Aachen, Bremen, Frankfurt, Stuttgart und   anderen St&#228;dten haben Druck auf den Vorstand aufgebaut, Position zu   beziehen. Auch die Ver&#246;ffentlichung der dem Streik kritisch   gegen&#252;berstehenden Diskussionsbeitr&#228;ge von Bodo Ramelow und Ulrike   Zerhau (beide Mitglied im Parteivorstand) einerseits und die den Streik   bef&#252;rwortenden Beitr&#228;ge von Thies Gleiss (Parteivorstand) und Heino Berg   (LINKE Bremen und SAV) andererseits auf www.bahnstreik-soli.de hat   Wirkung gezeigt..<\/p>\n<p>  Der Streik ist aktuell die zentrale Auseinandersetzung f&#252;r die gesamte   Arbeiterbewegung in Deutschland. Ein Erfolg der Lokf&#252;hrerInnen w&#228;re eine   enorme Ermutigung f&#252;r alle abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten. Er k&#246;nnte ein   wichtiger Bezugspunkt sein &#8211; weg von jahrelangem Verzicht und   Niederlagen hin zu offensiven Arbeitsk&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Daher ben&#246;tigen die Lokf&#252;hrerInnen von der LINKEN jetzt zweierlei:<\/p>\n<p>  Erstens: Praktische und ganz konkrete Unterst&#252;tzung. Verbale Solidarit&#228;t   muss jetzt in die Tat umgesetzt werden. Wenn die LINKE es ernst meint,   m&#252;ssen Oskar Lafontaine, Gregor Gysi und andere ab morgen von Streikb&#252;ro   zu Streikb&#252;ro und von Kundgebung zu Kundgebung eilen und ihre   Solidarit&#228;t ausdr&#252;cken. Wir begr&#252;&#223;en es, dass Christine Buchholz vom   Parteivorstand heute auf der Berliner Kundgebung pr&#228;sent war. Das ist   ein Anfang, reicht aber nicht aus. Die LINKE k&#246;nnte jetzt eine Kampagne   mit Massenflugi, Unterschriftenliste und Plakaten starten zur   Unterst&#252;tzung der Lokf&#252;hrer. Die Vorschl&#228;ge des LINKE.SDS gehen dabei in   die richtige Richtung. Nur wenn die Lokf&#252;hrer gesellschaftlich isoliert   werden, k&#246;nnen sie ihren Kampf noch verlieren. Die Partei DIE LINKE ist   die einzige der im Bundestag vertretenen Parteien, die eine wirksame   Solikampagne glaubw&#252;rdig organisieren und so auch den Druck auf den   DGB-Gewerkschaften erh&#246;hen k&#246;nnte, seine ablehnende Haltung gegen&#252;ber   dem Streik aufzugeben. Zentraler Bestandteil einer solchen Kampagne   m&#252;sste die klare Ablehnung gegen die Bahnprivatisierung sein. Wie in   Aachen, Bremen, Stuttgart und anderen Orten bereits geschehen, sollte   die Partei umgehend lokal aber auch &#252;berregional und bundesweit   Solidarit&#228;tskundgebungen und Veranstaltungen mit organisieren.<\/p>\n<p>  Zweitens: Die uneingeschr&#228;nkte und bedingungslose Unterst&#252;tzung durch   DIE LINKE. Das ist bei der aktuellen Erkl&#228;rung des Parteivorstands   leider immer noch nicht der Fall. Die LINKE unterst&#252;tzt zwar die   Forderung der Lokf&#252;hrer nach h&#246;heren L&#246;hnen, trifft aber keine positive   Aussage zu der Forderung nach einem eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag.<\/p>\n<p>  Statt sich klar zu positionieren, macht die LINKE in ihrem Beschluss   einen merkw&#252;rdigen Umweg und fordert eine 30-prozentige Lohnerh&#246;hung f&#252;r   die Beamten durch die Bundesregierung. Der zweite Schritt s&#228;he dann so   aus: &#8222;Die Bundesregierung als Anteilseigner hat dann ihren Einfluss auf   den Bahnvorstand geltend zu machen, dass die nicht beamteten Lokf&#252;hrer   sofort gleichgestellt werden.