{"id":12396,"date":"2007-11-14T00:00:00","date_gmt":"2007-11-14T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12396"},"modified":"2007-11-14T00:00:00","modified_gmt":"2007-11-14T00:00:00","slug":"12396","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12396\/","title":{"rendered":"F&#252;r die Einheit aller Bremer Krankenh&#228;user gegen das PPP-Modell!"},"content":{"rendered":"<p>  In der Presse (z.B. in dem unten dokumentierten taz-Artikel vom 23.10.)   h&#228;ufen sich Meldungen dar&#252;ber, dass der rotgr&#252;ne Bremer Senat nun doch   einer privaten Finanzierung des Umbaus im Klinikum Bremen-Mitte   zustimmen und damit gegenteilige Wahlversprechungen &#252;ber den Haufen   werfen will.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Diesen Meldungen zufolge geht es in den geheimen Verhandlungen nicht   mehr um das &#8222;Ob&#8220; dieser Teilprivatisierung, sondern nur noch um das   &#8222;wie&#8220;, also die Konditionen und Sicherheiten, die der Senat diesen   privaten Investoren auf Kosten der anderen Krankenh&#228;user zur Steigerung   k&#252;nftiger Renditen zur Verf&#252;gung stellen will.<\/p>\n<p>  Leider haben weder die LINKE, noch die betroffenen Betriebsr&#228;te   (einschlie&#223;lich Peter Erlansons aus der B&#252;rgerschaftsfraktion der Bremer   LINKEN) auf diese Geheimverhandlungen bisher durch &#246;ffentliche   Informations- und Mobilisierungsaktionen reagiert, sondern sie streiten   sich hinter den Kulissen nur noch dar&#252;ber, ob das KBM durch eine   Maximalversorgungsgarantie sp&#228;ter die Hauptlast der   Privatisierungsfolgen und des Arbeitsplatzabbaus auf die anderen   Krankenh&#228;user abw&#228;lzen kann &#8211; oder nicht.<\/p>\n<p>  Durch diese Konzentration auf die &#8222;Standort(sicherungs)frage&#8220; kommt es   nicht zu einer gemeinsamen Front aller &#246;ffentlichen Kliniken und ihrer   Besch&#228;ftigten gegen den Senat in der Kernfrage, also in der Ablehnung   von PPP-Modell und Teilprivatisierung, sondern &#8222;der Streit der Klinken   wird&#8220; (umgekehrt) &#8222;auch noch unter den Betriebsr&#228;ten ausgefochten&#8220;. (taz   23.10.) Diese kurzsichtige Standortkonkurrenz der Kliniken und ihrer   Betriebsr&#228;te spaltet die KollegInnen und erleichtert dem rotgr&#252;nen Senat   die Durchsetzung seiner Privatisierungspl&#228;ne in einem Schl&#252;sselbereich   der &#246;ffentlichen Daseinsvorsorge.<\/p>\n<p>  Wie sich bereits in der Vergangenheit gezeigt hat, k&#246;nnen solche   betrieblichen, durch Ger&#252;chte und Geheimverhandlungen systematisch   gesch&#252;rten Egoismen der jeweiligen Betriebsr&#228;te nicht allein durch   nicht&#246;ffentliche Verhandlungen innerhalb des Gesamtpersonalrats   &#252;berwunden werden. Dieser hatte sich zwar unmittelbar vor den Wahlen auf   eine Erkl&#228;rung gegen das PPP-Modell geeinigt, daraus aber keine   gemeinsamen Aktivit&#228;ten und Veranstaltungen der Bremer   Krankenhausbesch&#228;ftigten selbst abgeleitet. Unter diesen Bedingungen,   also im eigenen Saft schmorend, konnten die alten Fronten erneut   aufbrechen. Dazu tr&#228;gt indirekt leider auch die in der taz zitierte   Erkl&#228;rung von Peter Erlanson bei, der zufolge er sich als Vertreter des   Klinikums Links der Weser in erster Linie gegen Standortgarantien f&#252;r   das KBM und gegen die Umwandlung der anderen Kliniken in   &#8222;Portalkrankenh&#228;user&#8220; ausspricht.<\/p>\n<p>  So richtig und wichtig diese Hinweise sind: Im Zentrum sollte jetzt   nicht der Streit dar&#252;ber stehen, wie sich eine   Maximalversorgungsgarantie f&#252;r das KBM auf die anderen H&#228;user auswirken   k&#246;nnte, sondern der gemeinsame Protest aller Besch&#228;ftigten dagegen, dass   der Senat damit privaten Investoren g&#252;nstigere Kredite und damit noch   h&#246;here Gewinne an den Krankenh&#228;usern verschaffen will.<\/p>\n<p>  So verst&#228;ndlich es ist, dass sich &#8222;der Freundeskreis des Klinikums Ost,   vertreten durch den ehemaligen SPD-Gesundheitssenator Br&#252;ckner&#8220; auf die   Erhaltung vor allem &#8222;seines&#8220; Krankenhauses konzentiert &#8211;die LINKE, also   eine politische Partei, die gegen jede Krankenhausprivatisierung   angetreten ist, sollte jetzt &#246;ffentliche Initiativen f&#252;r die   uneingeschr&#228;nkte Erhaltung ALLER Bremer Krankenh&#228;user, Betten und   Arbeitspl&#228;tze ergreifen, um so die Einheit der Besch&#228;ftigten mit der als   Patienten ebenfalls betroffenen Bev&#246;lkerung gegen den Senat voran zu   bringen.<\/p>\n<p>  Daf&#252;r sollte &#8211; wie es die Bremer SAV in einem vom Landesvorstand noch   nicht beantworteten Brief vorgeschlagen hat &#8211; so bald wie m&#246;glich eine   Informations- und Diskussionsveranstaltung der Bremer LINKEN gegen das   PPP-Modell stattfinden, auf der neben Peter Erlanson auch die   Besch&#228;ftigten- und Gewerkschaftsvertreter anderer Kliniken die   &#214;ffentlichkeit &#252;ber den Stand der Verhandlungen unterrichten und wo die   Diskussion &#252;ber die gemeinsame Gegenwehr er&#246;ffnet werden kann.<\/p>\n<p>  Dazu k&#246;nnte eine Unterschriftenkampagne in den Krankenh&#228;usern und auf   der Strasse beitragen sowie eine gemeinsame Personalversammlung, auf der   die Senatsvertreter ALLEN Besch&#228;ftigten gegen&#252;ber Rechenschaft &#252;ber ihre   Pl&#228;ne ablegen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  <i>Heino Berg, 23.10.07<\/i><\/p>\n<\/p>\n<p>  <i>Dokumentiert: taz vom 23.10.07:<\/i><\/p>\n<h3>  Geheimpapier n&#228;hrt Klinik-Streit<\/h3>\n<p>  Mit einer weitreichenden &quot;Standortsichungserkl&#228;rung&quot; f&#252;r das Klinikum   Mitte w&#252;rde Bremen auf 30 Jahre die Profite privater Investoren   garantieren und die Landeskrankenhausplanung aufgeben<\/p>\n<p>  Von KLAUS WOLSCHNER<\/p>\n<p>  &quot;Das ist ein Wahnsinn&quot;, sagt Peter Erlanson, Betriebsrat im Klinikum   Links der Weser (LdW). Auf 30 Jahre soll sich Bremen verpflichten, das   Klinikum Bremen-Mitte (KBM) &quot;auf Universit&#228;tsniveau&quot; und als Krankenhaus   der &quot;Maximalversorgung&quot; zu betreiben. Nur damit private Investoren beim   Klinik-Neubau kein finanzielles Risiko eingehen. Wer wei&#223; heute, was in   20 Jahren &quot;Maximalversorgung&quot; ist, sagt Erlanson, &quot;das einzige, was   feststeht und garantiert werden soll, ist die Rendite der Investoren&quot;.   Wenn dieser Vertrag zustande kommt.<\/p>\n<p>  Welcher Vertrag? Im Rathaus hat es eine Krisensitzung mit B&#252;rgermeister   Jens B&#246;hrnsen, Finanzsenatorin Karoline Linnert und Gesundheitssenatorin   Ingelore Rosenk&#246;tter gegeben. Es ging um die juristischen Risiken des   Vertrages, die schnell 50 oder mehr Millionen teuer werden k&#246;nnen. Es   geht um die &quot;Standortsicherungserkl&#228;rung&quot; f&#252;r das Klinikum Mitte als   Voraussetzung f&#252;r den geplanten Neubau. &quot;Das Papier mit den aktuellen   Formulierungen hat auch