&#8220; Auch wir sind f&#252;r gleichen Lohn f&#252;r   gleiche Arbeit und mehr Geld f&#252;r alle, aber die Forderung der LINKEN   geht v&#246;llig an der Realit&#228;t des Streiks vorbei. Ein Aufruf der Fraktion   der LINKEN an die Bundesregierung f&#252;r eine solche Gehaltserh&#246;hung der   Beamten wird wenig Erfolg haben. Damit wird so getan, als k&#246;nne man mit   rein parlamentarischen Mitteln Ver&#228;nderungen bewirken. W&#228;re es so   einfach, st&#252;nde die GDL nicht vor einem unbefristeten Streik. Mit diesem   Schlenker dr&#252;ckt sich der Parteivorstand um die Frage der Unterst&#252;tzung   der GDL in ihrem Streik f&#252;r den eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag f&#252;r das   Fahrpersonal herum.<\/p>\n<p>  Gregor Gysi ging jedoch am vergangenen Sonntag noch einen Schritt weiter   und sprach sich offen gegen den eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag aus: &#8222;Was   ich nicht richtig finde, ist, dass sie einen eigenen Tarifvertrag haben   wollen. Ich finde: ein Unternehmen, ein Tarifvertrag.&#8220; Die   Lohnforderungen seien jedoch berechtigt.<\/p>\n<p>  Oskar Lafontaine hat in einer Pressemitteilung vom 18.11. zumindest   richtig bemerkt:, dass &#8222;die Tarifautonomie wie die Tarifeinheit seit   Jahren von den Unternehmern gef&#228;hrdet&#8220; wurde und wird. Wir meinen: Der   GDL blieb bei den Angriffen des Bahnvorstands und der Verzichtspolitik   der Transnet- und GDBA- F&#252;hrung nichts anderes &#252;brig, als sich von der   Tariff&#252;hrerschaft dieser beiden Gewerkschaften abzukoppeln. Fragt man   die Streikenden, so k&#246;nnen sie auch berichten, dass es bei der Bahn   bereits &#252;ber f&#252;nfzig verschiedene Tarifvertr&#228;ge gibt. Das Hindernis f&#252;r   die Einheit im Kampf ist nicht die GDL, sondern Transnet-Chef Hansen,   der Co-Management auf Kosten der Besch&#228;ftigten betreibt und gemeinsame   Sache mit Mehdorn macht, um die Privatisierung der Bahn voranzutreiben.   So sehen die Lokf&#252;hrer die Chance, mit einem eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag   diese permanenten Verschlechterungen durch die Verzichtslogik zu   bek&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Zu einer wirklichen Solidarisierung geh&#246;rt deshalb auch die   Unterst&#252;tzung der Forderung nach einem eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag. Die   Aufgabe, wieder zu einer Einheit der Besch&#228;ftigten zu kommen, stellt   sich. Der beste Weg daf&#252;r ist, den Kampf der Lokf&#252;hrer zu unterst&#252;tzen   und Solidarit&#228;t unter den anderen Bahnbesch&#228;ftigten zu mobilisieren mit   dem Ziel, den Kampf auszudehnen. Der Abschluss von Transnet und GDBA mit   der Bahn beinhaltet eine Klausel, derzufolge bei einem Erfolg der GDL   f&#252;r alle anderen Bahnbesch&#228;ftigten nachverhandelt werden und f&#252;r alle   ein besseres Ergebnis herausgeholt werden kann.<\/p>\n<p>  Deshalb: Den Beschluss jetzt in die Praxis umsetzen und gemeinsam mit   den KollegInnen f&#252;r die volle Durchsetzung ihrer Forderungen k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  <i>Heino Berg (LINKE.Bremen, SAV) <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Claus Ludwig (Mitglied der Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt K&#246;ln,   SAV) <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Lucy Redler (BASG und SAV, Berlin) <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Angelika Teweleit (BASG und SAV, Berlin)<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zur Positionierung des Parteivorstands der Partei DIE LINKE.\n    <\/p><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,17,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12404"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}