unser Klinik-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer nicht&quot;, sagt der   Betriebsratsvorsitzende des Klinikums Bremen-Ost, Lothar Schr&#246;der. Klar   ist nur: Die potentiellen Investoren wollen mit dem Papier zu den Banken   gehen und sagen, dass Bremen im Grunde damit eine B&#252;rgschaft abgegeben   habe und die Banken daher einen Zinssatz wie f&#252;r Kommunalkredite   gew&#228;hren k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Finanzsenator Ulrich Nu&#223;baum (parteilos) hatte noch laut erkl&#228;rt, dass   Private, wenn sie mit Investitionen Geld verdienen wollen, auch Risiken   &#252;bernehmen m&#252;ssen. Das hatte schon damals niemand ernst genommen. Wenn   das Klinikum Mitte eine Standortsicherung bekommt, dann wollen wir auch   eine, sagt der Betriebsrat des Klinikums Ost erkl&#228;rt. Denn sie wollen   nicht, dass ihre Standorte weiter dezimiert werden zugunsten des KBM.<\/p>\n<p>  &quot;Wir haben nicht ein Haus der Maximalversorgung, wir haben einen   Klinikverbund der Maximalversorgung&quot;, formuliert der   gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Winfried Brumma. &quot;Wenn ein Haus   die Garantie der Maximalversorgung bekommt, dann bef&#252;rchte ich, dass in   den n&#228;chsten 30 Jahren die anderen drei kommunalen H&#228;user nur noch   &quot;Portalkrankenh&#228;user&quot; sind&quot;, bef&#252;rchtet Erlanson. Also ein wenig   Vor-Ort-Versorgung machen, w&#228;hrend die medizinische Kompetenz in Mitte   konzentriert wird. Wenn der Chef des Klinikums Mitte, Uwe Premm,   erkl&#228;rt, die Planungen f&#252;r sein Klinikum h&#228;tten keine Auswirkungen auf   die anderen, dann sei das &quot;schlicht falsch&quot;, sagt Erlanson.<\/p>\n<p>  Der Freundeskreis des Klinikums Bremen-Ost, vertreten durch den fr&#252;heren   Gesundheitssenator Herbert Br&#252;ckner, hat in einem Brief an den   B&#252;rgermeister diese Bef&#252;rchtungen zusammengefasst. Und auch die Frage   aufgeworfen, ob das Land Bremen noch frei sei, eine   Landeskrankenhausplanung zu machen, wenn f&#252;r das Klinikum Mitte schon   ein &quot;Maximum&quot; vertraglich festgelegt w&#228;re. Das &quot;Anreiz-System&quot; sollte   weiter f&#252;r alle gelten, sagt Brumma: Nicht nur die anderen kommunalen   Kliniken, auch die Freigemeinn&#252;tzigen sind betroffen, wenn die Stadt auf   30 Jahre die Rentabilit&#228;t des KBM garantiert.<\/p>\n<p>  Der Streit der Kliniken wird auch unter den Betriebsr&#228;ten ausgefochten.   Gestern war Gesamtbetriebsratssitzung. Da hatten die Betriebsr&#228;te des   KBM erkl&#228;rt, wer bei der Zentralisierung der EDV nicht nach Mitte   wechseln wollte, solle sich eine andere Besch&#228;ftigung suchen. &quot;Eine   Provokation&quot;, fanden die anderen. Und &#252;berstimmten die Betriebsr&#228;te des   Klinikums Mitte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In der Presse (z.B. in dem unten dokumentierten taz-Artikel vom 23.10.)<br \/>\n      h&#228;ufen sich Meldungen dar&#252;ber, dass der rotgr&#252;ne Bremer Senat nun doch<br \/>\n      einer privaten Finanzierung des Umbaus im Klinikum Bremen-Mitte<br \/>\n      zustimmen und damit gegenteilige Wahlversprechungen &#252;ber den Haufen<br \/>\n      werfen will.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12396"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12396"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12396\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}